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KR, USA 1976
Originaltitel:Ape
Alternativtitel:A*P*E: Attacking Primate Monster
aka. Ape, The
aka. Attack of the Giant Horny Gorilla
aka. Hideous Mutant
aka. King Kongui daeyeokseub
aka. New King Kong, The
aka. Super Kong
Länge:82:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Leder
Buch:Paul Leder, Reuben Leder
Kamera:Tony Francis, Daniel L. Symmes
Musik:Bruce MacRae
SFX:Park Kwang Nam
Darsteller:Rod Arrants, Joanna Kerns, Alex Nicol, Nak-hun Lee, Yeon-jeong Woo, Jerry Harke, Larry Chandler, Walt Myers, J.J. Gould, Charles Johnson, Paul Leder, Choi Sung Kwan
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,00:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für nicht synchronisierte Szenen
Verpackung:Kleine Hartbox
DVD-Start:26.09.2008 (Kauf)
Specials:
  • 3D-Brille
  • Original-Kinoversion in 3D (82:09 Min.)
  • Trailer (1:20 Min.)
  • Bildergalerie (2:01 Min.)
  • Trailer zu (7:35 Min.):
    • Gorgo
    • Gappa
    • Krieg der Infras
    • Roboter der Sterne
Ein gigantischer Riesenaffe soll als Attraktion ins Disneyland nach Amerika verschifft werden. Dieser zeigt sich davon allerdings nicht gerade begeistert und schafft es, sich zu befreien. Nachdem er das Schiff zu Kleinholz verarbeitet und das koreanische Festland erreicht hat, hinterlässt er auf dem Weg ins Landesinnere eine gnadenlose Spur der Verwüstung. In Seoul haben indes gerade Dreharbeiten mit der amerikanische Schauspielerin Marilyn Baker begonnen, und offensichtlich kann sich selbst der Riesengorilla ihrer Ausstrahlung nicht entziehen, denn als sie ihm zufällig über den Weg läuft, entführt er kurzerhand die attraktive blonde Frau. Doch mittlerweile sind ihm ganze Armeen auf den Fersen, um den aggressiven Primaten endgültig niederzustrecken ...
Seit Anbeginn der Filmzeiten werden, wann immer Großproduktionen angekündigt werden, billige Anhängselproduktionen auf die Schnelle nebenbei auf den Markt geworfen und im Falle von Dino de Laurentiis "King Kong" von 1976 (übrigens selbst ein Remake) war es nicht anders. Der große Affe war das "next big thing", also warum sollte man damit nicht ein paar schnelle Mäuse machen können.



Das Ergebnis trägt den Titel "A*P*E" und wurde von C-Film-Regisseur Paul Leder mit Hilfe koreanischer Geldgeber im darauffolgenden Jahr so schnell zusammengerotzt, dass man im Trailer schon mal vorsichtshalber darauf hinwies, dass man den Film nicht mit dem originalen "King Kong" verwechseln sollte. Nichts könnte ferner liegen, denn das fertige Produkt liegt doch tatsächlich noch einige Etagen unter dem eingekellerten Niveau alberner Godzilla-Produktionen aus den frühen 70ern. Damit geriet es zu einer streckenweise äußerst vergnüglichen Trashgranate erster Garnitur, die allerdings durch streckenweise unendliche Langeweile geschmälert wird.

Das liegt zum einen an der Story, die man vorsichtshalber mal schnell aus dem Vorbild geklaut hat, allerdings verzichtete man auf die teure Story von der Entdeckung, der Insel und dem schwierigen Einfangen und präsentiert das Vieh in der ersten Szene schon an Bord eines Frachters, der sich in der Totalen als ein Kinderplastikboot entpuppt. Nach einer geistlosen Erklärung, was die Tatsachen sind (Kapitän und Matrose rauchen eine), bricht das Vieh aus und der Frachter explodiert, was der Affe aber ohne Probleme übersteht, weil er mit seinen angeblichen 12 Metern Größe flott gen Küste schwimmt und unterwegs mal eben gefühlte 15 Minuten mit einem Gummi-Hai ringt, womit die Reminiszenzen an Interner Link"Der weiße Hai" auch abgeschlossen wären.



