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JP, USA 2008
Originaltitel:Tôkyô zankoku keisatsu
Länge:101:28 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Yoshihiro Nishimura
Buch:Kengo Kaji, Yoshihiro Nishimura
Kamera:Shu G. Momose
Musik:Koh Nakagawa
SFX:Yoshihiro Nishimura
Darsteller:Eihi Shiina, Itsuji Itao, Yukihide Benny, Jiji Bû, Ikuko Sawada, Kai Izumi, Mame Yamada, Ayano Yamamoto, Moko Kinoshita, Tsugumi Nagasawa, Maiko Asano, Daisuke Matsuki
Vertrieb:I-On New Media / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:29.05.2009 (Verleih) / 26.06.2009 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (4:59 Min.)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolf (2:07 Min.)
    • Body (1:37 Min.)
    • Dark Shadows (0:59 Min.)
    • Gnaw (1:45 Min.)
    • Guard Post (2:15 Min.)
    • Killing Ariel (2:55 Min.)
    • Manhunt (1:38 Min.)
    • Machine Girl (1:37 Min.)
    • Place of Darkness (1:51Min.)
    • The Chair (1:27 Min.)
Japan in einer nicht allzu fernen Zukunft:
Um dem Verbrechen schlagkräftig Einhalt zu gebieten wurde die Polizei privatisiert. Die "Tokyo Police Corporation" geht mit aller Härte gegen jede Form des Unrechts vor und kennt dabei nahezu keine Grenzen bei der Pflichtausübung. Doch eine Bande von Superschurken, genannt "Die Ingenieure", stellt die Polizei vor unlösbare Aufgaben. Mit Hilfe von Genmanipulation sind die Verbrecher in der Lage sich durch Mutationen zu fast unbesiegbaren Kampfmaschinen hochzurüsten. Nur die junge Polizistin Ruka scheint dieser Bedrohung gewachsen zu sein, denn sie hat nicht nur das Gesetz vor Augen, wenn sie auf ihre unbarmherzige Mutantenjagd geht. Der Anführer der Gen-Gangster hat ihren Vater auf dem Gewissen. Um Rache an ihm zu nehmen, muss sich Ruka jedoch erst durch ganze Gangsterhorden metzeln. Ein Weg, den sie all zu gerne in Kauf nimmt ...
3001 Kino Hamburg; nach der fast ausverkaufen Europapremiere von Interner Link"Machine Girl" hat sich der Saal etwas geleert, der vom ohnehin schon abgefahrenen Film begeisterte Rest wartet inbrünstig auf die Weltpremiere von "Tokyo Gore Police", dessen blutrünstiger Trailer schon Appetit auf den neuesten Output der Interner Link"Meatball Machine"-Macher machte – dieser mit von mir mit 2/6 Punkten bewertete, miserable Interner Link"Tetsuo"-Verschnitt stank unglaublicherweise gegen den Kracher "Tokyo Gore Police" gnadenlos ab. Den stelle man sich nämlich als Interner Link"Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV" vor - nur ohne Fäkalien, jedoch durchtränkter von blutigstem Gore, kruden Ideen und abgefahrener Storyline.



Alter Falter, hier wird nicht gekleckert sondern geklotzt, denn das "Gore" im Titel ist volles Programm. Weder die futuristisch anmutend gekleidete Polizei Tokyos noch die Engineer genannten Mutantenwesen machen Gefangene, vielmehr wird im Minutentakt amputiert, geköpft, aufgeschlitzt, zerschossen und püriert. Bereits im Vorspann während des Kettensägenduells zwischen einem Engineer, dessen Waffe mit seinem Arm verschmolzen ist, und unserer Heldin (die schnucklige Geisteskranke aus Interner Link"Audition"), eine Frau für alle Fälle, die im Auftrag der Polizei kommt, wenn's brenzlig wird, wird gezeigt, wo der Hammer hängt und wo er hinschlägt. Durch den Tod ihres Vaters traumatisiert, der durch ein Attentat während Demonstration gegen die Privatisierung der Polizei zutode kam, sucht sie als Polizistin nebenberuflich nach dem Mörder ihres Vaters. Erschwert wird dies durch sogenannte Engineers, im Grunde Mutantenwesen, die sich quer durch die Bevölkerung metzeln ...

