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USA 2006
Originaltitel:Stump the Band
Länge:84:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:William Holmes, JoJo Henrickson
Buch:Fletcher Rhoden, JoJo Henrickson
Kamera:Jose Luis Rios
Musik:Robbie Rist
SFX:Leigh Anne Bush, Matthew Stratton
Darsteller:Courtney Bean, Becky Boxer, Carl Ciarfalio, Danny Cooksey, Dominique Davalos, Ellen Fox, JoJo Henrickson, Charles Klausmeyer, Al Leinonen, Brittney Startzman, Brandon Tesar, Larry Wyatt
Vertrieb:Mr. Banker Films / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 Surround (Dt., Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:16.10.2009 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar der Filmemacher
  • Outtakes (4:43 Min.)
  • Behind the Scenes (26:53 Min.)
  • Deleted Scenes (3:55 Min.)
  • Originaltrailer (2:24 Min.)
  • Trailershow:
    • Die Blechpiraten (1:44 Min.)
    • Die Steuerfahnderin 1 (1:32 Min.)
    • Die Steuerfahnderin 2 (2:00 Min.)
    • The Butcher (2:12 Min.)
    • Evil Bong (1:28 Min.)
    • Deadline Autotheft (1:31 Min.)
Vier heiße Mädels einer Hardrock-Band sind auf einer Tour zum nächsten Konzert. Wie es im Leben aber so spielt, verfahren sie sich mit ihrem Van in der Wildnis von Wisconsin. Dummerweise haust eben in diesen Wäldern ein Killer mit einem ausgeprägten Fußfetisch. Er sammelt abgeschlagenen Füße wie andere Leute Briefmarken, und da kommen ihm neue Füße und frisches Fleisch gerade recht ...
Bei so einem Filmtitel dürfte der eine oder andere Filmfreund wohl eher einen Musik- oder gar Tanzfilm erwarten, doch am Ende haben wir nichts weiter als Backwood-Slasher zum 3745. Dieser unterscheidet sich gegenüber anderen seiner massig vorhandenen Art nur darin, dass die potentiellen Opfer Mitglieder einer Punk-Rock-Girlband sind und der Bösewicht ein massiver Fuß-Fetischist ist, der nicht nur auf Füße steht, sondern diese auch gleich katalogisiert und sammelt.
Ansonsten gähnt der Genrefan bereits während der Exposition.



Denn um Klischees macht der Inhalt nur selten einen Bogen, wenn man mit dem ersten, bis dato unbekannten Opfer einsteigt, während der Schlächter schon mal die Axt schleift. Danach geht es ohne sichtliche Tat direkt zu unserer Rockband und man ahnt, dass wir inmitten des Geschehens auf diese Szene zurückkommen werden. Die Band wird allerdings völlig lahm in Szene gesetzt. Die vier spielen auf einer kleinen Bühne inmitten eines ländlichen Kaffs ein paar viertklassige Songs und wirken dabei reichlich bitchy, aber nicht sexy. Als dann noch der überaus eifersüchtige Freund der Bassistin latent mit seinem Gegockel nervt, ist erst einmal die Talsohle erreicht und man ist bereits dankbar für die obligatorischen Klischees, die nun folgen.

Kurzum: Redneck-Tankstelle, auf den Irrweg geraten, Autopanne, kein Handyempfang, aber am nächsten Morgen noch Zeit fürs Nacktbaden im See und Zack - schon ist das erste Drittel absolviert. Danach geht die Post nur leidlich ab, als die erste verschwindet und wir mit dieser Person wieder an der Anfangsszene anknüpfen. Auch der nachfolgende Verlauf hält kaum Überraschungen parat, allenfalls minimale Details, für die Story nahezu ohne Belang, mögen ein wenig Abwechslung verschaffen.

Das Killerteam besteht aus drei Typen, wovon sich einer wie ein Hund verhält und eben solche Töne von sich gibt: Der Glatzkopf rennt sogar einem Schuh hinterher und lässt sich am Bauch kraulen, während er alle Viere von sich streckt. Das ist schon reichlich albern, aber irgendwo auch angenehm trashig. Im Kontrast dazu ist der Drahtzieher des Bösen ein eher kultivierter Herr mittleren Alters, der recht gepflegt erscheint und grundlegend die Contenance bewahrt, leider aber nicht genau erklärt, worauf sein ungewöhnlicher Fetisch basiert. Der Dritte im Bunde erscheint komplett austauschbar. Leider gilt das Gleiche für die Mitglieder der Band. Da ist eine eventuell etwas mutiger als die andere, aber ein markantes Charakterbild bekommt keine verliehen.



