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USA 2006
Originaltitel:Evil Bong
Alternativtitel:Charles Band's Evil Bong
aka. Tommy Chong and the Evil Bong
Länge:80:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Charles Band
Buch:August White
Kamera:Mac Ahlberg
Musik:Ker'in Hayden, District 78
SFX:Janeen York, Jeffrey S. Farley
Darsteller:Kristen Caldwell, Gina-Raye Carter, Tommy Chong, Mitch Eakins, Phil Fondacaro, Kristyn Green, John Patrick Jordan, Brian Lloyd, Bill Moseley, Robin Sydney, Tim Thomerson, David Weidoff
Vertrieb:Mr. Banker Films / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Surround)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.09.2009 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:28 Min.)
  • Behind the Scenes (19:17 Min.)
  • Roadshow 2005 (29:12 Min.)
  • Trailershow:
    • The Butcher - The New Scarface (2:12 Min.)
    • 666 - Omen des Bösen (0:44 Min.)
    • Slayer - Die Vampir Killer (1:49 Min.)
    • Underground (2:46 Min.)
Eebee ist eine Bong. Aber keine gewöhnliche Bong. Sie ist besessen. Sie ist böse. Und sie giert nach menschlichen Seelen. Raucht man aus ihr, so betritt man die Bong-Welt. Der Kiffer dringt ein in eine Dimension des Rauschs, in dem Stripperinnen in einem Club verheißungsvoll ihre Körper räkeln. Sie locken den Kiffer an, nur um ihn brutal und blutrünstig aus dem Leben zu befördern im Traum wie auch im echten Leben. Das alles wissen Alistair, Brett, Larnell und Bachman natürlich nicht, als sie in den Besitz der riesigen Bong aus den 60er Jahren geraten. Und sie können es kaum erwarten, sie zum ersten Mal zu benutzen ...
Die Charles Band-Produktionsschmiede hat ja schon einiges herausgebracht - böse Flaschengeister beheimatet in einer Bong gab es jedoch noch nie zu sehen! Diese skurrile Idee wurd Band typisch in gewohnt billig-charmanter Full Moon-Manier umgesetzt. Ohne sich im typischen Fahrwasser verpeilter Kifferkomödien zu bewegen, verbreitet "Evil Bong" mit seiner urigen Machart daher seine ganz eigene Chillness. Heiße Chicks, eine smoothe Atmosphäre und die groovige musikalische Untermalung bilden nur die glimmenden Eckpfeilertütchen dieser überraschenderweise sehr gelungenen Komödie, die weniger tumb als erwartet ist und sich bis auf elementare Grundlagen vom Gros solcher Filme entfernt.



Dieselbe Gelassenheit, die "Evil Bongs" Filmeinflüsse bestimmte, drückt sich auch hier aus. Der Film, der überwiegend in einem großen WG-Zimmer spielt, beginnt ebenfalls mit der Vorstellung seiner sich fortwährend zudröhnenden Charaktere. Immer eine Tüte am Glimmen, lebt hier eine 4er WG von Studenten in den Tag hinein. Die stereotypischen, aber nicht unsympathischen Charaktere Marke "Schön, schön Sprüche klopfend und schön süchtig" bekommen bald Verstärkung von einem Mädel und vom abstinent lebenden Untermieter (Typ: bebrillter Nerd), der sich alsbald ziemlich von den dauerbreiten Zimmerkumpanen genervt fühlt. Der Vorteil solcher WGs ist natürlich, dass man auf einfache Weise die Freundinnen der Freundinnen kennenlernen kann. Ein weiteres Objekt der Begierde ist eine wuchtige Bong aus New Orleans, die in der Annonce mit einem Warnhinweis versehen war: Vor übermäßigen Konsum wird gewarnt! Die Warnung bezieht sich aber weniger auf bewusstseinserweiternde Rauchwaren, sondern vielmehr auf die Bong selbst, die ein das Hirn zerstörendes Eigenleben führt ...

