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UK 2008
Originaltitel:Donkey Punch
Länge:95:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Oliver Blackburn
Buch:David Bloom, Oliver Blackburn
Kamera:Nanu Segal
Musik:François-Eudes Chanfrault
SFX:Shanaullah Umerji
Darsteller:Jaime Winstone, Julian Morris, Tom Burke, Nichola Burley, Jay Taylor, Robert Boulter, Sian Breckin
Vertrieb:Universum Film / Ufa
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:12.05.2009 (Verleih) / 12.06.2009 (Kauf)
Specials:
  • Trailer: "Donkey Punch" (1:55 Min.)
  • Trailershow:
    • Crank 2 (2:04 Min.)
    • Transporter 3 (1:54 Min.)
    • Sukiyaki Western Django (1:51 Min.)
    • Deception - Tödliche Versuchung (2:11 Min.)
    • Diary of the Dead (1:38 Min.)
    • Passengers (1:51 Min.)
Die drei jungen und attraktiven Engländerinnen Lisa, Tammi und Kim verbringen auf Mallorca ihren Sommerurlaub. Auf der Suche nach der nächsten Party lernen sie Sean, Bluey, Josh und Marcus kennen. Nach anfänglichem Zögern begeben sie sich auf die Jacht der Jungs und fahren aufs offene Meer hinaus, um ungestört feiern zu können. Die Party entwickelt sich zu einer Drogen- und Sexorgie, was so lange gut geht, bis eines der Mädchen durch einen sogenannten Donkey Punch - einen Schlag aufs Genick, der die Lust steigern soll - ums Leben kommt. Was harmlos anfing, wird zum bitteren Ernst und plötzlich ist allen klar: Hier kommt keiner mehr unversehrt raus!
Unter einem "Donkey Punch" versteht man "im Volksmund" in erster Linie eine gleichermaßen gefährliche wie "sagenumwobene" Sexualpraktik, bei welcher der Mann seinen Partner (m/w) in der "Doggie Style"-Position anal penetriert und diesem unmittelbar vorm Samenerguss einen kräftigen Schlag ins Genick oder gegen den Hinterkopf verpasst, was zu Verkrampfungen sowie spastischen Muskelzuckungen bei der getroffenen (dann meist bewusstlosen) Person führen soll - u.a. auch im Bereich des Afters, wodurch das eingeführte Glied zusätzlich stimuliert sowie der sich entfaltende Orgasmus enorm verstärkt wird. Nicht nur in Anbetracht der damit unweigerlich verbundenen Verletzungsgefahr, sondern ebenso basierend auf Aussagen von fachkundigen Wissensträgern, welche die angebliche bzw. erhoffte Wirkung eines solchen Akts entschieden als "nicht zutreffend" einstufen und somit eindeutig entkräften, handelt es sich (demnach) primär um so etwas in der Art einer "urbanen Legende" - ist also beileibe keine gängige Praxis. Auf jeden Fall hat Filmemacher und Co-Autor Olly Blackburn einige dieser Vorstellungen und Sachverhalte aufgegriffen sowie als zentralen Auslöser einer zunehmend eskalierenden Ereigniskette in die Geschichte seines hier nun vorliegenden Regiedebüts mit eingebunden, welches sich in Genre-Fankreisen, hauptsächlich dank einiger Aufmerksamkeit sichernden Festival-Screenings, relativ schnell einen nicht unerheblichen Bekanntheitsgrad zu erwerben vermochte.


Gerade auf Mallorca angekommen, um Spaß zu haben, der grauen Eintönigkeit ihres Wohnorts Leeds für ein paar Tage zu entfliehen sowie einer aus ihrer Mitte in Gestalt dieses Trips darüber hinweg zu helfen, weitere Gedanken an ihren untreuen Ex-Freund daheim zu verschwenden, brechen die drei jungen Britinnen Lisa (Sian Breckin), Kim (Jaime Winstone) und Tammi (Nichola Burley) am Nachmittag von ihrem Hotelzimmer aus auf, um in den Bars, Gaststätten und Clubs der Umgebung eine möglichst blendende Zeit zu verleben. Irgendwann treffen sie im Zuge ihrer Tour durch die betreffenden Insel-Lokalitäten dann auf drei ebenfalls aus England stammende Männer ungefähr gleichen Alters: Marcus (Jay Taylor), Josh (Julian Morris) und Bluey (Tom Burke). Man merkt sofort, dass beide Kleingruppen auf verschiedenen Ebenen gut miteinander harmonieren - und so verwundert es kaum, dass sie sich kurzerhand einander anschließen und fortan gemeinsame Wege gehen.


