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UK, USA 1979
Originaltitel:Dracula
Alternativtitel:Dracula '79
aka. Dracula - Eine Love Story
Länge:104:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Badham
Buch:W.D. Richter, Bram Stoker
Kamera:Gilbert Taylor
Musik:John Williams
SFX:Roy Arbogast, Michael Dawson
Darsteller:Frank Langella, Laurence Olivier, Donald Pleasence, Kate Nelligan, Trevor Eve, Jan Francis, Janine Duvitski, Tony Haygarth, Teddy Turner, Sylvester McCoy, Kristine Howarth, Joe Belcher
Vertrieb:Winkler Film / Al!ve
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:06.11.2009 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar von Regisseur John Badham
  • Making of (39:10 Min.)
  • Bildergalerie (14 Bilder)
Im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts trifft Graf Dracula auf seinen erbittertsten Gegner - Dr. van Helsing. Ein grausamer Kampf zwischen den Mächten der Finsternis und dem Glauben an die ewige Liebe entbrennt.
"Dracula '79" klingt ein bisschen nach Disco-Ära, aber John Badhams Beitrag zum Filmoeuvre des stokerschen Beißers ist dennoch ein zeitgenössisch achtbare und relativ stilsichere Sache, die sich an durch die Kernelemente des Romans überaus sorgfältig hält, wenn man eine Neuanordnung der verschiedenen Romanteile mal außer acht lässt.



Allerdings konzentriert sich das Skript vornehmlich auf die drei namhaften Mimen in den Hauptrollen, nämlich Frank Langellas Fürst der Vampire, Laurence Oliviers van Helsing und Donald Pleasences Dr. Seward. Eine Reihe jüngerer Nebenfiguren wird aus Konzentrationsgründen eingestampft, dafür kommen Mina und Jonathan Harker mehr zum Tragen.

Damit fällt sowohl der transsylvanische Pro-, wie auch der dortige Epilog weg, alle Szenen spielen in England. Der Film geht von Draculas Ankunft per Schiffskatastrophe aus und pendelt dann zwischen dem Heim der Harkers, Sewards "Sanatorium" und Draculas Unterkunft hin und her. Als Konzentration auf das Wesentliche kommt dem Film das zugute, denn die Weitschweifigkeit weicht konkretem Drama.

Dracula selbst wird hier mehr als Symbiose aus einem wahrhaft reißenden Tier und einem sexuell überattraktiven düsteren Fremden präsentiert, der mehr verführt als Opfer reißt. So sieht man denn auch niemals die üblichen Vampirzähne, stattdessen wickelt Langellas melancholische Erotik zusammen mit seiner übernatürlichen Präsenz seine Gegenüber stets ein. Gleichzeitig zeigen sich auch die vielen verlebten Jahre stets in Ausdruck und Rede, so dass diese Interpretation des Vampirs als eine der interessantesten angesehen werden kann.
Olivier (der auch die 70 bereits überschritten hatte), gibt den van Helsing eher zurückhaltend, sich stets auf seine ureigenste Präsenz verlassend, dennoch nicht weniger unerbittlich, aber auch nicht so vordringlich wie etwa Cushing das tat. Während Pleasence seine übliche gute Leistung abliefert, können die Harkers kaum überzeugen, zu wenig einprägsam bleiben Gesicht und Spiel, bisweilen sind beide eher unsympathisch gezeichnet, um die nötige Anteilnahme des Zuschauers zu erregen.



In ausgebleichten, fast sepiahaften Farben erweckt Badham recht gelungen die Jahrhundertwende zum Leben und spart nicht mit diversen blutigen Effekten, wobei jedoch so manche Maske oder die Verwandlung Draculas in einen Wolf per Schnitt nicht gerade dem üblichen Standard entspricht. Die Szene, in der van Helsing und Seward die untote Lucy in den Kavernen des Friedhofs von ihrem Dasein erlösen, ist jedoch "creepy deluxe".

Wirklich ungewöhnlich ist auch das Finale auf einem Segelschiff, bei dem sich Dracula und van Helsing letztendlich gegenseitig umbringen, obwohl ein unnötiger Kniff mit Draculas Mantel eine mögliche Fortsetzung andeutet oder einfach nur die Unsterblichkeit des Blutsaugers andeutet. So mag man zwar keine absolut buchgetreue Verfilmung erhalten, aber in Atmosphäre und Look wird Stokers Vorlage fast exakt getroffen, so dass Badhams Variante als durchaus delektabel angesehen werden kann.


