Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1991
Originaltitel:Pit and the Pendulum, The
Alternativtitel:Inquisitor, The
Länge:93:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Stuart Gordon
Buch:Edgar Allan Poe, Dennis Paoli
Kamera:Adolfo Bartoli
Musik:Richard Band
SFX:Greg Cannom
Darsteller:Lance Henriksen, Rona De Ricci, Stephen Lee, William J. Norris, Mark Margolis, Carolyn Purdy-Gordon, Barbara Bocci, Benito Stefanelli, Jeffrey Combs, Tom Towles, Jonathan Fuller, Geoffrey Copleston
Vertrieb:Retrofilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:kleine Hartbox
DVD-Start:24.08.2008 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:26 Min.)
  • Full Moon Videozone (13:43 Min.)
  • Trailershow:
    • Subspecies 1-4 (7:08 Min.)
    • Vampire Journals (2:28 Min.)
    • Zoltan (3:10 Min.)
    • Black Zombies from Sugar Hill (1:42 Min.)
    • Sore Losers (2:00 Min.)
    • Boogeyman (1:00 Min.)
    • Boogeyman 3 ( 0:24 Min.)
Die Inquisition unterdrück das Land. Hexenjagd, Folter und Mord im Namen der Religion - in den Verliesen von Großinquisator Torquemada wird der Tod zur Gnade. Maria wird als Hexe verhaftet. Von ihrer Schönheit fasziniert, schwankt Torquemada zwischen Lust und Keuschheit. Maria steht am Abgrund der Hölle ...
Zur Zeit der spanischen Inquisition, wir schreiben das Jahr 1492: im Namen der Kirche terrorisiert Großinquisitor Torquemada das Land. Als die Bäckersfrau Maria als Hexe verhaftet wird beginnt das psychische Gerüst von Torquemada - der in ihr die leibliche Verkörperung der Jungfrau Maria sieht - auseinander zu brechen, mit ihm sein totalitäres Regime ...



Wenn die Full Moon-Schmiede sich eines der bekanntesten Werke von Edgar Allan Poe annimmt, kann man davon ausgehen, dass wie bei so vielen Verfilmungen der literarischen Vorlagen auch nur Bruchstücke vorkommen. Hier ist es nicht anders, zumindest aber gibt es neben der Grube und dem Pendel etwas historischen Hintergrund, nämlich die spanische Inquisition des Mittelalters. Man muss sich aber vor Augen halten, dass Full Moon-Produktionen nicht unbedingt mit großem Budget ausgestattet sind, weswegen sich alles auf einem etwas einfacheren Niveau bewegt. Trotzdem ist die mittelalterliche Stimmung ordentlich eingefangen, insbesondere der Folterkeller ist mit seiner eisernen Jungfrau, "heißem Stuhl" und sonstigem Folterwerkzeug nett ausstaffiert. Aber auch sonst sind die Kulissen ansehbar - Charles Band stellte sogar sein echtes Schloss für die Dreharbeiten zur Verfügung. Man darf aber eben keine historischen Genauigkeiten erwarten oder Liebe zum Detail bei Kostümen und Bauten.

Dennoch sind die Anleihen an die damalige Zeit nett herüber gebracht, z.B. wenn die vermeintliche Hexe ihrem Scharfrichtern Schmuck gibt, damit dieser ihr vor dem Feuertod die Kehle abschnürt, um das Sterben zu beschleunigen. Oder aber der religiöse Fanatismus, mit dem die Eiferer des Glaubens vorgehen, teils angetrieben durch Frauenhass wegen Impotenz – all dies wird von Regisseur Stuart Gordon gewohnt augenzwinkernd aufgegriffen. Leider kommt so trotz ähnlicher Thematik zu vielen "Nunploitationern" kaum Härte auf, bisweilen wirkt das Ganze überzogen und comichaft, wie z.B. die Auspeitschung des Skeletts am Anfang. Zumindest erwartet man von einem Gordon-Film diesen Humor, wenn es auch nicht ganz passt, weil er diesen Stil nicht konsequent durchzieht. Lediglich seine oft kruden Effekte wird man vermissen, die ansatzweise vorhanden sind (Zunge abschneiden, Körperhalbierung durch das Pendel), richtig splattrig wird es aber kaum. Das ist sehr schade, denn das schätzt man bei den Stuart Gordon-Filmen so sehr, die Mischung aus schwarzem Humor und derben F/X.

