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D 2009
Originaltitel:Petite mort, La
Länge:74:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Marcel Walz
Buch:Marcel Walz
Kamera:Andreas Pape, Marcel Walz
Musik:Michael Donner
SFX:Olaf Ittenbach
Darsteller:Manoush, Andreas Pape, Anna Habeck, Inés Zahmoul, Annika Strauß, Magdalena Kalley, Thomas Kercmar, Martin Hentschel, Tanja Karius, Chris Vazquez, Lars Rohnstock, Marc Rohnstock
Vertrieb:Laser Paradise / NSM
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:kleine Hartbox
DVD-Start:07.12.2009 (Kauf)
Specials:
  • Interview mit Olaf Ittenbach (6:59 Min.)
  • Inside "La petite mort" (51:23 Min.)
  • Testcut (1:41 Min.)
  • Trailer (1:18 Min.)
  • Deleted Scenes (1:40 Min.)
10 Stunden trennen sie vom Sommer, Sonne und Strand. Simon, dessen blinde Freundin Mina und die aufgeweckte Dodo müssen vor Ihrem Abflug nach Mallorca, in Frankfurt umsteigen. Genug Zeit um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Doch nachdem sie von einen Unbekannten ausgeraubt werden, landen sie zufällig im "Maison de la petite mort", Schauplatz für die abscheulichen Perversitäten und blutgetränkten Spielchen der High Society. Hausherrin Fabienne und ihre missratenen Töchter Dominique und Angelique bewirtschaften das Etablissement, wo bestialische Folterungen, ekelerregende Morde und Fieberphantasien unheilbar kranker Hirne unsere Urlauber erwarten. Gibt es für die drei ein Entkommen aus der Hölle?
Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, dass aus Deutschland irgendwann ein relativ deckungsgleiches Plagiat zu Interner Link"Hostel" kommen würde und dafür auch am ehesten die jungen Filmemacher von Matador Films in Frage kämen. Recht vage beruhend auf einem Fall von Leichenfunden an der Schweizer Grenze anno 1996, nimmt sich Jungregisseur Marcel Walz der Geschichte an und verpackt diese in ein äußerst düsteres Szenario, in dem die Splattereffekte von Olaf Ittenbach keineswegs zu kurz kommen.



Drei junge Leute befinden sich in Frankfurt, kurz vor dem Abflug nach Mallorca. Simon, seine blinde Freundin Nina und die filmende Dodo haben noch ein paar Stunden Zeit und stranden nach einer Weile in einer finsteren Absteige, die sich als Etablissement für zahlungswillige Sadisten entpuppt. Unter der Leitung von Fabienne (Manoush) erwartet die drei eine Folterhölle auf Erden, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint ...

Von den rund 70 Minuten reiner Spielfilmzeit bleiben der Einführung der Figuren ziemlich genau 25 Minuten, bis es bereits zur Sache geht. Da kommt es zwar den natürlich agierenden Darstellern zugute, dass man nicht gleich abwinkt, doch außer der fehlenden Empathie Simons gegenüber seiner blinden Freundin werden die drei kaum mit Charaktereigenschaften ausgestattet, was sich im Verlauf und im Zuge des Mitfieberns natürlich rächt.



Der Fokus liegt neben den Folterszenen zunächst noch ein wenig bei der Hausherrin und ihren Husch-Husch-Töchtern, wobei das philosophisch angehauchte Geplapper in einer Mixtur aus Domina-Weißheiten und Selbstbeweihräucherung auf Dauer ein wenig anstrengend ist und erst im finalen Part ein kleines selbstironisches Augenzwinkern erfährt. Die drei Opfer sind indes ohnehin still, denn die jeweiligen Körper sich bereits fixiert und irgendetwas (Knebel oder diese S/M-Bälle) verhindert jegliche Form von verbaler Äußerung. Dann kann es also losgehen mit dem unbarmherzigen Wehtun.

Einzelheiten werden an dieser Stelle natürlich nicht verraten, denn das hieße quasi, den Rest der Handlung vorwegzunehmen. Nur soviel, dass Ittenbach seit jeher gut mit Bluteffekten umzugehen weiß und in nur einer Sequenz ein wenig übertreiben wird, weil der Vorgang aus rein medizinischer Sicht keine Sekunde Überleben zuließe. Die schummrige Ausleuchtung, die der Lokalität und deren Einrichtung durchaus angemessen erscheint, verhindert zudem stellenweise deutlichere Einblicke, ferner kommen kleinere Verfremdungen hinzu, die der Optik aber durchaus dienlich sind. Auch punktet die Sounduntermalung im Gesamtbild. Der Score pendelt zwar zwischen unauffällig und solide, dafür wissen kleinere Soundeffekte jederzeit zu überzeugen, die im Zusammenhang mit der effektiven Kamera einen brauchbaren Drive entwickeln.



