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USA 2008
Originaltitel:Nite Tales: The Movie
Alternativtitel:Deon Taylor's Nite Tales
Länge:89:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Deon Taylor
Buch:Diana Erwin, Deon Taylor
Kamera:Keith L. Smith, Keith Smith
Musik:Armando 'Complex' Jimenez
SFX:Melissa Smith
Darsteller:Flavor Flav, Kel Mitchell, Gary Busey, Tommy 'Tiny' Lister, Sticky Fingaz, Sandra McCoy, Tony Todd, DeRay Davis, April Scott, Ray J, Greg Cipes, Michael J. Pagan
Vertrieb:MIG
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Dt., Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:08.07.2010 (Verleih) / 12.08.2010 (Kauf)
Specials:
  • Fotogalerie: Behind the Scenes (2:50 Min.)
  • Making Of (18:27 Min.)
  • Originaltrailer (1:35 Min.)
  • Trailershow:
    • Everyman's War (1:52 Min.)
    • Investigator (1:56 Min.)
    • Live Evil (1:50 Min.)
    • Nobel Son (2:21 Min.)
    • The Way - Der Weg des Drachen (2:20 Min.)
    • Cornered (1:41 Min.)
    • Alexander der Kreuzritter (1:52 Min.)
Zwei Geschichten, die das wahrhaft Böse zeigen, in einem Film ...

"Storm"
Eine Gruppe College-Studenten wartet in einem Haus auf das Ende eines mächtigen Gewitters. Plötzlich, als Wind und Regen am heftigsten wüten, klopft es an der Tür und ein Fremder steht im Dunkel der Nacht - er sucht Schutz vor dem Unwetter. Die Freunde lassen ihn herein, doch er benimmt sich zunehmend seltsam. Von einer Minute auf die andere ist der Sturm vorüber, aber dafür hat das Morden gerade erst begonnen!

"Karma"
Vier Bankräuber mit einer Vorliebe für Gewalt müssen feststellen, dass es etwas unfassbar Bedrohliches zwischen Himmel und Erde gibt. Und dass man mit Geld nicht alles kaufen kann, nicht seine Freiheit und auch nicht sein Leben. Das wahrhaft Böse existiert und es ist im Blutrausch ...
Kurze Gruselepisoden, die man in ihrer abstrusen Art teilweise einfach so hinnehmen musste, aber am Ende eine bitterböse Pointe präsentierten, waren das Markenzeichen von Interner Link"Tales from the Crypt", der sicherlich populärsten Anthologie im Horrorbereich. Zwischendurch gab es natürlich immer mal wieder einige Ableger, auch im abendfüllenden Bereich, doch mit Serienformaten hält man sich, wohl auch aus Kostengründen, weitestgehend zurück.
In den USA liefen hingegen sechs Episoden von "Nite Tales" unter der Regie von Deon Taylor an, nachdem dieser Streifen offenbar einigermaßen Kohle einbrachte - was im Zuge der eher mittelprächtigen Qualität schon fast ein wenig wundert.



Schon allein, weil als Moderator vor und nach den beiden Geschichten der Poser Flavor Flav eingesetzt wird, der das Zielpublikum mit seinem aufgesetzten Geschwafel kaum beeindrucken dürfte, zumal einige seiner Anpreisungen schlichtweg Quatsch sind und weniger Worte, statt angemessener Mimik deutlich mehr brächten.
Also, Abzug in der B-Note, doch richten wir unser Interesse auf die beiden Geschichten.

Als Erstes geht "Karma" an den Start. Vier Gangsta-Typen überfallen eine Bank, doch ihr Fluchtwagen macht inmitten des Waldes schlapp und man versucht, die Aktion in einem abgelegenen Haus unter Kontrolle zu bringen. Die Bewohner entpuppen sich jedoch als gnadenlose Moralinstanz ...

Die erste Episode ist gekennzeichnet von bemüht wirkender Authentizität um die vier dunkelhäutigen Verbrecher und der krassen Gegenüberstellung einiger Redneck-Klischees. Das erzeugt zwar zuweilen eine beklemmende Atmosphäre, als das Telefon im Hinterwäldler-Haus nicht funktioniert und die scheinbar unerschrockenen Verbrecher immer kleinlauter werden, da hier andere Regeln herrschen, als jene, die auf coolen Sprüchen und Einschüchterungen basieren.
Doch die Story gestaltet sich nur insoweit spannend, bis die Hinterwäldler ihr wahres Anliegen äußern, was zu groben Handlungslücken, als auch dramaturgisch unausgereift inszenierten Konsequenzen führt. "Wer anderen eine Grube gräbt" lautet hier das Motto, doch das recht offene Ende des Beitrages kann nicht kaschieren, wie wenig effektiv diverse Szenen zusammengeschustert wurden, was auch für die kleinen Splattereinlagen gilt, die aufgrund visueller Schnörkeleien latent verfremdet erscheinen. Ein Aha-Effekt bleibt bei all den ominösen Vorkommnissen zunächst völlig aus.



Das ändert sich hingegen mit der zweiten, wesentlich besseren Geschichte "Storm", da hier das offene Ende vom ersten Teil kurz eingebunden wird und letztlich doch so etwas wie eine zufrieden stellende Kontinuität erfährt.
In einer stürmischen Nacht ziehen ein paar Jugendliche das mystische Ritual um die legendäre "Bloody Mary" durch, woraufhin ein als Clown verkleideter Typ (Tony Todd) an der Tür klingelt, um mal eben zu telefonieren. Kurz darauf erscheint ein Cop, der bei dem Unwetter sein Funkgerät verloren hat, doch im Haus segnen die jungen Leute nach und nach das Zeitliche ...