Angezogen wird das Tempo in der zweiten Hälfte mit Verfolgungsjagden, Schwertkämpfe und die Szene mit dem Pendel, was alles nett anzusehen ist, wenn es auch nicht sonderlich spektakulär bzw. etwas aus dem Zusammenhang gerissen, ja bisweilen bruchstückhaft ist. Denn die erste eher gemächliche Hälfte fällt sehr dialogreich aus, weil sie die Personen einführt ohne wirklich die Geschichte weiterzuspinnen. Gordon setzt auf bewährte Personen, allen voran Jeffrey Combs, der hier in einer kleineren Rolle einen bebrillten Schreiberling der Inquisition spielt. Mit Lance Henriksen als Torquemada hat man eine perfekte, weil wirklich diabolische Besetzung gefunden. Henriksen merkt man sichtliche Spielfreude an, seine masochistisch-sadistischer Charakter ist ihm wie auf den Leib gepeitscht. Dass ein Star wie Oliver Reed dagegen eine so kurze Screentime hat, ist etwas schade, jedoch erinnert sein Tod an ein anderes Werk von Poe: "Das Fass Amontillado".



Gordon darf man eine gewisse Wahrung des eigentlichen Stoffes der Geschichte hoch anrechnen. Natürlich fehlt viel oder wurde umgeschrieben, damit es in diese Verfilmung passt, aber von den diversen Verfilmungen der Kurzgeschichte kommt diese sehr nah ans Original ran. Nur der fehlende Biss stößt etwas auf, weil man sich mehr davon bei dieser Thematik gewünscht hätte. Für Stuart Gordon-Fans ist das eine kleine Enttäuschung, für einen Full Moon-Film dagegen schon fast großes Kino, denn die Atmosphäre ist echt gelungen. Denn sieht man einmal vom nur in Schüben keimendem Spannungsbogen oder der mäßig fesselnden Erzählweise ab, kann der Film überdurchschnittlich unterhalten.

Technisch bietet die DVD von Retrofilm ein zufriedenstellendes Bild, das sowohl dem Alter des Filmes als auch dem geringen Budgets dieser Full Moon-Produktion angemessen ist. Der Kontrast liefert solide Werte, wenn auch Details in dunklen Szenen etwas absaufen und leichte Überstrahlungen in hellen Bereichen bemerkbar sind. Die Farbgebung darf als gelungen betrachtet werden und erfreut durch stets natürliche Töne. Sicherlich hätte dem Bild noch etwas mehr Farbsättigung gut getan, doch ist das Ergebnis in der jetzigen Form passend zur Stimmung des Films. Im Bereich Schärfe werden nicht immer überzeugende Werte erreicht, denn gerade in Totalen ist immer wieder ein Mangel an Details ersichtlich, während Nahaufnahmen deutlich besser aussehen. Dennoch erreicht das Bild nur selten eine überzeugende Plastizität. Ansonsten macht das Bild, abgesehen von einem leichten aber unproblematischen Hintergrundrauschen, einen ruhigen Eindruck, auch weil die Kompression sich meist unauffällig im Hintergrund aufhält.


Der O-Ton und die deutsche Synchronfassung liegen in Stereo vor. Im direkten Vergleich ist der einzige Unterschied ein leichtes Hintergrundrauschen in der deutschen Fassung. Ansonsten bieten beide Tonspuren einen ordentlichen Mix, in dem Dialoge, Effekte und Musik gut integriert sind. Die Dialoge klingen sauber und sind zu jeder Zeit gut verständlich. Störgeräusche sind keine vorhanden, dennoch hat sich in der deutschen Fassung ein kleines Manko eingeschlichen, denn in der 61. Minute wechselt der Ton kurzzeitig auf das englische Original. Betroffen von diesem Tonfehler sind knapp 3 Sekunden, also ein unproblematischer Zeitraum, was die Bewertung nicht negativ beeinträchtigt. So macht das Original letztlich zwar den besseren Eindruck, aber auch die deutsche Fassung stellt zufrieden.

Neben einer Trailershow und dem Originaltrailer zum Film befindet sich auch eine themenbezogene Ausgabe von "Full Moons Videozone" im Bonusbereich. Auf gewohnt werbelastiger Art gibt es einen kleinen Eindruck in die Entstehung des Films. Zwar bieten die eingestreuten Interviewsequenzen nur selten etwas Informationsgehalt, dennoch dürften die Einblicke in die Produktionsschmiede Full Moon für Fans von Interesse sein. Besonders erfreulich ist es, dass dieses Videozone mit einem deutschen Off-Sprecher ausgestattet wurde, wodurch sich Untertitel auch erübrigen.


Retrofilm bringt Stuart Gordons Version von Edgar Allan Poes "Die Grube und das Pendel" erstmalig ungekürzt auf einer ordentlich produzierten DVD in Deutschland heraus. Neben zwei kleinen Hartboxen gibt es eine stark limitierte große Hartbox. Egal, für welche Variante man sich entscheidet, man wird auf jeden Fall mit einem gelungenen Full Moon-Film belohnt.


Film++++--
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus+/----


Druckbare Version
NewsFull Moon-Titel von MIG / Movie Power
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.