Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2008
Originaltitel:Baby Blues
Länge:73:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lars Jacobson, Amardeep Kaleka
Buch:Lars Jacobson
Kamera:Matthew MacCarthy
Musik:Michael Filimowicz
SFX:Gene Witham
Darsteller:Colleen Porch, Ridge Canipe, Joel Bryant, Kali Majors, Holden Thomas Maynard, Sean Johnson, Chip Lane, Gene Witham
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,80:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu., Engl.) Dolby Stereo (Deu.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:24.09.2009 (Verleih) / 15.10.2009 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:36 Min.)
  • Trailer: Street Racers (2:08 Min.)
  • Trailer: Summer Scars (2:13 Min.)
  • Trailer: Delta Farce (2:03 Min.)
Was, wenn die eigene Mutter (Colleen Porch) versucht ihre Kinder zu ermorden? Genau das passiert dem 10-jährigen Jimmy (Ridge Canipe). Seine psychisch kranke Mutter ist besessen von dem Gedanken, ihre vier Kinder umbringen zu müssen ... Jimmy muss sich und seine Geschwister vor der eigenen Mutter schützen, mit allen Mitteln!
Da untertreibt man selbst noch beim Originaltitel "Baby Blues", denn dieser Begriff umschreibt lediglich ein postpartales Stimmungstief, also leichte mentale Schwankungen der Mutter nach einer Geburt. Hier geht es bereits um eine tief verwurzelte Psychose, die eine Mutter dazu treibt, ihre vier Kinder umbringen zu wollen und das - so klingt nicht nur die Prämisse – ist nervenaufreibender Stoff, der leider viel zu häufig Wirklichkeit wird.



Eine zeitliche Einordnung findet nicht statt, doch es muss Anfang der Achtziger sein, als man beiläufig Atari-Spiele erwähnt. Abgelegen in einem kleinen Farmhaus lebt eine Mutter (Colleen Porch) mit ihren vier Kindern, während Dad als Trucker die meiste Zeit außer Haus ist. Der etwa zehnjährige Jimmy (Ridge Canipe), der Älteste unter den Geschwistern, wird von Dad zum stellvertretenden Hausherrn ernannt, ohne die Vorzeichen um den Zustand seiner Frau wahrzunehmen. Eines Abends findet Jimmy den Säugling tot auf dem Bett und ist von nun an auf sich allein gestellt, um seine Geschwister vor der durchdrehenden Mutter zu schützen ...

Es gibt diese Fälle, in denen Kinder ihre eigene Mom nicht wieder erkennen, da Stimmungsschwankungen oder Depressionen nach einer Geburt durchaus vorkommen können und gerade, wenn der einzigen Bezugsperson nicht bedingungslos vertraut werden kann, bekommen Kids bereits einen Knacks weg. Hier geht man gleich mehrere Schritte weiter und zeichnet eine Frau, die ohne erkennbaren Hintergrund immer mehr die Fassung verliert, wozu der desinteressierte Ehemann gewiss einen großen Anteil beiträgt. Es ist diese aufgedrängte Routine, mit der alles seinen Weg gehen soll, da ist ein Loch in der Hose des Truckers fast schon die größte Sorge.

Zeitgleich muss die Mutter ihre berufliche Zukunft hinten anstellen und alles zusammen lässt irgendwann die Bombe platzen. Nun sind wir jedoch im Horrorfilm und da tischt man uns direkt mal ein paar Gänge mehr psychotisches Verhalten auf. Im Grunde verfolgt man ein Katz–und-Maus-Spiel auf dem Farmgelände und dem Haus und bringt Zwischenschnitte zu Dad, der es eventuell noch rechtzeitig schaffen könnte, bevor am Ende alle tot sind. So versteckt man sich im beliebten Maisfeld, in der hintersten Ecke des Hühnerstalls um einer schwingenden Machete auszuweichen, versucht das Funkgerät einzuschalten und es eventuell bis zum Nachbarn zu schaffen. Dabei ist das Tempo enorm, die düster-schwammige Farbgebung effektiv abgestimmt und die Kamera grundsolide, um sämtliche Spannungsmomente angemessen festzuhalten.



