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UK 2007
Originaltitel:Summer Scars
Länge:72:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Julian Richards
Buch:Al Wilson
Kamera:Bob Williams
Musik:Simon Lambros
SFX:Dawn Stewart
Darsteller:Kevin Howarth, Ciaran Joyce, Amy Harvey, Jonathan Jones, Darren Evans, Christopher Conway, Ryan Conway
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:03.09.2009 (Verleih) / 15.10.2009 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Julian Richards und Produzentin Sabina Sattar
  • Originaltrailer (2:13 Min.)
  • Making of (29:54 Min.)
  • Trailershow:
    • Die Wikinger - Angriff der Normänner (2:16 Min.)
    • Die Kreuzritter 5: Mit Feuer und Schwert (1:22 Min.)
    • Street Racers (2:08 Min.)
    • Dark Floors (1:50 Min.)
    • Der Tank (2:39 Min.)
    • Bigfoot und die Hendersons (1:42 Min.)
    • Beer for my Horses (1:48 Min.)
    • Die Historien-Reihe (4:09 Min.)
    • Oxford Blues (2:07 Min.)
    • Pontypool (1:26 Min.)
    • Kabinett des Schreckens (1:24 Min.)
    • Steel Dawn (1:15 Min.)
Es ist ein heißer Sommertag. Sechs Kids haben keine Lust, diesen Tag in der Schule zu verbringen. Sie klauen ein Moped und brettern damit abwechselnd durch einen nahgelegenen Wald. Bis hierhin ist alles in Ordnung. Dann aber fahren zwei der Jugendlichen einen Mann an und flüchten - bis das Unfallopfer sie findet. Als Wiedergutmachung helfen sie ihm, seinen Hund zu suchen, der weggelaufen ist. Zuerst scheint der Mann ganz cool zu sein. Sie beobachten mit ihm ein Pärchen beim Sex, er erzählt Witze. Doch dann schlägt die Stimmung um und es herrschen Gewalt, Brutalität und Angst ...
Bei Coming of Age-Beiträgen, die hauptsächlich in der freien Natur spielen, denkt man häufig an Kings "Stand By Me" - ein bestimmtes Ereignis oder Abenteuer setzt einen Reifeprozess in Gang, der Freunde meist noch stärker zusammenschweißen lässt.

In diesem Psychodrama von Julian Richards geht es weitaus bedrohlicher zu, denn sechs britische Vorstadt-Kids im Alter von Vierzehn treffen im Wald auf einen psychopathisch veranlagten Wegelagerer: Dieser Sommer wird Narben hinterlassen.



Bingo, Leanne, Paul, Mugsy, Jonesy und der an den Rollstuhl gefesselte Ben schwänzen die Schule, mopsen sich ein Moped und heizen damit durch den nahe gelegenen Wald, bis sie den Fremden Peter anfahren. Gar nicht verärgert gesellt er sich zur Gruppe und motiviert sie, seinen verschwundenen Hund zu suchen. Als sie ins Lager zurückkehren, werden sie von zwei älteren Schülern provoziert, bis Peter seine Luftpistole zückt und die beiden in die Flucht schlägt. Doch es wird nicht das letzte Mal sein, dass diese Waffe das Tageslicht erblickt ...

Die Geschichte legt von vornherein ein ordentliches Tempo vor, bringt seine knappe Figurenzeichnungen treffend auf den Punkt, so dass dem Betrachter der eine oder andere Jugendliche allein vom Verhalten her vertraut erscheinen dürfte. Dabei sticht niemand sonderlich hervor, doch aufgrund der intensiv agierenden Jungdarsteller nimmt man ihnen ihre Rolle problemlos ab. Dazu gehören kleine Zankereien ebenso wie ein geheimer Flirt mit dem einzigen Mädchen und vor allem das allgemein glaubhafte Verhalten, als die Situation umschwenkt und aus Spaß Ernst wird.



Spannung bezieht die Handlung hauptsächlich dadurch, dass der Zuschauer mehr weiß als die Kids, die in ihrer leichten Naivität nahezu blindes Vertrauen zum Fremden aufbauen, der wiederum sehr geschickt den lockeren Kumpeltyp gibt, ihnen den Spaß erlaubt, ein Liebespaar im Auto zu beobachten und kurz darauf als Retter gegen die Älteren im Vordergrund steht. Als er die Jungs jedoch zu einem leicht masochistischen Spiel auffordert, bei dem sie Peter treten und schlagen sollen, gerät die Situation zwangsläufig außer Kontrolle.

Der komplexe Charakter Peters erfährt zwar nur einen angedeuteten Hintergrund eines Militärtraumas und eines Asthmaleidens, doch seine Unberechenbarkeit macht ihn zu einer latenten Bedrohung, von der man nie einschätzen kann, was ihm als nächstes in den Sinn kommt, selbst als einer der Jungs fliehen kann. Aufgrund des fast fehlenden Scores und den Verzicht auf visuelle Spielereien wirkt die Atmosphäre noch authentischer - der ordinäre Wald bietet eine Menge Schlupfmöglichkeiten, doch für den, der sich dort etwas besser auskennt, auch einen gewaltigen Vorteil.