Und wie! Die Splattereffekte sind extrem krude und durchtränken den Film blutig. Neben dem "Standardprogramm" wie explodierenden Köpfen, amputierten Gliedmaßen und Gedärme-Happenings wird ein Feuerwerk an wahnwitzigen Absurditäten aufgefahren. Der im Trailer etwas seltsam wirkende Blick auf eine Frau, die statt eines Unterleibs ein Krokodilmaul hat, ist nur einer dieser "Geistesblitze" und Bestandteil der Ideen rund um das Aussehen der Engineers. Immer wenn diesen Menschen, denen ein organischer Schlüssel im wahrsten Sinne eingeführt wurde, wodurch sie stark verletzt werden (z.B. Abtrennung einer Gliedmaße), dann mutieren die betroffene Stelle und der Infizierte gleich mit.



So kommen einige schön abgedrehte Kreaturen heraus, die wesentlich cooler wirken als die Kämpfer von Interner Link"Meatball Machine": Die Krokodilfrau ist bereits schön gemacht, dann gibt es noch einen Mann mit einer riesigen Penispistole, einem Gliedmaßtrommelgewehr(!) & vieles mehr. Die Kämpfe zwischen Polizei und den Engineers sind zahlreich und gut choreographiert; immerhin überwachte Stunt-Choreograf Tak Sakaguchi das Ganze, der auch schon bei Interner Link"Versus" und Interner Link"Azumi" gute Arbeit leistete.

Ganz im Stil von Interner Link"Meatball Machine" geht es knallig, bunt und spacig zu. Fast schon comichaft übertrieben gestaltete Regisseur Yoshihiro Nishimura, F/X-Mann von Interner Link"Machine Girl", die Farbgebung der Kostüme und der Sets, die auch einige DarkFuture/Cyberpunk-Stellen mit apokalyptisch anmutenden Szenarien umfassen. Allein dadurch wird das Ganze ziemlich schrill und trotz seiner fast 2 Stunden Lauflänge zu keiner Minute langweilig, wenn es auch eher ruhigere Momente gab, die bisweilen etwas melancholisch sind. Denn wie bei Interner Link"Machine Girl" ist auch die Hintergrundgeschichte um die verlorenen Familienmitglieder etwas rührend, wird jedoch im Gegensatz zu diesem oberflächlicher eingebaut, so dass sie selten mehr als nur ein Bestandteil dieses gut durchgeschüttelten, psychedelischen Cocktails ist.

Die Rachegeschichte wird interessant, sehr abwechslungsreich und zügig erzählt. Es geht u.a. in einen S/M-Club mit mutierten Stripperinnen voller Überraschungen. Eine derartig coole Figur wie den Gezüchtigten im Latexoutfit, der auf allen vier Stümpfen robbt, habe ich jedenfalls lange nicht gesehen. Und als sich das Ungetüm später mit Klingen bestückt einem spektakulären Kampf stellt, war ich nur noch Baff. Übrigens einer der wenigen Effekte, die mit CGI realisiert wurden, denn die mitunter pornographischen Goreeffekte sind zum allergrößten Teil ordentliche Handarbeit.



Eihi Shiina sieht superlecker aus und macht ihre Sache als traurige Rachezüglerin recht ordentlich, auch wenn man bei "Tokyo Gore Police" bloß eines nicht erwarten sollte: fähige Darsteller. Der Großteil ist eh Kanonenfutter und wird früher oder später zerschnetzelt - die süße Eihi Shiina macht sie alle. Im knackigen Lederoutfit passt sie sich dem leicht futuristisch angehaucht gekleideten Polizisten an, deren Führungsriege per an Interner Link"Starship Troopers" angelehnter "Werbung" neue Streitkräfte rekrutiert. Unter den fiktiven Commercials befindet sich übrigens auch die kunterbunte, aber bitterböse Werbung für Messerklingen, die f+r Suizid besonders geeignet sein sollen.

