Ende Juli 2007 geschah endlich das, was eigentlich schon 1993 hätte Realität sein können: Die Simpsons eroberten das Kino. Ein Schritt, der für die meisten Kritiker viel zu spät kam, zu einem Zeitpunkt, da die Serie den Rekord für die meisten Produktionsjahre schon längst überschritten hat und mindestens schon ebenso lange qualitativ über ihren Zenit hinaus ist. Aber sie freut sich nach wie vor größter Beliebtheit, die Familie aus Springfield, und so könnte man auch den "Besser spät, als nie"-Spruch bemühen, wohl wissend, dass man die Mannen um
Matt Groening niemals unterschätzen sollte. Gerade dann nicht, wenn es darum geht, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Die umwerfende Alternativserie
"Futurama" hat's bewiesen und
"Simpsons - The Movie" könnte der nächste Beweis werden.
Warum aber nicht schon früher? Das ist die stechende Frage, die den Gelben Jahr für Jahr durch den Kopf ging, während die
South Parkler, die
Schwammköpfe, ja sogar die
Rugratinos nach und nach ins Kino wanderten. Die ersten Überlegungen drehten sich darum, "Kamp Krusty" aus der vierten Staffel zum Film-Plot umzumodellieren; nichts dergleichen geschah.
Nun sind wir bei der sechsten Staffel, dreimal hintereinander ausgesprochen die sechssechssechste Staffel, die Staffel des Teufels, die Staffel des Mr. Burns. Und Mr. Burns wird derjenige sein, an den man sich im Nachhinein erinnern wird. Nicht etwa, weil er öfters auftreten würde als normalerweise, aber mit Abstand hat er diesmal seine größten Momente, das ist sicher. Und die Staffel endet wahrhaft cineastisch, wie großes Kino, und sie sollte uns ein gutes Omen für den Sommer 2007 sein. Viel Spaß.
1. Ein grausiger Verdacht
Als "Ein grausiger Verdacht" seine Premiere feierte, hatte man das Gefühl, die Simpsons würden sich Staffel für Staffel selbst übertreffen. Denn die offensichtliche Hommage an
Alfred Hitchcocks "Das Fenster zum Hof" ist einmal mehr eine der bis dato besten halben Stunden der gesamten Serie. Ein Wahnsinns-Auftakt für die Season, die das halbe Dutzend voll macht.
Von der zentralen Storyline über die Subplots, die Animationen, die Charakterentwicklungen, die Gags und deren

Verknüpfungen mit dem Plot harmoniert jedes Detail so reibungslos miteinander wie eine frisch geölte Maschine. Das beginnt bei der Tatsache, dass der Opener diesmal nicht ein ansonsten autarker Stichwortgeber für die eigentliche Hauptgeschichte ist, der sich wenig später komplett verabschieden wird; nein, er entwickelt sich langsam fort und gibt der kompletten Folge ein charakteristisches Gesicht. Eine einfache Wetterbesonderheit, ein Element, das in vielen Zeichentrickserien nicht einmal variiert wird, sorgt hier für eine unverwechselbare Atmosphäre, die sich in animatorischen Details manifestiert. Bart bleibt mit dem Rücken an der Couch kleben, die Familie zeltet im Kühlschrank und erfrischt sich mit gefrorenen Erbsenpaketen und ein fahrender Swimmingpool fährt durch die Evergreen Terrace, deren Erhitzung man förmlich spüren kann. Minimalste Details - dass etwa Bart anstatt einer Badehose nur seine Unterhose trägt - weisen ohne große Worte auf das Milieu hin, ebenso der Swimming Pool, den sich die Simpsons nach einer großen Diskussion zulegen. Man merkt, dass es sich hier um eine große Anschaffung handelt, dass es eine ökonomische Belastung ist. Noch zuvor hat man den Kühlschrank seinen Geist aufgeben sehen. Es wird nie beim Namen genannt, aber der Mittelstand, die Arbeiterklasse trieft dem Gezeigten aus jeder Pore. Gerade dann, wenn plötzlich halb Springfield zu Gast im Simpsons-Pool ist; Schmarotzer, Nutznießer der Anschaffungen von Anderen.
Das führt automatisch zur Außenseiterin Lisa Simpson, die den Sommer ihres Lebens erfährt. Ihre charakterliche Entwicklung ist, obgleich nur ein Nebenprodukt des Plots um Bart, fantastisch: Wie ihr Vater tritt sie endlich in ein Zwiegespräch mit ihrem Gehirn, zeigt also schließlich doch ihre genetische Herkunft. Diesmal nicht, um wie bei Homer die Dummheit zu signalisieren, sondern die zwei Seelen in Lisas Brust. Das Kind, das beliebt sein will, und die Intellektuelle,

die gewöhnlich ihr Handeln bestimmt und den moralischen Ausgang dieser zeitlich begrenzten Beliebtheit schon im Voraus ahnt.
Barts Schicksal nimmt in diesem Sommer eine ganz andere Wende, verletzt er sich doch am Pool und wird aufgrund dieser Verletzung nun im Kontrast zu Lisa isoliert - ein Rollentausch, der gelungener nicht hätte arrangiert werden können. Und wenn Bart in seinem abgeriegelten Zimmer langsam wahnsinnig wird und plötzlich aus dem Fenster Dinge sieht und daraus Schlüsse zieht, hat die Episode endgültig ihre Erstklassigkeit erreicht. Es folgt eine zum Brüllen komische
"Das Fenster zum Hof"-Persiflage, die sich zwar manches Detail zurechtbiegt (niemand hängt mit bösem Blick und erhobenen Händen so dramatisch eine Axt zurück an die Wand wie Flanders), unter dem Deckmantel der Comedy aber immer im legitimen Rahmen.
James Stewart bzw. eine Karikatur seinesgleichen glotzt aus einem Nachbarsfenster, bis Bart eine unvergleichliche Rettungsaktion startet und der Fall dann einleuchtend aufgelöst wird.
Mal ganz abgesehen von dem kopierten Handlungsverlauf würdigt "Ein grausiger Verdacht"
Hitchcocks Meisterwerk vor allem durch die unverwechselbare Stimmung, die hier ganz eigenständig durch das Sommer-Flair zustandegebracht wird.
2. Lisas Rivalin
Conan O'Brian mochte Lisa ja schon immer und so überrascht es nicht, dass die Story um eine Rivalin für das missverstandene, überdurchschnittlich intelligente Mädchen auch einer seiner Ideen entstammt. Dabei krankt das Konzept ein wenig unter einem alten Problem: Wenn neue Figuren auftauchen, die bekannten Figuren sehr ähnlich sind, ist es schwierig, die neuen Figuren nicht lediglich als stereotypes Abbild der Originale, sondern als eigene Persönlichkeiten zu begreifen.
Die Streberin Allison, die als Neue in Lisas Klasse aufgenommen wird, ist leider ein solches

