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USA 2007
Originaltitel:Gathering, The
Alternativtitel:Coven
Länge:168:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Bill Eagles
Buch:John Shiban
Kamera:Perry Hoffman, Tim Merkel
SFX:David Reaume
Darsteller:Warren Belle, Jenna Boyd, Jackie Brown, Greg Bryk, James Carroll, David Christo, Hugh Dillon, Peter Fonda, Peter Gallagher, Maggie Huculak, Kristin Lehman, Angelica Lisk
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Dgital 5.1 (dt., engl., franz., span.), Dolby Surround 2.0 (pol.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi (Indisch), Isländisch, Kroatisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Slowenisch, Spanisch, Türkisch, Ungarisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:05.02.2009 (Kauf)
Specials:
  • Trailer: Demnächst auf Blu-Ray (2:23 Min.)
Nach einer heißen, wenn auch ungewöhnlichen Liebesnacht mit seiner Frau ist diese am nächsten morgen spurlos verschwunden - und bleibt es auch. Ein Rätsel für Dr. Michael Foster und die gemeinsame Tochter. Natürlich stellt der Arzt, den seltsame Vorfälle mit schwarzen Krähen und blutigen Kreisen bis in seine Träume verfolgen, Nachforschungen an. Eine Lehrerin seiner Tochter scheint etwas zu wissen, er lernt andere Männer kennen, die ein ähnliches Schicksal teilen. Die Zeichen werden immer bedrohlicher und wenn er sie richtig deutet, kann es sich nur um Hexerei handeln. Aber das ist doch unmöglich im New York von heute - oder?
Hexen, Flüche, Vodoo und übernatürliche Zaubereien sind beliebte Topoi des Horror-Genre, die immer wieder aufgegriffen werden, um für den Zuschauer wohlig-schauernde Unterhaltung zu produzieren. "The Gathering - Tödliche Zusammenkunft" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Interner LinkFilm mit Christina Ricci in der Hauptrolle), der 2007 für das amerikanische Fernsehen in einem insgesamt knapp vierstündigen Zweiteiler produziert wurde, stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Und immerhin, auch wenn die erzählte Geschichte in ihrer Summe ohne Zweifel als zusammengewürfeltes Gemenge zahlreicher Versatzstücke des Genres bezeichnet werden muss, klingt das ganze auf den ersten Blick gar nicht mal so uninteressant: Es war eine wilde Nacht, die der Arzt Dr. Michael Foster (Peter Gallagher) da mit seiner Frau Ann (Kristin Lehman) hatte, während die Tochter (Jenna Boyd) selig im Nebenzimmer schlummerte. Man erinnerte sich an alte Zeiten, rauchte zur Feier des Tages einen Joint und ging dann flugs zum körperlich anstrengenden Teil der nächtlichen Veranstaltung über. Am nächsten Morgen jedoch ist seine Frau spurlos verschwunden, obwohl die Türen der Wohnung immer noch fest verschlossen sind. Und da die Polizei erst nach 24 Stunden tätig werden will, begibt sich Michael Foster, stets gequält von mysteriösen Alpträumen, eben selbst auf die Suche nach seiner Frau. Seine Recherche lässt ihn bald auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes stoßen. Ist Annie etwa eine Hexe, die in einen Zirkel böser Machenschaften geraten ist, welcher die bestehende Ordnung zu ihren Gunsten verändern will?



Schon die ersten Minuten lassen kaum einen Zweifel daran, wie sich die Geschichte entwickeln wird, welche visuellen Spielereien der Film einsetzen wird, um seine Spannung zu erzeugen. Da werden zu den Bildern eines friedlichen New York immer wieder kurze Szenen eines düsteren Beschwörungsrituals mit allerlei blutigen Getier im Kerzenlicht zwischengeschnitten. Dazu wird dann noch bedrohlich-spannende Musik eingespielt um auch dem Letztem zu verdeutlichen, dass dort etwas ganz und gar Unerfreuliches im Gange ist.
Und wenn dann noch durch den Einsatz der plötzlichen und bedeutungsgeschwängerten Zeitlupe die Bösewichte der Geschichte schon nach zwei Minuten enttarnt sind, braucht man sich wenigstens keine Gedanken mehr um etwaige ungeklärte Fronten machen. Man ahnt es schon, "The Gathering" bietet Hokus Pokus von der Stange, dies aber mit gekonnter und routinierter Sicherheit in der letztlichen handwerklichen Umsetzung. Denn optisch und atmosphärisch weiß die ganze Hexerei durchaus zu überzeugen, auch wenn der Film durch seine Vorhersagbarkeit nur selten wirklichen Grusel zu evozieren weiß: Da werden schwarze Krähen gefällig in Szene gesetzt, Haare wehen in Zeitlupe durch die Luft, schummriges Kerzenlicht flackert im Takt des Singsangs uralter Flüche. Dazu bedient sich der Film ganz ungeniert bei den großen Vorbildern des Genres (so unter anderem bei "Rosemaries Baby", Interner Link"Das Omen").