Inhaltlich wabert "Evil Bong" wie eine Schwade ausgeatmeten Lungenzuges über den Boden, sozusagen sanft und seicht, was ebenso für den Tiefgang des Werkes gilt. Die Erzählweise gleitet locker dahin, so dass es eine gute halbe Stunde der rund 80 Minuten kurzen Spielzeit dauert bis der erste der Verführung des Bongs zum Opfer fällt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Trips werden in psychedelisch angehauchten Zwischenszenen visualisiert, in denen die Benebelten mit nackten, sie umwerbenden Girls gezeigt werden; da werden Männerträume wahr. Es wird auch ein wenig rumgesuppt, große Effektszenen gibts jedoch nicht zu sehen – von kleinen ganz zu schweigen. Es wird immer schon vorher ausgeblendet oder nach einer Zwischensequenz mit fluoreszierend gestalteren Cannabisblätter einfach die nächste Schlüsselszene eingeleitet, was dem Ganzen ein comichaftes Flair verleiht.



Übergroß gekifft wird außer zu Beginn eher wenig. Die jungen Akteure agieren demnach wenig verpeilt und damit Genre untypisch, was den verschrobenen Charme solch verrückter Genre-Idole wie Cheech und Chong vermissen lässt. Allerdings hält Tommy Chong ("Viel Rauch um Nichts") die Fahne hoch, indem er in den letzten 20 Minuten als ehemaliger Besitzer der bösen Wasserpfeife dieser in extrem cooler Manier Paroli bietet. Wenn er zum Schluss tatsächlich die Bong besiegt, als neuer Rauchritter den Königsthron der Traumwelt einnimmt und dort mit Spielzeugautos auf den Kurven der Damen seine Runden fährt, dann hat das schon immens Stil.

Darüber hinaus werden einige sympathische, spritzige Ideen eingebunden, angefangen bei Dutzenden von Cameos von Figuren früherer Band-Filme wie dem bösen Clown aus der Kiste (Interner Link"Demonic Toys"), dem Interner LinkGingerdead Man oder dem mit einem Joint bestückten, schwarzen Krieger aus Interner Link"Doll Graveyard", welcher sich bei einer Sexszene einen runterholt. Weiter geht's mit Miniauftritten von Phil Fondacaro (der Kampfzwerg ist z.B. aus Interner Link"Bordello of Blood" bekannt) und Bill Moseley (Interner Link"TCM 2"). Dazu kommen unsinnig(e), aber teilweise lustige Szenen, wie des im Rollstuhl sitzenden Opas, der zu Beginn vor der Wohnungstür Terror macht. Nachdem er eingelassen wurde und proletenhaft Sprüche am laufenden Band geklopft hat, kommt auf seine frisch angeheiratete Dame zu sprechen, die sich später dann noch nicht als junge Schönheit herausstellt.
Wenn dann nämlich zu funkiger Musik ein halb vergammeltes Mütterchen durch die Tür schlurft, der Nerd sich vor zwei Schönheiten ziemlich blamiert und ein erwartete Paket mit geheimnisvoll klingenden Tonabfolgen untermalt angeliefert wird, sind das Augenblicke, die zwar banal sind, doch irgendwie wundervolle Filmmomente ergeben. Deswegen wirkt das ganze Unterfangen eher schräg und sympathisch anstatt böse und horrorbehaftet. Die Bong selbst ist eh kaum aktiv, weil sie vor allem unbewegt dasteht und ist auch sonst nur Mittel zum Zweck in einer Story ohne wirkliche Substanz: süßlich riechend und für den Moment des umnebelnden Dunstes aber doch äußerst angenehm, da auf seine Weise total chillig.



Zweck dieses Films ist auf jeden Fall zu unterhalten und das schafft er, jedenfalls für einen Charles Band, ganz gut. Nach einer inhaltlich etwas leer vorkommenden, aber unterhaltsamen halben Stunde geht's mit der Mischung aus schönen Schnecken, farbigen Flashs und lässiger Lockerheit ebenso entspannt weiter wie es angefangen hat. Die Atmosphäre ist bisweilen sehr eigensinnig - aber lustig. Wirklich platt wird es nicht, bizarrer dafür umso mehr. Das Szenario ist jedenfalls sehr originell, wenn auch für Freunde typischer Kifferkomödien zu uninteressant. Von den Klischees sonstiger Genrefilme ist eigentlich nur wenig übrig geblieben, was man gut finden kann oder auch nicht. Aber das macht "Evil Bong" eben aus. Der Nerd bekommt am Ende die schöne Frau, der Zuschauer ausreichend wohlgeformte Brüste zu sehen und alle haben die Gewissheit, dass man diesem Film auch unbekifft irgendwie eine Menge abgewinnen kann. Könnte aber auch genausogut in gediegenem Ambiente funktionieren, deswegen checkt es aus Homies!