Hier hat man die Erzählung recht geschickt mit Spannungsmomenten versehen, da nicht von vornherein klar ist, ob sich der Fluch der Bloody Mary bei den "Spielbeteiligten" erfüllt, oder ob Clown/Cop nicht eventuell ein ganz fieses Spiel anzetteln. Tony Todd liefert mit der Verkleidung als Clown eine herrlich finstere Vorstellung ab und stiehlt damit sämtlichen Jungdarstellern die Show, welche ohnehin nur als stereotyp gezeichnetes Kanonenfutter dienen.



Die gegenseitigen Verdächtigungen sämtlicher Figuren inmitten eines Hauses, in dem kurzfristig weder Strom noch Handy funktionieren, schürt phasenweise eine klaustrophobische Atmosphäre, welche allenfalls durch die mutlose Darstellung der verschiedenen Ableben unterbrochen wird. Leider will man dieser Geschichte zum Ende hin auf Biegen und Brechen eine zynische Note verpassen und versaut mit dem Abschlussgag ein wenig die Pointe.

Insgesamt betrachtet bietet "Nite Tales: The Movie" passable Unterhaltung. Wenn auch der Moderator eher nervt, als eine angemessene Stimmung zu vermitteln, punkten bei beiden Episoden atmosphärische Momente und obgleich Elemente wie Schauwerte und humorvolle Einschübe ein wenig auf der Strecke bleiben, kommt zu keiner Zeit wirklich Langeweile auf. Das Projekt ist definitiv noch ausbaufähig, doch für Freunde kurzweiligen Episodenhorrors zumindest einen recht vorsichtigen Blick wert.

Die DVD kommt nur mit einem passablen Bild aus, unverständlicherweise sogar ohne anamorphe Abtastung. Darüber kann man hinwegsehen, auch wenn es alles andere als zeitgemäß erscheint, und das Bild eben manuell von Hand aufzoomen. Dann besitzt allerdings besonders die Schärfe Schwächen, weil das Geschehen in einigen Szenen weich mit nur befriedigender Detaildurchzeichnung aussieht. Zudem wirkt das Bild stellenweise etwas zu dunkel, weil der Kontrast besonders in dunklen Szenen mit Detailverlusten zu kämpfen hat. Helle Szenen sehen im Detailbereich deutlich besser aus, aber auch hier gibt es Momente, die nicht optimal dargestellt werden. Positiv sticht die Farbgebung hervor, die trotz des dunklen Bildes natürliche Töne besitzt. Das geringe Rauschen als auch die ordentliche Kompression sorgen für weitere Pluspunkte. Mehr als gute 3 Punkte sind aber nicht möglich, weil bei einer 2008er Produktion etwas mehr erwartet werden darf.



Beim Ton sieht die Sache schon ganz anders aus, denn dieser weiß in der deutschen Synchronisation mit seinem Dolby Digital 5.1-Mix zu gefallen. Die Dialoge üben zwar eine leicht dominierende Position aus, fügen sich ansonsten aber gut in den Mix ein, was zu einer guten Klangbalance zwischen Effekte und der Musik führt. Durch den Einbezug der hinteren Effektlautsprecher kommt sogar etwas Raumklang zustande, wenn der Tonspur auch etwas mehr Direktionalität sicherlich gut getan hätte. Immer wieder wird auch der Subwoofer angesprochen, wodurch einige Spannungsmomente des Films besonders unterstützt werden. Den Originalton gibt’s nur in Stereo, was an für sich ein wenig schade ist, denn wie schon beim Bild angesprochen darf man von einer neuen Produktion schon mehr erwarten. Entschädigung findet man zumindest darin, dass der Ton im Bezug auf Stereo perfekt abgemischt wurde und keine Wünsche übrig lässt. Als Alternative wurde auch die deutsche Tonspur nochmals als Stereomix auf die DVD gepackt, der ebenfalls für diese Tonart gut ausgefallen ist. Grundsätzlich aber eher überflüssig erscheint, wenn doch der 5.1-Mix ein gutes Ergebnis liefert.

Die Extras sind weder üppig, noch wirklich interessant. Neben einer Fotogalerie mit "Hinter den Kulissen"-Fotografien und dem Originaltrailer gibt es ein werbeträchtiges, englischsprachiges Making of. In diesem rührt Regisseur Deon Taylor kräftig die Werbetrommel für "Nite Tales" und vergisst dabei, etwas mehr auf seine Werk einzugehen und dem Zuschauer so Hintergrundwissen zu vermitteln. Lediglich seine offen genannten Vorbilder sind für Neueinsteiger im Genre interessant. Allen anderen dürfte mit Sichtung des Films sofort klar sein, dass die EC-Comics der 1950er Jahre und die daraus entstandene Serie Interner Link"Tales from the Crypt" als Paten fungierten. Abschließend gibt es noch einige Trailer zu weiteren Titeln des Anbieters zu sehen.


Zusammengefasst ist "Nite Tales" ein passabler Vertreter im Bereich der Anthologie-Filme, der Potential besitzt, es jedoch nicht völlig auszuspielen vermag. Mal sehen, wie die 1. Staffel der Serie wird, denn sollten die Gerüchte stimmen, landete diese ebenfalls im Einkaufwagen des deutschen Anbieters MIG.


Film+++/--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+/----


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