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USA 1976
Originaltitel:Grizzly
Alternativtitel:Claws
aka. Deadliest Claws on Earth, The
aka. Grizzly - Tödliche Klauen
aka. Killer Grizzly
Länge:86:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:William Girdler
Buch:Harvey Flaxman, David Sheldon
Kamera:William L. Asman
Musik:Robert O. Ragland
SFX:Phil Cory
Darsteller:Christopher George, Andrew Prine, Richard Jaeckel, Joan McCall, Joe Dorsey, Charles Kissinger, Kermit Echols, Tom Arcuragi, Vicki Johnson, Catherine Rickman, Mary Ann Hearn, Harvey Flaxman
Vertrieb:Retrofilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Hartbox
DVD-Start:21.05.2010 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Making of (6:55 Min.)
  • Jaws with Claws (36:39 Min.)
  • Reflections of Grizzly (5:23 Min.)
  • Bildergalerie (1:31 Min.)
  • Radiospots (0:54 Min.)
  • Deutscher Kinotrailer (2:22 Min.)
  • Tierhorror-Trailershow:
    • Panik in der Sierra Nova (2:02 Min.)
    • Slugs (1:57 Min.)
    • Der weiße Hai (6:29 Min.)
    • Barracuda (4:07 Min.)
    • Alligator (2:20 Min.)
    • Alligator 2 (4:01 Min.)
    • Empire of the Ants (2:12 Min.)
    • Brutal River (2:27 Min.)
    • Snake Terror (1:55 Min.)
    • Krokodile (2:02 Min.)
In einem nordamerikanischen Nationalpark werden zwei junge Frauen tot aufgefunden. Sie wurden von einem Bär zerfleischt und angefressen. Unter der Leitung von Parkranger Michael Kelly beginnt die Jagd, doch die Bestie ist schlau und tötet unaufhaltsam weiter. Der ansässige Zoologe und Verhaltensforscher Arthur Scott weiß, dass es sich bei dem Bären um einen 3 bis 4 Meter großen Grizzly handelt, der in der Gegend schon längst ausgerottet wurde. Er will das Tier unbedingt lebend fangen, doch ...
"It's rip-off time again!" – sagte mal ein amerikanischer Kritiker zu Filmen wie "Grizzly" und hatte damit mit Sicherheit Recht, denn dieser Bär von einem Film ist in erster Linie nichts anderes als ein in der Umgebung verändertes Remake von Interner Link"Der weiße Hai".
Solange aber offensichtliche Remakes eine so solide Qualität aufweisen können, sollte man sich nicht beschweren, sondern seinen Tierhorrorfilm der Woche genießen – und angesichts der Filmschwemme, die mit billigen CGI-Kreationen von riesenhaften Insekten oder Oktopoden daherkommt, ist das hier geradezu eine Oase in der Wüste.



Da braucht es auch nur eine einfache Story: in einem Nationalpark in den Staaten, wo man alle Bären markiert und in abgelegene Regionen vertrieben hat, geht ein Vier-Meter-Grizzly um, der Appetit auf Menschenfleisch bekommen hat und ahnungslose Camper schlachtet. Der zuständige Parkranger ist gar nicht erbaut, vor allem weil der Parkdirektor ein stures Arschloch ist und die Sache immer schlimmer macht. Zur Hand gehen ihm ein Bärenexperte (hier ist Richard Jaeckel in einer hirschfelltragenden Rolle zu sehen) und ein Vietnamveteran und Hubschrauberpilot, der stets das Schlimmste erahnt. Als alles nichts nützt und die Katastrophe eintritt, wird endlich der Park geräumt und die drei machen sich auf die alleinige Verfolgung des Kuschelbären, was im unzugänglichen Parkgehölz nicht ohne Verluste abgeht.