Am frühen Abend, als man sich am Strand aufhält und die Frage nach den weiterführenden Plänen noch immer ohne einer konkreten Beantwortung geblieben ist, eröffnen ihnen die jungen Herren, dass sie sich in diesem Sommer als Crew einer schicken Motoryacht ihr Geld verdienen - und da diese momentan vom Besitzer nicht genutzt wird, könnte man den Tag ja dort auf gesellige Weise ausklingen lassen. Angesichts der verlockenden Art des Angebots sowie des sympathisch-reizvollen Auftretens der potentiellen Gastgeber, sagen die Mädels (einer bündigen Beratung folgend) dem Vorschlag zu und begleiten sie auf das geräumige wie kostspielige Vessel, wo sie Joshs älteren Bruder Sean (Robert Boulter) kennenlernen, der ein Tick verantwortungsvoller als seine Kumpels anmutet und daher auch an Bord geblieben ist, während die anderen zum Feiern an Land gingen. Als die Musik wenig später eine für den Hafen zu hohe Lautstärke erreicht, fällt spontan die (kollektive) Entscheidung, zwecks eines ungehinderten Fortführens der Party einfach ein Stück weit raus aufs ruhige Meer zu fahren.


Nach einer ganzen (u.a. mit Schwimmen, Flirten, Angeben, dem Reden über ausgefallene Beischlaftechniken sowie dem Konsumieren von Drogen verbrachten) Weile, haben sich bestimmte Pärchen unter den Anwesenden gebildet, worauf sich fünf von ihnen (ausgenommen die sich angeregt unterhaltenden Sean und Tammi) unter Deck ins "Master Bedroom" begeben - und zwar zwecks Sex im gegenseitigen Beisein. Anfangs filmt Josh die Akte der anderen nur per Camcorder - bis Bluey ihm "seinen Platz" bei (bzw. auf) Lisa überlässt: Angestachelt von den Erzählungen über den zuvor thematisierten (Titel-liefernden) "Lustverstärker" beschließt das jüngste und unerfahrenste Mitglied der Runde sodann, das Vernommene (quasi als Höhepunkt seines Treibens) einfach mal auszuprobieren - nur leider bricht der ausgeführte Schlag Lisa versehentlich das Genick, worauf man sich plötzlich mit einer Leiche sowie vielen Befürchtungen, Problemen und zu erwartenden Konsequenzen konfrontiert sieht ...


"Donkey Punch" eröffnet wunderbar inspiriert - nicht in Gestalt eines Ereignisses, mit dem man sich offensiv die Aufmerksamkeit des Publikums von Minute eins an zu sichern gedachte, sondern in Form eines ruhigen Augenblicks: Tammi, wie diese in der Badewanne ihres Hotelzimmers liegt und schweigsam hinauf gen Decke schaut. Gefolgt wird diese Impression, welche man durchaus als "die Ruhe vor dem Sturm" zu charakterisieren vermag, gar von einer noch besseren - nämlich als sie sich beim Rasierern ihrer Achselhöhle vorm Spiegel schneidet und einige Tropfen Blut fließen: Quasi eine erste "frühe Strafe" dafür, dass sie sich für ihre Umwelt (vorrangig im Hinblick auf das männliche Geschlecht) aufstylt, obwohl sie eigentlich ihrer gescheiterten Beziehung hinterher trauert und überhaupt nicht auf ein Flirt aus ist - ganz im Gegensatz zu ihren Freundinnen. Et voilà: Wir haben unser "Final Girl" - und das ist auch gut so, denn die von der talentierten wie angenehm natürlich agierenden Nichola Burley verkörperte Tammi ist mit Abstand die sympathischste und hübscheste des weiblichen Trios. Gemeinsam geht es daraufhin, wie "typische Partychicks" gekleidet und auftretend, auf die Piste - fernab der Heimat, wo keiner sie kennt und man im Prinzip anonym Spaß haben kann. Man rückt sich für die auf sie gerichteten Blicke ins rechte Licht, amüsiert sich, konsumiert Alkohol - und lernt so geradezu unweigerlich irgendwann einige "Jungs" kennen, mit denen die Chemie (u.a. Aussehen, Auftreten, Einstellung, ja selbst die Nationalität) zudem auf Anhieb stimmt. Wir, die Zuschauer, kennen diese Situation und Konstellation bereits - zumindest in ihren Grundzügen: Eli Roth hat sie uns in seinen Interner Link"Hostel"-Flicks schließlich sehr anschaulich dargelegt bzw. aufgezeigt. Nur liegt Mallorca nicht im finsteren Ostblock - und einigermaßen kultivierte wie gebildete Landsleute aus derselben Gesellschaftsschicht lassen nicht unbedingt sofort die lautesten Alarmsirenen ertönen. Es ist vorliegend ja auch tatsächlich so, dass kein einziger Beteiligter (per se) etwas Böses im Schilde führt - und dennoch wird die spätere Gefahr nicht "von außen" kommen.


