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AR, UK, CH, ESP 1974
Originaltitel:Open Season
Alternativtitel:Open Season - Jagdzeit
aka. Cazadores, Los
aka. Recon Game, The
Länge:94:31 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Peter Collinson
Buch:Liz Charles-Williams, David D. Osborn
Kamera:Fernando Arribas
Musik:Ruggero Cini
SFX:Antonio Balandin
Darsteller:Peter Fonda, Richard Lynch, John Phillip Law, Cornelia Sharpe, Alberto De Mendoza, William Holden, Helga Liné, Didi Sherman, Concha Cuetos, May Heatherly, Norma Kastel, Simón Andreu
Vertrieb:Movie Power / KNM
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:18.03.2010 (Kauf)
Specials:
  • US-Fassung (96:10 Min.)
  • Super-8-Fassung (33:30 Min.)
Drei Männer im besten Alter machen einen Jagdausflug. Schon auf der Fahrt schwelgen sie in Erinnerungen, in ihrer Jugend haben sie gemeinsam ein Mädchen vergewaltigt. Damit aber nicht genug, auch während ihrer Zeit in Vietnam haben sie Frauen missbraucht, und diese dann auch noch einem ganzen Panzer-Bataillon überlassen. Heute, viele Jahre später, sind sie sadistischer denn je: Sie entführen ein junges Pärchen und verschleppen sie in ihre einsame Waldhütte. Dort missbrauchen sie die Frau. Bis sie mit der Wahrheit herausrücken. Sie geben den beiden eine halbe Stunde Vorsprung, dann beginnt die grausame Menschenjagd. Aber die Gejagten ergeben sich nicht kampflos und im Wald wartet der Richter und Henker aus der Vergangenheit der drei Jäger ...
1971 erschien Interner Link"Wer Gewalt sät" von Sam Peckinpah und ein Jahr später "Beim Sterben ist jeder der Erste" von John Boorman. Beide Streifen gelten als Wegbereiter des späteren Terrorfilms, wobei vorliegender "Open Season" als Schnittmenge beider Sujets anzusehen ist.



Leider macht ihn das noch lange nicht zu einem Streifen zum Mitfiebern, denn wo anderweitig Figurenzeichnungen und allgegenwärtige Beklemmung groß geschrieben werden, tritt man hier fast eine Stunde lang auf der Stelle. Das liegt primär an der Darstellung der drei Jäger, Freunden aus dem Vietnamkrieg, die sich jedes Jahr im Sommer für zwei Wochen in der Waldhütte treffen, Geiseln nehmen und anschließend mit ihnen eine Menschenjagd veranstalten. Die drei erscheinen schlicht wie Spacken, die quasi den letzten Schuss nicht gehört haben. Dieses Jahr haben sie es auf ein Paar (beide gehen jeweils fremd) abgesehen, welches sie zunächst in der Hütte nötigen und drangsalieren und final ihrer Jagd aussetzen.

Auch wenn ein namhafter Darsteller wie Peter Fonda zu den Fieslingen gehört - ihnen fehlt jegliche markante Note. Sie trinken, reden über Vorzüge diverser Waffen, tauschen Anekdoten aus Vietnam aus und lassen ihre Gefangenen Nancy und Martin den Haushalt machen. Wo nuancierte Sozialkritik durchaus angemessen wäre, kommt sie innerhalb einiger Dialogpassagen mit der Brechstange, offenbart aber nie mehr Beweggründe als die reine Lust am Töten und der Erniedrigung Unschuldiger.

Dabei kommt der Terror an sich zu keiner Zeit über eine angedeutete Vergewaltigung und dem erzwungenen Trinken von Brandy hinaus, weder können die Opfer Mitleid erregen, noch die Täter Abscheu. Also verläuft die Chose rund eine Stunde im Nichts und fast ausschließlich in der Waldhütte und man hat nicht den Eindruck, fünf interessanten Figuren beizuwohnen.



Das ist wiederum eine schlechte Voraussetzung für die anschließende Jagd, die ein Mitfiebern völlig außer Frage stellt. Während bei oben erwähnten Klassikern teilweise eine Ambivalenz zwischen Gut und Böse entsteht und man bestenfalls beide Seiten verstehen kann, ist die Aufteilung beider Lager von vornherein klar. Jedoch bleiben auch die potentiell Gejagten blass, niemand fungiert als Sympathieträger und auch das Aufbäumen gegenüber den scheinbar übermächtigen Gegner hält sich arg in Grenzen.

Was den Szenen der letzten halben Stunde zugute kommt, ist die saubere Kamera, die auch mal das Geschehen aus erheblicher Distanz einfängt und dabei die Einsamkeit der Landschaft einbindet, und der Score, der das Treiben aus Sicht der Jäger mit ironisch fröhlicher Cajun-Musik untermalt. Negativ fallen demgegenüber einige viel zu hektisch montierte Szenenwechsel auf, die ständig zwischen Gesicht in Großaufnahme und suchendem Jäger wechseln und damit jede Form von Spannungsaufbau verfehlen, weil das Ergebnis zu gewollt als ansatzweise durchdacht ausfällt.

