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HK 2003
Originaltitel:PTU
Alternativtitel:Police Tactical Unit
Länge:87:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Johnnie To
Buch:Kin Yee Au, Nai-Hoi Yau
Kamera:Siu-keung Cheng
Musik:Chi Wing Chung
SFX:Kosby Fu
Darsteller:Simon Yam, Lam Suet, Ruby Wong, Maggie Shaw, Eddy Ko, Lo Hoi Pang, Raymond Wong Ho-Yin, Jerome Fung, Frank Michael Liu, Wong Tin Lam
Vertrieb:Atomic Films / MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt.), Dolby Digital 2.0 Stereo (cant.)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Steelbook
DVD-Start:11.05.2006 (Kauf)
Specials:
  • Interview mit Simon Yam (10:04 Min.)
  • Interview mit Johnnie To (7:19 Min.)
  • Originaltrailer (2:05 Min.)
  • Slideshow (20 Bilder)
  • Trailershow:
    • The Circle (1:10 Min.)
    • Explosive City (2:12 Min.)
    • Nude Fear (1:55 Min.)
    • SARS War (2:46 Min.)
    • The Commitment (1:31 Min.)
    • Kamikze Girls (1:58 Min.)
    • One Nite In Mongkok (2:26 Min.)
Hong Kong bei Nacht, eine Polizeistreife inmitten schwarzer Betonschluchten. Die umgebende Dunkelheit hat auf die Männer abgefärbt, die Linie zwischen Recht und Unrecht ist unscharf geworden. Als ein schmieriger Polizist seine Dienstwaffe verliert, setzen sie eine Kette von Ereignissen und Personen in Gang, die zunehmend außer Kontrolle geraten. Es kommt wie es kommen muss: Die Waffe wird für einen Mord eingesetzt. Die Schatten der Nacht steuern auf eine Katastrophe zu, die Spirale der Gewalt findet am Hafen Hong Kongs ihr explosives Ende.
"Into the Perilous Night ..."

Manchmal könnte man das Gefühl bekommen, Regisseur To hat einzig eine bestimmte Szene im Kopf und versucht dann, einen notdürftigen Handlungsstrang an diese Szene anzuhängen, wobei das folgende Geschichtenerzählen wichtiger ist als die Geschichte selber. "PTU" beginnt ebenso wie zum Beispiel "Running on Karma" und auch - trotz aller Übertreibungen - "Breaking News" mit einem clever konstruierten Prolog, der so viel besser ist als das nachziehende Geschehen, was dann allerdings allein durch die formale Klasse noch leicht über den Durchschnitt bleibt.


Eine Gruppe halbstarker Triaden annektiert einen Tisch im Restaurant und zwingt den eigentlichen Gast, sich umzusetzen. Als Sergeant Lo Sa (Lam Suet) das Restaurant betritt und sich an ihren Tisch setzt, müssen sie sich allerdings wieder zurück setzen und drängen den nunmehr dort Platz genommenen Gast noch einen Tisch weiter. Als Ponytail, der Anführer der Triadengang, einen Anruf bekommt, schickt er seine 4 Männer raus. Ein nächster Anruf erreicht Sergeant Lo, der nunmehr das Restaurant verlässt und dabei sehen muss, wie einer der Triaden schön langsam sein Auto zerkratzt und sich dann aus dem Staub macht, Lo sprintet hinterher, und muss so nicht mehr Zeuge werden, wie sein Auto mit gelber Farbe überschüttet wird. Dann bekommt der ständig weggestoßene Gast seinen Anruf, zieht ein großes Messer und stößt es Ponytail von hinten durch den Leib.


Damit hat man den ersten Handlungsstrang des verzweigten Plots eröffnet, Ponytail rast zwar selber noch Richtung Krankenhaus, erliegt aber kurz darauf seinen Verletzungen. Währenddessen tappt Lo fast in die Falle der restlichen 4, umgeht diese dann zwar, aber lässt sich dennoch kaschen und verprügeln, dabei kommt ihm auch seine Dienstwaffe abhanden. Da seine Beförderung in nächster Zeit ansteht und eine Bekanntmachung des Vorfalls unweigerlich zum Ausbleiben dieser führen würde, erklärt sich der herbeigerufene Sergeant Mike Ho (Simon Yam) bereit, zusammen mit seinen Männern die Nacht nach der Waffe zu suchen.



