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IT 1981
Originaltitel:Ultimo Squalo, L'
Alternativtitel:Last Jaws - Der weiße Killer, The
aka. Great White, The
aka. Last Jaws, The
aka. Shark
aka. Mort au large, La
aka. Tiburon 3
aka. Ultimo tiburon, El
aka. Last Shark, The
Länge:83:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Enzo G. Castellari
Buch:Ugo Tucci, Marc Princi, Vincenzo Mannino
Kamera:Alberto Spagnoli
Musik:Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
SFX:Antonio Corridori
Darsteller:James Franciscus, Vic Morrow, Giancarlo Prete, Ennio Girolami, Stefania Girolami Goodwin, Massimo Vanni, Fabio Balini, Don Devendorf, Gianluca Donnini, Bill Eudaly, Billy Fields, Lance Hilliard
Vertrieb:Eyecatcher Movies
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für gekürzte Szenen
Verpackung:kleine Hartbox
DVD-Start:30.05.2009 (Kauf)
Specials:
  • Bildergalerie (29 Bilder / 2:25 Min.)
  • Trailershow:
    • Racket (3:45 Min.)
    • Ausbruch zur Hölle (2:56 Min.)
    • Spasmo (2:57 Min.)
    • Der Vernichter (1:05 Min.)
    • Nightmare Beach (2:42 Min.)
    • Asphalt-Katze (2:46 Min.)
    • The Child (3:03 Min.)
    • Die Gewalt bin ich (3:33 Min.)
    • Die Ratten von Milano (3:42 Min.)
  • Hidden Feature
In South Bay soll eine große Windsurf-Regatta stattfinden. Die Elite der jungen Teilnehmer ist eifrig am trainieren. Plötzlich ist einer der Teilnehmer, der sich zu weit auf das Meer hinaus gewagt hat, spurlos verschwunden. Man befürchtet, dass er von einem Hai angefallen worden ist. Die Bewohner des Städtchens teilen sich in zwei Lager. Die einen wollen die Regatta aus Sicherheitsgründen verhindern, die anderen befürchten massive finanzielle Einbußen bei einer Absage. Erst die Wahrheit kann wieder alle vereinen: Ein riesiger weißer Hai, ein Killer ohne Gnade treibt sein Unwesen vor South Bay! Und er kommt näher ...
Der weltweite Erfolg von Interner Link"Jaws" veranlasste die italienischen Studios natürlich schnellstmöglich hastig und günstig heruntergekurbelte Plagiate im Fahrwasser zu platzieren. "The Last Jaws - Der weiße Killer" zieht sich im direkten Vergleich besser aus der Affäre als beispielsweise Lamberto Bavas Flossenhorror-Graupe Interner Link"Der Monster-Hai" oder Joe D'Amatos Schmu "Shakka - Die Bestie der Tiefe". Von einem guten Genrefilm zu schreiben, wäre dennoch vermessen, spult Enzo G. Castellari (Interner Link"Keoma", Interner Link"Ein Haufen verwegener Hunde"), bekanntlich ein begabter Mann seiner Zunft, das an akuter Ideenarmut krankende Drehbuch doch merklich halbherzig herunter. So sehr die Italiener in einigen Genres damals auch auftrumpfen konnten, mit Haien und anderem Meeresgetier sind sie scheinbar nie so ganz warm geworden.



Wer Interner Link"Jaws" kennt, und das tut nunmal fast jeder, braucht hierfür keinerlei Eingewöhnungszeit, denn "The Last Jaws - Der weiße Killer" übernimmt die Prämisse des Genreprimus quasi 1:1. Ein knabbernder Hai treibt vor der Küste Seapoints sein Unwesen, Hauptfigur Peter Benton (brachte aus Interner Link"Der Monster-Hai" schon einschlägige Erfahrung mit: James Franciscus) und sein Haie jagender Seebär Ron Hamer (inklusive Hai-Vortrag komplett im Robert Shaw-Modus: Vic Morrow, "Humanoids from the Deep", Interner Link"The Riffs - Die Gewalt sind wir") ahnen bereits Böses und warnen eindringlich den Bürgermeister, der von dem Unfug natürlich nichts wissen will, weil gerade die Tourismus-Branche groß boomt und ein Surf-Rennen deswegen unmöglich abgeblasen werden kann. Es werden zwar halbherzige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, aber mit den Genregesetzen bricht die Handlung natürlich nicht. Also kommt es trotzdem, wie es kommen muss. Der Hai setzt zum Festschmaus an und das heldenhafte Duo steuert ihm mit reichlich Sprengstoff im Gepäck entgegen, während ringsherum alles in chaotischer Hysterie versinkt.

