Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2004
Originaltitel:Stink of Flesh, The
Länge:79:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Scott Phillips
Buch:Scott Phillips
Kamera:Richard Griffin
Musik:Chris Alexander, Carrie Eliza
SFX:Cristofer Adrian
Darsteller:Kurly Tlapoyawa, Ross Kelly, Diva, Kristin Hansen, Billy Garberina, Devin O'Leary, Andrew Vellenoweth, Stephanie Leighs, Bryan Gallegos, Dickie Collins, Liz Johnson, Tanith Fiedler, Bob Vardeman
Vertrieb:Atomik-Films / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:02.07.2007 (Verleih) / 23.08.2007 (Kauf)
Specials:
  • 2 Audiokommentare
  • "Dead Sexy" - The Making Of "The Stink Of Flesh" (45:37 Min.)
  • Die Premiere (10:01 Min.)
  • Outtakes (7:16 Min.)
  • Kurzfilm "Rainville - The Early Years" (2:38 Min.)
  • Kurzfilme "Replica" und "Overkill" (15:01 Min.)
  • Trailer (1:45 Min.)
  • Alternativer Trailer (1:26 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Zombie King And The Legion Of Doom (1:58 Min.)
    • Subhuman (1:48 Min.)
    • Corpses (1:37 Min.)
    • Dr. Chopper (1:48 Min.)
    • Scarecrow Gone Wild (1:53 Min.)
    • Red Riding Hood (0:59 Min.)
Matool ist ein mexikanischer Desperado, der sich mit einem Hammer und langen Nägeln durch Horden blutdurstiger Untoter kämpft. Eines Tages trifft er auf ein freizügiges Ehepaar, dessen swingendes Sexualleben durch den Mangel an atmenden Menschen stark leidet. Zwischen den dreien entwickelt sich eine fruchtbare Beziehung, die auch noch Platz für die Schwester der Frau und ihr siamesisches Zombie-Baby findet.
Eines Tages jedoch tauchen drei Soldaten auf, von denen einer eine fatale Bisswunde aufweist. Matool muss wieder die Nägel auspacken - wer unter Zombies überleben will, sollte wirklich keine Scheu vor berstenden Schädeldecken haben.
"The Stink of Flesh" - der Gestank des Fleisches, das kann zweierlei Bedeutungen haben: Entweder wird damit eine längere Zeit nicht gewaschene Vagina gemeint - oder aber Verwesungsgeruch. Für diesen Film trifft zweites wohl mehr zu, aber abgesehen vom geschmacklosen Witz liegt auch ein Körnchen Wahrheit in der ersten Redensart. Vielleicht muss ich aber dazu erstmal die Story wiedergeben:



Die Endzeit der Erde ist angebrochen, denn Zombies haben die Erde überrannt. Die Städte sind menschenleer gefegt, nur wenige Überlebende konnten sich der Invasion erwehren, aber Nahrung ist knapp. Allzu viele der hungrigen, verwesenden Gestalten wandeln nicht auf Erden, sind trotz ihrer geringen Anzahl aber gefährlich: Neben einer Vielzahl lahmarschiger Zombies, wie sie dem Genre-Fan aus den klassischen Untotenfilmen geläufig sind, gibt es ein paar ziemlich schnelle und angriffslustige Exemplare.
Der mexikanische Protagonist namens Matool ist kein typischer Held, denn statt einer Sonnenbrille trägt er in seinem bunten Etui eine normale Brille mit sich, die während seiner Kämpfe nicht dreckig oder beschädigt werden darf. Matool befolgt nicht die ungeschriebenen Regeln, die das Genre hervorgebracht hat, denn statt lässig aus der Distanz Kopfschüsse zu verteilen, geht er mit überdimensionalen Nägeln und einen Hammer in den Nahkampf über. Er boxt und tritt seine Gegner im Karatestil zu Boden, bevor er richtig zuschlägt.
Als er eine junge Frau, deren Freund gerade von Zombies genüsslich zerfleischt wird, aus einem liegen gebliebenen Auto rettet, freut er sich, denn Frauen sind Mangelware in dieser wilden Zeit - Sex somit auch. Als die beiden in ein Haus flüchten können, das leider schon von einem seltsamen Kauz und zwei Kindern besetzt ist, wird ihr die Zudringlichkeit ihres Retters aber zu wild. Sie reißt die mit Müh und Not verrammelte Tür ein und stirbt folglich einen qualvollen Tod in den Armen der Untoten, di draußen bereits warten. Lediglich Matool und ein Junge können entkommen. Sie werden von Nathan aufgelesen, einem coolen Typen, der zusammen mit seiner Frau und deren Schwester einen "alternativen Lebensweg" eingeschlagen hat: Nathan liebt es, seiner immergeilen Frau Dexy zuzuschauen, wie sie fremde Männer ins Bett zieht, welche dann von Dexys Schwester gepeitscht werden. Als wäre das nicht verrückt genug, trägt jene Schwester noch ihren missgebildeten Zwilling am Körper (Interner LinkBelial lässt grüßen!). Unterdessen hält sich Nathan in einem Schuppen einen "rasierten" Zombie (sexy Stephanie Leighs, bereits in Interner Link"The Halfway House" sehr freizügig) zu seiner Befriedigungen. Später tauchen noch ein paar verwundete Militärs auf, die das Chaos vervollständigen ...

