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USA, CAN 2010
Originaltitel:Icarus
Länge:84:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Dolph Lundgren
Buch:Raul Sanchez Inglis
Kamera:Marc Windon
Musik:James Jandrisch
SFX:Al Benjamin
Darsteller:Dolph Lundgren, Stefanie von Pfetten, Samantha Ferris, Monique Ganderton, David Lewis, Bo Svenson, Katelyn Mager, Lindsay Maxwell, Marian Koprada, John Tench, Dan Payne, Patrick Sabongui
Vertrieb:HMH
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:29.04.2010 (Kauf)
Specials:
  • Making of (22:39 Min.)
  • Originaltrailer (1:55 Min.)
  • Slideshow (21 Bilder)
  • Trailershow:
    • Stiletto (1:56 Min.)
    • Serious Moonlight (2:32 Min.)
    • Happy Tears (2:04 Min.)
    • Schlau wie ein Fuchs (1:57 Min.)
    • The Shadow Within (2:32 Min.)
    • Namibia (2:17 Min.)
Der KGB-Killer (Codename Icarus) hat vor einigen Jahren als Schläfer in den USA gearbeitet. Als die Sowjet-Union zusammenbricht, findet er sich schnell in einem fremden Land wieder, wo er niemandem vertrauen kann. Er versucht einen Neuanfang und nimmt eine neue Identität an, gründet eine Familie und ein legales Geschäft. Nach einem unglücklichen Missgeschick fliegt seine Identität auf. Der Jäger wird zum Gejagten, aber bald merkt er, dass er nicht das Ziel ist. Er sieht sich einem der gefährlichsten Killer gegenüber, der vor nichts stoppt, um Icarus zu kriegen ...
Ikarus – der nach der Sonne griff, sich vor Übermut die Flügel an der Sonne verbrannte und ins Meer stürzte. So erging es wohl auch Dolph Lundgren, der nach dem Erfolg von "Rocky IV" recht bald im Meer der DTV-Produktionen versank und erst mit der Kombination Regie/Hauptdarsteller wieder von sich reden machte. Trotz dünner Story ist dies sein inszenatorisch bislang griffigster Beitrag.



Lundgren dolpht hier als titelgebender Icarus in Form eines Killers der Russen-Mafia durch die Lande, führt aber seit einiger Zeit ein neues Leben mit Frau und Tochter. Doch dann fliegt seine Identität auf und er steht im Fadenkreuz schwer bewaffneter Typen, die nicht nur ihm ans Leder wollen ...

Staubtrocken und dreckig geht es von Beginn an zur Sache: Da bekommt man innerhalb der ersten Einstellungen bereits das Gefühl von Action alter Garde, ausgenommen einiger Zeitlupen: Icarus von bewaffneten Typen umzingelt - eine Szene, die zum späteren Zeitpunkt noch einmal aufgegriffen werden dürfte.
Zunächst wird nicht ganz deutlich, in welcher Funktion der eiskalte Killer unterwegs ist, er begibt sich nach Hongkong, verfolgt eine Gruppe Einheimischer und ballert sie nach und nach ab, wobei er dessen Folteropfer verschont. Der Eindruck eines Auftragskillers manifestiert sich natürlich, da tun einige Klischees im Verhalten desselbigen ihr übriges.

Auf der anderen Seite ist unsere Hauptfigur ein ambivalenter Charakter. Einer, der zu "Berufszeiten" kompromisslos agiert, dann versucht hat, mit seiner Vergangenheit abzuschließen und nun, da er und seine Familie getötet werden sollen, der Schutz der Familie über allem steht, was ihm natürlich gehörige Sympathien beim Publikum einbringt. Schließlich kann Icarus niemandem trauen, Kontaktpersonen könnten auf der falschen Seite spielen, seiner Frau muss er schonend die Funktion eines Schläfers beibringen und ein Trauma aus Zeiten der Sowjetunion schlummert auch noch in ihm. Entsprechend glaubhaft ist diese Rolle für Lundgren wie auf ihn zugeschnitten: Todernst, wortkarg und ohne jede Selbstironie nimmt man ihm die Figur zu jeder Zeit ab.



Actionmäßig geht es letztlich mindestens eine Gangart härter zur Sache als beispielsweise in seinem Vorgänger "Command Performance". Es kommt zu einigen Kopfschüssen, gebrochenen Gliedern, einem Gesicht auf einen Heizkörper aufgespießt und einem offenen Kiefer. Nicht durchgehend punkten die CGI am Rande, doch die düstere Farbgebung und eine recht stilsichere Kamera können schwächere Momente recht gut kaschieren. Eine Materialschlacht ist aufgrund des eher geringen Budgets natürlich nicht zu erwarten, doch die vielen Schauplatzwechsel und die immer wieder sauber eingestreute Action in Form von Schießereien und Gekloppe macht durchaus Laune.

