USA 1988
Originaltitel:Child's Play
Alternativtitel:Mörderpuppe, Die
aka. Bambola Assassina, La
aka. Jeu d'enfant
aka. Muñeco diabólico
aka. Laleczka Chucky
aka. Dziecieca zabawa
aka. Barne Leg
aka. De pop
aka. Child Play
Länge:83:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Tom Holland
Buch:Don Mancini, John Lafia, Tom Holland
Kamera:Bill Butler
Musik:Joe Renzetti
SFX:Apogee Productions
Darsteller:Catherine Hicks, Chris Sarandon, Alex Vincent, Brad Dourif, Dinah Manoff, Tommy Swerdlow, Jack Colvin, Neil Giuntoli, Juan Ramírez, Alan Wilder, Richard Baird, Raymond Oliver
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:1,85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Surround (Deu, En, Frz, It), Dolby Digital 2.0 Mono (Spa)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch, Polnisch, Niederländisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:07.12.2000 (Kauf)
Specials:
  • Original-Kinotrailer (1:57 Min.)

Mit der sprechenden Puppe Chucky erfüllt Karen Barclay ihrem Sohn seinen sehnlichsten Wunsch. sie ahnt nicht, dass sie damit einen grauenvollen Alptraum hervorbeschwört. Als kurze Zeit später Andys Babysitterin tot aufgefunden wird und danach weitere unerklärliche Morde geschehen, wird der Junge als Täter verdächtigt. Niemand glaubt ihm, dass Chucky der wahre Killer ist - bis es zu spät ist. Denn auch ohne Batterien ist Chucky putzmunter und von der Seele eines Massenmörders besessen, entpuppt er sich als das unzerstörbare Böse ...

Neben etablierter Horror- und Slasherreihen wie Interner Link"Halloween", Interner Link"Freitag der 13." oder Interner Link"Nightmare on Elm Street" führt "Chucky" schon fast ein stiefmütterliches Dasein, schaffte es bisher aber immerhin auf 4 Folgen, die qualitativ arg schwanken und erst mit Ronny Yus ironischer Reanimation wieder überzeugen konnten. Der Ursprung des fiesen Pinocchios entpuppt sich als zwar unterhaltendes gradliniges B-Movie, lässt aber ein Argument vermissen, warum die Puppe später in Serie gehen sollte.



Die Story beziehungsweise der Ursprung "Chucky" ist freilich phantastischer Natur, als die Seele des Killers Charles Lee Ray bei seinem Tod in eine kleine Puppe übergeht, die schon bald ein mörderisches Eigenleben entwickeln soll. Seinem neuen Besitzer, einem kleinen Jungen, tut er zunächst nichts, braucht er ihn doch für seinen teuflischen Plan, so dass alsbald ideale Opfer wie Babysitter das Zeitliche segnen dürfen. Auf Gore oder allgemein explizitere Darstellungen muss man dabei verzichten, spielt Regisseur Tom Holland doch lieber mit spätestens seit Interner Link"Halloween" bekannten Elementen, in denen der Mörder selbst nur als Schatten oder gar nicht zu sehen ist, um dann unerwartet, vorzugsweise in dunklen Räumen, zuzuschlagen.
So gruselig die ersten Minuten sind, in denen die Reaktionen der Puppe noch "normal" ausfallen, langsam aber abstrakte Ausmaße annehmen, so schnell entschwindet die Spannung aber, als wir wissen, dass diese durchaus selbstständig handeln und morden kann. "Chucky" verliert mit seinem schwarzen Humor und dem drolligen Aussehen seine gefährliche Aura und verwandelt sich zusehends in einen Durchschnittskiller, wenn auch mit eigenartiger Hülle. Schon bald entwickelt sich eine schwarze Komödie, in der es, auch dank der kurzen, gradlinigen Erzählweise, zu keinen Durchhängern kommt.