Die Nacht stellt denn auch den zeitlichen Handlungsrahmen des Filmes dar, als räumlicher dient ein scheinbar menschenleeres Viertel in Tsimshatsui, durch die die PTU (=Police Tactical Unit) patrouillieren. Dabei arbeiten auch auf der Polizeiseite mehrere Parteien für unterschiedliche Ziele, deren Aktionen sich aber überschneiden und so das Gerüst des Filmes erstellen; die Gangsterseite wird weniger beleuchtet, bekommt aber mit dem rachsüchtigen Vater des Ermordeten eine weitere starke Komponente, die erst einmal zusammengefügt werden muss. So wirklich gelingt das am Ende auch nicht, dort wird allerdings eh alles in einer wilden Schießerei aufgelöst; auch eine Möglichkeit, die offenen Fragen zu beantworten.
Ähnlich wie bei seinen eigenem Interner Link"Mission" arbeitet Regisseur To hier mit den Mitteln der Langsamkeit, viele Szenen scheinen in Bewegungsstarre festgefroren, der Aufbau nimmt fast den gesamten Zeitraum in Anspruch, der Film ist schlichtweg viel zu ruhig für eine fristbedingte Suche. Zudem wurde bei Interner Link"Mission" ein anderes Aktionselement porträtiert, dort reagierten die Bodyguards und waren dementsprechend auf Ereignisse von außerhalb angewiesen und dann darauf vorbereitet; hier müssten die Polizisten eigentlich agieren, aber haben die gleiche Behäbigkeit zu eigen.


Bei bestimmten Szenen arbeitet dieses Mittel für den Film, bei anderen aber wieder eindeutig dagegen. Als man den Aufenthaltsort der gesuchten Triaden erfährt, pirschen sich nacheinander im Abstand die Polizisten ganz langsam das Treppenhaus hoch und erschießen dann jedes Mal fast den nachfolgenden Kollegen. Auch die Razzia in der Spielbar dehnt sich wirklich ewig und trägt nicht wirklich viel zum Gelingen des Filmes bei; zudem in dem Moment auch der gesamte Vorgang um Ponytails Handy unverständlich ist. Die Polizei hat ihn zwar mittlerweile tot aufgefunden, die PTU-Truppe sucht ihn immer noch als Lebenden und behelligt seinen Cousin, der auch nichts von seinem Tod weiß und ihm nachtelefoniert. An das ständig klingelnde Handy geht aber keiner der Polizisten ran, erst Lo muss es vom Tatort klauen und verwechselt es dann beim Zurücklegen auch noch mit seinem eigenen Handy; man kann es sich auch selber schwer machen.


Was weiterhin fehlt ist eine gewisse Zeichnung von Motivationen, außer Lo selber und dem rachsüchtigen Vater bekommt keine Person wirklich einen Grund für sein Handeln ab. Nun wäre eine exakte Charakterisierung in dem kurzen Zeitraum schwerlich möglich, der Film bleibt dadurch aber allein eine in sich abgeschlossene Bestandsaufnahme der wenigen Stunden, wodurch die Distanzierung zum Geschehen nie aufgehoben wird. Dass die PTU einen Verdächtigen erst einmal zusammenschlägt, ihn dann mit Müh und Not wiederbelebt und dann seine Frage stellt und ihn laufenlässt, hat dadurch ebenso wenig Bewandtnis wie die Tatsache, dass die unabhängig davon ermittelnde CID unter Inspector Leigh Cheng (Ruby Wong) das gleiche mit einem nächsten Verdächtigen zu praktizieren scheint, der sich dann aber als Undercover herausstellt. Für einen Kommentar gegen Polizeiwillkür und eine gewisse Korrumpiertheit bei den Gesetzeshütern hätte es schon mehr als kalte Andeutungen geben müssen, die zudem innerhalb der Handlung letztlich noch gerechtfertigt erscheinen.