Natürlich kann Castellari zwar Spielbergs Ideen aufgreifen, was er auch alle paar Minuten gern tut, aber nie in auch nur einer Szene die Qualitäten seines Meisterwerks erreichen und so ist zwar allgemein recht viel los, aber wenig, das den Zuschauer dann auch wirklich interessiert. Jugendliche verhalten sich dumm wie Brot und werden prompt gefrühstückt, ein jeder vor Ort fühlt sich alsbald dazu berufen dem gefräßigen Meeresungeheuer zu Leibe zu rücken und büßt dafür in den kuriosesten Situationen mit dem Leben. Die Hai-Attacken setzen sich leider meistens aus schlecht montierten Aufnahmen irgendwelcher Dokumentarfilme zusammen und werden höchstens durch das wenig furchteinflößende Modell, dem ständig irgendwelche Leichenreste aus dem Maul hängen, ergänzt.



Den Ablauf kennt man also. "The Last Jaws - Der weiße Killer" gibt sich auch keinerlei Mühe das bekannte Konzept zu variieren, sondern bleibt kreuzbrav der Erfolgsformel treu. Dabei setzt der Film allerdings nicht auf kernige Typen sondern auf oberflächliche Stereotypen, deren Gesichter man sofort wieder vergisst und deren Dahinscheiden man deswegen auch ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert. Als Ausgleich gibt es nur ganz selten mal einen kuriosen Ausritt, wie die Einmauermaßnahmen des Hais, der sich zweier widerspenstiger Taucher erwehrt, indem er sie einfach mit Geröll zuschüttet. Wenigstens darf man als Zuschauer mal lachen, wenn dem Heroen ein persönliches Motiv eingetrichtert wird, in dem das Töchterlein im Krankenbett ihm ein hysterisches "Töte ihn!" ins Ohr brüllt.

Platt, ungeschickt und plakativ fällt nebenher natürlich die Offenlegung des sensationsheischenden TV-Reports auf, der für seinen Bericht so viele Tote wie möglich sehen möchte. Wer in Italiens Exploitation-Sparte nach Anspruch sucht, ist hier allerdings sowieso Fehl am Platze. Viel mehr enttäuscht die totale Belanglosigkeit des Szenarios, dem nicht einmal übermäßig blutige Resultate gestattet werden. Die mal wieder Ohrwurm-Qualitäten entwickelnden Tracks der Oliver Onions entschädigen nur ungenügend. Interner Link"Jaws" bloß zu kopieren reicht eben nicht aus, wenn die Charaktere so blass bleiben und der Ablauf sich so schrecklich vorhersehbar und zäh seinen Weg zum finalen Duell bahnt. Vielleicht hätten bekanntere Gesichter in dieser Hinsicht ein wenig helfen können.



Regisseur Enzo G. Castellari, von dem man eigentlich bessere Filme gewohnt ist, schien "The Last Jaws - Der weiße Killer" letztlich eher als Auftragsarbeit anzusehen, denn abseits der ab und an mal innovativen Kameraarbeit vermisst man seine Handschrift komplett. Unmengen von Hai-Stock Footage zusammenzusetzen und daraus die Attacken zu basteln, dürfte ihm im Schneideraum allerdings auch nur wenig Spaß bereitet haben. Ohnehin scheint niemand mehr Mühe als notwendig investiert zu haben, wenn man sich Ausstattung und Tricktechnik anschaut.