Hin und wieder wird dabei die Logik außer Kraft gesetzt (Wer reißt schon, nachdem er ein Lachen gehört hat, die nächstbeste Tür auf und feuert ausgerechnet in den Gasofen?), aber insgesamt überwiegen doch die dank der Gestik der Puppe auf eine perverse Weise unterhaltsamen Morde. Final wird's dann im trauten Heim noch mal etwas radikaler, da auch die Erwachsenenwelt inzwischen Notiz vom kleinen Unhold genommen hat, der dies nicht sonderlich begrüßt und einige Anschläge überlebt, um dann doch vorerst zu Plastikbrei zu schmelzen.
Schauspielerisch wird eher solide Kost geboten, auch wenn der kleine Junge, ausgestattet mit nervtötender Synchronstimme, in seiner Naivität etwas überzogen agiert. Der Rest bleibt routiniert und füllt seine Rollen aus, was zu heutiger Zeit in B-Movies schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.



Mit der deutschen DVD tut MGM der Fanschar, die über die 20 Jahren und 5 Teile sicherlich angewachsen ist, keinen großen Gefallen, da die technische Verarbeitung keineswegs ansprechend genug ist. Viel ließe sich bereits herausholen, wenn man das DVD in einer anamorphen Fassung auf DVD gebracht hätte. Selbst dann wäre aber noch viel Arbeit nötig, z.B. indem die Rauschfilterung weniger stark betrieben wird. Die führt zu sehr deutlichen Bewegungsunschärfen und verschliert das Bild etwas. Das hat ohnehin mit einer schwachen Grundschärfe (wenig Details, flache Konturen) zu tun. Viel bedeutender ist aber die minderwertige Farbdarstellung, die zu blassen, rötlichen Tönen auf Gesichtern neigt. Außerdem ist der Kontrast wenig leistungsfähig, was maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass das Bild matt und leblos aussieht. Selbst mit Altersbonus und trotz einiger Szenen, mit denen man zufrieden sein kann, ist das keine Veröffentlichung, mit der ein Major sich auf den Markt trauen sollte.

Gleich fünf Sprachen und eine Menge Untertitel finden Platz auf dieser Scheibe. Die Qualität ist bis auf die des Originaltons eher mäßig. Zwar liegen alle im Dolby Surround-Modus vor, aber besonders im Deutschen merkt man davon nichts. Mir ist kein Grund aufgefallen, die hinteren Boxen überhaupt aktiviert zu haben, es sei denn, man möchte zwischenzeitlich ein paar knisternde Geräusche und leise die Stimmen der Front hören. Die Klangqualität ist auch nicht besonders gut, die Dialoge klingen nämlich etwas muffig, unterdrückt und zischeln. Besonders hört man das bei den etwas raschelnden, unsauberen Musikeinlagen heraus. Im Englischen kann man zwar auch kein Klangwunder erwarten, aber die Klarheit ist wesentlich besser und man hört neben den Höhen auch etwas den Bass heraus. Es bietet sich also an, die englische Sprache von Anfang an einzustellen, auch wenn die Stimmen noch etwas dumpf verzerren.


Netter, berüchtigter Puppenslasher, der aber wohl eher Genrefans anspricht und ansonsten etwas überbewertet wird. Die Idee eine besessene Puppe als Mordinstrument gilt aber dennoch als relativ innovativ und zog drei Fortsetzungen nach sich. Dank Humor und Inszenierung ansehbar, aber Spannung und Gnadenlosigkeit lassen Wünsche offen.
Wer den Film unbedingt jetzt braucht, sollte nich viel Geld dafür ausgeben, weil die zwei bisher erschienen, baugleichen deutschen DVDs nicht viel Wert sind. Vielleicht verbessern sich Ausstattung und Qualität mal, wenn der Film von der Liste der indizierten Liste verschwindet und vielleicht sogar auf eine 16er Freigabe runtergestuft wird - sollte nicht allzu schwierig sein! In den USA ist bereits im September 2008 eine sehr gut verbesserte DVD erschienen, die darauf hoffen lässt.

Nachtrag 25.10.2011: Absofort ist der Film nicht mehr indiziert und wurde von der FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen.


Film: 3.5/6
Bild: 3/6
Ton: 3/6
Bild: 0.5/6



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