Von da an heißt es "Go for gold in South Corea", denn der Typ in dem monchichi-ähnlichen Flauschkostüm und dem Gorillakopf, der statt eines Brüllen über den ganzen Film nur ein brünstiges Röcheln produziert (Asthma?) läuft jetzt durch offensichtliche Setdekos von niedlichen Pappgebäudekomplexen und kloppt sie mal ein und mal nicht. Dann macht er sich auf die Socken gen Seoul, wobei er die Landbevölkerung erschreckt.

Um jetzt doch noch mal auf den Hauch von Plot zu kommen, nebenbei passiert folgendes: Eine amerikanische Schauspielerin kommt in der Hauptstadt an, um hier einen Film zu drehen (wir sehen nur eine Szene, aber in der wird sie als Nutte bezeichnet, fast vergewaltigt und bewältigt die Aufnahme wie den Rest des Films nur via Unterwäsche und rotem, seidenen Bademantel). Ihr flotter, heiratswilliger Stecher ist auch da, nämlich Tom Rose, seines Zeichens Journalist. Gleichzeitig sind zwei Offizielle mit dem Fall "Big Ape" beschäftigt: einmal Captain Kim von der koreanischen Polizei, der meistens tatenlos in der Gegend rumfährt und konstatiert, dass man den Affen mal wieder nicht gefunden hat und Colonel Davis von der US-Army, der sein Hauptquartier in einer Sperrholzbaracke mit Fahnen und Militärbildern an der Wand hat und höchstselbst ständig Telefonate führt, in denen er zur Schnecke gemacht wird, weil er die Story als standhafter Ami natürlich mal glaubt und mal nicht glaubt.

Die Actrice, die trotz pummeliger Gesichtszüge dennoch auf den Namen Marilyn hört, wird natürlich von dem haarigen Kuschelbär gekascht und durch die Gegend getragen, kann entkommen und wird nach ausgiebiger Zerstörungssuche wieder gekascht, bis man den Affen abknallt. End of Story!



Diese Konstrukt von Plot nimmt aber von den 83 Minuten Laufzeit nur gefühlte 18 Minuten ein, der Rest besteht aus den niedlichen Modellszenen, in denen Ape sich mit koreanischen Darstellern und ihren Brandpfeilen, mit Matchboxhubschraubern und Panzern kloppt und sonst mit einem Gang über die Hügel klettert, der halb wie Travolta in "Saturday Night Fever" und halb wie Kackzwang ausschaut. Weiter angefüllt wird der Film von ca. 15 Minuten Archivmaterialen aus Werbefilmen der Army, die ein- und dieselbe Brückenüberquerung per Panzer oder Hubschrauberlandung frechweg fünfmal hintereinander montieren, unterbrochen nur von einem der etwa 30 Telefonate, die Colonel Davis mit Vorgesetzten, Untergebenen und Politikern führt, ohne dass die was bringen oder irgendeinen Sinn ergeben. Davis ist mal ungläubig, mal tatendurstig, flucht und raucht und salbadert dummes Zeug, was besonderen Spaß macht, weil Gottfried Kramer ihn synchronisiert hat, der uns ggf. noch als "Oscar aus der Mülltonne" aus der "Sesamstraße" bekannt ist.

Den Vogel schießt aber Horst Stark als Captain Kim ab, den er (Koreaner oder nicht, ist auch egal) mit wienerischem Akzent spricht, was jeden seiner Auftritte zu einem wahren Vergnügen macht.


