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HK 2005
Originaltitel:Jing mo ga ting
Alternativtitel:Martial Art Expert Clan
aka. Jing wu jia ting
Länge:101:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Stephen Fung
Buch:Stephen Fung, Yiu Fai Lo
Kamera:Poon Hang Sang
Musik:Peter Kam
SFX:FatFace Productions, Oriental Post
Darsteller:Anthony Wong Chau-Sang, Stephen Fung, Charlene Choi, Gillian Chung, Michael Wong, Josie Ho, Winnie Leung, Ma Wu, Jon Foo, Kar-Ying Law, Philip Ng, Jason Tobin, Jake Strickland
Vertrieb:MFA+ / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Kan)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:20.04.2006 (Verleih) / 08.06.2006 (Kauf)
Specials:
  • Kinotrailer (1:59 Min.)
  • Making Of (10:01 Min.)
  • Cast & Crew:
    • Jackie Chan (3 Seiten)
    • Yuen Wo Ping (2 Seiten)
    • Anthony Wong (1 Seite)
  • Bildergalerie Dreharbeiten (20 Bilder)
  • Weitere DVDs:
    • Buddy (2:02 Min.)
    • Beautiful Boxer (1:01 Min.)
    • Klauen für Anfänger (1:40 Min.)
Natalie (Gilian Chung) und ihr Bruder Nicky (Stephen Fung) könnten ein so unbekümmertes Leben führen, wenn da nicht ihr Vater Siu-Bo (Anthony Wong) wäre, der ständig mit abenteuerlichen Geschichten aus seiner vermeintlichen Zeit als Geheimagent aufschneidet. Dieser erlogene Mumpitz ist kaum noch zu ertragen! Aber plötzlich ist Siu-Bo verschwunden und in die Hände des ehemaligen CIA-Agenten Rocco gefallen. Rocco ist auf der Suche nach einem Agenten, der ihn vor Jahren in den Rollstuhl brachte und dem er schon lange Rache geschworen hat. Nur Siu-Bo kennt die wahre Identität des Agenten. Jetzt sind Natalie und Nicky gefordert ihren Vater zu retten. Sind die lahmen Agenten-Stories am Ende doch wahr?
Als Stephen Fung letztes Jahr sein Feature Film-Debüt Interner Link"Enter the Phoenix" vorlegte, konnte man einen recht unterhaltsamen und milde amüsanten Film begutachten, der außer der gelungenen Optik und dem Staraufgebot aber besonders inhaltlich nicht wirklich viel zu bieten hatte und insgesamt weit besser aussah als er letztlich war.
"House of Fury" verfolgt die gleiche Formel noch einmal nach, das Budget ist augenscheinlich höher und wird hierbei auch endlich mal in zahlreiche Actionszenen gesteckt, die beim Vorgänger ja nur kurz am Ende aufzufinden waren. Bot der Erstling leichte Anspielungen an frühere Heroic Bloodshed-Filme, so werden hier nicht nur titelmäßig kleine Hommagen an die Bruce Lee-Filme verteilt, der eigentliche Grundplot ist aber leider mehr "Spy Kids".



Nicky (Stephen Fung) und Natalie (Gillian Chung) haben genug von den ständig übertreibenden Geschichten ihres Vater Yue Siu-Bo (Anthony Wong), der zwar eigentlich als Chiropraktiker eine Praxis betreibt, aber laufend was von einer Tätigkeit als Geheimagent und angreifenden Ninjas erzählt, die er nach erbittertem Kampf gleich im Dutzend besiegen kann. Sowieso ist nach dem frühen Tod der Mutter auch die Harmonie innerhalb der Familie verschwunden, die Kinder haben genug vom Vater und schotten sich ab, auch gegenseitig wird sich mehr geprügelt als vertragen. Das bekommt auch Natalies Freund Jason (Daniel Wu) mit, als er bei einem Abendessen einen Streit um ein Stückchen Fleisch miterleben muss, worauf nach mehreren Fusstritten unter dem Tisch das gesamte Dinner ruiniert wird.
Als der Gwailo Rocco (Michael Wong im Rollstuhl und mit Glatze) auftaucht und Siu-Bo entführt, muss die Familie zusammenhalten.

