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USA 1981
Originaltitel:Ghost Story
Alternativtitel:Rache aus dem Reich der Toten
Länge:106:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Irvin
Buch:Peter Straub, Lawrence D. Cohen
Kamera:Jack Cardiff
Musik:Philippe Sarde
SFX:Henry Millar Jr.
Darsteller:Fred Astaire, Melvyn Douglas, Douglas Fairbanks Jr., John Houseman, Craig Wasson, Patricia Neal, Alice Krige, Jacqueline Brookes, Miguel Fernandes, Lance Holcomb
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85: 1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:08.04.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:20 Min.)
  • Deutscher Kinotrailer (1:53 Min.)
  • Trailershow:
    • Hard to Hold (2:35 Min.)
    • Bigfoot und die Hendersons (0:57 Min.)
    • Im Alleingang (2:32 Min.)
    • Der Tank (2:39 Min.)
    • Der Gefangene von Zenda (2:54 Min.)
    • House of Fears (1:13 Min.)
    • Street Racers (2:08 Min.)
    • Pontypool - Radio Zombie (1:24 Min.)
    • Mit Lippenstift und Eiskrem (1:34 Min.)
    • Beer for my Horses (1:48 Min.)
    • Delta Farce (2:03 Min.)
    • 1612 - Angriff der Kreuzritter (1:56 Min.)
    • Summer Scars (2:13 Min.)
Ricky Hawthorne (Fred Astaire), Dr. John Jaffrey (Melvyn Douglas), Edward Charles Wanderley (Douglas Fairbanks Jr.) und Sears James (John Houseman) bilden die 'Chowder-Society'. Der einzige Zweck: Die vier altehrwürdigen Herren erzählen sich Gruselgeschichten und Schauermärchen. Allerdings eint sie ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis, das tief in ihnen schlummert, ein Geheimnis, das sie seit über 50 Jahren hüten. In diesem Winter aber holt es sie ein. Den alten Männern wird Angst und Bange, immer wieder erscheint ihnen eine Frau (Alice Krige). Eine tote Frau. Und sie will Rache für das, was die Männer ihr angetan haben ...
Wenn gleich vier große, altehrwürdige Mimen wie Fred Astaire, Melvyn Douglas, John Houseman und Douglas Fairbanks Jr. in einem Gruselfilm mitwirken, können die Erwartungen eines alten Hasen des Genres nur auf höchste Erwartungsstufe hochschnellen. Das Potential der Geschichte (literarische Vorlage Peter Straub) ist durchaus vorhanden, doch die umgestaltete Erzählung erlaubt allenfalls ein paar recht atmosphärische Momente, jedoch zu selten ein angenehmes Gruseln.



Jenes herrscht zumindest im Club der Chowder-Society, dem vier alte Herren angehören. Einmal im Monat treffen sie sich im Herrenzimmer zu Brandy und Zigarre, um sich Schauergeschichten zu erzählen. Dabei verbindet alle vier eine Geschichte, die sich vor fünfzig Jahren zugetragen hat und für die sie jetzt nach und nach zur Rechenschaft gezogen werden ...

Fans moderner Grusler werden sogleich die Hände über den Kopf schlagen: "Ach, Rachegeister und dergleichen ...". Zweifelsohne richtig, aber es war 1981, da waren Interner Link"Grudge", Interner Link"Ringu" und Konsorten noch weit entfernt und es herrschte gepflegter Grusel mit feinem Gespür für Locations, orchestral fein ausgearbeitetem Score und Mimen, die in diesem Fall keineswegs austauschbar sind. Insofern ist es schade, dass lediglich Fred Astaire überhaupt so etwas wie eine Charakterzeichnung zugesprochen bekommt, während die anderen alle Ereignisse von damals leidlich verdrängen, insgesamt aber viel zu wenig Präsenz erhalten.


Dabei bieten die winterlich verschneiten Kulissen Vermonts hervorragende Bilder für Einkuschelmomente und auch das leer stehende Haus, in dem sich die Ereignisse vor fünfzig Jahren abspielten, kann eine angenehm beängstigende Atmosphäre versprühen. Nur leider dröselt man das Geheimnis um die vier Männer zu sehr von hinten auf, indem vor allem die Umstände von damals in einem sehr ausgedehnten Flashback geschildert werden. Auch ein jüngerer Held, einem Sohn der vier Alten, wird zuviel Zeit für die eigene Begegnung mit der ominösen Frau eingeräumt. Da hätte es gelangt, kleinere Flashbacks verteilt einzubringen, anstatt einen längeren, der auf sämtliche Details der Entstehung einer Beziehung eingeht. Zwar muss man Darstellerin Alice Krige an dieser Stelle ein Kompliment für ihre geheimnisvolle Ausstrahlung und die facettenreiche Darstellung ihrer (Geister-)Figur machen, doch ein paar Straffungen hätten das Geschehen um die vier Alten gewiss nicht so stark aus dem Mittelpunkt verschwinden lassen. Zudem wirken zwei Helfer der Geisterfrau fast wie ein notwendiges Übel, um der literarische Vorlauge noch in Ansätzen gerecht zu werden. Im Film ist deren Funktion aber völlig unterentwickelt und so richtig werden die Zusammenhänge zwischen Geisterfrau und ihnen nicht deutlich. Sie tauchen nur zweimal auf, können während einer Szene aber zumindest ein wenig Gänsehaut entstehen lassen.

