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IT 1972
Originaltitel:W Django!
Alternativtitel:Man Called Django!, A
aka. Viva! Django
Länge:90:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Edoardo Mulargia
Buch:Nino Stresa
Kamera:Marcello Masciocchi
Musik:Piero Umiliani
SFX:Vitantonio Ricci
Darsteller:Anthony Steffen, Stelio Candelli, Glauco Onorato, Chris Avram, Esmeralda Barros, Donato Castellaneta, Benito Stefanelli, Riccardo Pizzuti, Simonetta Vitelli, Furio Meniconi, Giovanni Cianfriglia
Vertrieb:Maia
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:01.09.2008 (Kauf)
Specials:
  • Der Berserker (3:14 Min.)
  • Ein Fressen für Django (3:10 Min.)
  • Der Einzelkämpfer (2:45 Min.)
  • Der Mafiaboss (4:02 Min.)
Nach dem grausamen Mord an seiner geliebten Frau kennt Django nur noch einen Gedanken: Rache! Wer immer der Täter auch war, Django will den brutalen Mörder gnadenlos zur Rechenschaft ziehen. Doch schon bald bemerkt Django, dass sich ihm immer wieder Leute auf seiner Jagd entgegenstellen und versuchen, den Mörder zu decken. Django aber ist unbeirrbar und lässt sich von keinem Widersacher aufhalten bis er endlich dem Mörder seiner Frau Auge in Auge gegenübersteht.
Der schon der späteren Phase des Italowesterns, als längst ein humoriger Grundtenor in das Genre Einzug hielt, entstammende "Ein Fressen für Django" nimmt sich des Leitmotivs Rache schon nicht mehr ganz so ernst an.
Dafür bekommt es der Zuschauer hier allerdings auch mit einem "echten" Django zu tun, der unter der Regie von Edoardo Mulargia (Interner Link"Django - Kreuze im blutigen Sand", "Django - Dein Henker wartet") in einem sehr kurzweiligen Italowestern die Mörder seiner kaltblütig ermordeten Frau sucht und zur Strecke bringen will.



Django wird hierbei vom seinerzeit dauerbeschäftigten Antonio De Teffè ("Sartana", Interner Link"Django und die Bande der Bluthunde") ganz souverän im Eastwood-Modus gespielt. Zynisch, lässig und äußerst cool schießt er sich zielstrebig den Weg frei um die ehemaligen Mitglieder der Kleeblatt-Bande, die Mörder seiner Frau, ausfindig zu machen und zu töten. Zu einer Ikone hat es für De Teffè zwar nie ganz gebracht, aber wie er unterkühlt und souverän mit so einigen, witzigen Tricks (bastelt sich dritten Arm, schickt eine ihm zugeworfene Stange Dynamit erst wieder retour, nachdem er sich an der Lunte seinen Zigarillo angezündet hat) sich gleich Dutzenden Gegnern mit trockenen Onelinern entledigt, hat Stil.

Nino Stresas ("Der Colt aus Gringos Hand", Interner Link"Galgenvögel sterben einsam") Drehbuch überzeugt dabei mit einem sehr straffen, wenn auch wenig abwechslungsreichen Handlungsablauf, der nebenher dann immer wieder amüsante Nebencharaktere, wie den sich erst einmal seinen Schaukelstuhl vor einer Hinrichtung am Galgen zurechtrückende Barmann Paco (Donato Castellaneta), mit einwebt. Auf Kosten dieser linear stattfindenden Exekutionen geht zwar die Spannung völlig den Bach runter, doch exzessive Shootouts auf Farmen und in der außer ein paar Banditen, Paco und anfangs auch einen Mönch niemanden mehr beherbergenden Wüstenstadt Las Puertas entschädigen dafür, denn Django zieht in den brenzligsten Situation immer noch ein Ass aus dem Ärmel, verkleidet sich anfangs auch selbst als Mönch. Er beweist jede Menge Galgenhumor, wenn er in der Kirche eine Leiche in Betpose bugsiert oder seine Häscher am Glockenseil baumeln lässt und zieht dann zur Ablenkung auch mal einen Schergenführer in Unterhosen nebst Bett durch die Stadt. Ansonsten lassen sich leider auch immer wieder Ideen finden, die eindeutig, bis zu den Dialogen, Meister Leones Meisterwerken entstammen (u.a. das Kassieren der Belohnung mit anschließender Befreiung).



Die Chemie zwischen ihm und Carranza (Stelio Candelli, Interner Link"Planet der Vampire", "Ein Hosianna für zwei Halunken") ein mexikanischer Gauner, den er vor der Hinrichtung bewahrt und einen Pakt schließt, um die Namen der Mörder zu erfahren, ist leider selten von glücklichen Momenten geprägt, denn Carranza ist ein deutliches, aber unwürdiges Tuco-Imitat, das nie und nimmer dessen opportunistische Verlogenheit erreicht. Zu einen paar amüsanten Dialogen zwischen dem immer sehr voreiligen Mexikaner und dem dafür umso ruhiger und souveräner handelnden Django reicht es dennoch aus.

