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USA 2009
Originaltitel:Nine Dead
Länge:82:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Chris Shadley
Buch:Patrick Wehe Mahoney
Kamera:Mark Vargo
Musik:Danny Lux
SFX:Edward Joubert
Darsteller:Melissa Joan Hart, John Terry, Chip Bent, Lawrence Turner, Edrick Browne, John Cates, Marc Macaulay, Lucille Soong, James C. Victor, Daniel Baldwin, William Lee Scott, Emily Hart
Vertrieb:WGF / Schröder Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt, En), Dolby Digital 2.0 (Dt, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:26.08.2010 (Verleih) / 23.09.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:33 Min.)
  • Making of (17:57 Min.)
  • Trailershow:
    • The Final (2:08 Min.)
    • Todesritt nach Jericho (1:46 Min.)
    • The Investigator (1:56 Min.)
    • Everyman's War (1:52 Min.)
    • The Spiral (2:02 Min.)
    • Cornered (1:41 Min.)
    • Mirage Man (1:12 Min.)
"Ich habe euch aus einem guten Grund hier hergebracht. Euer Überleben hängt davon ab, dass ihr diesen Grund herausfindet. Ihr könnt nun darüber sprechen, aber in zehn Minuten komme ich zurück. Und ich werde einen von euch töten. Das wiederholen wir, bis ihr mir sagen könnt, warum ihr hier seid – oder bis ihr alle tot seid!"

Mit diesen Worten lässt der Unbekannte neun Menschen in einem Bunker allein. In ihrer Todesangst gestehen die Männer und Frauen - darunter ein Schauspieler, ein Staatsanwalt, ein Polizist und eine Schauspielerin - sich ihre tiefsten und dreckigsten Geheimnisse, hoffend, dass in ihnen die Verbindung zwischen ihnen allen zu finden ist. Die Zeit verrinnt. Zehn Minuten sind vorüber. Der große Unbekannte kommt zurück. Er hat eine Waffe. Er tötet den ersten. Und das Spiel beginnt erneut.
Für wie viele Streifen das Original von Interner Link"Saw" bereits als Ideengeber fungiert, ist nach mittlerweile einigen Jahren erstaunlich. Nehmt einen karg ausgestatteten Raum ohne Möglichkeit zur Flucht und eine Handvoll einander unbekannter Typen, dazu einen Vermummten und mindestens eine installierte Kamera und schon haben wir solche Sachen wie Interner Link"House of 9" oder Interner Link"Experiment Killing Room". Nur, dass man sich in diesem Fall auf eine Handlung ohne perfide Spielchen einstellen sollte, denn das Kammerspiel findet in nur einem Raum statt und lässt im Verlauf nicht allzu viel Bewegung zu.



Dem Titel gemäß werden neun Personen, eine Anwältin (Melissa Joan Hart), ein Cop, ein Dieb, ein Stripclub-Besitzer, ein Pädophiler, ein Räuber, ein Barkeeper, ein Versicherungsmensch, ein Priester und eine nicht englisch sprechende Asiatin entführt und finden sich kurz darauf gemeinsam in einem Raum, an einer Hand mit Handschelle an eine Eisenstange gekettet wieder. Der Vermummte stellt den Anwesenden ein Ultimatum: Sie sollen herausfinden, warum sie hier sind und was sie alle miteinander verbindet. Doch die Uhr tickt, denn alle zehn Minuten wird einer erschossen ...

Im Nachhinein hat man den Eindruck, dass möglichst wenige Szenen außerhalb jenes Raumes spielen sollten, womit der Einstieg mit den jeweiligen Entführungsszenen recht kurz ausfällt. Auch später wirken diverse Flashbacks, die das Puzzle ein wenig kompletter machen, eher lieblos und wie ein notwendiges Übel, während man als Zuschauer eher froh ist, für einen Moment von der etwas zu dominierenden Dialoglast wegzukommen.



Obgleich sämtliche Darsteller überzeugen und mehr oder minder glaubhaft agieren (zu Beginn weniger, im Verlauf eher), bietet die Prämisse zunächst viele gute Ansätze. Doch die Form des Psychothrillers auf Basis eines Kammerspiels birgt auch zahlreiche Nachteile, was sich erst mit der Rekonstruktion des Wie und Warum einstellt. Tatsache ist: Sie alle stehen in irgendeiner Verbindung zueinander und dem Killer und jeder der Anwesenden muss einen entscheidenden Schritt in seinem (Berufs)leben gemacht haben, welcher dazu führte, den Vermummten dermaßen zu verärgern. Vielleicht aufgrund der Verurteilung eines Unschuldigen, vielleicht wegen eines unheilbaren Leidens.

Spannungen zwischen den Entführten sind natürlich obligatorisch und dass der Priester zum Schweigen verurteilt ist und der schmierige Club-Besitzer und der coole Dunkelhäutige von vornherein Streitigkeiten auszufechten haben, überrascht ebenfalls nicht. Interessant werden die Figuren ohnehin erst, als häppchenweise Informationen preisgegeben werden, was oftmals einer kleinen Lebensbeichte gleicht. Offenbar hat annähernd jeder der Anwesenden eine Leiche im Keller, doch das muss nicht unmittelbar mit ihrer Entführung und dem Motiv des Killers zu tun haben, was einige Charaktere ambivalenter erscheinen lässt.