Stereotyp, dem man nicht mehr als eine gewisse Funktionalität für diese eine Episode zusprechen will und die danach unter Garantie nie wieder gesehen wird. Dass das auch anders geht, beweist der unvergessliche Frank Grimes, der mal mit Homer kollidierte - er war sicher auch am Charaktermodell Homers orientiert, dies aber so geschickt, dass man in Grimes dennoch eine interessante, eigenständige Figur erkennt. Er stirbt zwar entsprechend der moralischen Aussage, aber später kehrt dann ja einer seiner Verwandten zurück, was das Interesse an Grimes und seinen Eigenschaften beweist.
Derartiges hat Allison nicht zu bieten. Man wird sie in künftigen Folgen nicht vermissen. Dabei ist die Grundidee noch sehr interessant: Lisa wird vor eine ganz neue Situation gestellt, musste sie sich doch früher nur mit ihrer sozialen Außenseiterposition herumschlagen und nun findet sie sozusagen eine Gleichgesinnte und kann es - das ist der Clou an der Sache - nicht einmal genießen, weil Lisa plötzlich in einen Konkurrenzkampf verwickelt ist. Insofern wird enthüllt, dass sie sich im Grunde freiwillig ihre Position herausgesucht hat. Die bloße Existenz Allisons würde es Lisa erlauben, in der sozialen Leiter aufzusteigen, sie hätte die Gelegenheit, die noch nerdigere Kollegin zu erniedrigen und sich bei den anderen Mädchen aus ihrer Klasse Kredit zu erwerben - oder gar mit Allison Freundschaft schließen und eine eigene, gleichwertige Clique bilden, die es mit den anderen Mädchen aufnehmen könnte. Stattdessen wird das Strebertum als eine Einzelposition definiert und über das "Es kann nur einen geben"-Prinzip ausgekämpft. Wofür Lisa so hinterhältige Tendenzen entwickelt, dass sie sogar ihren Bruder

einschaltet, was in einer gelungenen Hommage an
Edgar Allan Poes "Das verräterische Herz" mit Pauken und Trompeten aufgelöst wird.
Schade, dass Allison hierin eben unglaubwürdig wirkt. Das ist weniger die Schuld der Gastsprecherin
Winona Ryder, die in Anlehnung an ihre Kinder-Schauspielkarriere klug ausgewählt wurde, sondern liegt alleine schon an dem nur halbwegs passenden Charakterdesign ihrer Figur, die vielleicht auch ein wenig zu hübsch und selbstbewusst wirkt, um die Nerd-Rolle angemessen spielen zu können.
Dafür entschädigt allerdings der vielleicht beste Subplot der Simpsons-Geschichte: Homer und sein Zucker-Geschäft. Diese wahnsinnig absurde Storyline ist so typisch Simpsons, dass man nur huldigend niederknien kann. Dabei spielt die grenzenlose Naivität des Homer Simpson natürlich eine entscheidende Rolle, gleichzeitig aber auch die Tatsache, dass er von der Realität in dieser Naivität immer wieder bestärkt wird. Er setzt sich in den Kopf, den Zuckerberg zum Geschäft zu machen und so soll es dann auch geschehen. Der Zuckermann an der Tür von Skinner, der Engländer mit seiner Tasse Tee im Zuckerberg, die Bienen und schließlich die süße Pfütze ... unvergesslicher Kult.
3. Romantik ist überall
Season Six's gotta lot of Sex. Nicht, dass das neu wäre. Deswegen hat man einfach mal wieder Schuster gespielt und alles aus den vorangegangenen Episoden zum Thema Liebe und Sex zusammengeschustert.
Wie schon bei der ersten Clipshow distanzieren sich die kreativen Köpfe hinter der Serie

ganz entschieden von der Idee dieser Art von Flashback, einfach deswegen, weil sie kreativer Selbstmord ist.
Fox wollte halt sein Abendprogramm mit möglichst vielen 22-Minütern füllen und wenn man alte Schnipsel zusammenklaubt und als Folge verkauft, so ist das selbstverständlich aus der Perspektive eines Senders nur gut und billig. Insofern kann man froh sein, dass die Simpsons inzwischen so weit sind, dass man sie täglich einmal senden kann und der Zyklus dennoch mehr als ein Jahr dauert - vielleicht sinkt damit der Bedarf nach Clipshows.
Will man es positiv sehen, so bekommt man die "besten Momente" alle auf einen Haufen. Doch ich will ehrlich sein: Für mich hat es nie richtig funktioniert, in keiner einzigen Clipshow. Obwohl eigentlich immer eine gute Auswahl getätigt wird und man sogar immer eine thematische Rahmenhandlung serviert bekommt, entfalten die Ausschnitte zusammengewürfelt einfach nicht die gleiche Wirkung. Das könnte ein Problem der geplotteten Struktur der Simpsons sein. Vermutlich wäre ein Clip-Recycling bei
"Ren & Stimpy", ja selbst bei
"South Park" nicht ganz so tragisch. Doch die Gags der Simpsons funktionieren vor