Die Tiefe der tragischen Figur bleibt hier wie erwartet nach wenigen Minuten gänzlich auf der Strecke. Emotionen wie Verbittertheit und Trauer muss De Teffè nicht mehr zeigen. Auch weil die Ernsthaftigkeit dem Film trotz seines hohen Bodycounts völlig abgeht, braucht man sich hier als Zuschauer also nicht auf einen unvergesslichen Charakter freuen.
"Ein Fressen für Django" ist ein reiner Fast-Food-Western, als solcher unterhält er aber nicht zuletzt dank der sehr überzeugenden Regie von Edoardo Mulargia, dem ich nach seinem eher mäßigen "Django - Dein Henker wartet" so eine kompetente Regie gar nicht zugetraut hätte.



Neben den klassischen Elementen (Django betritt die Stadt als Fremder und ohne Pferd mit Sattel auf dem Rücken) versanden die Nebenrollen leider völlig. Insbesondere den Mördern (u.a. auch Riccardo Pizzuti, Benito Stefanelli) hätten in zwei von drei Fällen mehr Leinwandpräsenz nicht geschadet, da sie lediglich als kurz zu Wort kommendes Abschussmaterial verkommen. So fällt es etwas schwer Djangos Handlungen nachzuvollziehen, zumal der sich treudoof nur auf die Aussagen von Carranza verlässt und seine Opfer nur vor vollendete Tatsachen stellt.

"Ein Fressen für Django" ist innerhalb des Genres mit Sicherheit kein aufmerksamkeitserregender Beitrag gewesen und implementiert grundsätzlich nur die bekannten Strukturen ohne nennenswerte eigene Akzente, fährt damit allerdings überraschend gut. Zu verdanken hat er dies vor allem dem relativ hohen Tempo, das Längen innerhalb des Geschehens nahezu komplett vermeidet und den seltenen irrwitzigen Ideen. So heizen Django und Carranza beispielsweise mit einem Auto durch die Straßen und in Scheunen, um die Widersacher auszuschalten oder gelingt es dem Rächer gleich anfangs eine beeindruckende Überzahl mit einem Versteckspiel zu verwirren und zu schlagen.



Die Maia-DVD übernimmt das Bild der New-Veröffentlichung und ändert scheinbar rein gar nichts daran. So bleibt ein ordentliches, anamorphes Bild, das sich bezogen aufs Alter des Materials sehr wacker schlägt. Gewisse kleinere Unreinheiten wie beiläufige Kratzer oder ein wenig Rauschen lassen sich kaum vermeiden, sind aber auch nicht schlimm. Bewegungen bleiben wegen letzterem zwar nicht ganz sauber, weil auch immer ein klein wenig Flimmern zu sehen ist, aber das Bild wird nicht wirklich unscharf. Die Farben halten sich etwas bedeckt, so dass die Western-Stimmung vielleicht noch etwas kühl ausfällt, gewisse Töne wurden aber herausgearbeitet. Die Gesamtschärfe ist in Ordnung, weswegen 4 Punkte noch möglich sind. Lediglich ein etwas seltsamer Ghosting-Effekt tritt an horizontalen Kanten auf: Dort besitzen Hutkrempen und Gebäudekanten an der Unterseite einen zweiten Schimmer, dessen Ursache mir nicht bekannt ist. Vermutlich werden das die meisten Zuschauer aber nur bemerken, wenn sie es bereits vorher wissen.

Leider gibt es wieder nur eine Tonvariante und das ist in diesem Falle der deutsche Monoton, der ausschließlich aus dem Center kommt. Der ist altersgemäß kernig, klingt bei der Musik aber noch ganz ordentlich. Lediglich die Hintergrundgeräusche und einige Stimmen klingen etwas matschig. Das führt im extremsten Fall dazu, dass der Lauf durch die Wüste klingt wie ein Gummistiefelausflug im Moor. Einige Passagen existieren nur im Originalton, sind also deutsch untertitelt. Die Untertitel sind aber keineswegs eine Hilfe, denn wer gerade was spricht, wird durch sie nicht deutlich. Sie lesen sich auch so, als ob sie falsch getaktet eingeblendet werden oder möglicherweise gar nicht alles Gesprochene übersetzen.



Letztlich reicht es bei "Ein Fressen für Django" zu einem sorgfältig inszenierten Italowestern mit hohem Unterhaltungswert, obwohl nur Bekanntes aufgefahren wird. Der Witz ist dafür zynisch und nicht albern verwässert, Antonio De Teffè enorm cool, sowie die Musik von Workaholic Piero Umiliani äußerst solide. Ein paar humorige Einfälle des Drehbuchs, meist bezogen auf Djangos Einfallsreichtum, erledigen den Rest. Sicher kein Prachtstück des Genres, dennoch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Der Käufer kann mittlerweile aus drei deutschsprachigen DVDs wählen: Der qualitativ inakzeptablen Starmedia, der mit O-Ton und ein wenig Bonusmaterial ausgestatteten New und schließlich dieser hier. Wenn man auf die wenigen Goodies der New verzichten kann, dürfte die Maia die richtige Fassung sein. Die Gerüchteküche sagt, dass noch eine 16er Fassung dieses Titels von Maia erhältlich sein soll, die dann gekürzt ist.


Film++++/-
Bild++++--
Ton+/----
Bonus/-----


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Fressen für Django, Ein
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