In Bezug zur Auflösung wirken hingegen einige Personen fast schon überflüssig und auch die Auswahl jener Entführten scheint teilweise hanebüchen, denn irgendwoher muss der Täter Informationen aufgeschnappt haben, obgleich er von einigen Gegebenheiten kaum etwas wissen kann. So ergeben sich während der Rekonstruktion einige Logiklücken und wenn sich letztlich herausstellt, wie vergleichsweise klein dieser ganze Hintergrund der Geschichte ausgefallen ist, macht sich doch schon ein wenig Enttäuschung breit.

Dennoch lockt das Sujet der Geschichte sein bestimmtes Klientel an und man wird bei der Auswahl der verschiedenen Figuren gewiss seine wenigen Sympathieträger genauso finden, wie Typen, denen man gar nicht aufs Fell gucken kann. Der Vermummte (im Originalton mit schön tiefer, aber nicht künstlich wirkender Stimme ausgestattet) wirkt demgegenüber kaum wie ein skrupelloser Killer, sondern schlägt eher in die kerbe Jigsaw: Auf den ersten Blick eiskalt berechnend und unantastbar, doch tief in ihm schlummern Emotionen, die sein Handeln am Ende ein wenig nachvollziehbar erscheinen lassen.


Weil "Nine Dead" überwiegend in spärlich beleuchteten Räumen spielt, die mittels Filtereinsatz zustande kamen, wird vom Kontrast sowie dem Schwarzwert einiges gefordert. Beides kann in allen Belangen überzeugen, wenn auch durch die Anhebung des Kontrasts als Stilmittel ein paar Überstrahlungen in hellen Bildbereichen entstehen. Auch schärfetechnisch weiß der Transfer zu gefallen und bietet einen wirklich guten Detailbereich und eine angenehme Tiefenwirkung, so dass auch eine ordentliche Plastizität erreicht wird, was den Film auch über große Bildflächen noch sehr gut aussehen lässt. Der positive Gesamteindruck wird lediglich durch ein dezentes Rauschen innerhalb homogener Flächen getrübt, wobei keine störenden Beeinträchtigungen entstehen. Um die doch kühle Atmosphäre des Films zu unterstreichen, wurde die Farbintensität reduziert, was passend aussieht und der Atmosphäre förderlich ist. Fehler sind keine auszumachen und auch die Kompression arbeitet weitgehend ruhig.

Klangtechnisch darf man von dem kammerspielartigen Film keine Wunder erwarten, stehen die Dialoge doch im Vordergrund der Geschichte. Von den beiden Dolby Digital 5.1-Spuren in englischer und deutscher Sprache hat jedoch die englische Originalfassung etwas die Nase bzw. das Ohr vorn. Hauptsächlich liegt das am etwas natürlicheren Klangbild, da in dieser Fassung die Dialoge besser klingen als beim deutschen Pendant, dessen Synchronsprecher nicht immer optimal besetzt sind. Vergleicht man beispielsweise die deutsche Stimme von Melissa Joan Hart mit ihrer Originalen, wird man aufmerksam werden. Beide Stimmen könnten unterschiedlicher nicht sein und die deutsche Sprecherin klingt sehr überzogen in ihrer hysterischen Sprechweise. Grundsätzlich ist die Synchronisation aber gelungen, aber es fehlt auch der nötige Druck der Dialoge. Ansonsten ergeben sich kaum Unterschiede und ein solider Raumklang ohne nennenswerten Einsatz von direktionalen Effekten kommt zustande. Die Soundeffekte sorgen zumindest dafür, dass sämtliche Kanäle in das Geschehen integriert werden und der kräftige Score trägt zur Atmosphäre bei. Alternativ gibt es neben den beiden Dolby Digital 5.1-Spuren noch zu jeder Sprachfassung einen Stereomix, der ebenfalls gute Werte liefert, im Original aber ebenfalls besser klingt. Bei Bedarf können deutsche Untertitel zugeschaltet werden.


Neben ein paar Trailer, darunter auch dem zum Film, gibt es noch ein 18minütiges Making of, welches neben einem kleinen Blick hinter den Kulissen noch Interviews mit den Produktionsbeteiligten bereithält, insgesamt aber leider unspektakulär ausfällt. Hauptsächlich liegt das am typischen PR-Charakter, denn zugunsten der Werbung werden wirkliche Hintergrundinformationen außer acht gelassen. Somit recht enttäuschendes Bonusmaterial, dem auch keine deutschen Untertitel mitgegeben wurden.

Zusammengefasst: Keine fiesen Fallen und bis auf die kurzen Hinrichtungen per Pistole kein Blutvergießen, denn dieses Konstrukt setzt fast ausschließlich auf die Kettenreaktion seiner Dialoge und erinnert somit schon fast mehr an eine äußerst schwache Variante von Interner Link"Reservoir Dogs" - passabel, aber im Gesamtbild kaum aufregend. In technischer Hinsicht wurde "Nine Dead" sehr ordentlich auf DVD gebannt, lediglich das Bonusmaterial kann nicht wirklich überzeugen.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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