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USA 2008
Originaltitel:Plague Town
Länge:85:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:David Gregory
Buch:John Cregan, David Gregory
Kamera:Brian Rigney Hubbard
Musik:Mark Raskin
SFX:Tate Steinsiek
Darsteller:Josslyn DeCrosta, Erica Rhodes, David Lombard, Lindsay Goranson, James Warke, Catherine McMorrow, Elizabeth Bove, Michael Donaldson, Daniel Martin Berkey, Paul Drechsler-Martell, Mary Kate Visnic, Kate Aspinwall
Vertrieb:I-On New Media / Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Niederländisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:11.09.2009 (Verleih) / 25.09.2009 (Kauf)
Specials:
  • A Visit To Plague Town (25:34 Min.)
  • The Sound Of Plague Town (16:09 Min.)
  • Audiokommentar mit Regisseur David Gregory und Produzent Derek Curl
  • Originaltrailer (2:15 Min.)
  • Trailershow:
    • Basement Jack (1:15 Min.)
    • Body (1:42 Min.)
    • Gnaw (1:45 Min.)
    • Guard Post (2:15 Min.)
    • Invitation Only (2:25 Min.)
    • Laid to Rest (1:29 Min.)
    • Place of Darkness (1:51 Min.)
    • Romero's Staunton Hill (1:29 Min.)
    • Southern Gothic (1:23 Min.)
    • Toxic (2:14 Min.)
Mitten in der Einöde verpassen die Monahans die Abfahrt ihres Reisebusses. Auch wenn Vater Jerry wollte, dass dieser Urlaub in Irland seine beiden Töchter und seine neue Freundin etwas näher bringen wird, so droht diese Situation für die amerikanische Familie eine zumindest unbequeme Etappe ihrer Ferien zu werden. In einem kleinen Dorf sucht man Unterschlupf für die Nacht, doch mit Einbruch der Dunkelheit legt sich das Grauen über die weitläufige Gegend. Die Bewohner des Ortes verbergen ein furchtbares Geheimnis in ihren Reihen, einen Fluch, der sich als tödliche Gefahr für die Monahans erweist. Für die Familie beginnt eine Nacht des absoluten Horrors, die viele schreckliche Überraschungen offenbart ...
Mittlerweile kann man mit durchschnittlich geringen Erwartungen an Backwood-Terror rangehen, denn da scheint seit Interner Link"TCM", Interner Link"Wrong Turn" und Interner Link"The Hills Have Eyes" alles gesagt. So ist es lediglich eine Frage der Herangehensweise und der Ausstattung und in diesen Bereichen hat "Plague Town" eindeutig die Nase vorn.



Eine amerikanische Patchwork-Familie steht im Mittelpunkt des Geschehens, welches sich in den abgelegenen Wäldern Irlands abspielt.
Molly, ihre Schwester Jessica, deren frischer Freund Robin, sowie Dad und dessen Neue verpassen den letzten Bus, der sie aus der Einöde gebracht hätte. Mit Einbruch der Dunkelheit entdecken sie ein verlassenes Auto mit französischem Kennzeichen und Gepäck auf dem Dach und beschließen, hier die Nacht zu verbringen, während zwei nach einem nahe gelegenen Wohnhaus suchen. Doch bald hört Molly Kinderstimmen und meint eine Fratze zwischen den Bäumen zu sehen ...

Die Idee mit den Inzuchtkindern, die grundlegend gewalttätig agieren und die Erwachsenen, die reines Blut für die Erhaltung ihrer Sippe suchen, ist besonders in den letzten Jahren unzählige Male verwurstet worden und wirklich frisch wirkt die Grundidee hier auch nicht, doch die stimmige Umsetzung setzt von vornherein auf unheimliche Momente und eine immens bedrückende Atmosphäre.

Die früh einsetzenden Kinderstimmen und das entfernt erklingende Babygeschrei lassen undurchsichtiges Unheil erwarten. Allein die Situation der beiden Frauen im Auto, die Nachts auf die Rückkehr der übrigen warten, wurde unheimlich gestaltet, mit kleinen Nebeleffekten, effektiver Beleuchtung und gut gewählten Kameraperspektiven. Als dem ersten Opfer prompt der Schädel durchtrennt wird, während zwei maskierte Mädchen in einer Holzhütte umherhuschen, hat man eine ungefähre Ahnung von dem, was da noch an gruseligen Momenten und derben Gewaltszenen auf einen zukommen könnte.



