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HK 2008
Originaltitel:Ching toi
Alternativtitel:Moss, The
Länge:93:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Derek Kwok
Buch:Derek Kwok, Man Hong Lung, Cheng Clement Sze-Kit, Szeto Kam-Yuen
Kamera:Teddy Robin Kwan, Tommy Wai
Musik:Sing-Pui O
Darsteller:Shawn Yu, Fan Siu Wong, Bonnie Sin Sik-Lai, Siu Yam Yam, Eric Tsang, Liu Kai-Chi, Gill Mohindepaul Singh, Jay Lau Kam Ling, Matt Chow, Shaun Tam, Shi Xue-Yi, Ho Sai Man
Vertrieb:I-On New Media / Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Texteinblendungen
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:13.02.2009 (Verleih) / 27.03.2009 (Kauf)
Specials:
  • Deleted Scenes (12:34 Min.)
  • Originaltrailer (1:11 Min.)
  • Trailershow:
    • Body (1:42 Min.)
    • Gong Tau (1:56 Min.)
    • Guard Post (2:15 MIn.)
    • Invitation Only (2:51 Min.)
    • Manhunt (1:38 Min.)
    • Nuit Noire (2:27 Min.)
    • Place of Darkness (1:51 Min.)
    • The Chair (1:27 Min.)
    • The Wig (2:29 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
Der Undercover-Cop Jan findet sich im gewöhnlichen Polizeialltag nicht mehr zurecht. Im Moloch von Kowloon ermittelt er teilweise korrupt oder mit illegalen Mitteln in den Kreisen des organisierten Verbrechens. Als sein ehemaliger Triadenboss ermordet wird, macht er sich auf die Suche nach dem brutal agierenden Killer, was ihn in einen Strudel der Gewalt führt. Als der in die Enge getriebene Mörder sogar die kleine Schwester von Jans Freundin entführt, beginnt zwischen den beiden Kontrahenten ein Kampf auf Leben und Tod, der in einem brutalen Showdown endet.
Nach "The Pye-Dog" der Nachfolgefilm vom aufstrebenden Regisseur Derek Kwok, der als Zuarbeiter für Wilson Yip in Sachen Autor und Assistant Director die ersten beaufsichtigten sowie geförderten Gehversuche im Geschäft getätigt hat und sich mittlerweile als im Hinterkopf zu behaltende, beständige Größe entwickeln könnte. Kwok legt wie schon bei seinem Debüt viel Wert auf eine Vermengung verschiedener Genres, die er mit jeweils sicherer Hand, vielleicht ab und zu ein wenig zu ausschweifend oder auch angespannt als Anfängerfehler in eine konventionell gehaltene Situation einbringt. Ein chaosartig promiskuitives Gemisch in subjektiver Affektion, das ebenso wie seine Figuren als Wanderer zwischen den Welten fungiert und funktioniert. Mit einem minzenen Sammelsurium verwirrter Stimmen, die wie bei einem gut besuchten An- und Verkauf alle naselang die Besitzer zu wechseln scheinen, aber trotzdem die alten Erinnerungen, Ausdrücke und Sinnesarten nicht ablegen können.



Das mit entscheidende Talent von Kwok ist bisher noch der Verzicht auf einen zu regelkonformen Maßstab; er baut zwar auf allgemein gültigen Grundsätzen auf, verhärtet oder versteift diese aber noch nicht in einer zu systematischen Gestalt, sondern begnügt sich mit dem Fundament an festen Wissen und lässt den eigenen Ursprung an Empfindungen ebenso zu wie er das Publikum in einer undeutlichen Erkenntnis belässt. Er erzählt seine Geschichten auf seine Art und Weise, wie in der Gesetzlosigkeit des Traumes und mit dem Zertifikat in Antiquitäten. Nicht nur um der bloßen Vielseitigkeit willen, sondern mit einer offenen Kenntnis der Künste.
Berührungspunkte und Bindeglieder liegen überdies in dem Ursprung der formulierten besonderen Arten des Angenehmen und auch des Unangenehmen: im Märchen.

