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USA 2006
Originaltitel:Slither
Alternativtitel:Slither - Voll auf den Schleim gegangen
aka. Horribilis
aka. Slither - Sie sind in uns
Länge:91:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:MA 15+
Regie:James Gunn
Buch:James Gunn
Kamera:Gregory Middleton
Musik:Tyler Bates
SFX:MastersFX, Switch VFX, Image Engine Design, Digital Dimension u.a.
Darsteller:Don Thompson, Nathan Fillion, Gregg Henry, Xantha Radley, Elizabeth Banks, Tania Saulnier, Dustin Milligan, Michael Rooker, Haig Sutherland, Jennifer Copping, Zak Ludwig, Kathryn Kirkpatrick, Brenda James, Lorena Gale, Bart Anderson, Jenna Fischer, Rob Zombie
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:06.09.2006 (Kauf)
Specials:
  • Trailer bei DVD-Start (4:19 Min.):
    • Inside Man
    • The Fast And The Furious: Tokyo Drift
  • Der Kultmacher: Lloyd Kaufmans Video-Tagebuch (8:59 Min.)
  • Glitschiges Set: Eine Tour mit Nathan Fillion (4:42 Min.)
  • Wer ist Bill Pardy? (5:21 Min.)
  • Kranke Köpfe und schleimige Drehtage (10:05 Min.)
  • Die Blutbrauerei (3:18 Min.)
  • Die Entstehung der Slither-Kreaturen (18:39 Min.)
  • Visuelle Effekte: Schritt für Schritt (5:05 Min.)
  • Unveröffentlichte Szenen:
    • Bei Mrs. McCammon (3:04 Min.)
    • Grant bei der Arbeit (1:03 Min.)
    • Starlas und Grants Abendessen, Szene 1 (0:45 Min.)
    • Die Fleischarchivierungsszene (1:30 Min.)
    • Grant nimmt den Hund weg (1:08 Min.)
    • Starlas und Grants Abendessen, Szene 2 (0:56 Min.)
    • Vor dem "Deer Cheer" (0:45 Min.)
    • Starla träumt während des Unterrichts (0:55 Min.)
  • Erweiterte Szenen:
    • Beim Metzger (1:47 Min.)
    • Bill und Starla auf dem Balkon (2:11 Min.)
    • Grant besucht Brenda (1:39 Min.)
    • Bill und Kylie vor dem Polizeirevier (1:46 Min.)
  • Outtakes (8:13 Min.)
Verschlafene Örtchen wie Wheelsy gibt es tausendmal in den USA. Seine Bewohner sind höflich, freundlich und ziemlich normal. Unter der Oberfläche allerdings gedeiht etwas teuflisch Böses. Langsam, verflucht langsam, beginnen sich die Dinge zu verändern. Haustiere verschwinden und der einflussreiche Grant Grant (Michael Rooker) verhält sich plötzlich äußerst merkwürdig. Als dann noch das Vieh eines Farmers erschreckend mutiert und eine junge Frau wie vom Erdboden verschluckt wird, stellen Sheriff Pardy (Nathan Fillion) und sein Team Nachforschungen an ... und das hätten sie lieber bleiben lassen sollen.
Als erstes möchte ich zunächst erstmal meinen Dank aussprechen: Danke an die Kinder, die an diesem Abend zu Hause geblieben sind! Ihr habt mir trotz der FSK16-Freigabe und des hohen Eintrittspreises von 8 Euro einen schönen Abend bereitet. Keine lauthalsigen Lacher, keine dummen Sprüche - obwohl diese passender gewesen wären, als bei "unserem" letzten gemeinsamen Kinobesuch. Wie dem auch sei, an alle Interessierten: Lasst Euch bloß nicht von der Freigabe abschrecken, vor allem gegen Ende hin wartet der Film mit einigen recht derben Effekten auf, die man nicht unbedingt ab einer Freigabe ab 16 Jahren erwarten würde, im Kontext des Films aber für die Freigabe durchaus okay gehen. Die FSK scheint echt toleranter geworden zu sein, zumindest aber scheint sie in den heutigen Zeiten erkannt zu haben, dass ein komödiantisch angehauchter Horrorfilm auch für ein Zielpublikum geeignet ist, das nicht unbedingt die Grenze zum "Erwachsenendasein" überschritten haben muss.