Und fürwahr hält man sich im Verlauf nicht mit Grobheiten zurück. Da wird ein Gesicht mit einer Radkappe zertrümmert, Augen ausgehöhlt, mit einer Sichel und Mistforke zugelangt. Bei alledem wird auf jegliche CGI verzichtet und noch selbst mit Kunstblut und Latex gekleistert, was im Endeffekt einen handwerklich ordentlichen Eindruck hinterlässt. Zudem wird der Erzählfluss zu keiner Zeit unterbrochen, es ist viel Bewegung im Spiel, einige Fluchtmomente gestalten sich ebenso spannend, wie Minuten des Versteckens, der Gegenwehr und der Erkundung ungastlicher Räumlichkeiten.

Dabei reichen die Figurenzeichnungen völlig aus, um Heldin Molly ins Herz zu schließen, Jessica zunächst nicht zu mögen und den Engländer Robin zumindest mit Argwohn zu begutachten. Die Protagonisten mit der oberflächlichsten Charakterisierung sterben ohnehin als erstes, und bei den Inzucht-Bewohnern kommt es eher auf die äußerlichen Werte an, die diese durchaus eindrucksvoll vermitteln. Die Erscheinung einer gewissen Rosemary, die mit dünner Gestalt, heller Haut und roten Lippenstift schweigsam an einem Tisch Platz nimmt, ist aufgrund ihrer Glasaugen, die umgebunden vor den eigentlichen sitzen, ein Gänsehautfaktor, aber auch einigen anderen möchte man nicht bei Nacht begegnen, vor allem nicht mehreren gleichzeitig.

So treiben die degenerierten Killer-Kids ihr gnadenloses Unwesen, die Erwachsenen sehen all das als völlig normal und alltäglich an und geben sich betont freundlich. Und während die Überlebenden oftmals mit dem Tod ringen, kommt es an anderer Stelle zum nächsten gespenstischen Auftritt der Inzuchtkinder. Abwechslungsreich, beklemmend und phasenweise sehr atmosphärisch und spannend lässt sich der Streifen ohne Umschweife jedem Genrefreund ans Herz legen, der die etwas härtere Gangart ebenso schätzt wie eine schnörkellose Inszenierung, die sich aufs Wesentliche konzentriert.



Der Film überzeugt, die technische Seite der DVD hingegen nur bedingt. Das Bild trägt starke Ghostings und damit Bewegungsunschärfen, was den Gesamteindruck beeinträchtigt. Rauschen ist ebenfalls auszumachen, wirkt sich aber nicht negativ auf das anamorph codierte Bild aus, das sauber in den MPEG-Stream komprimiert wurd. Die Schärfe gibt sich wechselhaft, weil einige Szenen zwar abolut überzeugen, andere wiederum zu weich aussehen und Details missen lassen. Die stilbedingt blasse Farbgebung zeichnet sich durch kalte Farbtöne aus, was zwar zu Lasten der Natürlichkeit geht, aber eine vortreffliche Atmosphäre erzeugt. Der Kontrast geht völlig in Ordnung, wenn auch dunkle Szenen nicht immer zur völligen Zufriedenheit ausbalanciert wurden, weil gelegentlich Bildbereiche etwas untergehen. Wichtige Details werden zumindest nicht verschluckt.

Auch die akutische Seite von "Plague Town" ist nicht wirklich optimal. Zwar erfreuen sich sowohl Originalton als auch deutsche Synchronfassung einer pefekten Frontkulisse, die dank der Einbeziehung des Subwoofers eine ansprechende Dynamik besitzt, aber die hinteren Effektlautsprecher bleiben in beiden Sprachfassungen stumm. Dies ist wirklich schade, da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, mittels Raumklang für eine unheimliche Atmosphäre zu sorgen. So muss man sich mit einer zwar perfekten Frontkulisse zufriedengeben, doch als Dolby Digital 5.1 enttäuscht das Ergebnis. Optional zuschaltbare Untertitel gibt es in Deutsch und in Niederländisch.


Beim Bonusmaterial muss leider auf Untertitel verzichtet werden, was bei der Menge an Extras sehr schade ist, z.B. dem Audiokommentar mit Regisseur David Gregory und Produzent Derek Curl. Das Making of wurde in zwei Teile mit den Titeln "A Visit To Plague Town" und "The Sound Of Plague Town" aufgeteilt. Die Macher und Darsteller stellen zum einen ausführlich den Film vor und zum anderen die Filmmusik, der ein Großteil der düsteren Atmosphäre zu verdanken ist. Letztlich gibt es noch den Originaltrailer - kurioserweise sogar mit deutschen Untertiteln - und eine nette Trailershow.

Absolut überzeugender Beitrag, bei dem dank toller Ideen, guten Darstellern und einer spannenden Inszenierung Horror-Fans völlig auf ihre Kosten kommen. Leider fällt der technische Auftritt der DVD nur durchschnitlich aus.


Film++++/-
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++/---


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