Sicher, die Story, die uns B-Papst William Girdler in seinem drittletzten Film abliefert, ist weder besonders subtil, noch ist sie neu und wer möchte, darf mal die Parallelen und geklauten Ideen aus Spielbergs Hai-Epos zählen, die hier noch mal zum Leben erweckt werden. Am auffälligsten sicherlich die subjektive Kameraposition als Bärensicht, samt Hecheln, Brummen und eigenem Bären-Theme, das John Carpenter für Interner Link"Halloween" bestimmt viel gegeben hat. Dann ist das Triumvirat der Jäger, das man bei Scheider, Dreyfuss und Shaw abgeguckt hat, allerdings ohne den psychologischen Tiefgang auszuloten. Waren Tierjäger und Naturschützer noch strikt getrennt, mischen Harvey Flaxman und David Sheldon hier gut durch und geben den Helfern des Oberrangern durchgängig positive Charakternoten. Witzig dabei ist sogar ein Zitat an Robert Shaws berühmten "USS Indianapolis"-Monolog, den er selbst improvisierte und der hier von Robert Prine (als Veteran) gecovert wird – welcher ebenfalls für seine Indianerstory eine Autorennennung bekam.
Statt des bigotten Bürgermeisters haben wir hier einen miesen Parkdirektor und es muss erst eine Familientragödie geben, bis die Dinge für die drei Retter ins Laufen kommen. Zuvor werden auf den Park natürlich reichlich ungelernte Sonntagsjäger losgelassen und in Abständen muss immer mal wieder jemand dran glauben. Sogar die Obduktion der Opferüberreste ist in einer neuen Form mit dabei.



Trotz all dieser Anleihen und dreisten Klaus ist "Grizzly" solide Handwerkskunst, in schönen Farben und mit gekonnter Kameraführung, ohne große dämliche Ausfälle und mit akzeptablen Dialogen. Und vor allem spart Girdler nicht mit einem: saftigen kleinen Details. Es wäre einfach gewesen, ein paar ausgestopfte Bärenklauen und schreiende Opfer zu zeigen, aber obwohl erstere zum Einsatz kommen, fliegen dem Publikum hier in freier Natur dann trotzdem reichlich blutüberströmte Opfer und abgetrennte Gliedmaßen um die Ohren, einem Pferd wird gleich der ganze Kopf abgeschlagen und auch sonst herrscht mehr Gore, als man sich das erwarten konnte. Und die Chuzpe, das Vieh einen Dreijährigen angreifen zu lassen und diesem ein Bein abzureißen (man kann das Ergebnis kurz aber lecker begutachten), muss man im US-Kino erst mal finden.

Während also die halbe Welt auf amateurhafte Killerfische setzte und Bert I. Gordon die schlechtesten Riesenviecher der Welt auf die Menschheit losließ, produzierte Girdler wieder Qualität mit einem echten trainierten, aber ansonsten noch ungezähmten Bären, der wirklich recht eindrucksvoll rüberkommt, bis er am Ende (hallo, Mr. Scheider) Bekanntschaft mit einer Bazooka macht. Definitiv ein Film mit Biss.



Es ist erfreulich, dass dieser sehr ordentliche Vertreter der Gattung "Tier-Horror" als DVD aus dem Hause Retrofilm, am Alter des Films gemessen, in ansprechender Qualität veröffentlicht wurde. Sicherlich gibt es Filme, die älter sind und besser aussehen, aber die Erwartungshaltung bei einem Mitt-Siebziger-Film, der zudem eine Low-Budget-Produktion ist, ist nicht sonderlich groß und daher geht das Ergebnis völlig in Ordnung. In Nahaufnahmen ist die Bildqualität sogar sehr gut. Dazu zählen besonders die Aufnahmen in den Wäldern, die sehr detailliert zu sehen sind. Die Kantenschärfe ist während des restlichen Films immer noch ähnlich gut. Der Bildstand hingegen fällt sehr unruhig aus, weil ein deutliches Flackern in einigen Szenen zu vernehmen ist. Zwar wird das nicht unbedingt als störend empfunden, doch sorgt es für eine Abwertung der Gesamtnote. Die Farbgebung weiß dank der farbenfrohen und realistischen Tönungen zu gefallen. Rauschen ist nur marginal vorhanden und auch die Kompression macht lediglich mit einem sehr dezenten Blockrauschen auf sich aufmerksam. Dropouts oder Schmutz halten sich angenehm in Grenzen und auch der Schwarzwert ist gut getroffen, was gerade den im Dunklen spielenden Szenen zugute kommt.