Angeblich hat Universal den Kinostart in den USA seinerzeit gerichtlich verbieten lassen, weil die Nähe zu Interner Link"Jaws" schon sehr offensichtlich ist. Die Plagiatsvorwürfe kommen also nicht von ungefähr. Italo-Fans können zumindest noch etwas mit dem leider wenig ausgeprägten Charme der Produktion anfangen, wohingegen der Rest wohl kaum die knapp 85 Minuten unbeschadet überstehen wird, sofern er nicht die Vorspultaste herauskramt. Castellari kopiert hier wirklich nur höchst ideenlos einen Meilenstein der Filmgeschichte und müht sich redlich mit seinen limitierten Mitteln und dem schwachen Drehbuch ein einigermaßen ansehnliches Endprodukt abzuliefern. Ganz klar einer seiner wenigen schwächeren Filme, den man sich eigentlich nur als Komplettist oder echten Tierhorror-Fan gibt.



Wirklich überraschend ist trotz des Alters die anamorphe Bildqualität, die stets einen angenehmen Eindruck hinterlässt und den Film erstmalig seit der Kinoaufführung im deutschsprachigen Raum im Originalformat zeigt. Zwar ist ein leichtes Rauschen im Hintergrund vorhanden, doch fällt dieses nicht störend auf. Die Schärfe hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck und das Bild überzeugt durch seine sauberen Konturen, welche den Transfer plastisch und scharf aussehen lassen. Selbst die Detailschärfe ist wirklich gut ausgefallen und erfreut gerade in Nahaufnahmen mit einem detaillierten Bild. Bei einigen Szenen mit dem Hai wurde auf Archivmaterial zurückgegriffen, so dass besonders im Schärfebereich qualitative Abstriche gemacht werden müssen. So erkennt man aber gut, für welche Szenen Castellari verantwortlich war und was letztendlich aus diversen Haidokumentationen stammt. Die Farben sind über weite Strecken völlig natürlich ausgefallen und kräftig. Lediglich in einigen wenigen Szenen ist ein Grünstich vorhanden, der etwas die ansonsten natürlichen Farben beeinträchtigt. Der Kontrast wirkt ausgewogen und harmoniert sehr gut mit dem satten Schwarzwert. Auch die Kompression geht völlig in Ordnung, sorgt innerhalb homogener Flächen allerdings für eine leichte Unruhe. Dafür ist das Bild nahezu frei von Verschmutzungen und Defekten.

Auch der deutsche Monoton überzeugt und punktet mit einer sehr guten Sprachverständlichkeit, die bis auf leichte Verzerrungen im Hochtonbereich keinen Grund zur Kritik gibt. Die Dialoge klingen frisch und die restliche Geräuschkulisse angenehm sauber. Dies gilt auch für die englischsprachige Tonspur, die im direkten Vergleich etwas mehr Natürlichkeit besitzt. Die in der deutschen Fassung ehemals geschnittenen Szenen liegen im englischen Original mit deutschen Untertiteln vor. Ein dezentes Rauschen ist in ruhigeren Szenen im Hintergrund der Monospuren bemerkbar, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt störend.


Das Bonusmaterial fällt sehr gering aus und besteht lediglich aus einer Bildergalerie und weiteren Trailern des Anbieters. Für alle Nostalgiker gilt es aber noch ein nettes Hidden Feature auf der DVD zu suchen, hinter dem sich die alte deutsche Kinofassung versteckt hat. Diese Fassung stammt vom gleichen Master wie die ungekürzte Fassung und weist demnach ebenfalls eine wirklich gute Qualität auf.

Mit "Der weiße Killer" schließt Eyecatcher Movie eine große Lücke im Genre des Tierhorrorfilms. Zwar kann Castellaris Werk nicht ganz das halten, was der Titel verspricht, doch liefert dieses Plagiat von Interner Link"Der weißen Hai" zumindest einen soliden Spannungsbogen ohne wirkliche Höhen, noch echte Tiefen. Qualitativ überzeugt die DVD sowohl in Bild als auch Ton.


Film++/---
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
  
Weiße Killer, Der (Special Uncut Edition)
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