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USA 2002
Originaltitel:Equlibrium
Alternativtitel:Librium
Länge:102:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kurt Wimmer
Buch:Kurt Wimmer
Kamera:Dion Beebe
Musik:Klaus Badelt
SFX:Gerd Feuchter
Darsteller:Dominic Purcell, Christian Bale, Sean Bean, Christian Kahrmann, John Keogh, Sean Pertwee, William Fichtner, Angus MacFadyen
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar von Regisseur (Engl. ohne UT)
  • Audiokommentar von Regisseur und Produzent (Engl. ohne UT)
  • Blick hinter die Kulissen (ca. 4 min. mit dt. UT)
  • Darsteller- und Crewinformationen als Textdatei zum Ausdrucken:
    • Christian Bale
    • Sean Bean
    • Taye Diggs
    • Emily Watson
    • Jan De Bont (Produzent)
  • Trailer
  • Trailershow
  • Der besondere Filmtipp
  • Highlight im Internet
Gefühle werden in Libria, einem düsteren Ort in der Zukunft, mit aller Härte bestraft. Jegliches Vergnügen ist den Menschen verboten. Das Volk wird zum Konsum der Droge Librium gezwungen, damit es kontrollierbar und manipulierbar bleibt. Jeder, der sich dieser Anordnung widersetzt, wird sofort ausgelöscht. Librias Volk vegetiert im permanenten Dämmerzustand und Elite-Offizier John Preston (Christian Bale) überwacht den verordneten Volksrausch. Bis er eines Tages seine eigene Dosis Librium absetzt. Als einstiger Verfolger sämtlicher librischer Gesetze wird er nun auf einmal selbst zum Verfolgten. Doch mit nun "neuen" menschlichen Regungen könnte Preston der Einzige sein, der das totalitäre System zu Fall bringen kann. Wären da nicht seine Gegner, die sich bereits auf seine Fährte gesetzt haben ...
"Wer glücklich ist, wird eingesperrt. Wer weint, unnachgiebig verfolgt."

Nie wieder Krieg, nie wieder Hass, der totale Weltfrieden ...
Zugegeben, dies ist ein Gedanke, den jeder Mensch schonmal hatte. Aber leider ist er nicht wirklich realisierbar, denn jeder Mensch ist ein Individuum mit Gefühlen. Diese Gefühle lassen Liebe, Freude und Trauer zu, aber auch Zorn, Wut und Hass. Wie sollte man also den Frieden sichern, wenn jeder Mensch im Grunde eine tickende Zeitbombe ist?
In "Equilibrium" ist dies ganz einfach: man zerstört einfach die Wurzel allen Übels, um dafür zu sorgen, dass es nie wieder Krieg, Gewalt und Diktatoren gibt. Die Krankheit, die es in Kurt Wimmers SF-Action-Spektakel zu heilen gilt, nennt sich Emotion...

"Equilibrium" erinnert in seiner Struktur an Filmen wie Georg Orwells "1984" oder Interner Link"Fahrenheit 451", vermeidet es aber strickt, diese Filme einfach platt zu kopieren, sondern stellt ein eigenständiges und zum Teil deprimierendes Werk da, welches in jeder Hinsicht mehr als nur überzeugen kann und eine düstere Zukunftsversion darstellt, wie sie schlimmer nicht sein kann. Zwar gibt es keine Kriege mehr und alle Leben in Frieden und vorgegaukelter Harmonie, aber die Menschheit unterliegt einer militärischen Kontrolle und das ganze Szenario erinnert mehr an die damalige Hitlerära denn an eine Zukunft, die den Menschen wirklich glücklich macht. Aber das ist es ja, die Menschen sollen ja nicht fühlen; wer trotzdem fühlt, wird als Sinnestäter hingerichtet (verbannt, oder vergast). Geführt werden die Menschen in Libria von ihrem Vater, den niemand wirklich gesehen hat und in Wirlichkeit nichts anderes ist als ein Diktator, der allgegenwärtig ist und den Bewohnern Librias seine Botschaften in jeder Minute an jedem Ort einflößt. Ein System, was funktionieren muss, niemand hat einen freien Willen und alle fügen sich diesem Regime aus Lügen und Korruption, in welchem man den Menschen die Droge Prozium spritzen muss um ihre Gefühlsregungen zu unterdücken und sie somit zu nichts weiter als emotionslosen Marionetten für ihren Diktator machen.
Die Wenigen, die in "Equilibrium" ihre Droge abgesetzt haben, spielen das Spiel mit oder gehören zu den Rebellen in der Außenwelt, die von den Klerikern, einer Spezialeinheit, gejagt werden, wozu auch unser Hauptcharakter John Preston (Christian Bale) gehört. Hier wird die Scheinheiligkeit sehr deutlich, man erzwingt Frieden mit Gewalt und die Stimme des "Führers" trichtert den Menschen Tag für Tag ein, wieso Emotionen schädlich sind, nur um sie unter Kontrolle zu haben.

