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HK 1983
Originaltitel:Mai nei dak gung dui
Alternativtitel:Dragon Attack, The
aka. Mission Force
aka. Fantasy Mission Force
aka. Fire Dragon
aka. Jackie Chan - Die Superfaust
aka. Mi ni te gong dui
aka. Mini Special Force
aka. Mission Fantastique, La
aka. Shadowman 2
aka. Superfaust, Die
Länge:89:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kevin Chu Yin-Ping
Musik:David Tao
Darsteller:Jackie Chan, Wang Yu, Brigitte Lin, Yung Shao Chin, Shin Bu Lia, Adam Cheng, Paul Chang Chung, Pearl Cheung Ling, Chen Hung-Lieh, Suen Yuet, Hui Bat Liu, Chin Ti
Vertrieb:Voulez Vous Film / Intergroove
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Mandarin
Untertitel:Englisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:09.04.2010 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (6:08 Min.)
  • Originaltrailer (3:54 Min.)
  • Erweiterte Szenen (11:49 Minuten)
Tief im Zweiten Weltkrieg. Der bärbeißige Captain Don Wen stellt eine schräge Truppe aus Knalltüten und Taugenichtsen zusammen, darunter zwei Chinesen im Schottenrock, Lily und Dieb Sammy. Die doofen Zwölf sollen vier alliierte Generäle befreien, die von den Japanern einkassiert wurden. Doch zunächst müssen sie sich mit männerfeindlichen Amazonen, Zombies und Sumo-Ringern prügeln.
Zweiter Weltkrieg, irgendwo in Asien.
Die drei alliierten Generäle sind sich uneins darüber, bis wo die Japaner vorgedrungen sind; der Streit wird abrupt geschlichtet, da diese bereits im Lager sind und die gegnerischen Kriegsherren als Geiseln nehmen. Mangels anderer Alternativen - Rocky, Snake Plissken, 007 und Inspector Kodijak sind anderweitig ausgebucht - wird Captain Don Wen (Wang Yu) zur Rettungsmission aktiviert. Die entsprechenden Mitglieder seiner Truppe soll er sich selbst zusammensuchen.




Die Hintergrundgeschichte des Filmes ist mittlerweile altbekannt und wird gern als Vorwand für die Beteiligung Jackie Chans genutzt. Dieser tat Wang Yus stagnierender Karriere einen Gefallen, der wiederum vorher bei gewissen Triadenproblemen ausgeholfen hat. Nun ist es nur erstaunlich, warum der ehemalige Shaw Brothers-Star annahm, hiermit ein Comeback zu erreichen. Die Rechnung ging letztlich ja auch nicht auf. Trotzdem ist der Film auch heutzutage noch relativ bekannt, was vor allem daran liegt, dass sich die Meinungen extrem spalten und der schlechte Ruf überwiegend vorauseilt. Man ist sich zumindest einig, dass das Werk ein Unikum darstellt: zwar nur extrem im Trash, aber immerhin.

Ausgelöst wird das vor allem durch die Tatsache, dass sich Regie und Drehbuch an keine Kontinuität oder Konvention halten; betrifft es nun Raum, Zeit oder Genre. Der traditionelle Plot bezieht sich natürlich auf "Das Dreckige Dutzend" bzw. "Die Glorreichen Sieben" und ist ebenfalls strikt in Anfang - Mitte - Ende aufgeteilt. Die aufgeworfenen Situationen passen mit ihren bewusst absurden Attributen aber nicht zueinander und sind ähnlich wirr wie die Kleidungskombination Schottenrock zu Ritterrüstung, die hier auch aufgetragen wird. Man macht sich einfach keine Gedanken um die Schaffung eines stimmigen historischen Hintergrunds und verwirbelt dann eben alle möglichen Zutaten in einem von der Realität abgegrenzten Zusammenhang, so dass eine nähere Wesensbestimmung unmöglich gemacht wird. Die Kategorisierung des Grotesken lässt sich zwar einzeln gut vornehmen - Gefangenschaft bei Amazonen mit KKK-Masken, Übernachtung im spukenden europäischen Gemäuer, Belagerung von scheinbar aus Interner Link"Mad Max" stammenden Horden -, aber genauere Maßstäbe sind wegen der radikalen Differenz untereinander nicht gegeben.




Bestimmte Komponente gleichen sich aber. Zum einen bleiben die Hauptfiguren der aufgestellten Truppe ja dieselben und zum anderen besitzt Kevin Chus Regie in der bildlichen Umsetzung auch durchgängig eine form- und wirkungsästhetische Verwandtschaft. Die Rationalität wird also nicht vollständig ausgehebelt, sondern szenisch erschlossen nur zu einer Farce umgewandelt und dementsprechend angepasst. Anfangs entspricht das Geschehen nicht dem gängigen Erwartungshorizont und überrascht zunächst mit einem anderen Verlauf als gemeinhin in Aussicht gestellt. Aber später hat man sich darauf vorbereitet und erwartet alles und dann beinahe noch mehr als das Gebotene, woraus sich auch alleinig das Spannungsverhältnis ergibt.

