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USA 1988
Originaltitel:Waxwork
Alternativtitel:Reise zurück in die Zeit
Länge:93:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Anthony Hickox
Buch:Anthony Hickox
Kamera:Gerry Lively
Musik:Roger Bellon
SFX:Roger Bellon
Darsteller:Zach Galligan, Deborah Foreman, Michelle Johnson, Dana Ashbrook, Miles O`Keeffe, John Rhys-Davis
Vertrieb:epiX
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Splitted), Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase (inkl. FSK-Wendecover)
DVD-Start:26.02.2010 (Kauf)
Specials:
  • Original-Trailer (2:01 Min.)
  • Trailershow:
    • Blutige Hochzeit (1:26 Min.)
    • John Carpenter Fürst der Dunkelheit (1:41 Min.)
    • Invasion (1:09 Min.)
    • Shunned House (0:45 Min.)
    • I am the Ripper (1:26 Min.)
    • Dark Hunters (1:28 Min.)
    • Freak Out (1:40 Min.)
    • Blood and Donuts (1:38 Min.)
    • Vampire Hunters (1:09 Min.)
Wie aus dem Nichts eröffnet ein geheimnisvolles Wachsfigurenkabinett seine Pforten in einer Vorstadt und eine Gruppe von verwöhnten College-Studenten bekommt die Einladung zu einer besonderen Mitternachtspremiere. Die lebensechten Wachsfiguren-Dioramen zeigen die Abbilder der grausamsten Personen aus Kriminalgeschichte, Film sowie Literatur und sorgen bei den jungen Leuten für reichlich Gruselstimmung. Wer aber einmal die Absperrseile dieser Szenerien übertritt, der muss um sein Leben fürchten. Denn in einer anderen Dimension warten die ruhelosen Geister der dargestellten Mörder und Monster nur darauf, die Welt der Menschen mit Schrecken und Mord zu beherrschen. Während immer mehr Personen als vermisst gemeldet werden, eröffnet sich dem jungen Paar Mark und Sarah ein teuflischer Plan, den es unbedingt zu verhindern gilt ...
Als Filmemacher leider ewig unterschätzt und ohne das nötige Fortune, um in der ersten Liga Hollywoods jemals eine richtige Chance bekommen zu haben, hat sich der britische Regisseur Anthony Hickox längst mit seinen früheren Horrorfilmen und den dann später folgenden B-Actionthrillern ("Blast!", "Submerged") einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Ich selbst bin eigentlich von fast jedem seiner Filme begeistert, kann er aus begrenzten Budgets noch einiges herausholen und erkennt man in ihm oft den innovativ inszenierenden Geek auf dem Regiestuhl, denn seine Filme sind in den meisten Fällen sehr unterhaltsame Filmvergnügen. Diese These bestätigt auch sein frühes Regiedebüt "Waxwork", das trotz offensichtlich beschränkter, finanzieller Mittel so erfolgreich war, dass vier Jahre später noch ein adäquates Interner LinkSequel folgen sollte.


In gerade einmal drei Tagen schrieb Hickox sein Drehbuch, konnte gleich ein paar bekannte Gesichter für seinen ironischen Episodengang mit den kultigsten Horrorfiguren der Filmgeschichte gewinnen und sich dabei stets auf seinen Kumpel Bob Keen verlassen, der nicht nur die Second Unit übernahm, sondern auch maßgeblich für die liebevollen, blutigen Effekten verantwortlich war, die seiner Karriere (u.a. später auch Interner Link"Dog Soldiers") sichtlich förderlich waren.


Das Konzept ist eigentlich simpel wie spannungsfrei, denn Hickox setzt hier auf eine phantastische Story mit reichlich Verweisen, Hommagen und Ehrerbietungen, indem er eine Handvoll Jugendlicher (u.a. der Interner Link"Gremlins" geschädigte Zach Galligan) einer Kleinstadt (natürlich *gg*), die nicht von ungefähr auch ein paar typische Klischees zu erfüllen haben und lauter Stereotypen sind, nach einer kurzen Exposition in das Wachskabinett des teuflischen Mr. Lincoln schickt, den David Warner (Interner Link"Straw Dogs", "Cross of Iron") auch herrlich finster und bösartig verkörpert. Diese Einladung kam nicht von ungefähr, denn so echt die legendären Horrorwesen in Lincolns Kabinett auch aussehen ... sie sind es! Und Lincoln hat den Masterplan schlechthin. Er will die Wesen in die Realität überführen. Doch dafür braucht es Opfer. Wer einen näheren Blick auf die Figuren wirft, wird flugs in einen Albtraum nach klassischem Format geschubst, wo alsbald die Begegnung mit dem klassischen Monster bevorsteht und das endet entweder blutig oder tödlich oder beides.


Ob nun sich nun John Rhys-Davies (Interner Link"Raiders of the Lost Ark", Interner Link"The Lord of the Rings") in einen Werwolf verwandelt und Menschen reißt, Tarzan-Darsteller Miles O'Keeffe sich als Graf Dracula einen weiblichen Teenager schnappt oder Hickox in schwarzweiß im Stil von George A. Romero die Zombies loslässt, mit einem Augenzwinkern ist er immer bei der blutigen Sache und sei es nur, weil sich ein Werwolf mal ganz entspannt die Holzspäne von der Schulter wischt, nachdem auf ihm ein Stuhl zerschlagen wurde. Auch die comichaften Effektkreationen, meist mit überdurchschnittlicher Gewaltdarstellung (insbesondere im Dracula-Kapitel), die die Chose schon ins Absurde ziehen, sind jeweils allerliebst und zeugen von der investierten Leidenschaft des F/X-Künstlers. Da werden Körper gespalten, angefressen oder zerfetzt und läuft der rote Saft in rauen Mengen, dass es nicht ernst gemeint sein kann – übrigens vier Jahre vor Interner Link"Braindead".