allem auch deswegen, weil sie innerhalb einer durchkonzipierten Storyline eingebaut werden und gewissermaßen auch von ihr abhängig sind.
Nun hat "Romantik ist überall" auch noch unter einem alten Leiden zu kämpfen: der Liebe. Der schmalzigen, süßlichen Liebe. Dass diese jetzt zum Aufhänger per neuer Szenen gemacht wird, ist schon problematisch, denn für einen auflockernden Slapstick-Subplot um Homer oder Bart ist diesmal keine Zeit. So durchtränkt das für Comedy schwierig zu behandelnde Thema jede Faser und man bekommt einen emotionalen Brocken nach dem anderen serviert: Marge und Jacques, Homer und Mindy, Bart und die neue Nachbarstochter, Grampa und Marges Mutter. Für den durchschnittlichen Simpsonsgucker, einen schwarzhumorigen Zyniker, der nur auf Satire aus ist, wird das zu viel und allenfalls seine Freundin, die die Serie nur wegen der süßen Maggie (und weil sie immer hinfällt) mitschaut, könnte sich von den Liebesschwüren verzaubern lassen. Doch dazu muss man nicht die Simpsons sehen, dazu reicht die 2.317. Folge von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".
4. Der unheimliche Vergnügungspark
"Aaaah! Ein Haifischjunge!"
"Die Ferien des Monsieur Hulot",
"Die schrillen Vier auf Achse" ... die Filmgeschichte ist voll von Individuen und Familien, die sich für wohlverdiente Ferien aus ihrem trauten Heim wagen. Im Gegensatz zur

eigentlichen Intention dieses Vorhabens, nämlich sich zu entspannen, geht es dabei immer turbulent zur Sache. Es entsteht jeweils ein verrückter Road Trip, dessen Gag darin liegt, dass der Urlaubsfrieden stets und ständig verhindert wird.
"Der unheimliche Vergnügungspark", im Englischen etwas weniger gespoilert schlicht "Itchy & Scratchy Land" betitelt, nimmt einen ganz alltäglichen Verlauf, der Erinnerungen bei Kind und Eltern wecken könnte. Die Kleinen bringen ihre Eltern langsam um den Verstand, weil sie unbedingt in einen Vergnügungspark wollen, die Eltern drücken sich und schieben die Verantwortung jeweils auf den Ehepartner (
"Frag deine Mutter"). In der bodenständigen Aufbereitung der später etwas over the top inszenierten Itchy- & Scratchy-Parodie des Disney Land liegt die ganze Stärke der Simpsons, hier wird der Ausflug auf eine solide, nachvollziehbare Basis gebettet.
Das lässt es später recht schnell verzeihen, wenn im Vergnügungspark

dann zu parodistischen Zwecken manchmal zu straff vom Leder gezogen wird mit Anspielungen auf
"Jurassic Park" und
"Westworld". Aber bei der Liebe zum Detail kann man sich auch einfach nicht vor den Kopf gestoßen fühlen, denn die Abteilung Produktionsdesign kann sich diesmal selbst auf die Schulter klopfen. Architektur, Mechanismen und Abläufe eines Themenparks wurden beobachtet und punktgenau übertragen. Im Karikaturistischen findet sich messerscharfer Realismus wieder, der die Satire erdet. Es gibt alle fünf Minuten eine Straßenparade, Souvenirshops mit Namensschildern und gar der Blick hinter die Kulissen wird gewagt. Da kommt man gut klar, wenn die Wildwasserbahn so absurd gefährlich ist, dass sie in der Realität nie existieren könnte (man überlege sich mal, was bei der Nadelfalle passiert wäre, wenn die höher gewachsenen Eltern vorne

gesessen hätten).
Aber selbstverständlich ist "Itchy & Scratchy Land" auch wieder eine Parabel auf die Gewalt in der Animation. Nicht nur ausstattungstechnisch ist diese Folge komplett neu konzipiert, auch bezüglich der Sprache, die innerhalb der Grenzen des Parks anders gesprochen wird. Man hat die Wahl zwischen Arealen wie "Unnötige Operationen-Land" oder "Brennendes Benzin-Schmerz-Land", im Restaurant kann man "Baby-Innereien" verlangen und eine andere Geldwährung ist auch im Umlauf. Interessant neben der Spur, so erzählt der Kommentar, dass die Folge ausgerechnet zu einer Zeit entstand, als Gewalt durch Medien wieder in der Öffentlichkeit heiß diskutiert wurde und man den Produzenten gar nahelegte, Itchy & Scratchy in Zukunft ganz aus dem Verkehr zu nehmen. Insofern kann man diese Episode auch als totale Offensive gegen die Willkür höherer Instanzen betrachten. Daher dann auch die vielen Parallelen auf
Disney (inkl. "Fantasia"-Variante, die ich sogar als meine persönliche Lieblings-Itchy & Scratchy-Episode bezeichnen würde), die zeigen, dass es Gewalt in Medien schon immer gab - und dass die Gesellschaft bisher noch nicht in Anarchie versunken ist.
5. Tingeltangel Bob
"Sideshow Bob Roberts", eigentlich die komplette Figur Tingeltangel

Bob ist so ein Fall, wegen dem die Simpsons in ein paar Jahrzehnten vorzugsweise als DER zeitgenössische Kommentar auf die Neunziger Jahre und ihre Eigenarten betrachtet werden wird. Es wird sich nicht davor gescheut, sämtliche Facetten der amerikanischen Gesellschaft zu verarbeiten, und so ist die vorliegende Arbeit einer hervorragende Satire auf die Korruption und Löchrigkeit im amerikanischen Wahlsystem, das seit dem zweifelhaften Sieg
Bushs über
Al Gore ohnehin in die Kritik geraten ist. Sämtliche führenden politischen Gruppen der amerikanischen Öffentlichkeit sollten vorsorglich schon mal in Deckung gehen, insbesondere die Republikaner brauchen einen soliden Brustpanzer, um die 20 Minuten unbeschadet zu überstehen.
Sideshow Bobs erneute Rückkehr entwickelt sich langsam zum Running Gag und übt sich in immer mehr Superlativen, so dass der Dreadlocks tragende "Clown wider Willen" langsam, aber sicher zum Supervillain hochstilisiert wird. Den
"Cape Fear"-Score hat man sich gleich aus der brillanten letzten Bob-Folge "Am Kap der Angst" (Season 5) erhalten,