Was sich nach einem durchgeknalltem Amateurfilm anhört, ist ein durchgeknallter Independentfilm, der sehr schön fotografiert wurde und ganz und gar nicht nach seinem Mini-Budget von nur 3000 US-Dollar aussieht. Die Kameraarbeit ist wirklich sehr gelungen, z.B. in Form von schönen Aufnahmen der Wüstenlandschaft, deren menschenleerer, wenn auch nicht sonderlich apokalyptisch anmutender Raum gut eingefangen wird und leichte Western-Einflüsse im Stil Sergio Leones besitzt. Auch die zahlreichen Nahkämpfe sind exzellent choreographiert bzw. montiert, Sombrero ab! Es gleicht fast Western-Duell-Manier, wenn Matool im Kampf Mann gegen Zombie seinen Hammer aus dem Halfter zieht. Der teilweise an Ennio Morricone erinnernde, elektronische Score dürfte außerdem zum Besten gehören, was ich je in einem semiprofessionellen Zombie-Film gehört habe, und verleiht dem Film einen besonderen Charme.



Trotz der guten inszenatorischen Aufarbeitung ist die Geschichte reichlich wirr und kann auch nicht ganz überzeugen. Die einzelnen Charaktere sind zwar ordentlich ausgearbeitet (insbesondere Matool, Nathan und auch Mandel überzeugen als Darsteller), doch einige Elemente sind schon etwas sonderbar. Was das beknackte Mutanten-Baby und seine Trägerin soll, wird man sich lange fragen, eine Erklärung dafür gibt es nicht. Das grimmige Ding ist erstens sehr unrealistisch gemacht, zweitens agiert die Dame (übrigens die Nichte von Gunnar Hansen) nicht sonderlich gut. Glücklicherweise ist das eine Ausnahme darstellerischen Unvermögens. Auch wenn viel Zeit mit der Charakterisierung der Personen verbracht wird, geht es relativ schnell, bis einige von ihnen den Zombies zum Fraß vorgeworfen werden. Das erstaunt vor allem zu Beginn, wenn Matool die gerade Gerettete schon wieder verliert. Im Haus von Nathan geht es dann erstmals etwas ruhiger bzw. beständiger zu, was der zweiten Filmhälfte hilft, sich ungemein in Sachen Erzählfluss und Spannungsaufbau zu steigern. Dennoch hakt es manchmal an zu lang gezogenen Passagen oder inhaltlicher Leere. Mittels atmosphärischer s/w-Rückblenden, z.B. der tragischen Geschichte des immer wieder vergewaltigten Zombies, die ein ganz neues Licht auf so manche Person werfen, wird das ein wenig überdeckt. Irgendwie fehlt trotzdem etwas Substanz, und Spannung flackert nur in wenigen Momenten auf. Dafür hat der Film aber andere Qualitäten.

Wenn es schon in der ersten Filmhälfte gut abgeht, in der zweiten Hälfte tauchen dann vermehrt die Zombies auf, die hauptsächlich an die behäbigen Romero-Zombies angelehnt sind (das Make-Up erinnert sehr oft an Interner Link"Dawn of the Dead"). Aber auch ein paar flinke Gesellen à la Interner Link"28 Days Later" kommen hinzu. Geschminkt wurden diese meist aschgrau, bisweilen auch bläulich und manchmal weisen sie verweste Gesichtszüge auf, was insgesamt um einiges besser aussieht als bei anderen Amateur-Produktion. Ebenso verhält es sich bei den Effekten, unter denen sich wenige, dafür brauchbare CGI-Effekte (Headshots) befinden. Die handgemachten Effekten, die mitunter sehr hart ausfallen, sind da sogar noch etwas besser gelungen. Besonders eklig, realistisch und intensiv ist jene Szene, in der einem Soldaten die mit der Haut verklebte Kleidung von den Rippen gezogen wird. Die brutalen Fressszenen werden dafür nicht breit ausgewalzt, was der Ausgewogenheit zwischen Story und Splatter hilft.

Zum Ende hin dreht "The Stink Of Flesh" noch mal voll auf, vervollständigt die Handlung und verwöhnt den Zuschauer mit vielen Effekten. Trotz der wenig apokalyptischen Grundstimmung werden spätestens hier Erinnerungen an Interner Link"28 Days Later" wach, dessen Ende ähnlich hektische Reaktionen der Figuren hervorrief. Schade, dass diese Stimmung nicht schon von Anfang an so umgesetzt werden konnte. Abgesehen von manchen Länge kann der Film größtenteils überzeugen. Allein die Mischung aus Zombie-Splatter und Quasi-Backwood-Film ist erfrischend umgesetzt. Da stören ein paar lose Handlungsfäden (was hat der stumme Jungen, der am Ende für Chaos sorgt, zu bedeuten?) im gesamten Kontext weniger: insgesamt gut gedacht und gut gemacht!