Dabei hat der Film offensichtlich ein wenig Schwierigkeiten in die Gänge zu kommen, was dazu führt, dass sich die beiden Teile des Films in ihrem Tenor doch deutlich unterscheiden. Während es im ersten Teil vorwiegend um die Einführung der Protagonisten und zahlreicher Nebenhandlungen geht, die mit einem eher subtileren Horror garniert sind, zieht das Tempo im zweiten Teil spürbar an. Und nicht nur das, "The Gathering" wird in seiner letzten Stunde auch deutlich actionlastiger, krawalliger und lauter und hat nur noch wenig mit der Subtilität der ersten Stunde zu tun. Die Darsteller wissen in ihren Rollen im übrigen durchaus zu überzeugen. Das gilt vor allem für Jenna Boyd, die die Tochter von Michael Foster und seiner Frau verkörpert und im Laufe der Geschichte immer wichtiger werden wird. Nur eingeschränkt zu gefallen weiß hingegen Peter Gallagher, der sich den Vorwurf gefallen lassen muss, in der Rolle des verzweifelten Ehemanns, der auf der Suche nach seiner Frau ein erschreckendes Geheimnis enthüllt, deutlich zu unterkühlt zu agieren.



Dass auch das Drehbuch nicht frei von Schwächen ist, soll an dieser Stelle ebenfalls nicht unterschlagen werden. Worum es dem ominösen Hexen-Zirkel eigentlich genau geht, bleibt ebenso im Unklaren, wie das ständige Gerate um eine Blutlinie, die durch die Zeiten weitergegeben wurde und fortbesteht. Doch könnten all diese Schwächen durchaus in den Hintergrund treten und "The Gathering" ein solides Stück Unterhaltung für Freunde des okkulten Horrors sein, das zwar niemals zu Stürmen der Begeisterung wird führen können, doch in der Summe durchaus befriedigend sein könnte. Tja, wenn "The Gathering" - und der Konjunktiv ist im vorigen natürlich bewusst gewählt worden - nicht vor allem in seinem zweiten Teil als übel aufstoßendes Plädoyer für reaktionär-konservative Methoden gelesen werden müsste, das seine offenkundige Intention nur fadenscheinig und ziemlich plump hinter dem Hexen-Topos versteckt. Möchte man in Polemik verfallen, könnte man durchaus zu dem Schluss kommen, dass der 2007 entstandene TV-Film, der nun in Deutschland seine DVD-Veröffentlichung erfährt, direkt aus dem Propaganda-Keller eines George W. Bush entsprungen ist.
Eigentlich gibt es an dieser Stelle nur zwei Möglichkeiten: Entweder war sich John Shiban nicht bewusst, was er da eigentlich in seinen Drehbuch für einen Mist verzapft hat, oder aber er meint das völlig ernst. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was schlimmer ist.



Es ist offenkundig, und das wird auch keiner bestreiten wollen, dass die USA ihr Trauma 9/11 noch lange nicht überwunden haben. Spätestens am Ende des ersten Teils wird offenkundig wie der Hase in diesem Film läuft: Der Hexen-Zirkel ist nichts anderes als eine allegorische Metapher auf den internationalen Terrorismus. Eine groß angelegte Verschwörung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die gesellschaftliche Ordnung der USA mit ihren bestehenden Normen und Werten zu zerstören und zu deren Gunsten zu beeinflussen. Wenn der Hexen-Zirkel mal eben einen vollbesetzten Bus in die Luft fliegen lässt und New York zum wiederholten Male in die Fratze des Terrors blickt, dann ist das bemühte Bild offenkundig. Nun mag man dies, mal abgesehen von der Frage, ob es dieses Themas in einem okkulten Thriller wirklich bedarf, nicht einmal per se kritisieren. Widerwärtig wird es jedoch dann, wenn "The Gathering" seine Antwort auf die Frage gibt, wie dieser Herausforderung begegnet werden soll.
Seinen traurigen Höhepunkt findet dies in einer Szene, in der einer der Angehörigen des Hexen-Zirkels von den "Guten" mit der Waterboarding-Methode (Also der Simulation des Ertrinkens) gefoltert wird, um Antworten zu erpressen. Jene Methode also, welche die USA in den letzten Jahren moralisch in Verruf gebracht hat, und nun von Barack Obama nach seiner Wahl zum Präsidenten endlich geächtet wurde. Im Film jedoch führt diese Methode zum gewünschtem Erfolg. Michael Foster, dem doch im Film die Funktion des moralischen Kompass zukommen sollte, schweigt und zu allem Überfluss wird der Gefangene dann auch noch beseitigt nachdem er die nötigen Antworten geliefert hat. Dem Terror mit seinen eigenen Methoden begegnen, dass ventiliert dieser Film und zieht diese Prämisse auch bis zum Ende knallhart durch. Eigentlich hätte es nur noch gefehlt, dass man den Hexen-Zirkel direkt aus der Qaida hervorgehen lässt, doch auf Latein parlierende arabische Terroristen-Hexen waren dann offensichtlich auch den Machern des Films zu absurd. Apropos Ende. Dies bleibt dann doch ziemlich offen und ist in der letztlichen Auflösung relativ unlogisch und unmotiviert geraten. Vielleicht versprachen sich die Macher von dieser Mini-Serie einen so großen Erfolg, dass man sich eine Hintertür für Fortsetzungen lassen wollte. Anderseits passt dieses Ende wunderbar in den offensichtlich gewollten politischen Subtext: Der Krieg gegen den Terror geht weiter, also frisch auf in den Kampf.