um den Ex-Gehilfen Krustys noch weiter zu dämonisieren.
In Verbindung mit der Thematik werden den Bürdenträgern der US-Politik sogleich die Teufelshörner mit aufgesetzt, denn der Mann ganz oben (hier: Bürgermeister von Springfield) ist ein hyperintelligenter Größenwahnsinniger, dessen illegale Mittel ihn beinahe schon zu widerlich erscheinen lassen für die Realität.
Von den Saufbolden in Homers Kneipe bis zu den Geheimbündnissen aus wichtigsten Funktionären (Mr. Burns und gar Dracula inklusive) verknüpft das Drehbuch alle Bevölkerungsschichten und veranschaulicht das Wirken der Informationsstränge und Befehlsketten über alle Bereiche. Veralbert wird die manipulative Wirkung von Medien und die Auflösung der Geschichte zum Happy End erfolgt über eine an
"Die Unbestechlichen" angelehnte Szene, in der Lisa und Bart wie
Dustin Hoffman und
Robert Redford sämtliche Dokumente recherchieren, um Bobs unglaubliche Machenschaften aufzudecken.
Im Gedächtnis bleibt natürlich auch die unheimliche Begegnung der 3. Art zwischen Homer und der Archie Gang, die den Gelbling erbost vor seinem eigenen Haus ablädt.
6. Furcht und Grauen ohne Ende
The Shinning
Kubricks Version hat
Stephen King ja schon nicht besonders gut gefallen. Es ist also abzusehen, dass auch die Simpsons-Interpretation des Bestsellers "Shining" - äh - nicht so ganz den Geist der Vorlage trifft. Nur, dass man sich hier freilich mit dem Zauberwörtchen "Parodie" herausreden kann.
Überhaupt ist dieser erste Akt weniger an den Roman, sondern eher an die Verfilmung angelehnt, da gleich komplette Kamerafahrten und Einstellungen kopiert werden - angefangen bei der Vogelperspektive auf dem Weg zum Haus über die Szene mit der verlassenen Schreibmaschine bis zum legendären
"Heeere's Johnny" bildet der 7-Minüter eine Zusammenfassung des Films im Zeitraffer.
Inhaltlich treffen sich
Kubricks und
Jim Reardons Version erstaunlich nahe, letztere natürlich ungleich primitiver; aber auch hier geht es um die entfesselte Urgewalt des Menschen, ironisch gebrochen über Homers Vorliebe für Bier und Fernsehen. Die amerikanische Kultur ist es hier wie da, die bluten muss; einmal auf den Gräbern indianischer Ureinwohner, zum anderen auf der amerikanischen Gesellschaft der 90er Jahre mit ihrer Fast Food- und TV-Kultur.
Im Ergebnis wird ein unglaublich atmosphärisches Szenario entworfen, dessen Highlight mit Sicherheit die Szene mit der Schreibmaschine ist; perspektivisch entrückt wird das Overlook-Hotel mit seinen asynchronen Wänden ein lebendiges Ding, eine Anlehnung an die allererste Halloween-Folge um das selbst denkende Poltergeist-Haus. Hier hingegen ist der Widerling Homer -
Jack Nicholsons enthusiastisches Overacting wird in wilden Grimassen persifliert und wenn sich Homer im Spiegel beobachtet und dabei selbst erschreckt, haben die Animatoren ihren Job wieder hundertprozentig erledigt.
Time and Punishment
"I wish, I wish, I hadn't killed that fish ..."
Eine geniale Time Travel-Geschichte, voller absurder Redundanz, vollkommen logikfrei, das könnte womöglich meine absolute Lieblings-Halloween-Folge sein.
Es ist ein stilistischer Mischmasch, in dem kein Film / kein Buch so hundertprozentig angesprochen wird, überall jedoch Fragmente entnommen werden. Allen voran die sich selbst widersprechende Logik eines jeden Zeitreisefilms, bekanntlich das größte Problem spekulativer Ausflüge in andere Zeitzonen. Es liegt also nichts näher, sich sämtliche Ansätze von Logik zu sparen. Beweis dessen ist die kongeniale Erinnerung Homers an den Ratschlag, den sein Vater ihm bei der Hochzeit gab:
"If you ever travel back in time, don't step on anything. Because even the tiniest thing can alter the future in ways you can't imagine". Ein weiser Ratschlag - am Hochzeitstag ...
Das Schmetterlingseffekt-Prinzip sorgt durch Homers Tollpatschigkeit für ein Sammelsurium an ausgefallenen Dimensionen, die für eine ganze Staffel
"Futurama" gereicht hätten: Eine Riesenwelt mit menschlichen Fliegen, eine Welt, in der Flanders regiert, eine Unterwasserwelt, alles ausgehend von der Periode, in der Dinosaurier die Welt beherrschten - nur weil Homer sich auf einen Fisch gesetzt hat. Der visuelle Aufwand ist enorm, angeblich hat sogar ein Zeichner den Auftrag bekommen, das Simpsons-Haus in 1.000 Eichhörnchen zu verwandeln, woran er eineinhalb Tage gesessen habe - umsonst, da es schließlich wieder herausgeflogen ist.
Ein schräger, absurder und vollkommen ausgeflippter Mittelteil, der noch viel mehr zu bieten hat als hier erwähnt - unnachahmlich.
Nightmare Cafeteria
Da fällt der letzte Teil der Horror-Trilogie leider ein wenig ab. Vor allem fällt auf, dass er sehr ungünstig platziert ist. Nach zwei vor Ideen überstrotzenden Episoden wird "Furcht und Grauen ohne Ende" optisch unaufregend beendet, mit einer von Suspense und unbestätigtem Schrecken durchsetzten Story. Vielleicht hätte man "Nightmare Cafeteria" wenigstens als Bindeglied in die Mitte setzen sollen.
Dennoch ist es ein Spaß, die überzogenen Zweideutigkeiten der Schüler verspeisenden Lehrer zu "entschlüsseln" und die dunklen Machenschaften in der Schule aufzudecken, wenn der Satz
"Eat my Shorts" plötzlich wörtlich genommen wird.
Zum Abschluss setzt die Rahmenstory goretechnisch mit einem absolut widerwärtigen Effekt (hautfressender Nebel) die volle Kante und man muss sich fragen, wie das durch die Zensur gekommen ist und wie man es schaffte, das im Nachmittagsprogramm zeigen zu dürfen - immerhin werden hier Menschen von innen nach außen gekehrt und Knecht Ruprecht hat Spaß daran, an Barts Därmen herumzuzerren ... ein Abschluss, der fast anmutet wie eine absurde
"Hellraiser"-Parodie. Ich bin begeistert von der Konsequenz der Umsetzung.
7. Barts Freundin
Man spricht immer von den "Bad Boys", den bösen Jungs, die auf Frauen attraktiv wirken, während die Verständnisvollen und Sensiblen dann doch oft nur in der Theorie funktionieren - oder im Herbst des Lebens, wenn es keinen Sexualpartner mehr zu finden gilt,

