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USA 1987
Originaltitel:Steel Dawn
Alternativtitel:Fährte des Siegers, Die
Länge:96:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lance Hool
Buch:Doug Lefler
Kamera:George Tirl
Musik:Brian May
SFX:Chris Pieterse, Joe Quinlivan
Darsteller:Patrick Swayze, Lisa Niemi, Anthony Zerbe, Christopher Neame, Brion James, John Fujioka, Brett Hool, Marcel Van Heerden, Arnold Vosloo, James Whyle, Russel Savadier, Joe Ribeiro
Vertrieb:MIG
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Surround)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:16.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (1:15 Min.)
  • US-Trailer (1:25 Min.)
  • UK-Trailer (1:40 Min.)
  • Making of (25:48 Min.)
  • Featurette (6:30 Min.)
  • Bildergalerie (18 Bilder / 1:30 Min.)
  • Trailershow:
    • Der Tank (2:39 Min.)
    • Bigfoot und die Hendersons (1:42 Min.)
    • Kabinett des Schreckens (1:24 Min.)
    • Oxford Blues (2:07 Min.)
In einer fernen, düsteren Zukunft, in der Wasser das kostbarste Gut ist, durchstreift der ehemalige Söldner Nomad (Patrick Swayze) die Wüsten der Erde. Bis er zur Farm von Kasha (Lisa Niemi) kommt. Sie und ihr Sohn Jux (Brett Hool) bauen eine Wasserpipline für die nahegelgenen Dörfer - denn Sie besitzt eine Quelle. Machtgierige Banditen wollen ihr das Land abjagen. Als Sho (Christopher Neame) Jux kidnappt, rechnet Nomad mit den Banditen ab ...
Nach dem durchschlagenden Erfolg der Interner Link"Mad Max"-Trilogie schossen die Epigonen vor allem im B-Bereich wie die Pilze aus dem Boden. Leider kam dabei nur selten Brauchbares heraus. Regisseur Lance Hools (Interner Link"Missing in Action 2: The Beginning", "One Man's Hero") Beitrag "Steel Dawn" kann selbstverständlich ebenfalls nicht an George Millers postapokalyptische Endzeitvisionen heranreichen, überzeugt dafür jedoch mit einer sorgfältigen Inszenierung, einem Auge fürs Detail und der nicht ganz ungeschickten Idee ausgerechnet Brian May (Schöpfer des Scores in Interner Link"Mad Max" und Interner Link"Mad Max 2") für den musikalischen Unterbau zu verpflichten. Leider reicht der hier nicht an die Arbeit für die Genreprimen heran. Einen, wenn auch nur durchschnittlichen Unterhaltungswert kann man dem Streifen trotzdem nicht absprechen.



Von der grundlegenden Prämisse gibt es selbstverständlich wenig bis gar nichts Neues zu berichten. Ein globaler Krieg hat die Erde in eine Wüste verwandelt, in der Menschen ums Überleben kämpfen. Ex-Soldat Nomad (Patrick Swayze, Interner Link"Road House", "Point Break") streunt ziellos durch die Wüste, findet seinen Platz aber bald an der Seite der Witwe Kasha (Swayzes Frau Lisa Niemi, "One Last Dance"). Doch der friedlichste Ort kommt nicht ohne die tyrannischen Bösewichte aus. Der heißt in diesem Fall Damnil (Anthony Zerbe, "The Omega Man", "Opposing Force") und will alle Siedler aus dem fruchtbaren Teil vertreiben, um sich allein als Herrscher über dir dortigen, versteckten Wasservorräte zu herrschen.

Das Endzeitthema verläuft grundlegend in den gleichen Bahnen wie diverse Italowestern der Siebziger rund um einen schweigsamen Fremden, der den Unterdrückten hilft und deswegen den Fieslingen Einhalt gebietet. Inhaltlich folgt "Steel Dawn" damit auch Interner Link"Mad Max 2", der das Thema ähnlich behandelte. Dafür hat Hools allerdings viel Vorstellungsvermögen, wie so eine Welt auszusehen hat. Nomad durchquert die Wüste, folgt dabei ehemaligen Eisenbahnschienen und kommt auch an einem längst versandeten Schiffswrack vorbei. Die Siedlung selbst sieht sehr karg und improvisiert aus. Ein Umstand, der solchen niedrig budgetierten Produktionen stets entgegenkommt, weil diese selbst zusammengezimmerten Unterkünfte sehr glaubwürdig rüberkommen.