Der Film ist auch kein Phänomen; die gleiche Struktur und Geschichte wurde bereits vorher von Chu in den Präzedenzen "Pink Force Commando" und "Golden Queen's Commando" zur Genüge durchexerziert, wobei auch beide Epigonen den Vorteil haben, dass sie nicht allzu sehr auf Klamauk getrimmt wirken. Hierbei merkt man nämlich das Ansinnen, einen Mo Lai Tau-Actionfilm zu drehen viel mehr. Da springen einem die Gags geradezu an, anstatt im Vorübergehen und gar zufällig zu entstehen.
Bedient hat man sich dabei grundsätzlich aus dem Stummfilm, wo es noch lustig war, wenn das Bild schneller als gewohnt ablief, sowie dem dort patentierten Slapstick. Besonders Chan selber passt in seinen wenigen Auftritten natürlich perfekt in dieses Schema. Komik durch körperbezogene Aktion hervorgerufen ist ja exakt sein Ding. Lustig ist es manchmal, aber nicht immer, denn die Übertriebenheit und Lautstärke schadet manchmal auch stark. Zudem versucht die deutsche Synchro, auch einen auf witzig zu machen und verhaut den letzten Feinschliff.

Besser kommt die Action weg, die angesichts der Situation natürlich kaum Effektivität erreicht, aber ansonsten recht brauchbar aussieht. Geld für den Unsinn sowie Talent für die Umsetzung stand offensichtlich zur Verfügung: die Explosionen sind groß, der Bodycount auch. Akrobatische Einlagen werden flink vollzogen und hier und da auch mit einer pointierten Zeitlupe aufgelöst. Das abschließende Feuergefecht ist dagegen trotz vermehrtem Blutzoll nicht besonders inszeniert. Chu bekam das Faible für schnittige Shootouts wohl erst später (Interner Link"Hunting List", "Requital", "Young Policemen in Love").




Voulez Vous Film hat mal wieder das Bestmögliche aus der Vorlage herausgeholt - besonders wenn man bedenkt, welch miese Qualität die alten deutschen Veröffentlichungen dieses Titels besaßen. Galt für "Dragon Mission Force" bis heute die EuroVideo-DVD als beste deutsche Veröffentlichung - von der ohnehin stark gekürzten Wühltischfassungen von MIB oder Carol Media ganz zu schweigen - darf sich die Neuauflage zu recht als beste Fassung bezeichnen. An aktuellen Maßstäben sollte man diese mittlerweile fast 30 Jahre alte Low Budget-Produktion aus Hongkong allerdings nicht messen, denn dafür präsentiert sich die Bildqualität doch zu mäßig. Die Steigerung ist trotzdem deutlich. Das fängt mit dem Format an, denn erstmalig wird das Originalformat 2,35:1 genutzt. Die Schärfe erreicht dafür lediglich mittelmäßige Werte, da viele Szenen etwas zu weich bzw. zu detailarm aussehen. Ebenso könnte der Kontrast ausgewogener sein, weil helle wie dunkle Bereiche mit Problemen zu kämpfen haben. Die Farben sehen natürlich aus, wirken aber nie besonders kräftig. Bildrauschen fällt kaum auf und auch Defekte und Verschmutzungen halten sich weitestgehend zurück. Dafür tritt die Kompression in einigen Szenen mit teils auffälligem Blockrauschen in Erscheinung. Insgesamt ist das Bild gemessen am Alter und den Produktionsumständen aber wirklich gelungen.

Auch der Ton wurde deutlich verbessert bzw. endlich die komplette deutsche Synchronisation genutzt, was bei der EuroVideo-Veröffentlichung nicht der Fall gewesen war. Bei dieser wurde die gekürzte deutsche Fassung als Tonmaster herangezogen und fehlende Dialogpassagen im Original mit deutschen Untertiteln belassen. Voulez Vous Film beließ die komplette Fassung im originalen Monoformat. Der Ton weist eine gute Sprachverständlichkeit auf, auch wenn die Dialoge etwas verzerrt klingen. Rauschen ist dezent vorhanden, wirkt sich aber nicht störend aus. Wirklich auffällig ist die kraftlose Abmischung, die das Geschehen kaum beeinflusst und sehr flach wirken lässt. Kräftiger, dafür aber auch dumpfer fallen sowohl der Originalton als auch die englische Synchronisation aus. Demnach haben alle drei Tonspuren ein wenig mit Alterserscheinungen zu kämpfen. Aber auch hier kann man zufrieden sein. Englische Untertitel sind vorhanden, deutsche hingegen nicht.


Zwar befindet sich "Dragon Mission Force" in ungekürzter Fassung auf der DVD, doch wie so oft handelt es sich dabei nur um einen internationalen Schnitt. Im asiatischen Raum erscheint der Film in einer rund 12 Minuten längeren Version. Um zumindest einen Eindruck dieser meist nur verlängerten Szenen zu bekommen, wurden diese als Bonus im Originalton mit auf die DVD gepackt. Weiterhin gibt es neben dem Originaltrailer den deutschen Videotrailer.

"Dragon Mission Force" ist Pflichtprogramm für Trashfans und alle, die auf abgedrehte, völlig konfuse Actionkomödien "made in Asia" stehen. Dem Alter entsprechend wird von Voulez Vous Film eine gelungene DVD-Umsetzung geboten, was selbst denjenigen, die den Film schon in einer anderen Veröffentlichung besitzen, als Kaufanreiz dienen sollte.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+/----
Bonus+-----


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