Leider kann die Geschichte da nicht so ganz mithalten, denn Originalität sucht man hier auf weiter Flur vergebens. Ein Mann unter Feuer, Verrat in den scheinbar eigenen Reihen, Schutz der Familie, Wiedersehen mit einem Freund offenbar längst vergangener Tage - das sind Zutaten aus den Achtzigern und jene sind leider mit einigen Logiklücken, aber nicht mit Überraschungen behaftet. Dennoch können eben der charismatische Hauptdarsteller und das flockige Tempo über einige Schwachstellen hinwegtäuschen, sogar über eine völlig unangemessene und gleichermaßen unglaubwürdige Szene beim Flötscheln, die wohl eher der Zurschaustellung Dolphens Muskeln beitragen sollte.

Als Freund altbacken konstruierter Action dürfte man also nicht enttäuscht werden, auch wenn hier keine Autos explodieren oder gar Gebäude in sich zusammenfallen. Dolph ballert und schlägt sich durch diverse Kulissen, erlaubt der Dramenebene glücklicherweise nur das Notwendigste und konzentriert sich stattdessen auf seine Fähigkeiten: Nicht zuviel das Gesicht bewegen, dafür Waffen und Fäuste sprechen lassen. Soweit recht unterhaltsam, aber im Zuge seiner Regiearbeiten hat man das Gefühl, dass da durchaus mehr möglich wäre ...


Im Rahmen der Nachbearbeitung hat "Icarus" einen rauen Look verpasst bekommen. Der Kontrast wirkt hart, schafft es jedoch sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche gut auszubalancieren und das Bild sehr plastisch aussehen zu lassen. Die leicht ausgeblichenen Farben sind weitgehend auf erdige und kalte Töne reduziert, was sehr gut zur Handlung passt. Die Bildschärfe erreicht sehr gute Werte, selbst kleinere Details in Gesichtspartien werden nahezu perfekt herausgearbeitet. Auch die Kantenschärfe ist ordentlich, wenn auch einige horizontale Konturen wie eine Oberleitung etwas treppt. Ansonsten ist ein ebenso leichtes wie unproblematisches Rauschen vorhanden. Für dezente Unruhen sorgt in einigen Szenen die Kompression, aber man muss schon genau hinsehen, um diese ausfindig zu machen.

Der deutsche 5.1-Mix wird von der Musik dominiert, die sehr weiträumig abgemischt wurde und häufig auch aus allen Kanälen ertönt. Damit wird die Handlung stimmig begleitet und die etwas schwache Effektwiedergabe ausgeglichen. Leider werden die Möglichkeiten im Bassbereich nicht ausgenutzt. Deswegen fehlt es trotz des dynamischen Soundtracks und der sauberen Hochtonwiedergabe in actionbetonten Szenen an ordentlichem Druck, wodurch z.B. die zahlreichen Feuerwaffen nicht richtig zur Geltung kommen. Insgesamt stellt der die Umsetzung des Tones zufrieden, allerdings bietet "Icarus" einen Surroundsound, der nicht durchgängig jede sich anbietende Szene auch effektiv in das Geschehen einbezieht. Die Frontlautsprecher sorgen dafür für einen lebendigen Klang. Der Originalton liegt nur in Stereo auf der DVD vor, bietet aber abgesehen vom nicht vorhandenen Raumklang eine tadellose Stereokulisse. Bei einem neuen Film wie "Icarus" klingt Stereo jedoch veraltet und nutzt nicht die Möglichkeiten, die ein Actionfilm zu bieten hat.


Hauptbestandteil der Extras ist ein 23minütiges Making of, das neben Filmszenen und B-Roll-Aufnahmen auch mit kleinen Interviewsequenzen ausgestattet wurde. Hier dürfen die Darsteller über ihre Rollen plaudern und Dolph Lundgren als Regisseur loben, was es etwas werbelastig werden lässt. Weitere Extras gibt es in Form des Originaltrailer, einer Slideshow mit Filmszenen sowie einer Trailershow.

"Icarus" ist ein gelungener Film von und mit Actionikone Dolph Lundgren, der ganz in Tradition der 1980er Ballereien ohne große Kompromisse Einzug in die heimischen Wohnzimmer hält. Die von HMH veröffentlichte Fassung ist ungekürzt und qualitativ ordentlich aufbereitet.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+/----


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