Wer den Film noch aus dem Kino bzw. der Auswertung auf Video kennt, wird wohl etwas erschrecken, denn Badham nutzte seine Chance und ließ für die US-Veröffentlichung einen in der Farbgebung stark überarbeiteten Transfer erstellen, der sich nach seinem Wunsch als Hommage an den alten Schwarzweiß-Interner LinkFilm mit Bela Lugosi bzw. den zuvor entstandenen deutschen Beitrag "Nosferatu" orientierte. Demnach wurden die Farben auf ein Minimum reduziert, wodurch fast die gesamte Optik in schwarz/weiß gehalten wurde. Nur selten kommt die Farbe durch und erst zum Ende hin, wenn Dracula auf das Tageslicht trifft, nimmt das Farbspektrum wieder zu. Auch wenn dies auf dem ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, unterstreicht es die Handlung ungemein und passt vortrefflich zur Grundstimmung des Films. Daher ist es auch wichtig, dass der Kontrast gut ausbalanciert wurde und weder in hellen noch in dunklen Szenen Beeinträchtigungen entstehen lässt. Lediglich der Schwarzwert hätte ruhig noch etwas satter ausfallen können, denn dieser bleibt auf einem abgestuften Schwarz, das in ein dezentes Grau übergeht. Wirklich gelungen gibt sich das Schärfeverhalten, das selbst kleinste Details auf Skulpturen im Schloss aufzeigt. So geht kaum etwas verloren und sorgt für eine angenehme Plastizität. Rauschen ist nur selten auszuamchen und auch die Kompression sorgt für keine nennenswerten Ausfälle. So billiant hat der 79er "Dracula" wohl noch nie ausgesehen, denn die anamorphe DVD sorgt dafür, dass Badhams Version der stokerschen Vorlage trotz dem gewollten farblichen Stilmittel in würdiger Qualität anschaubar ist.

Besonders die deutsche Synchronfassung kann einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Dynamisch werden Musik und Soundeffekte wiedergegeben und von gut verständlichen Dialogen begleitet. So ensteht ein einwandfreier Mix, bei dem lediglich das Tonformat "Stereo" dafür sorgt, dass es nicht ganz zeitgemäß klingt. Anders beim englischsprachigen Original, das dumpfer klingt, ansonsten aber ebenfalls überzeugt. Störgeräusche oder Rauschen gibt es in keiner der Tonspuren zu vernehmen. Für Freunde der Originalfassung stehen zudem noch deutsche Untertitel zur Verfügung.


Das Bonusmaterial entspricht dem der US-Veröffentlichung und wurde zur großen Überraschung komplett von Winkler Film deutsch untertitelt. Endlich mal wieder ein Anbieter, der die Mühen nicht scheut, auch dem deutschsprachigen Filmfan die Extras verständlich zu machen. Diese beginnen mit einem sehr guten Audiokommentar von John Bedham, der sehr viele Informationen zur Entstehung von "Dracula" bereithält. Besonders interessant sind die heutigen Ansichten Badhams zu seinem Film und was man hätte besser machen können. Viele Informationen gibt er zudem über seine Darsteller preis und berichtet auch von ihren Fähigkeiten, den Rollen Leben einzuhauchen. Auch das scheinbar offene Ende wird genau unter die Lupe genommen: Bedhams Erzählung lässt darauf schleßen, dass es gar nicht so offen ist, wie man annimmt. Weiterhin gibt es noch ein knapp 40minütiges Making of, das hauptsächlich aus Interviews mit Filmbeteiligten besteht. Einige Fakten, die schon im Audiokommentar zu hören waren, werden nochmals unterstrichen und ergänzt. Sehr schön sind auch die Ansichten von Frank Langella, der sich an seine Dracula-Rolle zurück erinnert und verdeutlicht, warum er den König der Vampire eher romatisch spielte. Abgerundet wird die Sektion durch eine kleine Bildergalerie mit Pressefotos und Storyboards. Einzig der Trailer fehlt zur Vollendung, aber man kann schließlich nicht alles haben.

Die sehr gelungene deutsche DVD aus dem Hause Winkler Film steht der US-Version in nichts nach. Inhaltlich bekommt man eine der besten Dracula-Verfilmungen präsentiert, die zudem auf technischer Ebene völlig überzeugen kann und über informatives Bonusmaterial verfügt.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+++---


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