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USA 2009
Originaltitel:Against the Dark
Alternativtitel:Last Night
aka. Last night - Morte nella notte
Länge:90:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Richard Crudo
Buch:Mathew Klickstein
Kamera:William Trautvetter
Musik:Philip White
SFX:Ciurlin Melania
Darsteller:Steven Seagal, Linden Ashby, Jeff Chase, Tanoai Reed, Emma Catherwood, Skye Bennett, Jenna Harrison, Daniel Percival, Joel Shock, Danny Midwinter, Stephen Hagan
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:19.03.2009 (Verleih) / 23.04.2009 (Kauf)
Specials:
  • Hinter den Kulissen von "Against the Dark" (9:56 Min.)
  • Trailershow:
    • Red Sand (1:20 Min.)
    • Quarantäne (1:32 Min.)
    • Ananas Express (1:41 Min.)
    • Screamers - The Hunting (1:38 Min.)
Nach einer Epidemie haben sich weite Teile der Weltbevölkerung mit einem Virus infiziert, der Menschen zu Vampiren macht - mit einem unstillbaren Hunger nach menschlichem Blut. Eine schwer bewaffnete Bürgerwehr ist die einzige Chance für eine Gruppe Überlebender, die sich in einem alten Krankenhaus verschanzt haben und sich nicht mehr lange gegen Angriffe der Vampire wehren können. Dabei rennt die Zeit, denn auch das Militär versucht, die Vampire zu stoppen - ohne Rücksicht auf Verluste.
In den letzten Jahren war für viele Leute, abseits der Hardcore-Fangemeinde, das Anschauen eines Steven Seagals-Filmes der blanke Horror. Nun hat der Meister mit "Against The Dark" selbst zum Horror gefunden und mit 57 Jahren ein (vermutlich einmaligen) Genrewechsel vollbracht; mal vom lustigen Auftritt in Interner Link"The Onion Movie" als Cockpuncher abgesehen. Doch wir wollen gleich einige wichtige Dinge klarstellen: Es gibt keine Vampire im Film, wie man vermuten sollte und Seagal spielt nur eine "Nebenrolle".



Kommen wir also zum knappen Inhalt. Ein Virus bricht aus und verwandelt einen Großteil der Menschheit in blutgierige Mutanten, die an die "Zombies" aus Interner Link"28 Days Later" erinnern. Einzige Unterschiede sind hier, dass die Bestien kein Tageslicht abkönnen - man sieht aber auch nicht, was passiert, wenn sie mit Sonnenlicht in Berührung kommen - und sogar noch reden können, auch wenn sie es selten tun. Das Militär versucht die Seuche einzudämmen, während die Jäger (eine besondere Einheit) in den Straßen unterwegs sind, um Überlebende zu finden. Unsere dicke Made im Speckmantel, Seagal, ist der Anführer und nach der Rettung eines Kindes, begeben sich vier Jäger in ein verlassenes Krankenhaus. Dort treffen sie nicht nur auf Überlebende, sondern auch auf infizierte Menschen, die nur eins wollen: Blut. Und da wir hier einen B-Film haben, dürfen natürlich auch die beratenden Leute vom Militär und Regierung in einem Zelt nicht fehlen, immerhin dargestellt von Linden Ashby (Interner Link"Mortal Kombat", "Night Angel") und Keith David (Interner Link"Pitch Black", Interner Link"They Live"). Der eine will das Gebiet bombardieren, der andere hofft auf Überlebende.



Der gesamte Film ist ziemlich limitiert gehalten. Kommt zu Beginn noch leichte Endzeitatmosphäre auf, verlagert sich der Film kurz darauf nur noch ins heruntergekommene Krankenhaus, wo sich der Rest abspielt. Hier verliert der Streifen auch eindeutig an Potenzial. Denn ab diesen Zeitpunkt laufen die sechs Überlebenden und die vier Jäger nur noch durch die Gänge. Mal nach oben, mal nach unten. Natürlich werden die beiden Gruppen ständig angegriffen, zuerst getrennt voneinander, dann irgendwann zusammen. Dabei fällt die Action relativ gleich aus: Die Jäger schnetzeln sich mit ihren Schwertern durch die Gegner (die selten aus mehr als zwei bis fünf Angreifern bestehen) oder ballern einige über den Haufen, während die anderen schreien und fliehen. Das geht fast 90 Minuten so, mal von den Zwischenschnitten ins Zelt der Basis abgesehen. Das ist alles leider eher ernüchternd als spannend, was vor allem daran liegt, dass sämtliche Charaktere ziemlich blass bis unsympathisch ausfallen. Und so fehlt auch eine wirkliche Hauptfigur, denn die Jägertruppe ist nicht mehr als actionreiches Beiwerk, so dass das Augenmerk auf die Gruppe Überlebender fällt. Überraschenderweise hält sich Steven Seagal zurück und überlässt die körperliche Action eher dem "American Gladiator"-Darsteller und Stuntman Tanoai Reed. Das ist auch ganz gut so, denn so muss Herr Seagal auch nicht von jemand anderen vertreten werden. Die Scharmützel in diesem Film schafft er nämlich noch ganz alleine.
Immerhin schwingt er nur das Schwert oder knallt jemanden ab, denn das kann er ja. Zum Finale hin steigert sich die Anzahl der Angriffe, aber auch das dämliche und logikfreie Handeln der Personen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sind. Denn immer wieder werden die Leute durch absurde Einfälle getrennt, Freunde ohne Grund im Stich gelassen usw. Sowieso wundert man sich über einige Ideen. Da wird ein verrückter Wissenschaftler eingeführt, der im Krankenhaus Experimente macht und die Mutanten weiterentwickeln will und nach einigen wenigen Minuten kommt Seagal in den Operationsraum gelaufen und knallt ihn ab. Mehr als die Laufzeit zu strecken war wohl nicht gewollt und das, obwohl die Idee mehr hätte sein können. Insgesamt ist man eher enttäuscht, dass sich die komplette Handlung nur in, zugegebenermaßen recht atmosphärischen Krankenhausgängen und Zimmern abspielt. Wie viel besser hätte es sein können, wenn sich die Figuren durch eine zerfallene Stadt hätten kämpfen müssen. So zeigt die Story auch nur einen Ausschnitt dieser Welt, ohne richtigen Anfang oder Ende.