Die deutsche DVD enthält zwei, leider nicht untertitelte Audiokommentare, die vermutlich zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen worden. Der erste ist ein Monolog des Regisseurs, der ziemlich verschnupft davon erzählt, wie er zum Film kam, wie viel Glück er hatte, Schauspieler, Sets und Requisiten zu finden und was ihn generell an Hollywood stört. Auch wenn er durch seine Erkrankung nicht gerade enthusiastisch klingt, macht es Spaß, ihm zuzuhören, da er jede Menge interessante Sachen zu sagen hat. U.a. bemerkt er, dass sein Film mit einem Minibudget von nur 3000 US-Dollar entstand und dass er lieber noch 10 Filme in dieser Größenklasse drehen wöllte, als jemals nach Hollywood zu gehen und die künstlerische Freiheit irgendeinem fachfremden Produzenten zu übergeben. Im Kommentar Nummer zwei haben sich neben dem nun kurierten Regisseur noch Kurly Tlapoyawa (Darsteller Matul), Stephanie Leighs (Darstellerin des nackten Zombie-Girls), Richard Griffin (Kameramann), Chris Vardeman (Darsteller Junge), Bob Vardeman (Darsteller Mr. Rainville), Shannon Hale (Produzentin), Kristin Hansen (Darstellerin Sassy), Devin O'Leary (Darsteller Vega), Diva (Darstellerin Dexy) und Billy Garberina (Darsteller Mandel) eingefunden. Bei dieser Mannstärke ist es verständlich, dass es nicht darum geht, Einzelinformationen zu verteilen, sondern der Spaß an erster Stelle steht. Da sich das Grüppchen auch privat sehr gut zu verstehen scheint, geht es sehr heiter und ausgelassen zu.
Das 45minütige Making Of lässt genügend Zeit, um nicht nur sämtliche Mitstreiter hinter und vor der Kamera vorzustellen, sondern die einzelnen Drehtage zu dokumentieren, inkl. täglichem Wetterbericht (Regen) und Zusammenfassungen. Auch die Premiere in einem kleinen Kino wird ausführlich vorgestellt. Dazu kommen per Texteinblendungen kommentierte Versprecher bzw. lustige Szenen, ein Trailer inklusive alternativer Fassung und drei Kurzfilme. "Rainville - The Early Years" zeigt den verschrobenen Mr. Rainville, der im Hauptfilm zu Beginn zu sehen ist, als cholerischen Rentner, der am liebsten griesgrämig seine Umwelt vom Fenster seines Hauses beobachtet und verrückte Hüte anprobiert. Die anderen beiden Kurzfilme stammen aus der Jugendzeit des Regisseurs, besitzen keinen Ton und erweisen sich als jugendliche Action-Hinterhof-Filme. Damit es nicht allzu langweilig wird, hat der Regisseur einen Audiokommentar dazu eingesprochen. Insgesamt tolles Bonusmaterial, nur nützt es der besten "Special Edition" nichts, wenn es keine Übersetzung ins Deutsche gibt.

Das Vollbild ist sehr ordentlich gelungen für einen Indie-Film. Hauptsächlich lässt sich das am sehr geringen Rauschen, dem Ausbleiben von Bildfehlern und der vergleichsweise guten Schärfe festmachen. Die wird zwar durch die manchmal etwas schwache Ausleuchtung abgeschwächt, insgesamt ist "The Stink Of Flesh" aber kein Film, dessen Bildelemente in Schatten untergehen. Das und die strahlenden Farben, die vermutlich mit Filtern noch etwas verstärkt wurden, machen das Bild insgesamt sehr frisch.


Leider bekommen Filme dieser Sorte selten eine Synchro, die sie verdienen, denn Billigfilme werden heutzutage auch nur billig synchronisiert. Obwohl "The Stink Of Flesh" kein Film großer Dialoge ist, betrifft es ihn genauso. Der Originalton in Dolby Surround wurde für die deutsche Variante auf "echtes" 5.1 aufgebohrt, es bleibt aber bei einem nicht sonderlich surroundkräftigen Film, der auf den hinteren Lautsprecher wenig anzufangen weiß. Die Frontboxen tragen den Hauptteil der gut verständlichen, klaren Akustik, die hauptsächlich durch die Musikstücke genährt wird. Die englische Synchro ist vorzuziehen aus bereits genannten Gründen, aber auch weil die Originaldialoge wesentlich natürlicher klingen als die aufgesetzte Eindeutschung. In jedem Fall gibt es deutsche Untertitel dazu.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus++/---


Druckbare Version
News"The Stink of Flesh" - ab Juli auf DVD
IMDb.com OFDb.de (Stink of Flesh - Überleben unter Zombies, The)
OFDb.de (Rainville: The Early Years)
OFDb.de (Replica)
OFDb.de (Overkill)



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.