Gerade durch die humorvolle und bisweilen ironische Inszenierung wird einiges der "Härte" des Films genommen, der aber durchaus noch mit harten Effekten aufwarten kann und somit sowohl Freunde von harten Effektorgien, als auch das eher massenkompatible Zielpublikum gut zu unterhalten weiß. Dies liegt vor allem am gradlinigen Aufbau der Geschichte, die gekonnt Elemente des "Schrottfilms" aufgreift, jedoch so selbstsicher und mit einem sichtbaren Budget ausstattet, dass sich das Kinopublikum zielsicher zwischen Ekel und extremen Lachtiraden bewegt.

Die Geschichte ist eine gekonnte Mischung aus Interner Link"Night Of The Creeps", "Body Snatchers" und Interner Link"Der Blob", gepaart mit einigen Schenkelklopfern und einer Prise Wahnsinn, die nicht unbedingt dem "normalen" Horrorfilmgucker gefallen wird, aber auf Grund ihrer mit Zitaten gespickten Machart positiv auffällt. Obwohl der Film randvoll mit Klischeefiguren ist und auch die Story nicht wirklich originell ist, wird man trotzdem nett unterhalten und fühlt sich in dem US-Kaff Wheelsy gleich von Anbeginn wohl.
Die etwas abgelegene Ortschaft ist ein Paradies für Hinterwäldler. Genau so sehen auch die Figuren in der örtlichen - *hust* - Kneipe aus, die ob der Rede ihres Bürgermeisters (die Jagdsaison ist eröffnet) gar in völlige Euphorie verfallen. Was keiner weiß und ahnt, ist, dass ein Meteor gerade in ihrem stillen Örtchen in einem Waldstück eingeschlagen ist und gleich den erstbesten "Dummen", einen abgewiesenen Ehemann, der seinen Spaß mit einer Kneipenbekanntschaft im Wald sucht, mit seinem fiesen, außerirdischen Parasiten befällt. Den Wirtskörper packt nun eine regelrechte Fleischeslust, die sich aber nur anfänglich durch Hundefleisch befriedigen lässt. Ferner denkt der Parasit gar über Nachwuchs nach, um so noch schneller die Welt zu unterjochen ...



Anfangs wird noch eine gemächlichere Gangart eingeschlagen und erst einmal die sympathischen Charaktere vorgestellt. Das Grundgerüst der Story wendet sich im Verlaufe des Films jedoch öfter, jedoch ohne seinen Grundtenor - die außerirdische Invasion über den menschlichen Körper und Geist - zu vernachlässigen. Wo sich erst noch in Andeutungen geübt wird, die Hauptpersonen sexy Lehrerin, unattraktiver & fremdgehender Ehemann, sowie der obligatorische Held (natürlich der Sheriff) vorgestellt und deren gemeinsamen Verbindungen aufgezeigt werden, geht es eigentlich ab einer halben Stunde rasant weiter. In cool geschnittenen Zwischenszenen zwischen der Eröffnungsfeier der Jagdsaison, in die wie auch in der anfänglichen Szene die Darwinsche Lehre augenzwinkernd integriert wird, offenbart sich das Biest - entschuldigt: der Parasit im Mann - und in der ersten, sehr gelungenen Effektsequenz bekommt man einen kleinen Einblick auf weitere Geschehnisse.

Was die Effektszenen anbelangt, so wird einem für die Freigabe gediegene Kost geboten, die auf Grund des Budgets und der Massenkompatibilität nicht sonderlich extrem ausfällt, jedoch solide, ja bisweilen ordentlich ausfällt. Dabei wird zum Ende hin ein Potpourri an Hommagen bekannter Genrewerke aufgefahren. Allein die unzähligen derben Kopfschüsse der Zombies erinnern an blutrünstige Vertreter diesen Genres, aber auch die schleimige "Kreatur" des Oberbosses ist klar als Tribut an den schönen Yuzna-Streifen Interner Link"Society" erkennbar, wenn auch die Vielfältigkeit der obskuren Kreaturen auf zwei reduziert wird. Nichtsdestotrotz können eingefleischte Freunde des Horrorfilms genug Parallelen zu berühmten Klassikern ziehen, z.B. offenbaren die anfänglichen Tentakel, welche aus dem Bauch des ersten Opfers des Meteors sprießen, eine deutliche Ähnlichkeit an die "Messer" des Dr. Channard. Auch sonst merkt man den Effekten das hohe Budget an. Die CGI-Effekte der "Schnecken" sind gelungen, in Nahaufnahmen ließ Regisseur James Gunn es sich nicht nehmen echte Effekte der sich windenden Schnecken zu zeigen, die neben den richtig guten Masken der Infizierten einiges zur "Intensität" des Streifens beitragen.