In einem Vermerk-um-Vermerk-Prolog wird der spezielle Charakter und der Umfang der allegorischen, moralischen und historischen Fabel bestimmt; es geht zwar den Bildern nach um Polizisten und Verbrecher, jeweils auch innerhalb der eigenen Reihen ganz verschiedener Natur, mal schwarz, mal weiß, mal grau, die sich im stetigen Konkurrenzkampf das Territorium streitig machen und sich dazu der Wahl der Waffen bedienen. Im Offenkundigen, in der simplen Anordnung und einförmigen Bearbeitung erzählt man striktes "Hit and Run"-Genre, intensiviert dies aber mit dem Reiz eines persönlichen Dramas und vor allem dem, was der emotional sinnlichen, der wirklichkeitsfernen, aber selbstvergessen schwärmerischen Vorstellung vorgelegt wird. In den einleitenden Sätzen erweitert man die Beschaffenheit der Handlung auf die weltverloren entrückte Phantasie um Schlösser, Dämonen, Edelsteinen und Krieger, auf eine Welt, in der der Himmel blauer und das Gras grüner ist. Nur um dann abrupt in das heutige Kowloon, spezieller Tai Kok Tsui und nördlich davon Sham Shui Po zu wechseln. Es ist der heißeste Tag im Sommer. Verwesungsgeruch liegt über der verschwitzten Gegend:
Cop Jan (Shawn Yue), der mit Partner Ah Fai (Matt Chow) für den Vorgesetzten On (Eric Tsang) arbeitet, leidet nicht nur unter den extrem angezogenen Temperaturen, sondern auch an den Wirrnissen seiner Tätigkeit. Als ehemaliger Undercoverpolizist im Dienste des Triadenführers Four-eyed Tong (Liu Kai-Chi) unterwegs, hat er sich zu sehr in die kriminellen Machenschaften hineinziehen lassen und steht deswegen sowohl unter Observation von Pan (Shaun Tam) als das er auch Tongs Rivalin Chong (Siu Yam-Yam) diverse Gefallen schuldet. Hinzu kommt, dass seine Freundin Lulu (Bonnie Sin), eine Prostituierte, von ihm schwanger ist, die elfjährige Cousine Fa (Shi Xue-Yi) bei sich zu Besuch hat und diese auf ausdrücklichen Wunsch in das Geschäft einführen soll. Als Chongs Sohn Kei (Ho Sai-Man) bei einem außerplanmäßigen Bordellbesuch einen wertvollen Smaragden verliert und anschließend noch während einer von Jan durchgezogenen Razzia unabsichtlich außer Gefecht gesetzt wird, sowie eine pakistanische Räuberbande und ein geheimnisvoller Bettler (Fan Siu-Wong) als Auftragskiller auftauchen, steigert sich die Schwüle zu einem brodelnden Schmelztiegel.



[Director's Statement]:
"When I was a child, I always went to Sham Shui Po to visit my grandmother. I lived there when I grew up. Someone said this area is full of drug dealers, drug addicts, prostitutes, corrupted police etc. But my mind is filled with sweet memories about a little toy shop at the corner, tea house, and my grandmother ... Now, the area is swamped with crows ..."

Dabei haben beide bisherigen Werke, der hoffentlich noch Entsprechendes und ebenso Ansprechendes nachfolgen wird, auch mehr Gemeinsamkeiten als auf den ersten Blick erkennbar ist. "The Pye-Dog" wurde von vornherein als etwas Besonderes, etwas Individuelles verkauft und hat mit dem Status des ersten Auftretens in der Öffentlichkeit auch noch das Siegel der weitgehenden Unantastbarkeit hinsichtlich seiner narrativen, zuweilen an Gilliam oder auch Burton erinnernden Desorganisation verliehen bekommen. Der natürliche Schutzmechanismus gegenüber dem vermeintlichen Unerfahrenen, dem Novizen ist nunmehr ebenso weg wie das anfänglich attestierte Selbstverwirklichungsprivileg als Überlebensvorteil diesmal einer Zugänglichkeit auch gegenüber dem konventionell eingestellten Publikum weichen muss.

Verkauft wird die folgende seladonfarbene Entropie immerhin über den Anschein eines lodernden Actionthrillers - das der Film sicherlich nicht, aber irgendwie auch doch wieder ist - und mit einem Darsteller, der in ebensolchen Produkten seine Karriere vielleicht nicht gänzlich aufgebaut, aber auf jeden Fall stabilisiert hat. Da das diesmalige Alter ego mit Shawn Yue auch von einem komplett anderen Typus als vorher bei Eason Chan verkörpert wird, macht sich auch die Übereinstimmung gewisser Elemente wie die stetigen konspirativen Treffen im düster grauen Hinterzimmer, die aufkeime Hitzewelle, der Undercoverplot, die vertieften Vatergefühle und ganz all allgemein die Erzählung über die Veränderung der Erwachsenenwelt durch die Ankunft eines Kindes nicht als stereotyp wiederholend oder gar störend bemerkbar.



Abgesehen von den metaphorischen, mit großer ästhetischer Kraft vorgetragenen, aber weitläufige Beschreibungen ersparenden Gleichnissen erinnern die ersten Akte des Filmes im Vortrag von den Vokabeln, der Betonung und ganz universell der Zerstreuung der Aufmerksamkeit her an "Expect the Unexpected"; das entsprechend unbeherrschte Leitmotiv kann man allerdings ebenso wenig durchhalten wie die spätere Ablenkung auf Intimes der äußerlichen Dramaturgie gleichwertig Paroli bieten kann. Denn dafür, dass man zu Beginn prompt die Schwierigkeiten im Arbeitsleben von Jan, das Verschiedenste und Entgegengesetzteste aufzählt, werden diese im Nachfolgenden ein wenig stiefmütterlich, fast wie begraben und vergessen als "special guest appearance" behandelt und nur noch für nebensächliche Momente, als aus der Not erfundener Kunstgriff aus der Versenkung untergründiger Glut geholt.