Leider kann der Spannungsbogen nicht konstant Aufrecht erhalten werden, denn gerade im letzten Drittel mangelt es an Beweggründen und der rote Faden gleitet dem Skript ein wenig aus den Händen. Natürlich muss die prekäre Situation eine Steigerung erfahren, mindestens ein Ereignis muss stattfinden, damit so etwas wie eine Pointe erzeugt wird, doch das findet leider kaum statt. So endet die Sache mit einem nahezu offenem Ausgang, bei dem man sich zwar seinen Teil denken kann, doch als Aussage ist da zu wenig Griffiges vorhanden.
Beinahe so, als hätte man zum Schluss gar nicht mehr gewusst, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen sollte, oder schlimmer, es von Beginn an nicht näher definiert hatte.

Insofern trüben die letzten Minuten des recht kurzen Psychodramas (64 Minuten und ein recht langer Abspann) den Gesamteindruck ein wenig und man könnte darüber spekulieren, ob eine Fortsetzung Sinn machen könnte. Ansonsten hat Richards mit einfachen Mitteln und glaubhaften Figuren einen fesselnden Beitrag kreiert, der ohne nennenswertes Blutvergießen auskommt, stattdessen aber recht gekonnt mit dem schmalen Grad zwischen Spiel und Ernst, zwischen Kinderwelt und Erwachsenen-Problem und der Macht der Beeinflussung balanciert.


Der anamorphe Transfer von "Summer Scars" kann seine Independent-Herkunft nicht verbergen, machen sich doch deutliche Defizite bemerkbar. Allerdings trägt das nicht perfekte Bild sehr zur Atmosphäre bei. Die Schärfe ist noch angenehm, doch richtig detailliert erscheint das Bild nie und auch in Nahaufnahmen fehlt es an der nötigen Detailschärfe. In den Totalen sieht das Bild durchweg zu weich aus, wird aber nur selten wirklich unscharf und die Konturen gehen noch in Ordnung. Die Farbgebung zeigt kräftige, stets natürliche Töne. Die Probleme des Bildes werden durch den Kontrast verursacht, der oftmals helle Bildbereiche überstrahlt, sich insgesamt aber noch in einem akzeptablen Rahmen bewegt. Bildrauschen ist in geringem Ausmaß vorhanden und die Kompression arbeitet bis auf etwas Blockrauschen eher unauffällig. Schmutz oder Defekte sind nicht auszumachen und die leichten Bewegungsunschärfen fallen kaum ins Gewicht.

Den deutschen Ton gibts in Stereo und in Dolby Digital 5.1. Beide bieten eine gut verständliche Front und der Dolby Digital 5.1-Mix sogar einen ordentlichen Einsatz der Effektlautsprecher für Umgebungsgeräusche und gelegentlich aufkommende Surround-Effekte. Allgemein wirkt das Klangbild jedoch etwas kraftlos, weil der Dynamikbereich besser ausgearbeitet werden müsste. Direktional wird nur wenig geboten, zumindest reicht es aber aus, um Atmosphäre aufkommen zu lassen. Die Stereovariante dürfte nur für Filmfans ohne entsprechendem Equipment als Alternative dienen. Den Originalton gibt es nur in Dolby Digital 2.0, dafür aber ebenso gut verständlich wie im Deutschen. Allgemein klingt das Original etwas natürlicher, wurde aber im Vergleich leiser abgemischt. Demnach sollte man ruhig auf den 5.1-Mix zurückgreifen, auch da die Synchronisation wirklich gelungen ist. Deutsche Untertitel sind vorhanden, falls man unbedingt auf das Original zurückgreifen möchte.


Die Extras sind durchaus interessant ausgefallen, leider fehlen deutsche Untertitel. Es gibt einen Audiokommentar mit Regisseur Julian Richards und Produzentin Sabina Sattar, der viele Informationen zum Film bereithält. In ihm werden Szenen genau analysiert und erklärt. Weiterhin ist ein Making of vorhanden, das neben Filmszenen und einem Blick hinter die Kulissen noch zahlreiche Interviewsequenzen mit vielen Beteiligten bereithält. Beim Bonusmaterial wird demnach ein durchaus informativer Inhalt geboten, der Interessierte einen guten Überblick über die kleine Produktion vermittelt. Abgesehen von den beiden Filmspecials gibt es noch eine umfangreiche Trailershow.

"Summer Scars" ist ein spannender Coming of Age-Beitrag, der in seiner Gesamtheit zwischen Drama und Thriller hin und her springt. Die DVD bietet in allen Belangen eine gute Umsetzung, lediglich die fehlenden Untertitel im informativen Bonusmaterial lassen zu wünschen übrig. Das hässliche FSK-Logo wurde durch ein Wendecover umgangen.


Film++++--
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus++/---


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