Technisch wird die Veröffentlichung von Mr. Banker Films dem Film mehr als gerecht. Das Bild besticht durch eine kräftige und natürliche Farbgebung sowie einen ausgewogenen Schärfewert. Dies gilt ebenfalls für den Kontrast, der in hellen als auch dunklen Bildbereichen einen guten Eindruck hinterlässt. In dunklen Szenen nimmt der Detailgrad zwar ab, doch für einen Low-Budget-Film ist das Ergebnis gelungen. Das Bild ist sehr sauber und frei von Verschmutzungen und ein Rauschen ist in dezentem, aber wenig störenden Ausmaß vorhanden. Die Kompression sorgt in einigen Szenen für Unruhen, die durch leichte Artefaktbildungen sichtbar werden. Der gute Eindrucks des anamorphen Transfer überwiegt aber, 4 Punkte sind es also.



Der deutsche und der englische Ton liegen nur in Dolby Digital 2.0 vor, was für den Film völlig ausreichend ist. Sicherlich hätte der Anbieter auch einen Upmix erstellen können, aber das klingt in den meisten Fällen eh alles andere als optimal und hätte nur unnötig Platz auf der DVD benötigt. Die gut verständliche, deutsche Synchronisation ist wirklich gelungen, wenn auch in der Abmischung etwas übersteuert, was die Dialoge überspitzt und kratzig klingen lässt. Dies fällt besonders ins Gehör, wenn man die Lautstärke etwas anhebt. Wirklich beeinträchtigend ist es zwar nicht, doch hätte es bei der Endkontrolle auffallen und korrigiert werden müssen. Im Vergleich mit dem englischen Original fällt auch auf, dass die Titelmusik in der deutschen Fassung schneller läuft und damit der Sänger höher klingt, was vermutlich am PAL-Speedup liegt. Prinzipiell wird man mit beiden Sprachfassungen zufrieden sein, der Originalton ist aber wegen oben angesprochener Probleme natürlicher. Wer sich also an den übersteuerten deutschen Dialogen stört, kann die Originalfassung bei Bedarf auch mit deutschen Untertiteln anschauen.

Die Extras sind zwar nicht üppig, doch wird man als Fan von Full Moon mit zwei wirklich tollen Beiträgen verwöhnt. Es gibt ein 20minütiges Making of mit vielen Infos zur Entstehung von "Evil Bong". Neben einem Blick hinter die Kulissen kommen auch viele Beteiligte zu Wort. Besonders witzig sind die Interviewpassagen, in denen der Gingerdread Man als auch Eebee, die Bong zu Wort kommen. Ein echter Volltreffer ist allerdings der Mitschnitt von Charles Bands "Roadshow 2005". Band tourte mit Filmen und Merchandise durch die Vereinigte Staaten und inszenierte eine bunte Full Moon-Show. Neben diversen Verrücktheiten wie dem Miss Monsterbra-Wettbewerb inszenierte Band auf der Bühne mit dem Publikum noch kleine Filmszenen. Hier bleibt definitiv kein Auge trocken. Sogar William Shatner darf vor das Publikum treten und berichtet von einer äußerst schrägen Geschichte, die er mit Full Moon verbindet. Auch für die weiblichen Full Moon-Fans wurde gesorgt, schließlich durfte Bands Sohn Alex, der mit seiner Band The Calling auch in Deutschland einen Hit mit "Wherever You Will Go" hatte, eben diesen Somg live und unplugged vortragen. Leider gibt es keine Untertitel, was bei der Menge an Informationen schade ist. Abschließend gibt es noch den Originaltrailer sowie vier weitere Filmtrailer aus dem Programm des Anbieters.


Die Klasse der frühen Full Moon-Ära wird zwar auch mit "Evil Bong" nicht erreicht, ein Schritt in die richtige Richtung ist diese ulkige Verrücktheit aber allemal. Wo sonst gibt es eine sprechende Bong? Mal sehen, wie lange die Fortsetzung benötigt, um der Drogen konsumierenden Jugend ein weiteres mal aufzuzeigen, wie tödlich Kiffen doch sein kann. Technisch kann die DVD ebenso wie das Bonusmaterial überzeugen und sorgt dafür, dass "Evil Bong" für Freunde der schrägen Unterhaltung genau die richtige Veröffentlichung ist.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++/---


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