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USA 2008
Originaltitel:Dangerous Worry Dolls
Alternativtitel:Dangerous Chucky Dolls
Länge:72:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Charles Band
Buch:August White
Kamera:Thomas L. Callaway
Musik:Richard Band
SFX:Chris Bergschneider
Darsteller:Jessica Morris, Meredith McClain, Ker'in Hayden, Paul Boukadakis, Anthony Dee, Renata Green-Gaber, Deb Snyder, Susan Ortiz, Rebekah Crane, Rebekah Crane
Vertrieb:Movie Power
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt), Dolby Digital 2.0 (Dt, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:26.08.2010 (Verleih) / 23.09.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:17 Min.)
  • Roadshow 2008 (4:11 Min.)
  • Trailershow:
    • Special Force HK (1:52 Min.)
    • Special Force HK 2 (1:55 Min.)
    • Death Warrior (2:08 Min.)
    • Into the Gangland (1:35 Min.)
    • Death Box (2:12 Min.)
    • Vampires in the Twilight (2:20 Min.)
    • Ghetto Dogz (2:02 Min:)
    • House of the Butcher 2 (1:28 Min.)
    • Dragon - Die Drachentöter (1:04 Min.)
    • Menace (0:46 Min.)
Eva ist eine junge alleinerziehende Mutter. Weil sie an einem bewaffneten Raubüberfall teilnahm, bei dem jemand zu Tode kam, wird Eva zu einer Haftstrafe verurteilt. Als sie im Frauengefängnis ankommt, wird ihr schnell klar, dass sie die Hölle auf Erden betreten hat. Denn die Insassinnen wollen sich mit der hübschen jungen Frau vergnügen. Und Wärter Carl macht sich ein Hobby daraus, neue Häftlinge zu verprügeln. Regiert wird das Gefängnis von einer nicht minder brutalen Direktorin. Die Zukunft für Eva sieht düster aus, aber ihre Tochter bringt ihr eine Schachtel mit Worry Dolls mit. Der Legende nach beichtet man ihnen seine Sorgen und über Nacht sollen sie verschwinden. Und fürwahr, in der Nacht erwachen die Dolls zum Leben. Auf drastische Art und Weise kümmern sie sich um Evas Sorgen ...
Der Puppen-Fetisch von Charles Band hat augenscheinlich seinen Tiefpunkt erreicht, denn einen dermaßen minimalen Einsatz an Trickeffekten gab es selten zuvor. Holte Band bis dato einen Lebkuchenmann, einen Homunkulus oder die markanten Erscheinungen aus Interner Link"Puppetmaster" aus seiner Puppenkiste, beschränken sich hier die grotesken Erscheinungen auf einen Totenkopf mit leuchtenden Klüsen, der noch nicht einmal einen Zentimeter groß ist.



Angesiedelt ist die Geschichte in einem Frauengefängnis, welches mehr Klischees als Insassen bietet. Sechs Monate soll Eva hier absitzen, doch sie wird von Beginn an von ihren Mithäftlingen, allen voran der rotzigen Kim drangsaliert. Als Eva Besuch von ihrer kleinen Tochter erhält, bekommt sie von ihr vier kleine Glückspuppen geschenkt, die über die trostlose Zeit hinweg helfen sollen. Doch eines Nachts dringen diese in Evas Kopf ein und lassen die zurückhaltende Frau zu einer furchtlosen Rächerin mutieren ...

Knastdrama mit leichtem Exploitationfaktor - so könnte man das gerade mal eine knappe Stunde Nettolaufzeit andauernde Filmchen wohlwollend umschreiben. Denn von Bands markanten Puppen fehlt weit und breit jede Spur, lediglich das kleine Männchen hinter Evas Stirn, welches ihr Befehle erteilt, geht halbwegs als eine Art Puppe durch. Ansonsten heißt es: Eine gegen alle, allerdings erst nachdem die Glückspuppen ihre Gehirnwäsche über Nacht laufen ließen und aus Eva eine tollkühne Bitch gebastelt haben. Bis dahin natürlich die volle Packung: Mobbing von den Mithäftlingen, Drohungen von der Direktorin und den üblichen Missbrauch durch den Wärter im Keller, der seine Taten natürlich mitfilmt und reihenweise ins Netz stellt. Dazu zwei Randfiguren wie den jungen moralbehafteten Wärter und die schüchterne Maus, die es unter den Häftlingen stets am härtesten trifft.