Olly Blackburns Background im Musikvideo- und Werbeclip-Bereich kommt während der "Spaß-Phase" der Ereignisse auf dem Schiff richtig stark zur Geltung: Unterlegt mit einem stimmigen Soundtrack, weiß er ganz genau, wie man "spezielle Dinge" (à la wohlgeformte Körper, die moderne Yacht oder "Location" draußen auf dem Meer) attraktiv und ansprechend in Szene setzt, ihnen eine erotisch aufgeladene Aura verleiht - selbst wenn das solche (eigentlich ja nicht zu glorifizierende) Elemente wie "anregende Auswirkungen von Alkohol und Drogen" beinhaltet. Beschwingt von der zwanglosen und aufgeheizten (zwischenmenschlichen) Atmosphäre an Bord, dem Gerede über Sex sowie den konsumierten illegalen Substanzen in ihrem Blut, geht es dann zu fünft hinunter ins Schlafzimmer - zuvor bietet uns der Film allerdings noch einen cleveren Schlüsselmoment: Nach Blueys Erklärung, was denn ein "Donkey Punch" überhaupt sei, fragt eines der Mädchen: "What's in it for the girl?" Seine trockene Erwiderung: "I don't understand the question."
Auf mehreren Ebenen ein Volltreffer, dieser kurze Satz. Unter Deck nimmt jetzt also die lange wie freizügige "Mini-Orgie" ihren Lauf: Der Inszenierung glückt es, die fleischliche Lust der Beteiligten nahezu spürbar einzufangen, und diese Empfindung vermischt sich beim Sichten nun unabwendbar mit einem immer intensiver werdenden ungemütlichen (Suspense-) Gefühl, da man als Betrachter ja (allein vom Titel ausgehend) weiß, was in den kommenden Minuten mit Sicherheit geschehen wird - so als würde man (nach dem ruhigen "Aufstieg" des einleitenden Akts) nun oben auf dem Gipfel der ersten Erhebung einer Achterbahnfahrt angelangt sein und mit angehaltenem Atem gespannt hinunter in die abgründige Tiefe vor einem schauen. In einem Anflug von Übermut begeht der unerfahrene und in seiner Art geradezu unschuldig anmutende Josh nun also die Tat - die von Newcomerin Sian Breckin einigermaßen solide gespielte Lisa wird zum Opfer. Unabhängig der Gegebenheit, dass ich sie eher unsympathisch und unattraktiv fand, erwischte ich mich persönlich (besonders angesichts ihres offensiven Drogenkonsums sowie dem Beischlaf mit zwei Männern zur selben Zeit) durchaus bei dem Gedanken, dass sie das schon irgendwie selbst auf sich gebracht hat.


