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CL, USA 2007
Originaltitel:Mirageman
Länge:83:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ernesto Díaz Espinoza
Buch:Ernesto Díaz Espinoza
Kamera:Nicolás Ibieta
Musik:Rocco
SFX:Juan Pablo Aliaga
Darsteller:Marko Zaror, María Elena Swett, Ariel Mateluna, Mauricio Pesutic, Iván Jara, Jack Arama, Eduardo Castro, Pablo Díaz, Juan Pablo Miranda, Arturo Ruiz Tagle, Gina Aguad
Vertrieb:WGF / Schröder Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt,En,Sp.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Spanisch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:22.07.2010 (Verleih) / 19.08.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:12 Min.)
  • Making of (3:10 Min.)
  • Trailershow:
    • Everyman's War (1:52 Min.)
    • Mask of the Ninja (1:19 Min.)
    • Live Evil (1:50 Min.)
    • Nobel Son (2:21 Min.)
    • The Final (2:08 Min.)
    • Cornered (1:41 Min.)
    • The Spiral (2:02 Min.)
Der junge Maco lebt ein einsames Leben, seit seine Eltern ermordet wurden und sein den Angriff überlebender Bruder in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wurde. Als Sicherheitsmann in einem Nachtclub verdient er sich seinen Lebensunterhalt. Doch eines Tages schreitet er ein, als er Zeuge eines brutalen Raubüberfalls wird und rettet dabei eine Reporterin, die über den maskierten Helden berichtet. Maco bemerkt, wie sein Bruder positiv auf die Nachricht über diesen Superhelden reagiert. Und so fasst er einen folgenschweren Entschluss: Er wird Mirageman, ein Superheld, der fortan für das Gute kämpft.
Der Gedanke, ein Superheld zu sein, ist sicherlich kein schlechter. Hübsche Frauen vor zwielichtigen Personen retten oder gar die ganze Welt vor dem ultimativen Bösewicht schützen, sind doch Wünsche, die so ziemlich jeder Jugendliche mal gehegt hat. Mit genau dieser Thematik beschäftigte sich der Blockbuster Interner Link"Kick Ass" von Matthew Vaughn, der wunderbare Popcorn-Unterhaltung bietet. Doch sind wir mal ehrlich: Abgesehen von guter Unterhaltung, was ja schon sehr viel heißt, besitzt der Film kaum etwas Vertiefendes, was auf interessante Art und Weise das Konzept des Real-Life-Superheros behandelt. Dass schon ein paar Jahre zuvor ein Film entstand, der sich ebenfalls genau diesem Konzept und - das weitaus besser - annimmt, wird vermutlich wenigen bewusst sein. Dem großen Erfolg von Interner Link"Kick Ass" ist es nun zu verdanken, dass "Mirageman" unter dem erweiterten Titel "Mirageman Kicks Ass" - nicht ohne Grund eine Anspielung, um das Publikum von Interner Link"Kick Ass" auf sich aufmerksam zu machen - auch in Deutschland veröffentlicht wird. Ansonsten wäre die kleine chilenische Produktion vermutlich in Vergessenheit geraten.



Die Geschichte dreht sich um Maco, der ein einsames Leben führt. Seine Eltern wurden ermordet und sein Bruder, der den Überfall überlebt hat, sitzt in einer Nervenheilanstalt. Er selbst arbeitet in einem Nachtclub, wird aber wegen seiner leicht naiven Art ausgenutzt. Als er eines Tages Zeuge eines Raubüberfalls wird, mit einer Maske bekleidet beherzt eingreift und dabei noch ein Menschenleben rettet, wird die Medienwelt auf ihn aufmerksam. Auf das Medienecho zum vermeintlichen Superhelden reagiert sein Bruder äußerst positiv und es macht sich eine Besserung seiner Zustände erkennbar. Also fasst Maco den Entschluss, fortan im Namen des Guten Verbrecher unschädlich zu machen: Er wird zum Mirageman.

Der Film zeigt den Aufstieg eines eigentlich normalen jungen Mannes, der ohne Zurückgreifen auf übernatürliche Kräfte dem Verbrechen dem Kampf ansagt. Ernesto Díaz Espinoza nähert sich mit überraschender und erfreulicher Ernsthaftigkeit dem Thema. Hier wird kein ultracooler Superheld dargestellt, sondern es wird ein wirklicher Mensch präsentiert, der verwundbar ist und ein beinah normales Leben führt. Das macht den Protagonisten Maco zum großen Sympathieträger. Der hat einfach genug von den kriminellen Machenschaften in seiner Umgebung, steht dem jedoch machtlos gegenüber. Erst als er sich mittels einer Maske unkenntlich macht, ist er in der Lage, anonym und schrankenlos gegen das Unrecht vorzugehen. Sein Glauben an Gerechtigkeit mag zwar sehr naiv aussehen, vermittelt allerdings auch eine Botschaft: er ruft zu mehr Courage auf. Die chilenische Herkunft des Filmes, einem Land, in dem Kriminalität und Korruption weiter verbreitet sind als in Europa, unterstreicht diese Bemühung bzw. macht sie verständlich. Das Kostüm, welches Maco entwirft, ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, entspricht aber den geringen Möglichkeiten, die Maco hat. Schließlich soll es hier nicht um eine Fantasygeschichte, sonderm um Realitätsnähe gehen, was den Film weitere Sympathiepunkte verschafft.