Als dann zum Finale eine völlig neue Figur ins Geschehen eingreift und per Tonbänder moralische Genugtuung andeutet, fühlt man sich von der Dramaturgie völlig verkekst, denn einfach den Faktor X aus dem Hut zu zaubern, wenn es zwischen integrierten Figuren keine direkte Konfrontation mehr geben kann, ist reichlich armselig. Entsprechend ärgert der Showdown auch eher, als dass er zufrieden stellen kann und trotz einiger ansehnlicher Momente während der Jagd verpufft auch dieser positive Eindruck recht schnell.



Unterm Strich bleibt ein dialoglastiger Streifen, der seine Botschaft nicht adäquat verpacken kann, die meiste Zeit eher dröge anmutet und trotz guter Darsteller zu keiner Zeit ein Mitfiebern mit den Protagonisten ermöglicht.
Er ist nicht nur ungeschickt aufgezogen, er reizt ärgerlicherweise sein Potential nicht ansatzweise aus, denn was gäbe die beklemmende Situation nicht alles her, drei völlig unberechenbaren Typen in der Einsamkeit der Walachei ausgesetzt zu sein. Hier hat man eher den Eindruck, dass sich drei Kumpel treffen und zwei Leute schikanieren, denen es die meiste Zeit augenscheinlich nie wirklich schlecht geht. Jagdfieber, egal aus welcher Sicht, fühlt sich anders an.

Von einem Film aus den 1970ern darf man nicht gleich eine perfekte Qualität erwarten. Was aber bei "Open Season" geboten wird, stellt sich als DVD unwürdig heraus. Man bekommt allerhöchstens eine mittelmäßige Ausgabe einer Videokassette geboten, die als Master gedient haben könnte, denn viele Probleme der Vorlage sind mit denen einer abgenutzten Kassette identisch, z.B. Laufstreifen im Bild. Zumindest liegt der Film im Originalformat vor, wenn auch nicht anamorph abgetastet. Ansonsten ist das Bild wirklich für die Tonne, denn Movie Power hat sich und den Käufern mit dieser Veröffentlichung keinen Gefallen getan. Die Bildstörungen als auch die Schmutzpartikel sind noch erträglich, jedoch stören Doppelkonturen und eine nicht vorhandene Schärfe den Gesamteindruck. Details sind so gut wie nie auszumachen, wodurch das Bild eigentlich nur matschig aussieht und in einem bunten Farbbrei versinkt. Abgesehen davon bluten die Farben aus und Rauschen ist deutlich vorhanden. Der Kontrast gibt der Qualität schließlich den Rest: Wirkt das Bild ohnehin schon zu dunkel, kommt es noch zu Szenen, in denen in einigen Bereichen kaum noch etwas zu erkennen ist. Letztlich sorgt die Kompression noch für zusätzliche Unruhen, die aber nicht weiter als störend empfunden werden, weil die restlichen Bewertungskriterien schon dafür gesorgt haben, dass nichts mehr zu retten ist.



Auch der deutsche Ton, welcher in Mono auf die beiden Frontlautsprecher aufgeteilt wurde, kann nur als unterdurchschnittlich bezeichnet werden. Zwar kann man die sehr dumpfen Dialoge noch verstehen, das starke Hintergrundrauschen in Verbindung mit einem deutlichen Leiern, besonders bei der musikalischen Begleitung zu hören, und Verzerrungen sorgen aber dafür, dass der Klang alles andere als natürlich ausfällt. Zudem stehen die deutschen Sprecher zu sehr im Vordergrund, wodurch keine Homogenität entsteht. Dem Alter kann man dies nicht anlasten, denn es gibt weitaus ältere Filme die wesentlich besser klingen.

In der deutschen Fassung fehlen insgesamt zwei Handlungssequenzen, die man im Film allerdings nicht wirklich vermisst: Zu Beginn wird kurz das Familienleben der drei Jäger während einer Familienfeier gezeigt und am Ende gibt es noch eine kurze Szene, wie es nach dem tödlichen Duell weitergeht. Zwar ist es löblich, dass die ungekürzte US-Fassung als Bonus mit auf die DVD gepresst worden ist, doch hätte es gereicht, beide Szenen einzeln anwählen zu können. Qualitativ ist die nur in englischer Sprache ohne Untertitel aufgespielte Fassung der gekürzten deutschen Hauptfassung der DVD ebenbürtig. Die ungekürzte Fassung ist sogar noch etwas unschärfer und liegt im falschen Bildformat vor. Auch der englische Ton klingt sehr dumpf und verrauscht. Weiterer Bonus ist die deutsche Super-8-Fassung die das Trio mit schlechter Qualität vervollständigt. Diese Version stellt zumindest ein tolles Extra für Nostalgiker dar, weswegen das rotstichige und körnige Bild verschmerzbar ist und man sich über die Seltenheit freut.


"Open Season" steht im Schatten großer Titel wie "Beim Sterben ist jeder der Erste" oder Interner Link"Wer Gewalt sät". Inhaltlich gelingt es dem Film wegen seiner schwachen Charakterzeichnung nicht, zu überzeugen. Dennoch gehört Peter Collinsons Film zu den Titeln, die eine ansehnliche Fangemeinde besitzen. Die wird sich allerdings über die DVD-Umsetzung ärgern. Eine Alternative zu dieser DVD aus dem Hause Movie Power existiert leider nicht, außer man kann eine gut erhaltene Videokassette dieses Films ergattern. Die dürfte dann allerdings weitaus teurer sein als die DVD.


Film+++---
Bild+-----
Ton+-----
Bonus+-----


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