"In den Hongkong-Actionstreifen kam man darauf, dass, wenn ein Mensch zwei Hände hat, er auch zwei Waffen benutzen könnte, aber mehr war da nicht ..." (Kurt Wimmer)

Kurt Wimmer inszeniert hier einen sehr düsteren, mit vornehmlich kalten Farben geprägten Endzeitfilm, in der die Menschen nicht besser dastehen als die Nazis im Dritten Reich. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch einige Symbole wie z.B. die Fahne des Staates, die nur eine abgewandelte Form eines Hakenkreuzes darstellt. Kurt Wimmer setzt sich in "Equilibrium" durchaus kritisch mit totalitären Regimen und der Gefühlslosigkeit der Welt auseinander, bietet nebenbei aber auch einen Actionfilm der Superklasse. Es wird uns hier zwar nicht gezeigt, was wirklich neu ist und viele Kritiker sehen in ihm immer den "Matrix"-Klon, was aber nicht so ganz nachvollziehbar ist. Die klasse choreogeografierten Shootouts, die mehr Kunst als alles andere sind, waren bestimmt nicht erst seit "Matrix" bekannt und sowas wie die "Bullet Effects" gibt es hier zum Glück erst gar nicht zu sehen. Wenn, dann erinnern die Actionszenen mehr an Interner Link"Desperado" und den Filmen John Woos. Hier wurde extra eine neue Kampftechnik entwickelt, die dem Regisseur schon seit langer Zeit im Kopf umherschwirrte.
Bei der (Film-)Kampftechnik Gunkata "The art of Guns" handelt es sich um eine neuartige Kampfsportart, bei der die westliche Feuerkraft mit fernöstlicher Körperbeherrschung kombiniert wurde. "In den Hongkong-Actionstreifen kam man darauf, dass, wenn ein Mensch zwei Hände hat, er auch zwei Waffen benutzen könnte, aber mehr war da nicht. Ich fragte mich immer, ob man das nicht weiterentwickeln könnte, denn niemand zuvor benutzte Feuerwaffen während eines Kampfes, aber eigentlich ist es die perfekte Körperergänzung ..." so Kurt Wimmer in einem Interview. In "Equilibrium" ist die Waffe kein Ergänzung zum Kamfpsport, sonst hätte man sich auch einen der unzähligen 08/15-Actionfilme anschauen können - nein, hier wird gleichzeitig gekämpft und geschossen, was verdammt cool und stylisch aussieht.
Mit Christian Bale ("American Psycho") als Kleriker hat man ein absolutes Glückshändchen bei der Besetzung des Hauptcharakters bewiesen und er spielt seine Rolle sehr intensiv und überzeugend. Ob als eiskalter Killer zum Anfang oder als Mensch, der seine Dosis Porzium absetzt und Gefühle wie die erste Berührung einer Schneekugel oder der Klang von Beethovens Sinfonien kennenlernt. Dies sind erhabene Momente im Film und zeigen, dass Bale ein talentierter Schauspieler ist. Besondern interessant ist das Hin und Her zwischen Gefühlsmenschen und Tötungsmaschinen, was man besondern dann zum Ausdruck kommt, als er den Rebellen bei der Flucht hilft, sie jedoch unwissend mitten in die Arme seiner Einheit treibt und mitansehen muss, wie die Rebellen hingerichtet werden. Es gibt viele Fantastische Szenen im Film, die fast immer glaubwürdig rüber kommen, auch wenn es einige Regiefehler in puncto "Emotionen" gibt und einige Handlungstränge nicht komplett zu Ende gesponnen werden, worüber man aber bei diesem visuellen Overdrive hinwegsehen kann und die Löcher im Plot kaum ins Gewicht fallen.
Regisseur Kurt Wimmer und Produzent Jan de Bont zeigen, dass man nicht 200 Millionen Dollar braucht um ein utopisches Meisterwerk zu inszenieren und so reichen knapp 20 Millionen Dollar aus, die dieser Film verschlungen hat, der im Übrigen im Berliner Olympiastadion und in der Deutschlandhalle gedreht wurde. Schade ist nur, dass der Film weder in Amerika noch in Deutschland in die Kinos kam, was wohl an Dimensions Film lag, die ihm nicht zugetraut hatten, gegen potentielle Blockbuster zu bestehen. Schade eigentlich und daher kein Wunder, dass er seine Kosten kaum einspielen konnte.