"Steel Dawn" erfuhr trotz seines offensichtlich niedrigen Budgets seinerzeit auch eine sehr limitierte Kinoauswertung, hat das aber eigentlich nicht verdient, denn es mangelt ihm an einem Element, das dieses Genre nun mal ausmacht: harte Action. Zwar muss sich Nomad gleich in der Eröffnungssequenz auf tödliche und überraschend blutige Art und Weise einem Dutzend irgendwie sich aus dem Sand heraus- und wieder einbuddelnden Mutantenwesen erwehren, hat bis zum Schluss abseits von zwei Prügeleinen aber nur leider herzlich wenig zu tun. Der finale Showdown um Leben und Tod mit reichlich Wunden, überschäumenden Emotionen, Blut, abgehackten Köpfen, Staub und gut choreographierten Schwertkämpfen stellt zwar eindeutig das Highlight, kann aber nicht über die nahezu omnipräsente Actionarmut hinwegtäuschen.

Deswegen hält sich "Steel Dawn" an den zwischenmenschlichen Beziehungen seiner Figuren auf. Nomad diente nicht nur unter Kashas Ehemann, sondern geht mit ihr auch noch eine Beziehung ein und freundet sich, eine Art Vaterfigur darstellend, mit ihrem Sohn Jux (Brett Hool) an, weswegen Vorarbeiter Tark (Brion James, Interner Link"48 Hrs.", Interner Link"Tango & Cash") sich urplötzlich ins Abseits gedrängt sieht und verletzt von dannen zieht. Vorweg stellt man sich natürlich die Frage, ob man dem Mann Vertrauen kann, was der auch prompt unter Beweis stellt. Die Terrorbande zerstört zwischendurch die überlebensnotwendigen Einrichtungen der kleinen Siedlung, weswegen man sich halt alles wieder bei den Unholden ausborgt - eben die üblichen Ingredenzien des Genres.



Patrick Swayze agiert mimisch auf Sparflamme, gibt den wortkargen Fremden aber soweit befriedigend ab, nur ein paar Oneliner mehr hätten es sein dürfen. Ein Mel Gibson-Ersatz ist er freilich nie. Sein kurzer Karrierehöhepunkt (Interner Link"Ghost", "Point Break") sollte da schon nicht mehr allzu fern sein. Seine Frau Lisa Niemi sieht gut aus und verfügt über die üblichen Attribute einer begehrenswerten, ambitionierten Endzeitschönheit, Anthony Zerbe hat schon bösartiger chargiert, hat hier aber auch recht wenig Szenen und Brion James darf mal ganz ungewohnt abseits seiner exzentrisch-kultigen Maniac-Rollen eine "normale" Figur spielen, was er auch hinbekommt. Für den Genrefan ganz interessant ist die Besetzung der Nebenrollen. Ein noch ganz am Anfang seiner Karriere stehender Arnold Vosloo (Interner Link"Hard Target", Interner Link"The Mummy") als Henchman, John Fujioka ("American Ninja", "American Samurai") als Lehrmeister, sowie Christopher Neame ("Hellbound", "Project Shadowchaser III") als dessen Killer geben sich hier die Ehre.

Unterm Strich ist "Steel Dawn" soweit ein zufriedenstellender, wenn auch reichlich unspektakulärer und unter Actionarmut leidender Endzeitstreifen. Bleibt aber damit den interessierten Genrefans vorbehalten, denn die Kulissen, die Atmosphäre und die wenigen harten Kämpfe stimmen. Trotz prominenter Besetzung nur durchschnittliche Kost, weil die Verantwortlichen nur längst ausgelutschte Motive wieder rekapitulierten. Warum Swayze zwischendurch jedoch mitten in der Wüste sitzt und in einem Waschzuber badet, möge mir trotzdem mal jemand erklären.