Die Darsteller bewegen sich ebenfalls routiniert durch das Geschehen, lassen jedenfalls keinen Grund zur Klage aufkommen. Ihre Charaktere mögen zwar Abziehbilder sein, jedoch bleiben keine sichtbaren Klebestreifen auf dem Hintergrund. Will heißen, dass trotz der stereotypen Verhaltensmuster die Darsteller ihren Figuren immer noch genug Leben einhauchen um als eigenständige Personen bestehen zu können. Besonders überrascht war ich von Michael Rooker, dessen wirklich miese Darstellung in dem noch mieseren C-Streifen "Skeleton Man" wirklich beschämend war, hier jedoch als mutierender Erstbefallener eine gute Figur macht. Zwar gibt es die ein oder andere Szene, bei der man die Stirn runzeln wird, aber gerade bei so einem Streifen darf man nun wirklich keine darstellerischen Höchstleistungen erwarten. Es ist gewollter Spaßhorror und unter diesem Blickwinkel sollte man auch die Gesamtheit sehen.

Nicht immer spannend, aber recht atmosphärisch geht es vonstatten, wird das bisweilen angeekelte Publikum "geschockt" (z.B. durch an Herpes erinnernde Luftblaseneffekte, die die Infizierten "schmücken"), um im nächsten Moment durch einen markanten Spruch lauthals los zu prusten. Lässt man Logiklöcher außer acht, so wird die Geschichte nach einer kurzen Anlaufzeit doch recht flott erzählt und bedingt durch die locker-flockig inszenierte Mischung kommt wohl ein jeder mehr oder minder auf seine Kosten.

Doch gerade von einem James Gunn hätte ich etwas mehr erwartet als einen routiniert abgedrehten Schundfilm in edler Optik. Der Drehbuchautor von Interner Link"Scooby Doo" und dem Interner Link"Dawn of the Dead"-Interner LinkRemake, der auch bei diversen Troma-Projekten wie Interner Link"Tromeo & Julia" und Interner Link"Citizen Toxie" seine Finger im Spiel hatte, hätte durchaus mit etwas mehr Konsequenz und Derbheit aufwarten können. (Übrigens gibt es in einer Szene einen Ausschnitt aus dem ersten Toxie zu sehen!) Nicht, dass "Slither" ein Film für die ganze Familie wäre; natürlich nicht, aber etwas mehr Ungeschliffenheit und Skurrilität hätte ich mir schon gewünscht. So verläuft die Story sehr gradlinig, nicht aber minder unterhaltsam, wenn auch manches sehr vorhersehbar ist und gerade für Kenner der "Klassiker" nur eine Abfolge von Zitaten und Hommagen abgespult wird.



Natürlich ist der Film bereits auch in Deutschland auf DVD erschienen, wir haben uns aber hier mal die preislich deutlich attraktivere Variante aus Australien vorgenommen. Der Clou an der Sache: Sie kann von Code 2-Playern abgespielt werden, besitzt eine deutsche Tonspur, deutsche Untertitel, deutschsprachige Menus, deutsch untertitelbare Extras und ist somit baugleich zur deutschen DVD.