Ist der Film materiell auf einigen Seiten angreifbar, so ist er abseits davon formal ein Genuss. Die nächtliche Abgeschlossenheit der Szenerie sorgt für seinen eigenen Mikrokosmos, die in einigen Momenten und spätestens beim Showdown an einen zeitlich versetzten Western erinnern. Gleichzeitig sieht er wie ein dunkles, nur spärlich belichtetes Kammerspiel aus, durch das die strenge Uniformiertheit der meisten Beteiligten noch hervorgehoben wird. Einzig die zeitweilige Musik stellt sich als Schwachpunkt heraus, die Geräuschkulisse ist ansonsten wunderbar.
Auf Action verzichtet der Film bis zum Ende, der Showdown wird wie ein ausschweifendes Duell ausgetragen und dann auch in wirklich alle Einzelteile zerdehnt; im Gegensatz zur sonstigen Bildsprache auch sicherlich viel zu übertrieben. Die Nacht ist damit gerettet und erfolgreich beendet, die Film nicht wirklich, bleiben doch einige Fragezeichen zurück, um die sich abseits der Konzentration wohl keiner einen Kopf gemacht hat. Um mal nicht alle auf einmal zu stellen: Was macht das Kind die ganze Zeit als Einziges auf der Straße? Und wer schmeißt ständig die Autoscheiben ein?


Atomik Film veröffentlicht im Vertrieb der Asco Elite "PTU" in einem edlen Steelbook und spendiert den Zuschauer auch ein paar Extras in Form von einer Bildergalerie, dem Originaltrailer, einer Trailershow und zwei kurzen Interviews mit Regisseur Johnnie To und Darsteller Simon Yam. Beide Interviews wurden deutsch untertitelt und sind sehr informativ ausgefallen, doch leider war es das dann auch schon in puncto Bonusmaterial. Die HK-DVD bietet zum Vergleich aber auch nicht mehr.
Kommen wir nun zum anamorphen Widesceen-Transfer. Dieser bietet satte und kräftige Farbtöne, welche aber niemals unnatürlich wirken. Zudem hinterlässt der Kontrast stets einen sehr ausgewogenen Eindruck und verschluckt keinerlei Details. Der hervorragende Schwarzwert macht das Geschehen perfekt und lässt das Bild sehr plastisch erscheinen. Die Schärfe befindet sich zudem auf einem sehr hohen Niveau und der Transfer wirkt überwiegend sehr knackig scharf, zeichnet saubere Konturen und überzeugt durch seine wirklich tolle Detailschärfe, welche vor allem in Close-Ups von Gesichtern eine beeindruckende Tiefenschärfe erzeugt. Leider lassen sich aber auch stehende Rauschmuster ausmachen, welche der Schärfe in Bewegungen gehörig zusetzen, was meist in Totalen der Fall ist. Dann sieht das Bild bei weitem nicht mehr so gut aus und je nachdem, wie schnell die Bewegungen sind, ist das Resultat ein ziemlicher starker Nachzieheffekt, was unter anderem am NTSC-PAL-Transfer gelegen haben dürfte. Zudem ruckeln einige Szenen etwas. Dafür bleibt Bildrauschen eine Ausnahme und bis auf leichtes Blockrauschen gibt sich das Bild nahezu fehlerfrei. Defekte und Verunreinigungen sind ebenfalls keine auszumachen.
Der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix entpuppt sich schnell als Upmix, wobei die Stereofront mit auf die Rears gelegt wurden und das viel zu dezent. Dadurch entsteht leider kein wirklich guter Raumklang, allein schon deshalb, weil der Center viel zu dominant abgemischt wurde. Dafür darf die deutsche Synchronisation als ziemlich gelungen bezeichnet werden und bietet eine sehr gute Sprachverständlichkeit. Beim Rest hätte auch ein normaler Stereo bzw. Surroundmix gereicht. Die kantonesische Sprachfassung liegt leider nur in Dolby Stereo vor und das, obgleich für den Film eine Dolby Digital 5.1 EX - Spur existiert. Der gesamte Mix klingt deutlich leiser als der deutsche Mix, bietet aber dennoch eine recht gelungene Stereofront. Optional gibt es auf die deutsche Synchronisation basierende Untertitel, welcher aber leider etwas unglücklich platziert wurde und bei Besitzer eines 16:9-Gerätes zu Problemen führen kann. Ingesamt sind beide Tonspuren akzeptabel, wobei wir uns für die deutsche einen richtigen 5.1-Track gewünscht hätten.


Atomik-Film bietet uns mit "PTU" eine recht gelungene Veröffentlichung im stylischen Steelbook und präsentiert uns ein schönes, aber leider nicht perfektes Bild, sowie ein recht schwachen deutschen und koreanischen Ton. Die Extras sind auch etwas lau, was den Asia-Fan aber nicht dran hindern sollte, sich "PTU" einmal zu Gemüte zu führen, zumal das Steelbook sehr günstig zu erwerben ist.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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