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CAN 2009
Originaltitel:Autumn
Länge:105:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steven Rumbelow
Buch:David Moody, Steven Rumbelow
Kamera:Stephen Crone
Musik:Craig McConnell
SFX:Randy Daudlin, Indiana Allemang
Darsteller:Dexter Fletcher, Dickon Tolson, Lana Kamenov, Anton Brejak, David Carradine, Tricia McMurtry, Jody Willis, Marisa Zaza, André Bharti, Leanne Dixon, Jay Ould, Diane Salema
Vertrieb:Savoy Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu.), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu., Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.11.2009 (Verleih) / 16.10.2009 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:40 Min.)
  • Trailershow:
    • Dying God (1:45 Min.)
    • Russian Transporter (1:48 Min.)
    • Die Vollchaoten (1:36 Min.)
    • 20 Years After (2:03 Min.)
    • Franz + Polina (1:18 Min.)
    • Embodiment of Evil (1:23 Min.)
    • Bloodsport: Red Canvas (2:25 Min.)
Binnen vierundzwanzig Stunden löscht ein rasend um sich greifender Virus beinahe die gesamte Menschheit aus. Milliarden sterben. Es gibt weder Symptome noch eine Vorwarnung. Sekunden nach der Ansteckung sterben die Opfer einen qualvollen Tod. Nur eine handvoll Überlebender bleiben übrig, die sich am Ende des ersten Tages wünschen, selbst tot zu sein. Die Verzweifelten suchen Zuflucht im Gemeinschaftshaus am Rand einer Großstadt. Ohne Strom, Wasser und Lebensmittel in ihrer vermeintlichen Zuflucht gefangen, vegetieren die Überlebenden nur noch von Stunde zu Stunde dahin. Dann schlägt der Virus erneut zu ... die verrotteten Leichen erheben sich und die Hölle auf Erden hält Einzug.
Wie häufig es im Horror-Bereich in jüngster Zeit dieses Sujet gab: Ein weltweit tödlicher Virus, ein paar Überlebende und nachfolgend stehen die Toten wieder auf und mutieren zur Bedrohung. In diesem Fall wird noch nicht einmal von Zombies gesprochen - kein Wunder, denn sie hegen kein Verlangen nach Fleisch, sondern fühlen sich lediglich durch laute Geräusche gestört. In dem Kontext hat man es fast mit einem Thriller einschließlich stark gewichteter Dramen-Anteile zu tun.



Im Vordergrund stehen eigentlich nur Michael, Emma und Carl, die sich nach der tödlichen Seuche von den restlichen Überlebenden trennen, um auf dem Land ein ruhigeres Dasein zu führen. Doch auch die Abgeschiedenheit einer Farm währt nicht lange ...

Mit dem tödlichen Virus hält man sich nicht lange auf. Zu Beginn ein paar hustende Leute, Zusammenbrüche hier und da und sogleich ist man in den Räumen einer Schule, wo sich etwa ein Dutzend Überlebender einfindet. Nach kurzer Beratung düsen die drei ab und landen wenig später im abgelegenen Haus und auch dort geschieht nicht mehr, als dass man über einen Zaun berät, nach dem Generator sieht und das Außengelände beobachtet.

Von spannenden Momenten ist man weit entfernt, da die Untoten gar nicht erst versuchen, ins Haus einzudringen und erst mit der Zeit leichte Aggressionen entwickeln, die aber noch nicht einmal lebensbedrohlich anmuten, so dass sich einer sogar problemlos durch eine Gruppe von mehreren Untoten schieben kann. Zwar wächst die Meute ums Gelände des Hauses und der Zaun bricht gegen Ende auch, doch Tatsache ist: Nicht eine Kreatur beißt zu, nicht einmal fließt Blut und nicht einmal wird ein Untoter bewusst beseitigt.

Als apokalyptisches Drama funktioniert der Stoff auch nur leidlich, da die Charaktere zu wenig hergeben, um das ohnehin dünne Gerüst der Story zu tragen. Die durchschnittlichen Darsteller mühen sich und für eine Fünf-Minuten-Sequenz gibt es sogar einen Auftritt von David Carradine, der einen heruntergekommenen Kauz verkörpert. Das nützt der Sache im Gesamtbild jedoch wenig, die Ausstattung ist mager, noch nicht einmal obligatorische "Freiheit im Supermarkt – Ich nehme was ich tragen kann"-Szenen sind vorhanden. Zwar schwenkt man einmal zu einem Paar voll unter Drogen, welches von einer Meute überrascht wird, doch als es andeutungsweise zur Gegenwehr kommt, wird abgebrocehn und zu unseren Überlebenstrio gewechselt.