Summa summarum kann man "The Gathering" durchaus unterhaltsam finden, doch mir hat diese offenkundige Anlehnung an die heutige Politik gehörig die Laune verhagelt. Das waren noch Zeiten, als man sich einem okkulten Horror-Thriller in der Gewissheit hingeben durfte mit Flüchen, Zaubereien, Hexen, Dämonen, dem Übernatürlichen und dem Kampf zwischen Himmel und Hölle in schaurig-schöner Atmosphäre unterhalten zu werden. Stattdessen bekommt man im Fall von "The Gathering" Hokus Pokus mit ekelhaft-ideologischem Aufguss, und das hätte es nun wirklich nicht gebraucht - Schade um einen eigentlich ganz annehmbaren Film.


Technisch liefert uns Sony Pictures bei der Direct-to-DVD-Premiere eine solide bis gute Qualität ab. Filter spielen beim Bild eine große Rolle und trotz einem enormen Einsatz diverser Stilmittel und Farbverfälschungen, bietet der Transfer eine durchaus sehenswerte Qualität. Die Schärfe fällt zwar mittelmäßig aus und das Bild ist immer wieder sehr weich, dieses Niveau bleibt aber konstant und es zeigen sich keine großartigen Schwankungen in der Qualität. Der farblich sehr stark reduzierte Look des Filmes in Verbindung mit soliden Kontrastwerten und einem durchschnittlichen Schwarzlevel lässt deutlich an Plastizität und Tiefe missen. Obwohl das reduzierte Farbschema gewöhnungsbedürftig ausfällt und einen sehr erdigen Grundton aufweist, passt dies perfekt zur Optik von "The Gathering". Trotz leichtem Bildrauschen und einer dezenten Blockbildung auf homogenen Flächen bleibt der Transfer sehr sauber und ruhig. Dass die eingesetzten Stilmittel dabei aber etwas an Brillanz rauben, bleibt nicht aus.
Beide Dolby Digital 5.1-Tonspuren spielen allein schon produktionsbedingt nicht in der Oberliga mit, erzeugen aber eine angenehme Räumlichkeit, ohne große Höhepunkte oder Ausreißer nach oben oder unten. Im Fall von "The Gathering" ist dies sogar sehr positiv zu werten, schließlich legt man bei TV-Filmen deutlich weniger Wert auf das Sounddesign als bei Kinofilmen. Dafür werden die Rears aber zumindest für den Score und einige Nebengeräuschen überraschend aktiv genutzt. Kleinere Effekte finden zwar ebenfalls ihren Weg in die Effektkanäle, lassen dann aber deutlich an Druck und Dynamik missen. Dialoge sind stets gut zu verstehen, wirken aber etwas steril und insgesamt fehlt es der Abmischung an Lebhaftigkeit. Für diese Mini-Serie reicht es eigentlich vollkommen, schließlich gibt es mehr Monologe als druckvolle Actionszenen und für ein Film diesen Kalibers hält sich die Frontlastigkeit überraschend zurück. Der Originalton klingt etwas natürlicher, was vor allem im Bereich der Dialoge auffällt. Ansonsten gibt es keine großen Unterschiede zwischen den beiden Sprachfassungen.

Sony Pictures teilt die Serie auf zwei Discs auf, was der Bildqualität vor allem im Bereich der Kompression zugute kommt. Auf Bonusmaterial müssen wir allerdings verzichten und bis auf einen Blu-ray (!!!)-Werbetrailer wird uns nichts geboten. Das Menü ist eintönig, zumindest aber gibt es diverse Untertitel für den Hauptfilm. Die Kaufhaus-Version erscheint zudem als KeepCase im Wendecover: einmal mit FSK-Flatschen auf der Frontseite und einmal ohne.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus------


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