So richtig aus dem Quark kommt Band jedoch nicht. Selbst ein gebrochener Arm erscheint nicht im Bild, ganz zu schweigen von einem Prügel im Mund oder den deutlichen Spuren durch ein Elektroschockgerät. Lediglich ein paar abgetrennte Finger liefern eine kleine Blutszene. Darüber hinaus sind Aspekte zum Mitfiebern kaum gegeben: Die Darsteller sind durchweg mies, die dazugehörige Synchro grauenvoll und die Soundabmischung eine Katastrophe, weil der eingängige Score latent zu laut ist. Zwar gehen Kamera und Schnitt noch in Ordnung, doch bei der schlichten Figurenzeichnung, der minimalen Ausstattung und dem phasenweise behäbigen Erzähltempo fühlt man sich eher wie im Frauenknastfilm aus den Siebzigern - jedoch ohne entsprechend dreckige Atmosphäre und lediglich einer Nacktszene.

So gestaltet sich das inspirationslose Treiben belanglos bis witzlos. Einzig in der Szene, als jemand dort Titten offenbart, wo eigentlich keine hingehören, darf einmal herzlich geschmunzelt werden. Doch wer bei Charles Band - wie eigentlich immer - mehr oder minder brauchbar animierte Kreaturen mit ordentlichem Trash-Faktor erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden, denn es bleibt bei dem Mini-Monsterchen hinter der Stirn der Hauptfigur.
Billig getrickst, übel ausgestattet und dramaturgisch größtenteils schwach aufgebaut, dürften allenfalls knallharte Freunde von Knastdramen ein wenig auf ihre Kosten kommen, alle anderen, die vorzugsweise mordende Puppen erwarten, ersparen sich besser diesen Murks.



Als Murks darf man auch die deutsche Dolby Digital 5.1-Spur bezeichnen. Die entstand offensichtlich aus einer Stereoquelle und gefällt deswegen nicht wirklich. Immer wieder hört man aus den hinteren Effektboxen noch die englischen Dialoge heraus, was bereits störend wirkt. Zudem ist der Score deutlich zu laut abgemischt worden und überlagert so manchen Dialog. Die Verständlichkeit wird demnach in einigen Szenen schon zu einer echten Bewährungsprobe. Anders sieht es bei der ebenfalls vorhandenen Stereospur aus, die deutlich besser klingt, Dialoge aber etwas zu sehr herausarbeitet. Alternativ ist auch der englischsprachige Originalton, zu dem es keine deutschen Untertitel gibt, in Stereo vorhanden. Dieser hinterlässt von allen drei Tonspuren den besten Eindruck, weil durchweg ein natürliches Klangbild entsteht. Zur deutschen Synchronisation sei noch gesagt, dass sie sich auf dem gleichen Niveau wie der Film befindet. Eine größere Fehlbesetzung der Sprecher hätte es wohl kaum geben können, weil wirklich keine Rolle passen möchte. Außerdem macht es den Eindruck, als ob es nur eine handvoll Sprecher gegeben hätte, die lediglich ihre Stimmen verstellen. Hinzu kommen noch schön schnippische Dialoge, welche die Chose auf Kindergartenniveau drücken. Aber auch im Original ist der Text nicht allzu anspruchsvoll.

Besser schneidet die Bildqualität ab, die für Full Moon-Verhältnisse durchweg gelungen erscheint. Das ist so zu verstehen, dass die Erwartungshaltung wegen der schlechten Qualität diverser Veröffentlichung aus der Produktionsschmiede von Charles Band ohnehin zurückgeschraubt wurde. Bei "Deadly Chucky Dolls" gibt es aber Entwarnung, denn der neueste Puppenstreich wird in ordentlicher Qualität veröffentlicht. Abgesehen von wenigen Szenen wird eine durchweg solide Schärfe geboten, der es allerdings an Plastizität mangelt. Rauschen ist nur selten bemerkbar und auch die Kompression verrichtet ihre Arbeit ordentlich. Der Kontrast fällt in dunklen Szenen etwas steil aus und sorgt so für Defizite im Detailbereich, lässt aber zumindest die Farben noch kräftig erscheinen und auch der Schwarzwert überzeugt.


Das Bonusmaterial der DVD beinhaltet neben dem Originaltrailer noch ein kurzes Feature über die "Roadshow 2008", einer Show rund um Full Moon und Charles Band. Neben Requisiten gibt es Panels mit den Darstellern diverser Filme und natürlich Filmvorführungen. Solch eine Veranstaltung wünscht man sich auch mal in Deutschland. Mehr gibt es leider nicht an Bonus zu bewundern, abgesehen von der obligatorischen Trailershow des deutschen Lizenznehmers.

Movie Power veröffentlicht Charles Bands neuesten Puppenhorror ungekürzt als DVD in Deutschland. Leider besitzt der Film kaum Schauwerte und während Bands Sohn Alex im Musikgeschäft einen beachtlichen Erfolg für sich verbuchen kann, scheint der Zug für Papa Charles langsam abgefahren zu sein, denn die guten, alten Zeiten mit richtig schönen Horror- und Trashklamotten aus dem Hause Full Moon scheinen vorüber.


Film++----
Bild++++--
Ton++/---
Bonus/-----


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