sondern eine Begleitung über die letzten Lebensjahre.
Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Bart, würde er jemals erwachsen werden, einer der "Bad Boys" wäre, ein Mann für eine Nacht, ohne Prinzipien (auch wenn es sich verbietet, überhaupt über Barts Leben als Erwachsener nachzudenken - man will den Zeichentrickcharakter mitsamt seiner ewigen Lebensdauer schließlich nicht entmystifizieren). Es läge also nichts näher, es wäre nichts simpsonesker, als das Gesellschaftsbild von innen nach außen zu kehren und dem bösen Jungen ein noch viel böseres Mädchen gegenüberzustellen.
Dazu wird der Springfield-Stammbaum um eine weitere Person erweitert, denn nun kommt Jessica ins Spiel, die Tochter von Reverend Lovejoy. Wieder einmal wird die "Rubberband-Reality", wie sie von
Groening genannt wird, ein Stück weit ausgedehnt; man könnte auch sagen, der Pizzaboden Springfield erfährt eine weitere Ausrollung.
Warum Lovejoys Tochter? Ganz klar: Erneut deswegen, um die Eingeweide der Gesellschaft nach außen- und seine Haut nach innen zu kehren. Nie würde man erwarten, dass die Tochter eines Reverends ein noch größerer Satansbraten sein könnte als der verzogene Sohn eines Atomkraftwerksangestellten. Oder würde man es gerade dann erwarten? Denn dass sich Menschen nicht immer ihrer sozialen Position und Rolle gemäß verhalten, ist eine Beobachtung aus der Realität, die hier angemessen wiedergegeben wird.
Apropos Satansbraten: Die Konstellation erinnert überhaupt betont stark an das
"Problem Child"-Sequel
"Ein Satansbraten kommt selten allein" (1991), als
John Ritters 
Rotzlöffel ein noch viel schlimmeres Mädel zur Seite gestellt bekam und auf seine eigenen Grenzen stieß. Regisseurin
Susie Dietter (Bart-Expertin) macht aus dem Stoff durchaus eine emotionale Sache, die in Richtung Liebe geht, ohne wirklich Liebe zu sein - es handelt sich um einen komplexeren Gegenstand, der unter anderem die sexuelle Manipulation behandelt, die Frauen als Machtquelle über Männer ausüben. Dass das moralisch nicht richtig ist, wird erwähnt, aber das Tolle ist immer wieder, dass niemand in Springfield von dieser Moral etwas wissen will; Jessicas Vater hält sich die Ohren zu und Bart lässt sich in der Schlussszene wieder manipulieren und lacht sogar noch darüber.
In der deutschen Synchronisation verzapft
Ivar Combrinck übrigens einen seiner größten Patzer: Als Bart sich beim Abendessen mit den Lovejoys danebenbenimmt und beginnt, über Hintern zu sprechen, rausgeworfen wird und entschuldigend
"but ... but ... but ..." stammelt, übersetzt
Combrinck das tatsächlich mit
"Hintern ... Hintern ... Hintern". Und doch entbehrt die Szene selbst in dieser kuriosen Übersetzung nicht einer gewissen Komik. Vielleicht war
Combrinck all die Jahre bis zu seinem Tod ja tatsächlich ein Genie, das nur niemand so recht verstehen wollte. Zumindest seine Arbeit als Synchronsprecher wird man jedoch ganz aufrichtig vermissen. Lang leben Sideshow Bob und Zapp Brannigan ...
8. Lisa auf dem Eise
Endlich geht es auch mal wieder zwischen den Geschwistern zur Sache. Die Bedingungen stehen: Lisa gegen Bart, da muss selbstverständlich Lisa die Identifikationsfigur sein. Identifikationsfiguren müssen leiden, während die Supervillains

hämisch lachen können. Bart ist der Supervillain. Was bringt den Supervillain zum Lachen und die Identifikationsfigur zur Verzweiflung? Korrekt: eine Sache, die der Supervillain beherrscht, sein(e) Gegenspieler(in) nicht. Was könnte das schon im Fall von Bart und Lisa sein? Richtig: Sport. Die einzige Disziplin, in der Lisa nicht regelmäßig eine Eins bekommt.
Dass der Eishockey diesmal als Terrain auserwählt wurde, liegt zum einen an der Passion des Drehbuchautoren für diesen Sport, zum anderen daran, dass Football, Basketball und sogar Fußball schon diverse Male an der Reihe waren. Der Sport wird selbstverständlich effizient genutzt, um das Verhältnis zwischen Bart und Lisa zu charakterisieren. Lisas Qualitäten als Torwart symbolisieren ihre defensive Haltung im Leben; Bart ist der Stürmer, ein Angreifer, auf dem Feld ebenso offensiv wie außerhalb. Dass in der Realität die Antreiber auf dem Sportplatz oftmals privat eher schüchtern wirken, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Das hier ist ein Zeichentrick und der Eishockeysport dient lediglich als Hinweis auf die Charakteristika der Spieler.
Erschwerend gesellt sich hinzu, dass Homers unglaubliches