Wenn Spannung aufkommt, ist diese jedoch gelungen in adäquate Bilder verpackt. So sitzen Schockmomente erstaunlich gut, das Auftauchen des Geistergesichts erfolgt in teilweise ungeahnten Momenten und auch der Showdown, mit Bergung eines Autos und Konfrontation mit der Geisterfrau als Wettlauf gegen die Zeit erfolgt durch okay getimte Parallelmontage. Wenn man denn nur mit den Alpträumen und den schlechten Gewissen der vier auch so sorgsam umgegangen wäre.


So kann man einer umfassenden Literaturvorlage erneut nicht gerecht werden. Ganz wesentliche Punkte fallen unter den Tisch oder werden für den Betrachter teilweise nicht hinlänglich erklärt. Es erschließt sich beispielsweise nicht, warum die dubiose Frau während einer Situation volle körperliche Gestalt annimmt und später beim Bewerfen in einer Notsituation der Gegenstand einfach durch sie hindurch fliegt. Was die Erzählung schließlich rettet, ist die komplett winterliche Atmosphäre, natürlich die (viel zu wenig geforderten) Altmimen und die die Tatsache, dass man sich für die Entschlüsselung eines Geheimnisses der Vergangenheit angemessen Zeit nimmt - hier nur leider oft im falschem Rahmen.

Obwohl "Zurück bleibt die Angst" schon einige Jahre alt ist, gelingt es MIG in Kooperation mit dem Lizenzgeber Universal, eine DVD zu erarbeiten, die mit einem wirklich guten Bild aufwarten kann. Zwar ist die Bildschärfe nur in Nahaufnahmen wirklich gut, lässt aber zumindest in Totalen noch genügend Details zu. Die etwas weichgezeichneten Rückblicken sind beispielsweise ein beabsichtigtes Stilmittel. Der ordentlich ausbalancierte Kontrast erfreut ebenso wie die der winterlichen Atmosphäre angepasste, weil mit zurückhaltenden und kühlen Tönungen ausgetattete Farbgebung. Sowohl das auf einigen homogenen Flächen wie Schnee auftretende Rauschen als auch die vereinzelt auftauchenden Drop-Outs sind unproblematisch. Dies gilt auch für die Kompression, die eine ordentliche Arbeit verrichtet. Alles in allem ein toller anamorpher Transfer.


Beide Sprachfassung liegen in Mono vor, wurden aber auf die beiden Frontkanäle gelegt und sind im Rahmen der technischen Möglichkeiten gelungen. Die Dialoge sind in beiden Versionen gut zu verstehen, die englische Originalfassung macht wegen nicht ganz so aufgesetzt wirkenden Sprecher jedoch noch einen besseren Eindruck, was die Tonspur insgesamt authentischer gestaltet. Zudem ist in der Synchronfassung ein wenig, jedoch nicht störendes Hintergrundrauschen zu vernehmen. Zumindest ist die Dynamik einiger Schocksequenzen für einen Monofilm erstaunlich gut. Deutsche Untertitel sind vorhanden.


Leider fällt der Bonusbereich sehr mickrig aus, was bei der US-Veröffentlichung auch schon so war. Bis auf den Trailer und eine Trailershow ist nichts weiter vorzufinden. Die deutsche Ausgabe des Films hat allerdings noch etwas mehr zu bieten als die US-DVD, denn im Anschluss an den Originaltrailer befindet sich noch die deutsche Variante.

Mit "Zurück bleibt die Angst" veröffentlicht MIG einen gesuchten Vertreter des Geisterfilms auf dem deutschen Markt. Für Neueinsteiger mag John Irvins Werk sicherlich etwas angestaubt wirken, doch kann man selbst dann, wenn man an Filme wie Interner Link"Grudge" und Co. gewöhnt ist, schaurige Momente mit der Geisterfrau erleben, was nicht nur an den tollen Maskeneffekten liegt. Technisch gibt die DVD keinen Anlass zur Kritik und präsentiert den 1981 entstandenen Film in guter Qualität.


Film++++--
Bild++++--
Ton++/---
Bonus/-----


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