Die Sprachfassungen sind im Format Dolby Digital 2.0 Mono auf der DVD vorhanden. Egal, ob englische Originalfassung oder deutsche Synchronisation, beiden merkt man das Alter an. Die deutsche Synchro fällt besonders durch ihre dumpfe Abmischung auf, die zudem mit leichten Verzerrungen versetzt ist. Das verursacht zumindest keine Probleme bei der Verständlichkeit. Ansonsten ist der Mix dank etwas Dynamik ganz in Ordnung. Im Vergleich dazu klingt die englische Originalfassung klarer, kann aber bei der Dynamik nicht so überzeugen, weil der Höhenbereich schwach ausgefallen ist.



Den Kern der Extras bildet die rund 35 Minuten lange und sehr informative Dokumentation "Jaws with Claws". Ausführlich und ohne störendes Promo-Gejubel kommen die beiden Drehbuchautoren als auch die Hauptdarsteller zu Wort und berichten über die Produktion, den Regisseur und die eigentliche Hauptperson: den Grizzly und den damit verbundenen Schwierigkeiten beim Dreh. Auch wird Stellung zum ewigen Vergleich mit Spielbergs Meisterwerk Interner Link"Der weiße Hai" genommen. Abgerundet wird die Doku mit B-Roll-Aufnahmen von Regisseur Girdler und dem Bären. Noch mehr Anmerkungen enthält der Audiokommentar mit David Shelden und dessen Frau, da beide noch intensiver auf einzelne Abläufe im Film eingehen, wobei man der englischen Sprache schon mächtig sein muss, da stellenweise sehr schnell gesprochen wird. Das ebenfalls vorhandene Making of wurde teilweise schon in die Dokumentation eingebunden und bietet keine weiteren Informationen. Weiterhin kann das Feature "Reflections of Grizzly" überzeugen, weil hier die Fans des Films im Jahre 2005 zur Wiederaufführung zu Wort kommen. Der deutsche Kinotrailer, eine Bildergalerie sowie zwei Radiospots runden die filmspezifische Sektion ab. Wie bei Retrofilm mittlerweile üblich, gibt es noch eine themenspezifische Trailershow bei der einige kultige Beiträge zu bewundern sind. Bleibt wohl nur noch zu erwähnen, dass deutsche Untertitel für einen Großteil der Extras vorhanden sind.


Gut gemachter Vertreter im Bereich Tierhorror, der zwar sehr deutlich Spielbergs Alternativauflage mit neuem Titel von Voulez Vous"Der weiße Hai" nachstellt, aber aufgrund der dichten Atmosphäre, guten Darsteller und einigen blutigen Effekten, die man nicht unbedingt erwartet hätte, gelungene Abwechslung bietet. Weil zudem die Umsetzung der von Retrofilm veröffentlichten DVD weitestgehend stimmt, darf man sich diesen Klassiker als Genre-Fan uneingeschränkt in die Sammlung stellen. Erhältlich ist der Film mit zwei verschiedenen Covern als auch in zwei verschiedenen Hartboxgrößen.
Wer keine der limitierten Hartboxen aus dem Hause Retrofilm ergattern kann, bekommt von Voulez Vous Film / Intergroove die Möglichkeit, den Film in einer alternativen Veröffentlichung für die Kaufhäuser zu erstehen. Unverständlich ist, warum der Titel dafür in "Killer Grizzly" umgetauft wurde, denn unter "Grizzly" besitzt der Film einen enormen Bekanntheitsgrad. Technisch ist die DVD absolut identisch zur Retrofilm-DVD, selbst die Menüs wurden beibehalten. Lediglich die tolle Tierhorror-Trailershow wurde entfernt.


Film++++--
Bild+++/--
Ton+/----
Bonus+++---


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