Positiv muss ich erwähnen, dass es seit langer Zeit der erste Seagal war, den ich ohne Vorspulen oder Ausmachen durchgeguckt habe. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass er sich nicht so in den Vordergrund gespielt hat. In den wenigen Szenen, in denen er zu sehen ist - angeblich ein Freundschaftsdienst, er produziert aber mit seiner Firma und wird auch als Produzent genannt -, kämpft er entweder kurz oder labert höchstens 20 Sätze, was aber wie abgelesen wirkt. Immerhin kann man mit den anderen Darstellern leben, auch wenn, wie oben erwähnt, die Figuren ziemlich uninteressant sind. Genauso wie der Plot um die "Sterilisierung" des Areals, welche aus Kostengründen sowieso peinlich ausfällt. Die Verseuchten sind so, wie man sie aus modernen Zombiefilmen kennt: schnell und bissig. Dem Horrorpart wird hauptsächlich durch etwas Gemantsche und ganz viel Dunkelheit Rechnung getragen. Da wird mal in Gedärmen gewühlt, ein Arm abgerissen, Leichen mit offenen Bäuchen gezeigt oder Kehlen aufgeschlitzt.


Trotz kostengünstiger B-Movie-Produktion überzeugt der anamorphe Transfer in alle Belangen. Zu allererst sollte die hervorragende Schärfe honoriert werden, welche sich fast durchweg auf einem sehr hohen Niveau befindet. Nur selten wird das Bild etwas weicher in der Darstellung, was vor allem in Halbtotalen und Totalen der Fall ist, wobei es aber auch reichlich Sequenzen gibt, bei denen selbst Weitwinkelaufnahmen überraschend brillant aussehen. Desweiteren besitzt sich der Transfer sauberer Konturen und lässt immer wieder eine sehr hohe Tiefenwirkung entstehen. Selbst der Kontrast arbeitet ausgewogen und erfreut sich einer guten Durchzeichnung mit einem ordentlichen Schwarzwert. Die Farbgebung ist sehr natürlich und satt ausgefallen, wirkt stilbedingt aber immer wieder etwas reduziert und monoton, was aber der düsteren Atmosphäre von "Against the Dark" zugute kommt. Die Kompression arbeitet zudem sehr sauber und zeigt lediglich leichte Unruhen auf homogenen Flächen. Alles in allem ein wirklich toller Transfer, was man bei DVD-Produktionen von Major-Studios nur noch selten geboten bekommt.
Der deutsche 5.1-Track hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck, wartet mit vielen direktionalen Effekten auf und bezieht auch sonst sehr stark die Rears für Umgebungsgeräusche und gut platzierten Effekten mit ein. In Anbetracht des Filmbudgets sollte man beim Ton sicherlich keine Werte in der Oberliga erwarten, jedoch überzeugt der Score mit einer sehr weiträumigen Wiedergabe und der Subwoofer unterstützt Musik und Effekte mit einigen satten Bassschüben. Dialoge sind stets sehr sauber zu verstehen und klingen gut ausbalanciert. Große Unterschiede zur englischen Sprachfassung gibt es keine, außer dass die Stimmwiedergabe in der deutschen Fassung etwas gefälliger klingt. Optional gibt es diverse Untertitel.
Trotz Direct-to-DVD-Veröffentlichung spendiert uns Sony Pictures neben der obligatorischen Trailershow einen 9minütigen Einblick hinter die Kulissen. Wir erfahren etwas über die Story und dürfen dem Regisseur über die Schulter schauen. Nicht sonderlich umfangreich, dafür zumindest sehenswert und deutsch untertitelt.


"Against The Dark" ist tatsächlich mal etwas anderes für unseren dicken Kampfsportler, obwohl eigentlich nur die Gegner getauscht wurden. Sonst hat man das Gefühl, dass aus diesem Stoff mehr hätte gemacht werden können. Aber leider reichte das Geld nur für ein Krankenhaus und ein Armeezelt. Immerhin sind die Gänge, in welchen die Leute rumlaufen (die Jäger zu Beginn noch in Zeitlupe) schön keimig und extrem düster (der ganze Film ist wirklich sehr dunkel aufgenommen). Trotz allem stolpert der Unterhaltungswert vor allem an den fast durchweg unsympathischen Figuren und einer Geschichte die gute Ansätze hat, aber ins Leere läuft. So bleibt immerhin Durchschnitt übrig ... wenn auch irgendwie sinnloser.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++/-
Bonus+-----


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NewsSteven Seagal gegen Vampire in "Against the Dark"
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