Wie in einer später umentschiedenen zweiten Abhandlung wird bis dahin der Fokus von der Verbrecherhatz weg auf eine nicht vollständig ausgereifte, da mit willkürlichen Erklärungen unterstrichenen und leider weitgehend uninteressanten Sinnsuche von Ursprung und Bestimmung verlagert und so ins Grenzenlose, irgendwo zwischen Schnoddrigkeit und Hypochondrie verflüchtigt. Genauso wie die Figuren bekommt die modrig schwere Angelegenheit so die Aura des Zweiflers und Suchers, samt einigen stickigen Monologen und Dialogen verpasst, ohne abermals den Drang nach Wissen und Erkenntnis befriedigen zu können. Ein aschgraues Streben nach seelischer Wahrheit mit der metaphysischen Unzulänglichkeit, klar zu definieren. Und statt in einem emotionalen Nachbeben verdampt es in einem anstrengenden, da überlangem Finale als unbestimmte dumpfe Orgie aus Schmutz und Gewalt.



Was I-On uns hiermit in puncto Bildqualität vorlegt, darf als wirklich gelungen bezeichnet werden. Zwar ist das Bild nicht ganz perfekt, trotz der verwendeten Videoclipästhetik mit schnellen Schnitten und Farbveränderungen gelingt aber ein sehr plastischer Transfer, der über eine sehr gute Schärfe verfügt. Aufgrund eines kontinuierlichen Rauschens muss man aber mit einigen Einbrüchen vorlieb nehmen, was gerade bei schnellen Szenenabfolgen ersichtlich wird. Gerade dann sind Unschärfen in Bewegungen zu erkennen. Prinzipiell lässt sich aber sagen, dass fast jedes Detail sowohl in Nahaufnahmen als auch in Totalen zu erkennen ist und Konturen die meiste Zeit über sehr sauber dargestellt werden. Wie die Schärfe weiß auch der Kontrast zu gefallen, der selbst in den vielen dunklen Szenarien ordentliche Werte liefert. Die Farbgebung ist ebenfalls ausgezeichnet und passt sich der Atmosphäre des Films an. Es wurde viel mit Filtern gearbeitet, was jedoch nicht zum Nachteil geworden ist und dem Film seinen eigenen Look gibt. Bleibt noch die Kompression zu erwähnen, aber auch hier gibt es keine negativen Aspekte, denn diese arbeitet meist unauffällig im Hintergrund und sorgt lediglich für minimale Unruhen, die an einer Hand abgezählt werden können. Defekte sind auch nicht zu bemängeln. So schafft es die Bildqualität auf 4,5 Punkte, die aber noch besser hätte ausfallen können, wenn das Rauschen und die Bewegungsunschärfen nicht gewesen wären.

Der Ton bleibt sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch im kantonesischen Original etwas hinter den Erwartungen zurück. Das liegt an der etwas zu frontlastigen Abmischung, die für einen Action-Thriller zu wenig im Bereich der Effektlautsprecher bietet. Zwar treten vereinzelt Surround-Einsätze auf, doch reicht dies nicht, um eine räumliche Klangkulisse über die gesamte Filmlaufzeit aufrecht zu erhalten. Die Dialoge beider Sprachfassungen sind zu jeder Zeit gut verständlich und sauber, zudem darf die deutsche Synchronisation wirklich als gelungen bezeichnet werden. Störungen in Form von übermäßigem Rauschen, anderweitigen Defekten oder Verzerrungen sind nicht auszumachen. Dennoch klingt das Original etwas natürlicher, was daran liegt, dass die deutschen Dialoge etwas dominanter klingen wie z.B. Nebengeräusche oder der Score. Zumindest was die Dynamik betrifft, sind sich beide Tonspuren aber ebenbürtig und lassen auch mal den Subwoofer in das Geschehen eingreifen. Deutsche Untertitel können zugeschaltet werden, so dass Freunde des O-Tons auch bedenkenlos auf diese Tonspur zugreifen können.


Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einer Trailershow, dem Originaltrailer zum Film und einigen Deleted Scenes, bei denen es sich meist um erweiterte Handlungsabschnitte handelt. Nicht zu unrecht sind diese aus dem Endprodukt rausgeschnitten worden, da diese Szenenverlängerungen dem Film Geschwindigkeit genommen hätten. Aufgrund fehlender deutscher Untertitel kann der gesprochene Inhalt dieser Szenen leider nicht Aufschluss darüber geben, ob noch ein möglicher Informationsgehalt vorzufinden ist.

Mit "Hong Kong Dangerous" veröffentlicht I-On einen weiteren sehr rasanten Action-Thriller aus Asien, der trotz kleiner Schwächen, sowohl von der Handlung als auch vom Inszenierungsstil her gefällt. Bild- und Tontechnik der DVD sind ordentlich ausgefallen, lediglich das Bonusmaterial hätte man sich etwas reichhaltiger gewünscht.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+-----


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