Verhalten als Vater wie ein Katalysator für den Bruder-Schwester-Zwist wirkt. Er entdeckt seine kompetitive Ader wieder und überträgt sie auf seine Kinder, die er fortan wie Wettpferde behandelt und nur noch mehr gegeneinander aufwiegelt. Marge versucht derweil natürlich ohne Erfolg zu schlichten, indem sie versucht, Interesse für eine Sache aufzubringen, die ihr gar nicht liegt - was zu komischen Szenen führt wie der, als sie gegen Bart auf dem Hof einen "Shaq Attaq" ausprobiert.
"Lisa on Ice" hat einige erinnerungswürdige Momente zu bieten. Zum einen Uter, der nur in Unterhose bekleidet von Homer mit einem nassen Handtuch durch die Umkleide gejagt wird; zum anderen Bart und Lisa, einer mit den Armen rudernd, die andere wild um sich tretend, wie sie blind aufeinander losgehen. Und selbstverständlich Homer, der diese Methode übernimmt, um sich einem von Marge gebackenen Kuchen zu nähern, nur um mit einem ebenso schmerzhaften wie realistisch-lustigen Geräusch gegen eine Schrankkante zu stoßen. Das ist Comedy auf allerhöchstem Niveau (je nach Definition von "Niveau"). Die Gegenüberstellung auf dem Eisfeld mag ein wenig zu sehr schwarzweiß sein, auch das Ende ist ziemlich vorhersehbar (vor allem nach der Minigolfepisode aus der ersten Staffel), aber nichtsdestotrotz rührend.
9. Die Babysitterin und das Biest
Oh ja, ein Klassiker. Ein Stück weit ein unverstandener, dem noch nicht genug Aufmerksamkeit zugekommen ist. Dabei stimmt hier alles.
Selbst die Animationen sind außergewöhnlich. An der Speerspitze eine Actionfilm-Hommage, die zum Niederknien geworden ist: auf der Süßigkeitenmesse bastelt Homer einen Cocktail und verursacht eine gigantische

Explosion, die sich an
"Stirb Langsam" anheftet. Eine Zeitlupensequenz inbegriffen, welche die Zeichner immer doppelt so viel Arbeit kostet wie normale Bewegungsabläufe; außerdem eine sehr ausgefallene und ultraschnelle Kamerafahrt mit dreidimensionalem Flair, als Homer zum Wurf ausholt. Die Messe selbst strotzt einmal mehr vor Details (deswegen liebe ich jene Episoden, die mit dem Besuch bei einer Messe beginnen) und die Animation der sich drehenden Fruchtgummi-Venus ist das Sahnetörtchen auf dem Kuchenberg.
Dass Homer und Marge auf eine Süßigkeitenausstellung gehen, hat nicht unbedingt nur damit zu tun, dass Homer ein Fresssack ist (das aber auch); vielmehr handelt es sich schon mal um eine geschmackvolle Metapher auf das, was da noch kommen möge: eine Geschichte um die süße Verführung Frau und das daraus resultierende Problem, das sich der Gesellschaft stellt: sexuelle Belästigung.
Es versteht sich von selbst, dass ausgerechnet der Publikumsliebling nicht tatsächlich eine Frau begrapschen würde, deswegen denkt sich Autor
Greg Daniels hier eine Geschichte aus, die sich recht schnell zur Mediensatire wandelt. Der Boulevard und seine unlauteren Methoden, Individuen ihre Privatsphäre der Auflage bzw. Quote wegen zu nehmen, steht unter kritischer Beobachtung. Da wird der naive Homer, trottelig und ein bisschen gutgläubig, in der Öffentlichkeit zum perversen Sexmonster gemacht, das unschuldigen Babysitterinnen nachstellt. Man wird Zeuge der Manipulation und Verbiegung von Fakten seitens der Medien zugunsten einer möglichst schockierenden Meldung - unvergesslich das Interview mit Homer, der Minutenzeiger an der Uhr im Hintergrund wild vor- und zurückschnellend.
Während den Reportern kein Mittel heilig ist, neue schockierende

Meldungen über den vermeintlichen Triebtäter auszugraben (Highlight: Eine Infrarot-Kamera erhascht im Ofen in der Küche ein rotierendes Brathähnchen, was vom Fernsehkommentator damit erklärt wird, dass Homer hier in seinem eigenen Saft schmore, um seine Potenz zu steigern), bekommt man auf einer tieferen Ebene die Auswirkungen der Anschuldigungen innerhalb der Familie mit. Die Kinder werden damit konfrontiert, dass ihr Vater als Triebtäter in den Medien steht und Marge muss ihrem Mann ihre Unterstützung geben - schön, dass man daran gedacht hat, auch diese zwischenmenschlichen Momente nicht zu vergessen.
Auch die Flucht aus der Realität, als Homer sich eine bizarre Wasserwelt vorstellt, in der er mit seiner Familie bis an sein Lebensende glücklich verweilen kann, muss noch mal gesondert hervorgehoben werden - hier stellen die Simpsons-Köpfe wieder ihren verqueren Sinn für ausgefallenen Humor zur Schau. Das
Disney-typische Heile-Welt-Szenario aus
"Arielle" wirkt hier so ausgefallen weltfremd und als Homer dann im Traum beginnt, die Meeresbewohner zu verputzen und er plötzlich inmitten von Fischgräten schwimmt, bricht kurioserweise wieder eine von Homer eigens erdachte harte Realität in die Flucht aus der Wirklichkeit. Das sind so die Blitzmomente, denen ich eine Genialität unterstellen möchte, die der Konkurrenz bislang noch meistens gefehlt hat.
10. Grandpa gegen sexuelles Versagen
Wiederum beginnt eine Folge mit einem TV-Bild, das schon mal feinfühlig auf das sich anbahnende Thema einstimmt. Es läuft ein Chaser-Movie aus den 70ern, mit Beetles und Flower Power, und die 70er waren - wie wir aus den

Flashback-Folgen wissen - die Zeit, in der Homer und Marge im vollen Safte ihres Lebens standen.
Gleich darauf dann ein Bild von dem Ehepaar aus der Gegenwart, der eine füllig und träge, die andere genervt, ja fast schon sexuell frustriert. Und nach diesen paar Sekunden weiß man bereits, worum es geht: nichts, was für Kinderaugen bestimmt wäre.
Mit solchen Stories bestätigt man den Ruf, weniger eine Kinder- als vielmehr eine Erwachsenenserie zu sein, denn was nun folgt, bietet keine zweite Ebene, die für Kinder ansprechend wäre. Es bleibt zwar jugendfrei, aber anhand der Geschichte werden sich Zuschauer, die noch vor der Pubertät stehen, eher die Zähne ausbeißen. Gags basieren hier meistens auf sexuellen Anspielungen und damit wird kein Kind etwas anfangen können.
Umso größer jedoch ist der Wiedererkennungswert für Erwachsene, ja bevorzugt gar lang verheiratete Ehepaare. Die Versuche, wieder Feuer in die Ehe zu bringen,