Die Handlung ist zwar nicht besonders, aber kann zumindest gut als Vorwand für ausschweifende Actionszenen dienen, die ab der Hälfte auch präsentiert werden. Dadurch werden aber leider trotzdem nicht die Schwächen der Story überspielt, die zwar äußerst dünn ist, aber auch gleichzeitig wieder viel zu viel auf einmal will, und neben der Rettung von Siu-Bo natürlich am Ende auch eine heile Familie hinterlässt und den Aspekt in einigen emotionalen Szenen auch freien Lauf lässt.
Reiner Spaß ist der Film auch nicht, wirklich erkennbare Witze sind praktisch nicht vorhanden, rapide Stimmungswechsel von leicht zu ernst und zurück werden ebenso aufgeboten wie übernatürliche Übertreibungen in der zwar abstrusen, aber sich dennoch ernst nehmenden Erzählung, so dass man die Mischung nur als wirr beschreiben kann.



Zumindest wird der Film nach dem sehr übertriebenen Beginn eine Spur bodenständiger, eine Episode Siu-Bos entpuppt sich als reine Erzählung; das Spiel mit Dichtung und Wahrheit wird später noch einmal wiederholt, als sich einige Details - Geheimtür in der Praxis zu einem versteckten, hochtechnisierten Raum, seine frühere Beschäftigung - als Realität herausstellen und die Vergangenheit ihn mit Rocco einholt. Dieser war früher als CIA-Agent tätig und wurde bei einem tödlichen Auftrag hinterrücks von einem anderen Agenten namens Tai Chi-Lung gelähmt; er sucht ihn seit einigen Jahren. Seine Spur brachte ihn auf Siu-Bo, der insgeheim als eine Art Eraser für ehemalige Agenten tätig sein soll, er verschafft ihnen neue Identitäten und sorgt für ihren Schutz. Siu-Bo stellt sich natürlich dumm und tut so, als wüsste er von nichts; eine folgende nächtliche Attacke auf ihn sorgt für die erste wirkliche Actionsequenz, die in einer respektablen Anzahl von Glasstunts die gesamte Praxis zerlegt, Interner Link"Fist of Fury" zitiert und danach Siu-Bo entführt sieht.

Als die Kinder das mitkriegen und tags drauf ebenfalls von den Schergen Roccos belegt werden - dieser hat zwischenzeitlich mitbekommen, dass diese die gesuchten Speicherchips um den Hals tragen - folgen die nächsten Fights, die von Ku Huen Chiu und Sunny Yuen Shun-Yi unter Aufsicht von Yuen Woo Ping wirklich schmuck und durchschlagskräftig choreographiert wurden. Zwar wird auch mit Hilfe von Wirework unterstützt und ist etwas "over the top", bleibt aber sonst angenehm auf dem Boden; die wahren Übertreibungen hat man sich hierbei verkniffen (und anderweitig eingesetzt). Zudem sind die Sequenzen zahlreich und dann auch von der Länge her immer alle Möglichkeiten ausreizend, als reiner Actionflick hätte der Film jetzt nur einen anderen, besseren Erzählrahmen bedurft.
Der seltsame Geschmack bleibt nämlich, der "cheesy" Plot samt seinen unpassend erscheinenden Gefühlsanwandelungen mag einfach nicht schmecken, zudem sorgt das Casting von Michael Wong als behinderter Bad Guy für sehr viel unnötigen Gwailo-Touch und einige furchtbare Szenen. Nun ist es unfair, ihn allein zu kritisieren; man sollte eigentlich wissen, dass man gerade den Schauspieler nicht auf Mimik und vor allem die Stimme reduzieren darf.
Anthony Wong tut sein Bestes in der ersten Hälfte und verschwindet dann in Gefangenschaft; Stephen Fung fehlt etwas das Charisma von Nicholas Tse, dafür überzeugt Gillian Chung als schlagkräftiger Twin ebenso wie Partnerin Charlene Choi in ihrer knappen Lolita-Rolle. Daniel Wu ist übrigens verheizt, warum der nicht endlich seine kolportiert vorhandenen Wushu-Künste auch mal zeigt, weiß wohl nur er selber.