Respekt bleibt trotzdem des oberste Gebot, denn lächerlich wird die Angelegenheit nicht. Hickox will trotz seines Humors die Vorbilder huldigen und sie verblödeln, so dass insbesondere eingefleischte Genrefans hier ihren Mordsspaß haben können. Neben den schon erwähnten Darstellern darf übrigens Patrick Macnee ("The Avengers") als im Rollstuhl sitzender Retter in der Not mit Wissen glänzen und mitsamt seiner entschlossenen Rentnertruppe zum finalen Angriff auf die Monsterschar blasen.


Der Look des Films bleibt günstig, passt damit jedoch prima zum Charme des Films, der mit einem B-Movie-Touch ein fast schon schmuddelig-schauriges Vergnügen ist und damit der integrierten Legenden entspricht, die zum Teil ja auch der einfach ausgearbeiteten Literatur entspringen. Insbesondere die mit Liebe zu simplen Details geschaffenen Sets, grundlegend mit Phantasie gestaltet, sind ein echter Genuss für Genrefreunde. Über allem schwebt jedoch ständig der schwarze Humor, der selbst den brutalsten Szenen das Grauen nehmen kann und die wenigen abseits der Rahmenhandlungen stattfindenden Subplots flott vorantreibt, weil sie so interessant nicht sind und man als Zuschauer ohnehin wieder auf die nächsten kurzen und knackig gehaltenen Horrorepisoden wartet, die übrigens lose nach nicht bestimmter Reihenfolge mit dem Besuch der Jugendlichen im Kabinett verknüpft sind.
Der Spaß, den hier alle Beteiligten hatten, und der Enthusiasmus, den sie teilen möchten, überträgt sich schnell auf das Publikum, was natürlich vor allem einmal mehr an Hickox attraktiver Umsetzung liegt, die jeweils den Grad zwischen Effektfrönung, schwarzem Humor und ernstgemeinter Hommage findet.


Nach zwei Veröffentlichungen von Dragon nimmt sich epiX Hickox' Klassiker an und erreicht nicht nur eine Listenstreichung, sondern nach einer Neuprüfung eine Freigabe ab 16 Jahre. Auf Bonusmaterial müssen wir bis auf ein paar Trailer leider verzichten und auch das 25minütiges Making of der Dragon-DVD ist hier nicht mit dabei. Die Bildqualität geht altersbedingt in Ordnung, wobei es keine allzu großen Sprünge zur Dragon-Version zu verbuchen gibt. Das Vollbildformat wurde beibehalten und die Detailschärfe ist vor allem auf großen Betrachtungsflächen eher mäßig ausgefallen und hinterlässt einen sehr weichen, leicht unscharfen Eindruck, bei dem hin und wieder etwas Grauschleier die Qualität zusätzlich beeinträchtigt und für sichtbare Bewegungsunschärfen sorgt. Insgesamt bleibt die Schärfe aber auf einem soliden bis angenehmen Niveau. Auch der Kontrast erzielt ordentliche Werte, wobei der Schwarzwert nicht sonderlich gut ausfällt. Die Farbgebung erscheint die meiste Zeit sehr natürlich, lässt aber etwas an Sättigung missen. Hinzu kommt etwas Bildrauschen, welches je nach Sequenz deutlich an Intensität zunimmt. Die Kompression arbeitet grundsolide und hin und wieder auftretende Defekte stören nicht sonderlich.
Auf einen deutschen 5.1 splitted-Upmix hätte man gut und gern verzichten können, denn ein Mehrkanalton sollte anders klingen. Hier werden die Stimmen auf sämtliche Kanäle verteilt, wobei der Center am lautesten angesprochen wird. Räumlichkeit gibt es genauso wenig wie Effekte. Dafür sind die Dialoge gut zu verstehen und auch die Musik klingt weitgehend natürlich. Es fehlt der Abmischung aber an Druck und Dynamik. Hier wäre eine kräftige Stereospur passender gewesen. Diese liegt in englischer Sprache vor und überzeugt mit einer wesentlich besseren Dynamik und klingt voluminöser. Auf deutsche und englische Untertitel wurde verzichet.


Temporeiche, putzige Horrorkomödie, die mal eben alle möglichen Horrorlegenden vereint und jeder eine eigene Episode gönnt, wo sie sich dann über ein Opfer hermachen darf. Die Bilder sind blutig, der Grundton aber eher witzig als gruselig und die Umsetzung liebevoll. Da spürt man förmlich die Leidenschaft der Macher an der Produktion. Die Atmosphäre gerät stimmungsvoll, die Aufmachung ist eher altmodisch und das Wiedersehen mit einigen Bekannten der Filmgeschichte ein Heidenspaß. Anthony Hickox stellt seine exzellenten Fähigkeiten damit bereits früh unter Beweis. Schwer amüsant und leidenschaftlich, so habt man es gern. Einmal mehr erweist sich Hickox als Qualitätsgarant. Die DVD-Neuauflage ist technisch solide umgesetzt und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Über die Gestaltung des Covers lässt sich jedoch streiten. "Waxwork" erscheint als Nummer 1 der "Twilight Classics"-Reihe bei epiX. Laut Coverangabe soll die Reihe limitiert sein. Eine Stückzahl ist aber nicht bekannt.


Film++++/-
Bild++/---
Ton++/---
Bonus/-----


Druckbare Version
Waxwork
Waxwork 2 - Lost in Time
NewsDrei neue Dragon DVDs im Juli und August
Reise zurück in der Zeit
IMDb.com OFDb.de



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