So hält sich das Mitfiebern in Grenzen, bei Verfolgungsszenen durch den Wald kommt nur wenig Spannung auf und auch diverse Befreiungsversuche leiden an einer unbefriedigenden Dramaturgie. Selbst die wenigen Splatterszenen sind kaum der Rede wert, wenn eine Axt in der Stirn landet, Arme und Beine abgetrennt werden und ein Stab ins Auge gebohrt wird. Immerhin offenbaren sich die handgemachten Effekte als ordentlich, während die CGI gegen Ende arg zu wünschen übrig lassen.

Dies muss man leider auch von der technischen Seite behaupten, denn man merkt dem Bild nur zu deutlich an, dass dem Film nur sehr wenig Geld zur Verfügung stand. Demnach bewegt sich die Bildqualität trotz geringen Produktionsalters und digitaler Aufnahmetechnik lediglich im mittleren Bereich. Einiges wurde allerdings auch von vornherein falsch angefasst, z.B die nicht optimale Ausleuchtung einiger Szenen. Daraus entstehen Probleme für den Kontrast, der keinen satten Schwarzwert darstellen kann und in hellen Bereichen Überstrahlungen zulässt. Die Farbgebung ist sehr flach ausgefallen, jedoch hinterlässt die Schärfe in Nahaufnahmen einen guten Eindruck. In Totalen sieht es dann wieder anders aus, da zu wenig Details zustande kommen und alles etwas weich, allerdings nicht matschig wird. Hinzu gesellt sich ein deutliches Rauschen und auch bei der Kompression müssen Abzüge hingenommen werden, da sich Blockbildungen bemerkbar machen. Insgesamt erreicht "Stump the Band" somit nur 3 Punkte.


Für eine Nachsynchronisation der Originalaufnahmen hat es anscheinend nicht mehr gereicht, weswegen der Setton den Weg auf die DVD fand. Deswegen variieren die Stimmen je nach Handlungsort, weil sie von Umgebungsgeräuschen beeinflusst werden. Dies ist allerdings kein Problem für die Verständlichkeit, denn selbst wenn die Dialoge etwas leiser gesprochen werden, wird dies ohrfreundlich wiedergegeben. Zudem wurden Score und Effekte gut in das Geschehen integriert, womit mir die englische Stereospur trotz dezenter Überlagerungen gefällt. Der Eindeutschung gibt es in zwei Tonmodi, von denen man Dolby Digital 5.1 bevorzugen sollte. Das liegt am sehr starken und damit störenden Hall der Dolby Surround-Variante, der sich vor allem während der Dialoge bemerkbar macht. Dadurch gerät das Klangbild etwas unnatürlich. Dies ist beim 5.1-Mix nicht der Fall, was etwas verwundert, da normalerweise ein schlechter Upmix für einen derartigen Effekt verantwortlich ist. Zudem besitzt die Tonspur einige gut plazierte, direktionale Effekte, wenn auch der Großteil des Films frontlastig ausgefallen ist. Anosnsten bleibt noch zu sagen, dass deutsche Untertitel vorhanden sind.

Obwohl der Audiokommentar mit den Produzenten, dem Drehbuchschreiber und dem Regisseur gut besetzt erscheint, werden nur oberflächliche Informationen geboten. Vereinzelt geht man zwar auch näher ins Detail, aber ein Großteil der Zeit geht für werbeträchtige Anekdoten und den Spaß drauf, einen Kommentar zu sprechen. Da bietet das Behind the Scenes-Material mit zahlreichen Interviews deutlich mehr. Zwar wird auch hier mit dem Werbehammer ausgeholt bzw. vieles durch die rosarote Brille betrachtet, insgesamt bekommt man aber einen ordentlichen Blick hinter die Kulissen dieser Low-Budget-Produktion. Weiterhin gibt es recht witzige Outtakes und ein paar Deleted Scenes zu sehen, die zu recht aus dem Film geflogen sind. Beispielsweise die Schuhladensequenz ist eine schlechte Hommage an Interner LinkAl Bundy, die den Fußfetisch des Filmmörders erklären soll, allerdings in dieser Form lächerlich wirkt. Ein paar Trailer, darunter auch der zum Film, runden das Bonusmaterial ab.


Was bleibt, sind neben einem leider nur soliden technsichen Teil der DVD, größtenteils unterdurchschnittliche Darsteller, ein schwacher Score, der überwiegend aus Instrumental-Rock besteht, und eine handwerkliche Arbeit, die besonders kameratechnisch selten effizient ist. Genrefans werden das mit Achselzucken hinnehmen, sind eventuell für die eine oder andere Szene kurzfristig zu begeistern, doch im Gesamtbild tut sich ein liebloser Slasher auf, der zu wenig Spielfreude einbringt, um sich von der breiten Masse abzuheben.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++/---


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