Inzwischen ist die Sonne untergegangen, der Rausch Ernüchterung gewichen, das Geschlechter-Verhältnis auf 4:2 angestiegen sowie das zentrale Drittel angebrochen. Sofort nach dem Realisieren der Situation, in der sie sich aktuell wie fortan befinden, beginnt die Abwägung und Erörterung möglicher Schritte: Kim und Tammi befinden sich zu dem Zeitpunkt noch in dem Glauben, dass ihre Freundin an einer Überdosis gestorben ist - doch existiert ja das gedrehte Video, auf welchem man den ausgeführten Schlag eindeutig sieht. Dieses Band behält Bluey (quasi als Versicherung) in seinem Besitz, u.a. weil er es war, der die Drogen ins Spiel gebracht hat. Jene Rolle, die Tom Burke hervorragend sowie mit einem teils unverständlichen britischen "Cockney"-Slang versehen darbietet, wird zunehmend entscheidender, interessanter und (vor allem) bedrohlicher. Seine Manipulationen und Schachzüge führen dazu, dass sich die eindringliche Lage stetig weiter zuspitzt. Es ist nämlich so, dass ein Preisgeben der Wahrheit für einige aus ihren Reihen "nicht gerade optimal" ausgehen würde: Josh käme wohl ins Gefängnis, was sein älterer Bruder Sean (passabel: Robert Boulter) verständlicherweise unbedingt verhindern will, weshalb er auch nicht primär für die "ehrliche Vernunft" Partei ergreift - und Marcus (Jay Taylor) würde man als Skipper gewiss ebenfalls mit in die Verantwortung ziehen.
Nicht nur da die Männer scheinbar etwas mehr zu verlieren zu haben, stufen sie die (aus ihrer Sicht allgemein als "Party-Mäuse" angesehenen) Frauen klar als "zweitrangig" innerhalb des Entscheidungsfindungsprozesses ein. Es wird also beschlossen, entgegen der Proteste der geschockten und verängstigten Mädels, die Leiche weiter draußen auf See (beschwert) im Wasser zu versenken, dann die Küstenwache zu informieren und den Behörden gegenüber anzugeben, sie sei nachts betrunken von Bord gefallen.


In dieser Phase des Geschehens gelingt es Blackburn vorzüglich, u.a. genährt aus Emotionen wie Furcht, Misstrauen, Wut und Paranoia sowie dem nun auf einmal beengten Setting der eigentlich relativ geräumigen Yacht, eine zum Schneiden dichte Atmosphäre zu generieren. Erwartungsgemäß werden untereinander zügig erste Allianzen geschmiedet - und im Folgenden auch genauso schnell wieder aufgelöst, wenn sich plötzlich eine (noch) bessere Alternative herauskristallisiert. Die Selbsterhaltung tritt in den Vordergrund - Freundschaften sind da zweitrangig. Statt sich (zumindest zeitweise) auf den Plan der Männer einzulassen und diese somit quasi in Sicherheit zu wiegen (schließlich kann man sich im Nachhinein ja noch immer an die Behörden wenden), fangen die Mädels allerdings umgehend zu protestieren und selbst offensiv zu drohen an, was die anderen natürlich unweigerlich (anwachsend) auf "unschöne Gedanken" bringt. Zwischen allen Personen, ganz egal auf welcher Seite, mit welchem Plan oder welchen (offenen oder verborgenen) Absichten, steigt die Spannung geradezu ins Unerträgliche - bis ein einziger Funke (bzw. in diesem Fall: eine einzige Aussage) das Pulverfass sprichwörtlich zur Explosion bringt und sich eine Klinge tief in die Brust eines jungen Menschen bohrt.
Von dem Punkt an entbrennt unter den Verbliebenen ein gnadenloser Kampf ums blanke Überleben - ausgetragen mit diversen in dieser speziellen Umgebung zu findenden Utensilien (wie einer Leuchtrakete oder gar einem Außenbordmotor) sowie klangvoll untermalt von einem effektiven Score des Franzosen François Eudes Chanfrault (Interner Link"À l'intérieur", Interner Link"Haute Tension"). Individuen, denen man zuvor eher wenig zugetraut hätte, entwickeln schlagartig eine ungeahnte Kraft und wachsen unter diesen fordernden Umständen über sich hinaus - und das in beide Richtungen, also sowohl gen guten als auch bösen charakterlichen Ausprägungen. Die Anteilnahmen des Publikums werden bewusst verfälscht: Bei Josh, den Julian Morris (Interner Link"Cry_Wolf") im Übrigen anständig verkörpert und der den Stein mit seiner (ungewollten) Tat ja erst ins Rollen gebracht hat, fällt das zum Beispiel am deutlichsten auf, denn trotz seiner Wandlung von einem eher passiven Mitläufer zu einem unverkennbar bedrohlichen Aggressor, bleibt seine auf den ersten Blick "harmlos" erscheinende Ausstrahlung über weite Strecken hinweg erhalten. Extremsituationen fördern halt oft unerwartete Dinge (Reaktionen, Verhaltenweisen etc.) zutage ...