könnten so manches Déjà Vu verursachen, wenn Kamasutra-Bücher und stimulierende Kassetten ausgeliehen werden oder wenn romantische Hotels aufgesucht werden (und man im Abstellraum landet).
Dann kommt der Mythos vom alten Mann mit den vielen nützlichen Tipps wieder zur Geltung und Grandpa darf ganz Springfield mit seinem Aphrodisiakum erfreuen. Das führt beispielsweise zu einer Anspielung auf
"Der verrückte Professor" (Original), wenn Professor Frink sich vom Nerd zum Schwerenöter verwandelt; schließlich zu Verschwörungstheorien der Kinder, die nicht verstehen, warum alle Erwachsenen plötzlich so beschäftigt sind. Hier wird sogar direkt darauf hingewiesen, dass der Plot für Kinder nicht wirklich taugt und man sich darüber auch im Klaren ist, und dennoch wird den jüngeren Zuschauern hier ein Moment der Identifikation angeboten, an dem sie die restliche Folge über festhalten können.
Dass sich das komplexe Thema sexueller Inadäquatheit schließlich noch in einen Vater-Sohn-Konflikt mit Rückblenden in die Kindheit (Young Homer rocks!) wandelt, ist wieder typisch für die Serie, denn zwei schwierige Themen derart unter einen Hut zu bringen, hat schon Klasse. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Aphrodisiakum in einem direkten Zusammenhang damit steht, dass Homer überhaupt geboren wurde. Dadurch gewinnen beide Bereiche erst an Substanz und Feuer.
11. Angst vorm Fliegen
Nicht ganz so gut gefallen will die Psychoanalyse der

Marge, denn obwohl man einiges über ihren Charakter erfährt, schneidet sich das Dramatische ihrer Vergangenheit auf einer bestimmten Ebene mit der Comedy, die so richtig nur im Plot-Opener zur Geltung kommt. Da muss ich sogar sagen: Die Sache mit Klein-Homers Leichenfund aus einer der viel gescholtenen späteren Staffeln hat da einfach besser geklappt. Vielleicht, weil es diesmal Marge ist, die analysiert wird - und das ist natürlich nicht halb so witzig wie dem kichernden, keifenden Lachsack neben ihr auf den Grund zu gehen.
Sicher, es gibt trotzdem viele witzige Bilder - der blaue Haarschopf, der wild an den Flugzeugfenstern hin- und herrennt; Grampa alleine im Flugzeug sitzend und kreischend wie
Macaulay Culkin in
"Kevin allein zu Haus"; Marge, wie sie verstört vor dem Fernseher sitzt und eine Dokumentation à la
"Überleben" anschaut; Klein-Marge, wie

sie mit Watschelgang ihrem Daddys ins Flugzeug folgt.
Apropos Daddy: Marges Vater bekommt an dieser Stelle seine abrupte Introduktion in die Serie und das wirkt, wenn man vorher nie etwas von ihm gehört hat, immer ein wenig konstruiert. Und tatsächlich wird im Kommentar offenbart, dass zunächst einmal die Idee im Raum stand, eine Psychotherapie zum Thema zu machen, und alles andere wurde drum herum nachträglich aufgebaut. Leider merkt man das zu sehr. Obwohl "Fear of Flying" dramaturgisch noch einigermaßen gelungen ist (der Abschluss des ersten Aktes mit dem startenden Flugzeug ist einer der besten überhaupt), wirkt es in Idee und Umsetzung doch manchmal zu aufgesetzt. Auch wenn viele gute Gags, die komplette Mannschaft aus
"Cheers" sowie
Anne Bancroft in der Rolle der Psychotherapeutin dafür entschädigen.
Kleine Information für die DVD-Besitzer: Wenn man den Abspann abwartet, findet man ein einminütiges Andenken an die inzwischen gestorbene Schauspielerin, die noch lebte, als der eigentliche Audiokommentar aufgenommen wurde.
12. Homer der Auserwählte
Eines soziologischen Phänomens nimmt sich nun wieder die Geschichte um die Steinmetz-Vereinigung an und wie ich meine, sind das genau die Storylines, die den Simpsons immer am besten gestanden haben und für die Großtaten in der Serie gesorgt haben.
"Homer the Great" ist so eine Großtat. Nicht nur, dass die menschliche

Tendenz zur Gruppen- und Cliquenbildung so zielgenau aufbereitet und ihrer ganzen Dynamik analysiert wird, mitsamt unzähliger Sonderfälle und Nebeneffekte; nein, anhand von Homers Person wird auch noch die Wirkung dieser Form der sozialen Struktur auf die Psyche des Individuums ausklamüsert. Ganz zu schweigen davon, dass auch der religiöse Fanatismus wieder eine auf den Deckel bekommt.
Denn interessanterweise macht sich in Springfield ganz plötzlich eine Steinmetzvereinigung bemerkbar, und die ist Auslöser einer Kette von Gruppenbildungen, sozialer Übervorteilung und Diskriminierung. Für Homer macht sich die Existenz des geheimen Clubs durch Prioritäten bemerkbar, die ihm verschlossen bleiben. Der interessante Umstand, dass die Exklusivität eines Clubs für dessen Mitglieder den Ausschluss für Außenstehende zur Folge hat und dass das Clubmitglied in dem Maße ein Privileg genießt, wie es dem Outsider genommen wird, kommt in den ersten Minuten ausgezeichnet zur Geltung, zumal das Gagwriting hervorragend mit der Storyline verbunden ist. So beginnt der erste Akt damit, dass Homer sich durch den Morgenverkehr quält, in der hintersten Ecke des gigantischen Atomkraftwerk-Parkplatzes endlich eine freie Ecke findet und beim Aussteigen plötzlich seine Familie und sein Haus sieht - ein paar Meter und einen Zaun