Das gilt leider nicht für das Storygerüst, dem auffälligsten Knackpunkt der Geschichte. Denn während bei Interner Link"Hostel" immer noch Möglichkeiten zur Flucht der potentiellen Opfer offen standen, wird dies hier von vornherein als aussichtslos dargestellt, so dass eine Übermacht des Bösen latent über der Szenerie schwebt. Möglich, dass jemandem zum Schluss noch eine Flucht gelingt, aber ein Gleichgewicht zwischen Gut und Böse findet definitiv nicht statt.

Von daher: Handwerklich sauber, stimmungsvoll in Szene gesetzt und mit grundsoliden Splattereffekten ausgestattet, zudem darstellerisch größtenteils brauchbar, bildet der Streifen in der Quintessenz eben doch nur einen weiteren Folterfilm, der in der Kürze der Zeit zwar sein Anliegen auf den Punkt bringt, jedoch keinerlei Überraschungen parat hält - für geneigte Fans natürlich dennoch sehenswert.

Obwohl "La Petite mort" ein kleiner Film mit geringem Budget ist, überzeugt die digitale Aufnahmetechnik völlig. Keinerlei Arten von Störungen sind vorhanden, einzig ein etwas unruhiges Rauschen in sehr dunklen Szenen fällt auf. Dies ist hauptsächlich der Ausleuchtung zu verdanken, sorgt jedoch auch nicht für eine Beeinträchtigung. Der Kontrastumfang wirkt beabsichtigt steil und sorgt sowohl für Überstrahlungen als auch Probleme mit der Detaildurchzeichnung in der düsteren Kulisse des Fetisch-Clubs. Kantenschärfe und Farbgebung überzeugen hingegen völlig. Zwar besitzen viele Szenen ein unnatürliches Aussehen, da viel mit Filtern gearbeitet wurde, doch passt das sehr gut zum Film. Die Einführungsszene in der Frankfurter Innenstadt hätte allerdings etwas natürlicher aussehen können, denn bedingt durch den harten Kontrast als auch die Farbverfremdungen kommt selbst bei Tageslicht nur eine beschränkte Natürlichkeit zustande. Beim genauen Hinschauen entdeckt man in schnellen Szenen, dass die Kompression nicht ganz perfekt ist, was aber nicht weiter stört.



Die akustische Untermalung des Films besteht aus einer ordentlich abgemischten Stereospur. Nur selten kommt es zu dezenten Überlagerungen und die Dialoge werden stets gut verständlich im Zusammenspiel mit Effekte und Musik wiedergegeben. Da es sich um den Originalton vom Set handelt, fällt im Hochtonbereich immer dann eine leichte Übersteuerung auf, wenn Personen um ihr Leben schreien. Insgesamt für eine Independentproduktion eine gute Akustik, die passend die Grausamkeiten des Films untermalt. Positiv sticht auch die angenehme Dynamik hervor, welche besonders dem Score zu gute kommt.

Zeitgleich zum Filmdreh nutzte Hauptdarsteller Andreas Pape die Zeit und inszenierte die knapp einstündige Dokumentation "Inside 'La petite mort'", die als Bonus den Weg auf die DVD fand. Diese zeigt wichtige Stationen des Produktionsablaufes und dürfte gerade für Filminteressierte sehr aufschlussreich sein. Ein abwechslungsreicher Einblick hinter die Kulissen vermittelt, was am Set von Marcel Walz' Film abging. So darf man dem Regisseur über die Schultern schauen und Olaf Ittenbach bei seiner Arbeit an den gelungenen Spezialeffekten bewundern. Kurzweilig und durchaus sehenswert! Als nächstes gibt es ein nicht ganz ernst gemeintes Interview mit Olaf Ittenbach, der sich in Unterhose und mit einer Flasche Bier zu einigen sehr merkwürdigen, aber nicht unlustigen Schoten hinreißen lässt. Beim Testcut handelt es sich um ein alternatives Ende, welches aber nicht zum Film passte und daher zurecht auf dem Boden des Scheideraumes landete. Abschließend gibt es noch den Originaltrailer sowie ein paar Deleted Scenes, die jedoch sehr unspektakulär ausfallen und aus unwichtigen Handlungsfragmenten bestehen. Dennoch ist es schön, dass auch diese auf der DVD enthalten sind und den Bonusbereich auffüllen.


"La Petit mort" ist die deutsche Antwort auf Interner Link"Hostel": zwar nicht besser als Eli Roths Geniestreich, doch weitaus dreckiger in Szene gesetzt. Dies gilt jedoch nicht für die technische Seite der DVD, die in Anbetracht einer kleinen Independentproduktion deutlich über den Erwartungen steht. Da auch das Bonusmaterial sehr zu empfehlen ist, darf man die als Nummer 13 veröffentlichte Hartbox der "Red Edition Reloaded" jedem Fan der härteren Gangart uneingeschränkt ans Herz legen.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus++++--


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