Obgleich der dritte Akt der Zuschauermehrheit gewiss am besten gefallen dürfte, schlichtweg weil in diesem das meiste (in physischer Hinsicht) passiert, handelt es sich bei diesem nichtsdestotrotz um den insgesamt schwächsten - in erster Linie weil die psychologische Ebene jetzt vollends den altbekannten Klischees und Konventionen des Genres zum Opfer fällt. Statt sich weiter auf die angespannten wie fragilen Beziehungsgeflechte zu konzentrieren, treten die gängigen "Slasher Tactics" nun stetig kräftiger hervor: In regelmäßigen Abständen muss einer nach dem anderen seinem Schöpfer gegenübertreten - was eingangs mit einem "Unfall" (Lisa) und "Gefühlsausbruch" (Bluey) begann, mündet nun (in ansteigender Intensität und Ausgestaltung) in einer Aneinanderreihung "möglichst kreativ arrangierter" Todesarten sowie den zuspitzend zu diesen hinführenden Sequenzen.
Die eigentliche Suspense bleibt dabei unglücklicherweise und beinahe umfassend auf der Strecke, die Figuren verlieren ihre Individualität und dienen fortan nur noch dem "08/15-Zweck" von vergleichbaren Protagonisten in den meisten der typischen Horror-Flicks da draußen. Angesichts der eingeschlagenen (absehbaren) Bahnen sowie des grundsätzlichen konzeptionellen Schemas, mangelt es dem Umfeld des Showdowns umso gewichtiger an einem Twist bzw. einer echten Überraschung, die einen zum Schluss noch irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt. Leider wartet man auf etwas in dieser Art vergebens - und schlimmer gar: Nach dem unbestreitbaren Höhepunkt der Gewalteskalation läuft der Streifen noch etliche Minuten lang weiter. Entsprechend überschattet sowie fast schon antiklimaktisch mutet die Konfrontation der bis dato verbliebenen beiden Personen an. Versteht mich nicht falsch: Unterhaltsam bleibt das Gebotene allemal - bloß gegen Ende halt deutlich oberflächlicher und minder ungemütlicher als in den zwei Dritteln zuvor.


Die ihren angedachten Zweck dienlich erfüllende, "unverbrauchte" Besetzung, aus deren Runde Interner Link"Beowulf" Rays Töchterchen Jaime Winstone wohl die bekannteste sein dürfte, lässt sich einem jener Bereiche zuordnen, die bei dem auf High-Definition-Video vor der Küste Südafrikas gedrehten "Donkey Punch" am weitestgehendsten überzeugen können: Die jungen Schauspieler injizieren ihren recht zweckmäßig und nicht unbedingt ausgefeilt konzipierten Parts ein derart gutes Maß an Leben, dass einem diese nicht vollkommen egal sind, sondern man sich durchaus in ihre Lage (inmitten dieser außer Kontrolle geratenen Situation) zu versetzen vermag - womit sowohl die Männer als auch Frauen gemeint sind. Eigenen Angaben nach u.a. inspiriert von den Frühwerken Neil LaButes, verfassten Blackburn und sein Co-Autor David Bloom eine Story, welche einen harten (körperlichen wie mentalen) Geschlechterkampf in einem klaustrophobischen Setting auf hoher See präsentiert - im Prinzip nicht viel mehr als eine klassische, in mannigfacher Hinsicht irgendwo zwischen "Shallow Grave", "Very Bad Things" und "Dead Calm" angesiedelte "Morality"- bzw. "Cautionary-Tale", bei der die Gefahr keineswegs etwa "von außen" Einzug hält, sondern ausschließlich den eigenen Reihen entstammt. Das Tempo geht, trotz des gemächlichen Einstiegs, alles in allem in Ordnung - die beileibe keine falsche Scham kennende Inszenierung ebenfalls: Nicht umsonst erhielt der Film, bei welchem man sich dem Sex und der Gewalt (im Hinblick auf die Darstellung der betreffenden Momente) auffallend realistisch angenähert hat und der so erfreulicherweise nie zu einem vordergründigen Exploiter verkommt, in den USA sein "R"-Rating mit der Begründung "A scene of strong sexual content involving an aberrant violent act, graphic nudity, violence, language and drug use".
Warum ich dem Streifen, ungeachtet seines unzweifelhaften "Entertainment-Faktors", unterm Strich keine höhere Wertung zugestehe, ist weil er sich letzten Endes einfach nicht genügend von verschiedenen (bestimmten) konventionellen Strukturen des Genres abhebt. Eine Menge evidentes Potential wurde weder angezapft noch umgesetzt - demgemäß entließ mich die abschließende Einstellung, welche übrigens sehr schön an die allererste des Werks angelehnt wurde, leider nur mit einem eher zwiegespaltenen Gefühl in die Schluss-Credits.