Vor kurzem haben wir den Film und die Muster von Highlight Video bereits vorgestellt, nun folgt an dieser Stelle nun die komplette Bild-, Ton- und Bonusmaterial-Bewertung. Die DVD enthält ebenfalls die ungeschnittene Version des Films im anamorphen Widescreen-Format von 2,35:1. Beim Bild ksm erstmals das neue Encodingverfahren "HD2 - High Def Direct" zur Anwendung, bei dem das HDTV-Signal mit 1080 Zeilen direkt zum Mastern der DVD genutzt wird, ohne es vorher in ein "nur" 576 Zeilen umfassendes Digital-Betacam-Material runterzurechnen. Hört sich gut an? Ist es auch. Das Bild ist wirklich hervorragend geworden ist. Das einzige Manko ist ein leichtes und seltenes Hintergrundrauschen, ansonsten stimmt einfach alles. Ein perfekter Kontrast und eine hervorragende Schärfe. Die kühlen vom Regisseur gewollten Farben kommen gut zur Geltung und verleihen dem Film einen unglaublichen Look. Die Detailschärfe ist spitze und man bietet uns hier ein absolut plastisches, fast dreidimensionales Bild, so und nicht anders macht DVD Spaß.
Auch die Dolby Digital 5.1-Spur ist grandios. Hier werden durchgehend alle Kanäle genutzt, seien es dezente Umgebungsgeräusche oder knallharte Schusswechsel. Die Dialogverständlichkeit ist nahezu perfekt und auch der Bass bekommt hier ordentlich was zu tun und ist nicht nur bei den Actionszenen, sondern auch bei der Musik immer im Einsatz. Der DTS-Ton ist im Ganzen lauter, hat ansonsten nicht viel mehr als bei Dolby Digital-Spuren zu bieten. Der englische Track ist im Dialogbereich etwas zu leise ausgefallen, unterscheidet sich ansonsten aber nicht von der deutschen Fassung. Deutsche Untertitel können optional zugeschaltet werden.
Als Bonus gibt es dann noch jeweils einen separaten Audiokommentar vom Regisseur Kurt Wimmer und einen, in dem Wimmer mit dem Produzenten Lucas Fostert zusammen den Film kommentiert. Beide sind sehr interessant, wurden aber leider nicht deutsch untertitelt. Weiterhin gibt es noch kurz 5 Bio- und Filmografien von Cast und Crew, welche man per DVD-ROM auch ausdrucken kann. Der Blick hinter den Kulissen erweist sich mit knapp 4 1/2 Minuten recht kurz und viel zu Werbe lastig, hier hätte man sich ein richtiges Making of und Interviews gewünscht. Dann gibt es noch den obligatorischen Trailer und eine Trailershow mit 5 weiteren Filmausschnitten aus dem Highlight Video-Programm, sowie den besonderen Filmtipp, der diesmal Interner Link"The Hours" ist.

"Equilibrium" ist ohne Frage ein toller Film, hoffen wir einmal dass er in den Regalen der Kaufhäuser nicht untergeht, denn Bild und Ton sind hier Referenz und daher nicht nur für Heimkino-Freaks eine Pflichtanschaffung. Beim Bonusmaterial sieht das schon wieder etwas anders aus. Kaum Extras und bei den Audiokommentaren fehlen die Untertitel. Trotzdem ist die Scheibe technisch gesehen ein "must have"-Titel und toppt die US-DVD allemal. Wirklich löblich ...


Film+++++-
Bild++++++
Ton++++++
Bonus+++---


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