Bei den Extras hat man sich Mühe gegeben, den Zuschauer gut zu unterhalten. Mein Einstiegspunkt war das Videotagebuch von Lloyd Kaufman, der für ein kurze Szene zum Set seines Schützlings gebeten wurde und das mit einer Handkamera aufnimmt. Wie üblich ist sich der Troma-Chef für keinen Scherz zu schade. "Glitschiges Set" und "Wer ist Bill Pardy" sind sehr ähnlich, denn in beiden spielt Hauptdarsteller Nathan Fillion eine wichtige Rolle. Im erstgenannten Extra führt er mit einer Handkamera über das Set und fängt dort ein wenig die lockere Atmosphäre ein. Im Zweiten wird der Running Gag "I'm Bill Pardy" gezeigt und danach ordentlich über dessen Darsteller hergezogen. "Kranke Köpfe ..." ist ein kurzes Making Of mit Interviews und weiteren Set-Einblicken, bei denen der Regisseur beispielsweise seine Vorlagen und Anspielungen auf andere Genre-Klassiker anspricht. Natürlich werden auch die Darsteller vorgestellt und mit Lob überhäuft, was aber auf eine charmante Art passiert, so dass es nicht nervt.
Die Effektabteilung beginnt ihre Arbeit vorzustellen mit der "Blutbrauerei", bei der genau gezeigt wird, wie man am besten eigenes Kunstblut herstellt. "Die Entstehung der Slither-Kreaturen" ist trotz der Laufzeit von 18 Minuten ein auffallend tiefgründiger Bericht zu den "echen" Spezialeffekten des Filmes, beispielsweise dem Brenda-Fleischklumpen und den Tentakeln der Elternkreatur. Was nicht gezeigt wird, wird mittels Texttafeln näher erklärt. Besonders wird Wert darauf gelegt, dem Zuschauer zu vermitteln, dass sämtliche Effekte sowohl aus CGIs als auch aus Aufbauten bestehen, weil man lt. Aussage der Macher somit realistischere Effekte bieten konnte. Unter "Visuelle Effekte" darf man sich einen Eindruck davon machen, wie die meist sehr kurzen CGI-Elemente vom Dreh der Ursprungsszene über mehrere Zwischenschritte zum fertigen Effekt reifen. Unter den unveröffentlichten und erweiterten Szenen kann man sich noch jede Menge Restmaterial anschauen, von dem manches lustig, anderes belanglos ist. Es wundert mich nur, dass jene Szene mit Kaufman nicht dabei ist. Auch Trailer gibt es keine bis auf jene zwei zu Beginn der DVD. Dafür ist das Bonusmaterial durchweg lustig, nicht zuletzt dank den gut 8 Minuten an Versprechern und Patzern. Es fehlt lediglich noch ein Audiokommentar und eine etwas professionellere Übersetzung bei den Untertiteln im Bonusmaterial, da es oft mal Begriffe gibt, die wörtlich übersetzt sind und deswegen irgendwie nicht passen.

Die DVD ist mit dem anamorphen 1,85:1-Bild auf dem Stand der Zeit. Die Farben sind sehr natürlich, manchmal ein wenig angehoben, um die Stimmung zu untersützen, und der Kontrast bereitet in Nachtaufnahmen keinerlei Probleme, denn es wird selten versucht, durch schwache Ausleuchtung etwas vorm Zuschauer zu verstecken. Wie bei Major-DVDs üblich verzichtet "Slither" auf ein sichtbares Rauschen oder eine auffällige Kompression. Auch die Schärfe ist weitestgehend sehr ansprechend. An den Konturen wird eine sehr gute Abgrenzung deutlich, im Detail muss man mit etwas weniger vorlieb nehmen. Das ist dann auch der einzig wirkliche Kritikpunkt der Scheibe, die einfach etwas mehr Feinheiten hätte vertragen können.



Etwas weniger zufriedenstellend, wenn auch immer noch ok ist die deutsche Tonspur. Wie auch das Englische und Französische gibt es diese in Dolby Digital 5.1, wobei man in keiner Version davon wirklich etwas merkt. Während der englische Originalton noch frisch klingt was die Stimmen angeht, macht sich bei der deutschen Version irgendwie das Gefühl breit, die Sprecher hätten in der Abmischung nicht die nötige Intensität und Klarheit verpasst bekommen. Das macht den ohnehin sehr auf die Front bezogenen Ton etwas leblos für einen aktuellen, großen Film. Auch bei den Surround-Effekten gibt es Nachholbedarf. Zwar wird zwischendrin immer wieder mal etwas geboten, z.B. ein hinter dem Hörer entlangfliegender Uhu, aber das passiert zu selten, um es bereits als füllenden Raumton zu bezeichnen. Beim Klang kann der Film dann aber wieder etwas gut machen, denn beispielsweise die Musik ist so eingesetzt, wie man sich das vorstellt. Es fehlt zwar etwas Dynamik und Bass im Vergleich zu den großen Filmen, aber gerade die Musik bessert das sonst sehr frontbezogene Geschehen wieder etwas auf.

Insgesamt gesehen wird einem nicht wirklich Neues geboten, die Mischung gefällt jedoch und wer keinen der Klassiker kennt, der darf gerne noch einen Zähler auf der Punkteskala dazu addieren. Alteingesessenen Horrorfreaks mit Ahnung vom Genre sollten aber dennoch einen Blick riskieren!


Film++++--
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus++++--


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NewsSchleimiges in "Slither"
"Slither" ab 09.11.06 auf DVD!
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