Mit der ungekürzten DVD-Version von "Donkey Punch" liefert Universum Film zumindest auf technischer Seite eine gute Veröffentlichung ab- Das Fehlen von Bonusmaterial ist allerdings ärgerlich, weil lediglich ein Trailer geboten wird. Gerade bei diesem Film wäre ein Audiokommentar und ein kleines Making of sehr interessant gewesen. Dafür überzeugt das Bild auf ganzer Linie und bietet eine gute Schärfe, bei der auch einiges an Details offenbart werden. Zwar könnten die Szenen in Totalen etwas schärfer sein, doch dies bleibt dann wohl der Blu-ray-Variante vorbehalten. Dafür werden die Konturen sauber gezeichnet und der ordentlich arbeitende Kontrast sorgt für eine saubere Durchzeichnung mit der nötigen Plastizität. Zu Beginn spielt "Donkey Punch" noch am hellen Tag und bietet ein sehr brillantes, farbenfrohes und kräftiges Bild mit leichten, aber durchaus gewollten Überstrahlungen, bevor die Dämmerung einbricht und sich das Bild in dunklen Szenen behaupten muss. Dies gelingt dem Transfer ebenfalls tadellos und man muss nicht befürchten, dass nötige Details in der Dunkelheit absaufen. Lediglich Hintergrundrauschen lässt sich verstärkt wahrnehmen, was den Sehgenuss jedoch nicht schmälert. Die Kompression arbeitet ebenfalls sehr sauber. Trotz einiger weicher Einstellungen, den kräftigen, erdigen, aber als Stilmitteln eingesetzten Farbtönen und der leichten Körnung darf man sich auf ein durchweg gutes Bild freuen.
Beim Ton verhält es sich kaum anders. Neben der sehr sauberen Wiedergabe der Dialoge erfreut sich der 5.1-Mix einer überraschend guten Räumlichkeit. Zwar ist "Donkey Punch" kein Effektfilm, weil zu Beginn sehr ruhig und zurückhalten, er gewinnt aber zum Ende hin etwas an Schwung. Demnach überzeugt die Soundkulisse und die vielen Nebengeräusche sorgen für die nötige Atmosphäre. Auch der Score erstreckt sich auf alle Kanäle, bleibt aber etwas zurückhaltender, während Umgebungsgeräusche und kleinere Effekte für eine sehr weiträumiges Klangbild sorgen. Große Unterschiede zwischen der deutschen und englischen Sprachfassung gibt es nicht. Es lassen sich deutsche Untertitel einschalten.


"Donkey Punch" ist zwar kein Genre-Highlight, sollte aber dennoch Beachtung finden. Technisch muss sich die DVD jedenfalls nicht verstecken, das Fehlen von Bonusmaterial ist allerdings mal wieder sehr ärgerlich. Zumindest erscheint die DVD im Wendecover-Format ohne das lästige FSK-Logo.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus------


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