Die Liste an Skurrilitäten ist ellenlang, man muss es wohl mindestens zweimal gesehen haben, um alles aufzunehmen, was hier einem entgegengeschleudert wird! Freunde brachial-blutiger Nipponkracher, die keine Probleme mit Trash und Übermut haben, werden hiermit den besten Spaß seit Interner Link"Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV" haben!

Da schon das Splatter-Feuerwerk Interner Link"Machine Girl" bei I-On erschien, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich das Kölner Label auch noch die Lizenz von "Tokyo Gore Police" besorgte, um wieder ein Splatter-Highlight auf die gierende Meute loszulassen. Was den ganzen Spaß jedoch etwas verdirbt, ist der Hintergrund, dass die FSK mit dieser Ansammlung abstrusen Ideen überhaupt nicht klar kam und sage und schreibe knapp 8 Minuten geschnitten werden musste, um eine Freigabe zu erhalten. Zwar bietet die deutsche Veröffentlichung immer noch genug Action und Blut, doch nicht jeder Schnitt ist geschickt angestellt, weswegen geübte Augen schnell merken, in welchen Szenen etwas fehlt. Es ist aber wohl davon auszugehen, dass früher oder später eine Unterlizensierung stattfinden wird, die den Film ungeschnitten über Österreich in seiner vollen Pracht präsentieren wird. Somit ist "Tokyo Gore Police" in der vorliegenden Fassung zwar genießbar, aber gemessen an den vielen Schnitten nur bedingt zu empfehlen.



Zumindest ist die DVD aus dem Hause I-On aus technischer Sicht sehr ordentlich produziert wurden. Das Bild liegt im anamorphen Originalformat vor und weist diverse Stilelemente auf, die sich vor allem in der Farbgebung wiederfinden. Die Farben sind in ihrer Intensität stark überzogen, was dem Film ein passendes Comicflair verleiht. Aus diesem Grund dominieren trotz der blutigen Eskapaden eher warme Farbtöne. Der Kontrast ist sehr ausgewogen und überzeugt sowohl in hellen als auch dunklen Bildbereichen. In einigen dunklen Szenen ist starkes Rauschen vorhanden, das die ansonsten gute Schärfe beeinträchtigt und die Detailzeichnung etwas an Qualität verlieren lässt. Da diese Szenen aber nur einen kleinen Zeitraum der Gesamtspielzeit für sich beanspruchen und der Rest meistens gute Werte liefern, kann man noch ein Auge zudrücken und 4,5 Punkte vergeben. U.a. auch, weil die Kompression ruhig im Hintergrund arbeitet und auch kein Ghosting oder anderweitig negative Faktoren in Erscheinung treten.

Beim Ton sieht es etwas anders aus, denn wie so oft bei Titeln asiatischer Herkunft werden die Möglichkeiten einer Dolby Digital 5.1-Spur nur beschränkt genutzt. Zwar sind sowohl die japanische Originalfassung als auch der gut synchronisierte deutsche Ton in der Abmischung kräftig und lassen keine Kritik in der Verständlichkeit aufkommen, doch wirken beide Tonspuren etwas auf die vorderen Lautsprecher gedrängt, was das Potenzial einer raumfüllenden Klangkulisse mindert. Das ist nicht nur ein Problem der deutschen Fassung, denn bereits der Originalton, zu dem man auch deutsche Untertitel hinzuschalten kann, nutzt in vielen Szenen lediglich die Front. Dennoch klingen beide Tonspuren nicht einfach nach Stereo, wofür allein die vorhandene Dynamik sorgt. Auch sind einige Effekte in actionreichen Szenen auf den hinteren Boxen zu finden, womit etwas Ausgleich geschaffen wird. Die deutschen Untertitel sind im Übrigen eine Übersetzung des Originals, welches sich etwas von der Synchronisation unterscheiden.

Extars sucht man bis auf den Originaltrailer und eine obligatorische Trailershow vergeblich. Bleibt somit nur zu hoffen, dass man sich in der Alpenrepublik nicht allzu viel Zeit mit einer Uncut-Fassung lässt, damit diese Filmgranate in vollen Pracht im Heimkino explodieren kann.


Film++++++
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus/-----


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News"Tokyo Gore Police" - Dragon bringt ungekürzte Fassung im Mediabook
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