Die MIG-DVD enthält erstmals die ungekürzte Fassung im Heimkinosektor, da lediglich diverse TV-Ausstrahlungen den doch eigentlich harmlos anmutenden Endzeitstreifen in seiner kompletten Fassung zeigten. Aus technischer Sicht ist das Bild zwar nicht perfekt, geht für einen 22 Jahre alten Film aber völlig in Ordnung. Gerade die dominierenden Braun- und Gelbtöne wirken sehr passend für das Szenario, wenn auch in einigen Szenen die Farbabstimmung nicht ganz passt. Die Schärfe fällt dagegen eher durchwachsen aus, da gerade innerhalb von Totalen deutliche Detailverluste vorhanden sind. Nahaufnahmen können dafür überzeugen. Der Kontrast gibt in hellen Szenen keinen Anlass zur Kritik, was aber nicht für dunkle Szenen gilt, denn in diesen werden viele Details verschluckt. Zudem ist in diesen Szenen ein auffälliges Rauschen vorhanden, was in hellen Bereichen nicht der Fall ist. Weiterhin fällt der Schwarzwert negativ auf, da dieser lediglich ein dunkles Grau erreicht. Immer wieder tauchen zudem analoge Defekte auf, die aber keine störenden Ausmaßen annehmen. Erfreulich ist, dass die Kompression sehr sauber ausfällt und dem Bild nicht durch Blockrauschen oder Artefaktbildungen schadet. Demnach ein solides, dem Alter entsprechendes Bild.

Auch der Ton hinterlässt sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchronfassung einen angenehmen Eindruck. Zwar gilt auch hier, dass der Film sein Alter nicht ganz verbergen kann, doch bis auf leichte Verzerrungen im Hochtonbereich des Score sind keine Defizite zu vernehmen. Dies liegt auch an der guten Surroundabmischung, die immer wieder die hinteren Boxen in das Geschehen mit einbezieht und so eine tolle Klangkulisse zaubert. Die Dialoge sind in beiden Sprachfassungen sehr gut zu verstehen und liefern zusammen mit dem Score und den Umgebungsgeräuschen einen vorbildlichen Mix. Einzig in Actionszenen hätte etwas mehr Dynamik dem Treiben gut zu Gesicht gestanden. Wie in den meisten Fällen ist die Originalfassung etwas natürlicher, doch steht ihr das deutsche Pendant ansonsten in nichts nach. Für alle, die sich den Film lieber im Original ansehen, stehen auch deutsche Untertitel zur Verfügung.


Das Bonusmaterial ist für einen Film dieser Art umfangreich ausgefallen. Angefangen mit drei Trailer-Varianten aus Deutschland, England und den USA, gibt es noch eine Bildergalerie mit den deutschen Kinoaushangfotos. Auf ein Making of kann man ebenfalls zurückgreifen, das zwar von einer Videokassette zu stammen scheint, aber einige Informationen zu Entstehung von "Steel Dawn" bereithält. In einer knappen Viertelstunde werden neben Interviews und Filmszenen noch einige Behind the Scenes-Aufnahmen geboten, wodurch das Making of auch wirklich diese Bezeichnung verdient hat. Ebenfalls ist ein Featurette vorhanden, das aber lediglich die Interviews des Making of in gestraffter Form wiederholt und demnach eher überflüssig ist. Abgerundet wird die Bonussektion mit vier Trailern kommender Highlights.

"Steel Dawn" ist ein rundum solide inszenierter Endzeit-Action-Abenteuerfilm, der passabel zu unterhalten vermag, dabei aber hinter seinen Vorbildern in diesem Genre zurückbleibt. Die DVD aus dem Hause MIG ist gut produziert und kann neben einem durchschnittlichen Bild und guten Tonspuren noch durch das vorhandene Bonusmaterial überzeugen.


Film+++/--
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus+++---


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Steel Dawn
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