Folglich bringen die durchaus gekonnt angebrachten Masken-FX wenig. Der Verfall und der Prozess der Untoten wird zwar nachvollziehbar analysiert und diskutiert, doch selbst als ein Pulk von zwanzig Körpern an die Fenster pocht, wächst das allgemeine Interesse kaum. Am Ende steuert man auf keinen speziellen Punkt hin, die Seuche wird weder erklärt, noch sonderlich hinterfragt und letztlich gestaltet sich der Ausgang eher offen. Dabei hilft die schleppende, zuweilen selbstverliebt verharrende Erzählweise innerhalb der lang andauernden 105 Minuten natürlich nicht.

Horror-Fans und besonders die von fleischrünstigen Zombies sollten also einen großen Bogen um die Untoten im Herbst machen, denn von alledem gibt es hier nichts zu sehen. Vielmehr handelt es sich um ein post-apokalyptisches Drama mit viel Gerede, nur wenigen atmosphärischen Ansätzen und fast gar keinen mitreißenden Momenten. Eher zum Dahinschlummern ...


Der Bild bereitet sich auf den Winterschlaf vor, denn passend zur Jahreszeit geben sich die Farben etwas trist bzw. kraftlos, sehen aber, wenn nicht gerade Farbfilter eingesetzt werden, natürlich aus. Das ist über die gesamte Laufzeit betrachtet jedoch selten der Fall, da viel mit gelb- und bläulichen Tönen gearbeitet wurde. Zudem wurde der Kontrast sehr steil gewählt, wodurch weder helle noch dunkle Bildbereiche ausgeglichen erscheinen. Gerade wenn sehr hellen Bereichen auf dunkle treffen, sind starke Überstrahlungen vorhanden. In dunklen Szenen wiederum lässt die Detailzeichnung deutlich zu wünschen übrig und sorgt dafür, dass Bereiche absaufen. Die Schärfe ist eher durchschnittlich und gibt sich zudem sehr wechselhaft. So gibt es sehr detaillierte Szenen, dann wieder welche, die sehr weich erscheinen. Rauschen ist nur dezent vorhanden und sorgt kaum für wirkliche Beeinträchtigungen, dafür sind die deutlichen Bewegungsunschärfen ärgerlich. Es ist jedoch auch zu bedenken, dass der Film eine Low Budget-Produktion ist, der nicht unbedingt das beste Equipment zur Verfügung stand. Die Stilelemente und die nicht optimale Kompression sorgen dann schließlich für ein anamorphes Bild im qualitativen Mittelmaß.

Dolby Digital 5.1 ist ja schön und gut, doch überzeugen kann diese Tonspur nur bedingt, was nicht mal an der DVD-Produktion liegt, sondern am Film selbst, der kaum Möglichkeiten zur Entfaltung des Klangs bietet. Andererseits kommt das auch ein wenig der ruhigen Atmosphäre zugte, denn "Autumn of the Living Dead" klingt damit nicht überproduziert oder pompös. Die außerdem vorhandene Surround-Variante kann mit einer kräftigeren Abmischung punkten, die den Score gleichmäßig auf die Rears verteilt. Der 5.1-Mix wurde im Vergleich deutlich leiser im hinteren Effektbereich abgemischt, wodurch der Lautstärke erstmal erhöht werden muss, um auch aus den Rears etwas Klang zu bekommen. Ist dies geschehen, werden dann zumindest auch einige direktionale Effekte geboten, wie z.B. Pistolenschüsse. Die Verständlichkeit ist gut ausgefallen und die Dialoge werden klar und natürlich innerhalb der Front wiedergegeben. Ebenfalls ist der englische Originalton in Dolby Surround vorhanden, der eine etwas homogenere Abmischung besitzt. Optional dürfen auch deutsche Untertitel zugeschaltet werden. Alles in allem schaffen es die Tonarten ebenfalls auf einen guten Mittelwert.


Die Bonussektion hingegen schwächelt und beinhaltet lediglich den Originaltrailer. Da ist die vorhandene Trailershow nur ein schwacher Trost, denn Interviews oder ein Making of wären für diesen besonderen Horrorfilm sicherlich interessant gewesen.

An "Autumn of the Living Dead" werden sich die Geister scheiden: Die Gorefraktion wird sich an dem "... of the Living Dead" stören, da man einen echten Zombieschinken erwartet. Der "Normalseher" hingegen wird aufgrund des Titels einen echten Zombiefilm mit Blut und Gedärm erwarten. Eins ist zumindest bewiesen: "Autumn of the Living Dead" ist ein sehr dialoglastiger Film, der der Romanvorlage "Herbst" von David Moody nur in kleinen Teilen gerecht wird. Technisch ist zumindest die DVD-Produktion, trotz mangelndem Bonusmaterial, guter Durchschnitt. Der Anbieter hätte jedoch beim Originaltitel "Autumn" oder der deutschen Übersetzung "Herbst" bleiben sollen.


Film++/---
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus/-----


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