Auf jeden Fall ist der Film eine einzige Streckung der Handlung durch unwichtiges Material mit endlosen Sequenzen, die ein und dasselbe immer wiederholen, vorzugsweise um die gleichzeitig erstellte 3D-Fassung funktionabel zu machen. Und so fliegen die Brandpfeile in die Kamera, werden Knarren auf die Zuschauer abgeschossen und Ape schleudert seine Granitbrocken immer munter ins Okular, was unterhaltungswürdig ist, weil alles an nicht mal kaschierten Drahtseilen auf den Fokus zuschlingert. Dass dann mal Panzer oder Hubschrauber aus der Spielzeugfabrik explodieren, ohne dass sie getroffen werden, ist da fast schon nebensächlich.
Besondere Erwähnung sollten noch zwei Momente finden (auf die besonders beknackten Dialoge geh ich lieber mal nicht ein), die ihn der Wertschätzung aller Trashfans versichern sollten. Eine Szene zeigt eine (lebendige) Kuh auf einer Wiese und im Gegenschnitt dann Ape, wie er über eine Playmobilkuh steigt und die andere zeigt uns das Triumphale im Affen, als er einen Heli killt und dann mal flott den dicken Mittelfinger in die Kamera zeigt.

Zwar nagt der Zahn der Zeit am Material, was sich in allerlei kleineren Verschmutzungen und ein wenig flimmernden Rauschen zeigt, insgesamt ist die DVD aber erfreulich ordentlich. Das Rauschen wird nie zu offensichtlich und es gibt keine störendes, stehendes Rauschen, auch wenn beides mal vorkommt. Dass das Material doch ziemlich gut aussieht, liegt an den fast knalligen Farben, die dem Geschehen Glanz verleihen. Auch der Schwarzwert zieht mit und wird lediglich ein wenig vom Kontrast beeinflusst, der in dunklen Szenen etwas mehr zeigen dürfte. Der große Pluspunkt der Schärfe ist ihre Kontinuität über die gesamte Spielzeit hinweg, denn trotz einem etwas weichen Grundcharakter wird man in diesem Bereich nie enttäuscht werden. Die Aufarbeitung sieht auch dahingehend professionell aus, dass keine Überschärfung stattfand. Das hintergründige Blockrauschen hätte die Wertung zwar fast wieder auf 3 Punkte runtergezogen, aber belassen wir es dabei.

Der deutsche Ton ist zwar auch nur Mono, gerade aber bei den Dialogen erfreulich frisch. Das gilt aber auch für die Musik, die manchmal fast den Eindruck macht, als wäre sie neu eingespielt. Es handelt sich aber um den Originalscore, wie man anhand der englischen Tonspur feststellen kann. Die klingt gleich mal etwas dumpfer und muffiger und kann dem deutschen Ton nicht das Wasser reichen. Lediglich in einigen Momenten hört man im Deutschen etwas Rauschen oder kurze Tonaussetzer. Für ein Kind der 1970er ist der Klang aber noch ziemlich gut. Jene Dialogpassagen, für die es keine Eindeutschung gibt, sind natürlich deutsch untertitelbar.



Als ganz besonderes Extra hat man die 3D-Fassung des Films als Bonus auf diese DVD gepackt. Eine entsprechende Brille liegt bei, es sollte also dem zum Greifen plastischen Erlebnis nichts im Wege stehen. Die Bildqualität ist leider nur mäßig und die Rot-Grün-Polarisation raubt dem Bild nicht nur viel Farbe und Helligkeit, sondern lässt es auch sehr weich aussehen. Es könnte also vorkommen, dass man nur mal reinschauen möchte, denn über die gesamte Spielzeit hinweg ist es schon etwas anstreckend, sich den Film derart anzuschauen. Der Trailer zu diesem Film ist mal wieder von ganz besonderem Kaliber und sollte ebenso wie die Galerie mit Aushangmaterial und diversen Covern angeschaut werden. Für Monster- und Trash-Fans eignet sich die Trailershow.

"Ape" ist ganz großer Käse, aber einer, den man auf einer Party groß rausbringen kann, wenn man die endlosen sinnfreien Strecksequenzen überspult. Hier stimmt gar nichts, was aber von den Machern vermutlich noch extra betont wurde. Für die Synchro und die Unbeholfenheit will ich gern mal einen zweiten Punkt spendieren - für die Partystimmung muss man die Wertung natürlich wie immer spiegeln (also 5,5 Punkte).
Bei der DVD hat man wieder die Auswahl zwischen der kleinen Hartbox und einer KeepCase-Version, wobei sich inhaltlich nichts unterscheidet.


Film+/----
Bild+++/--
Ton++/---
Bonus++----


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A*P*E
A*P*E
Ape
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