Die Darsteller wurden gut besetzt, Colleen Porch erinnert ein wenig an Angelina Jolie und ihre Figur in "Durchgeknallt", agiert in manchen Szenen jedoch etwas überzogen. Ridge Canipe ist als Jimmy hingegen in jeder Einstellung glaubhaft, dem nimmt man Angst, erschüttertes Grundvertrauen und gleichzeitigen Überlebenswillen jederzeit ab. Auch die übrigen Mimen spielen grundsolide.

Was der Sache am Ende ein ganzes Stück Glaubwürdigkeit kostet, sind die finalen Szenen, die auf jedweder Basis unlogisch sind, selbst wenn man die grundlegende Einstellung des entsprechenden Charakters berücksichtigt. Die Konstellation der letzten Minuten kann so erst gar nicht zustande kommen, um das Kind jetzt nicht komplett beim Namen zu nennen. Macht nicht den Film kaputt, schmälert allerdings den Gesamteindruck.

Und dieser ist, ein wenig entgegen einiger Erwartungen, ein fieses Stück Horror-Thriller mit reichlich spannenden Szenen und einer beklemmend garstigen Atmosphäre auf wenig Hoffnung. Kinder auf der Flucht vor ihrer eigenen Mutter - klingt erstmal beliebig, wurde aber effektiv und auf den Punkt umgesetzt.
Etwas mehr Tiefe und Raum für feinfühlige Momente wären zwar dem oft vorherrschenden Holzhammer gegenüber von Vorteil gewesen, doch mitreißend gestaltet sich das Paket allemal.


Das Bild sieht eigenwillig aus, denn durch den Einsatz von Farbfilter und einem steilen Kontrast wird die natürliche Farbgebung gleich mit entgesorgt. Gerade in den Nachtszenen fällt das besonders auf, da lediglich ein Blaufilter auf das Bild gelegt wurde, um die Nacht zu simulieren. Insgesamt sind die Farben nicht sehr kräftig, was allerdings beabsichtigt sein könnte und gut zum Film passt. Der Kontrast lässt helle Bereiche leicht überstrahlen, in dunklen Szenen kommt es vor, dass Details nur unzureichend dargestellt werden. Rauschen ist deutlich vorhanden und auch die Schärfe hätte besser sein können. Zudem sorgt die Kompression für weitere Unruhen, die zwar nicht als störend empfunden werden, aber vorhanden sind.
Der deutsche Ton geht in Ordnung, kann aber besonders im 5.1-Modus nicht völlig überzeugen. Ein räumliches Klangbild wird zwar erzeugt, das kontinuierlich die hinteren Boxen mit Musik und Effekten versorgt, allerdings sind auch lautes Atmen oder Stöhnen zu vernehmen. Dies klingt etwas mekrwürdig, da diese Geräusche vom O-Ton stammen, während die Dialoge der Synchronsprecher nur vom Center wiedergegeben werden. So ensteht ein aufgesetztes Klangbild, weswegen der ebenfalls vorhandene Stereo-Mix besser gefällt, der zumindest einen gleichbleibendes Klang besitzt. Zumindest sind die Dialoge aller Tonspuren jederzeit klar und deutlich zu verstehen. Weiterhin ist das englischsprachige Original als 5.1-Mix vorhanden, welches wesentlich natürlicher beschaffen wird. Auch hier wird ein räumliches Klangbild geboten und bei Bedarf können deutsche Untertitel zugeschaltet werden.
Bonusmaterial ist lediglich in Form von Trailer vorhanden, darunter auch der zum Film.


Hinter "Cradle Will Fall" verbirgt sich ein kleiner, aber feiner Psycho-Thriller, der unter die Haut geht. Blutig, schockierend und ohne Kompromisse wird der psychische und physische Zerfall einer jungen Mutter aufgezeigt - teilweise in sehr drastischen Szene, was Freunde der härteren Unterhaltung interessieren könnte. Scheinbar hatte die FSK, die den Film doch tatsächlich ab 16 Jahre freigab, einen wirklich guten Tag, denn besonders die Gewalt gegenüber Kindern sorgt dafür, dass einige Szenen deutlich an die Nerven gehen.


Film++++--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus/-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.