Die Art der Inszenierung unterstreicht den positiven Gesamteindruck. Sehr deutlich sieht man dem Film an, dass nur ein geringes Budget zur Verfügung stand - was ihm allerdings zugute kommt, denn eine Hochglanzproduktion hätte nicht eine solche Wirkung entfalten können. Manchen mag es trashig erscheinen, dem Film schadet es aber nicht. Ernesto Díaz Espinoza weiß genau, wie er dieses Manko wieder ausbügelt, nämlich durch seinen Aufbau der Geschichte, die teils melodramatische Augenblicke besitzt und den Zuschauer mit sich zieht. Man wird sich dabei ertappen, wie man mit Maco mitfiebert und ihn bei seinen Bemühungen unterstützen möchte.
Die Action-Szenen sind ebenfalls äußerst gelungen. Zwar reichen meistens schon ein paar Schläge aus, um die bösen Buben auszuschalten, aber so wäre es in einem richtigen Straßenkampf schließlich auch; nach ein bis zwei ordentlichen Treffern gehen die Meisten zu Boden. Maco ist dank täglichem Kampfsporttraining problemlos dazu in der Lage. Sein Schauspieler Marko Zaror (Interner Link"Kiltro") füllt diese physische Präsenz problem aus. Zaror wirkt sehr glaubhaft in seinem Vorhaben, einen Kontrast zwischen dem zurückhaltenden Schwächling ohne Maske und dem vermeintlichen Superhelden, der von seiner Umwelt belächelt wird, zu zeichnen. Damit werden die Ereignisse rund um Macos Leben glaubhaft und authentisch umgesetzt. Sicherlich gibt es auch bei "Mirageman" einige Szenen, die etwas übertrieben dargestellt werden und dadurch comicmäßig wirken, doch darüber kann man gern hinweg sehen.

Letztendlich handelt es sich bei "Mirageman Kicks Ass" um eine sehr unterhaltsame und vor allem kurzweilige Produktion, die den Zuschauer auf ganzer Linie überzeugen wird. Auch wenn einiges produktionsbedingt trashig wirkt, ist dieser Low Budget-Film eine echte Entdeckung mit Herz und Verstand. Ein derart positives Gesamtbild aus Action, Emotionen und einer guten Portion Realismus hätte es im modernen Hollywood ganz sicher nicht geben können.


Hauptproblem der digitalen Aufnahmetechnik ist die Ausleuchtung von im Dunklen spielenden Szenen. Zwar gelingt dem Kontrast eine angenehme Balance zwischen hellen und dunklen Bereichen, doch besonders in dunklen Szenen tritt ein sehr starkes, störendes Rauschen in Erscheinung, was die Kompression zu Unruhen veranlasst. Zumindest bietet der Schwarzwert eine noch ganz brauchbare Detailzeichnung. Anders sieht es in hellen Szenen aus, denn hier kann die Aufnahmetechnik fast völlig überzeugen, womit die DVD wieder einige Bewertungspunkte gut machen kann. Besonders die aufkommende Plastizität sticht heraus und bietet in vielen Passagen des Films eine tolle Tiefenschärfe. Allgemein befindet sich die Schärfe auf gehobenem Niveau, wodurch es richtig Spaß macht, den Film auch auf einer großen Betrachtungsfläche abzuspielen. In sehr schnellen Szenen kann dieses Niveau aber nicht gehalten werden, denn zu deutlich machen sich leichte Unschärfen bemerkbar. Die Farbgebung bietet die meiste Zeit über natürliche Töne, die sogar sehr leuchtend aussehen. Die in einigen Szenen eingesetzten Farbfiltern sorgen zwar für ein paar Verfälschungen, schaden dem guten Eindruck allerdings nicht, weil sie das Szenario ünterstützen. Somit für einen Low Budget-Film ein überraschendes Ergebnis, auch wenn es im Genre-übergreifenden Bereich nur durchschnittlich erscheinen mag.

Eine echte Überraschung hingegen bietet der deutsche 5.1-Ton, der den anderen beiden Sprachfassungen, die ebenfalls in Dolby Digital 5.1 abgemischt wurden, die Show stiehlt. Das liegt am voluminösen Klang, der den Subwoofer immer wieder gekonnt in das Geschehen einbezieht, als auch am guten Raumklang. Die ruhigeren Passagen des Films sind zwar etwas frontlastig, doch wenn es zur Sache geht, spielen auch die hinteren Effektboxen eine wichtige Rolle. Hierfür sorgen gut eingefügte, direktionale Effekte, was beispielsweise dafür sorgt, dass eine belebte Straße mitten durchs Wohnzimmer verläuft, wenn Autos quer durch die Boxen fahren. Lediglich den Kampfszenen hätte man noch etwas mehr Beachtung schenken können. Der Center transportiert die Stimmen klar und verständlich, während sich der Score schön im Raum verteilt. Als Beiwerk gibt es eine Stereospur der deutschen Fassung, die ebenfalls eine für die Abmischungsverhältnisse guten Klang bietet. Etwas schlechter sind die spanische Originalfassung und die englische Fassung des Films, denn beide klingen deutlich flacher.


Das mit knapp 3 Minuten sehr kurz gehaltene Making of ist lediglich ein Behind the Scenes-Featurette, in dem man Hauptdarsteller Marko Zaror bei einigen Actionszenen beobachten darf. Es ist zwar nett, dass es mit auf DVD gelandet ist, fällt aber völlig unspektakulär aus und besitzt keine Aussagekraft zur Produktion. Weiterer Bonus ist lediglich der Originaltrailer zum Film sowie eine kleine Trailershow. Schade eigentlich, hätte man doch gerne mehr von "Mirageman" gesehen.

WGF bringt mit "Mirageman Kicks Ass" eine mehr als gelungene Verfilmung eines realistischen und realen Superhelden. Wer mal wieder eine tolle Geschichte erleben möchte und nicht vor Low Budget-Filmen zurückschreckt, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen. Ein echter Geheimtipp!


Film+++++-
Bild+++/--
Ton++++/-
Bonus/-----


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