Die deutsche DVD des Filmes sieht auf den ersten Blick sehr annehmlich aus. Die gute Detailschärfe und die leicht übersättigten Farben bereiten auf das kommende Action-Spektakel vor. Die Fehler des Bildes stellen sich erst auf den zweiten Blick heraus, sind aber nicht zu unterschätzen. Der erste Schwachpunkt liegt in der NTSC-zu-PAL-Wandlung, die zwar kein Ghosting enthält, aber doch nicht wirklich professionell verlief, denn es ist weder ein sauberes Interlace-, noch ein richtiges Progressiv-Bild entstanden. Später wird auch deutlich, dass die anfänglich stilisierten Farben eher ein Makel sind, denn selbst dann erreichen diese keine guten Werte mehr. Dazu kommt ein Schwarzwert, der etwas mehr satt sein könnte. Das mag man alles als wenig bedeutend abtun, aber auch die Schärfe erreicht in vielen Szenen lediglich gute Werte, weil besonders Feinheiten auf Gesichtern nicht mehr gut zu erkennen sind. Dass sich auch ein paar auffallend unscharfe Einstellungen auf der DVD befinden, scheint dagegen mehr ein Problem der Vorlage, evtl. bereits des Filmmaterials zu sein. Außerdem wurde das falsche Bildformat genutzt, richtig wäre 2,35 zu 1.

Vergleich Bildformat Trailer und Hauptfilm

"House Of Fury" kann mit einer sehr guten Synchronisation aufwarten, die auch klanglich sehr gut umgesetzt wurde. Der helle, im 5.1-Modus auch satte Klang macht sich vor allem auf den Frontlautsprechern bemerkbar, die nicht nur mit Dialogen, sondern auch netten Effekten gewürzt ist. Auf den hinteren Lautsprechern verhält es sich etwas gemäßigter, da dort vor allem die Musik, aber wenig Surround-Effekte vorzufinden sind. Das macht den Klang etwas frontlastig und nährt die Annahme, dass die deutsche 5.1-Version aus dem kantonesichen Stereo-Original entstand. Sonderlich schlimm ist das allerdings nicht, da die Dominanz der Front etwas durch den hervorragenden Klang ausgeglichen wird. Den besitzt die kantonesische Tonspur auch, nur fehlt es dort an dem starken Basseinsatz der deutschen Version. Wer möchte, kann mittels der deutschen Untertitel die Unterschiede der zwei Sprachen erkunden, denn die Untertitel erweisen sich als Übersetzung der Originaldialoge.

Ganz so viel Bonus wie die Special Edition aus Hongkong besitzt die deutsche Fassung nicht, aber mit dem Making Of wird bereits ein guter Anfang gemacht. Das dokumentiert vor allem die Entstehung der Kampf- und Action-Szenen, was von den Darstellern mit Interviews (in Vollbild gequetschte anamorphe Aufnahmen) kommentiert wird. Besonders interessant ist der kurze Abschnitt über den Nachwuchskämpfer Jacob Strickland, der im Film mit seiner Darbietung des Kampfstabs begeistert. Die weiteren Extras sind fix abgehakt: der Trailer in Originalsprache, drei kurze Bio- bzw. Filmografien zum Produzenten, zum Martial Arts-Berater und zum Hauptdarsteller, sowie eine Bildergalerie mit weiteren Eindrücken vom Set.

Als strikte Popcorn-Unterhaltung ist der Film durchaus erfolgreich. Man sieht das Budget, man bekommt anständige Portionen Action ebenso geboten wie eine ausgewogene Mischung aus jungen und etablierten Schauspielern, nur bei der Geschichte sollte Stephen Fung das nächste Mal die Hände von lassen.


Film+++/--
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus++/---


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