entfernt.
Doch richtig warm wird Drehbuchautor
John Swartzwelder, dessen Handschrift hier unverkennbar ist, erst, als Homer irgendwie in die geheime Vereinigung gelangen kann und selbstverständlich alles versaut. Nach einer sehr gelungenen Gesangseinlage der Steinmetze erfolgt der Höhepunkt, wenn das neue Mitglied sich die heilige Schrift als Essenslatz umbindet und Empörung erntet. Verzweifelt versucht er nun also, dem Ursprung für die Empörung entgegenzuwirken und putzt sich die Ohren mit der Schriftrolle und schnieft sich die Nase, während die Empörung seiner Brüder immer lauter wird. Eine Wahnsinnsszene, fantastisch umgesetzt und unglaublich wirksam in dieser Situation.
Nebenbei wird mit sozialen Positionen gespielt, die als soziales Konstrukt entlarvt werden, das nur innerhalb der Gemeinde gilt - so darf Lenny seinem Boss Mr. Burns bei den Steinmetzen als Höhergestellter in den Arsch treten, während er ihm auf der Arbeit normalerweise in selbigen kriechen muss.
Der angesprochene

religiöse Touch gelangt durch ein Muttermal Homers ins Drehbuch, das ihn als Anführer der Steinmetze stigmatisiert. Ein blinder Glauben an den neuen Anführer macht sich bei den Steinmetzen breit und die Satire besteht darin, dass es mal wieder unbedingt Trottel Homer sein muss, der eine Gottheit verkörpert. Das zieht die ganze Konstruktion ins Lächerliche, was auf die Spitze getrieben wird, wenn ein glorifizierendes Bild vom Anführer gemalt wird und wir anschließend sehen, worauf das Gemälde basiert - Homer mit dem gleichen Gesichtsausdruck, aber mit einem Bier auf dem Bauch vor dem Fernseher sitzend anstatt die Hand gen Himmel rankend. Der plötzliche Trubel, der nun um seine Person gemacht wird - nachdem wir in einer Rückblende erfahren haben, dass Klein-Homer nie in irgendwelche Klubs aufgenommen wurde und es sogar einen "Keine-Homer-Klub" gab - veranlasst ihn logischerweise zum Größenwahnsinn, dem Lisa mit ihrer Rationalität entgegenwirkt:
"Dad, denke immer daran, Ruhm ist nicht für die Ewigkeit." Und die kongeniale Antwort:
"Doch, Lisa. alles dauert ewig."
Eine fantastische Folge, zu alledem auch noch hervorragend animiert und dazu eine intelligente, tiefsinnige Geschichte voller Gags, die zur Crème de la Crème gehören - mehr kann man nicht verlangen.
13. Und Maggie macht drei
Die Ausflüge in die Vergangenheit werden gemessen an der zurückgelegten Strecke schon immer knapper und so langsam ist das Glied bis zum Blast Off anno 1989 geschlossen. "And Maggie Makes Three" erzählt die Begleitumstände der Geburt des

letzten Simpsons-Kindes, das in der Gegenwart immerhin noch ein Baby ist - jetzt verfügen die Simpsons offiziell über eine Historie.
Die Unterschiede im Produktionsdesign sind entsprechend des Zeitpunktes der Erzählung kaum noch existent und absolut subtil. Wer genau hinsieht, bemerkt beispielsweise, dass Homer hier noch drei Kopfhaare besitzt anstatt zwei - eine Erklärung wird in der zweiten Hälfte der Episode geliefert. Auch Dr. Hibbert besitzt noch eine andere Frisur; ansonsten wird das Vergangenheitsgefühl durch unterschwellige Veränderungen in den Beziehungen der Springfielder zueinander gezeigt. Lenny und Carl kennen Homer offensichtlich noch nicht ganz so gut (sie wundern sich über seinen Gestank), Homer prescht ins Büro seines Chefs vor und kündigt ... alles kleine Dinge, die heute irgendwie anders sind.
Für eine Flashback-Episode gibt es indes eine erstaunlich

hohe Gagfrequenz mit nahezu hundertprozentiger Trefferquote. Sie resultiert daraus, dass man Homer in einer Zeit begleitet, wo sich in jeder Sekunde irgendwas ändert oder spontan ergibt. Während viele der Vorgängerfolgen - die um Marges und Homers Zusammenfinden, die um Barts Geburt, die um Lisas Auftauchen als Konkurrenz für Klein-Bart - sich voll und ganz auf Nostalgie und Emotion verließen, wird der emotionale Unterbau hier mit kontinuierlicher Slapstick gefüttert, die sich von einer Szene zur nächsten immer wieder neu ergibt. Privat- und Berufsleben des Atomkraftwerkarbeiters werden dabei effektiv miteinander verbunden und auf Homers reaktionäre Persönlichkeit bezogen. Die stärksten Momente finden sich in Homers Neigung, sehr schwer von Begriff zu sein, wenn es um die ersten Anzeichen für die Geburt seines dritten Kindes geht (das sich die Simpsons finanziell eigentlich nicht leisten können) - dezente Anspielungen, schließlich offensichtliche Aussagen werden dann einfach mal darauf bezogen, dass Homer gerade einen neuen Job im Bowlarama gefunden hat. Trotzdem will ein wenig Emotion gewährt sein und letztendlich ist das letzte Bild dieser Folge vielleicht das wundervollste in all den Jahren.
14. Barts Komet
Im Kommentar wird wahrscheinlich mit gutem Grund davon gesprochen, dass "Bart's Comet" als eine der perfektesten Simpsons-Episoden überhaupt sei. Als Argument wird angegeben, dass sie alles habe, was den Zeichentrick ausmache:

einen großen Plot, gleichzeitig aber Gespür für den beobachtenden Humor im Kleinen, Gags, Dramatik und Emotion in einem. All diese Attribute treffen mit Sicherheit auf die Kooperation von
John Swartzwelder (Drehbuch) und
Bob Anderson (Regie) zu, aber vielleicht ist es genau diese konzeptionelle Perfektion, die mich nie so sehr erreicht hat, wie es mit Sicherheit von den Machern beabsichtigt war (was man auch merkt).
Denn die Story ist ebenso überlebensgroß wie
"Armageddon", lässt darin aber leider auch zu sehr die Atmosphäre von der "Geschichte des kleinen Mannes" schleifen. Nicht, dass davon nichts enthalten wäre - schließlich wird Skinner mal wieder ein Lebenstraum versaut und am Ende bricht sogar verstärkt Sozialkritik hervor, als ein Atombunker über Moral und Ehre derer richtet, die ihn bewohnen wollen (basierend übrigens mal wieder auf einer
"Twilight Zone"-Folge).

Aber es wird eben vermengt mit einer Geschichte aus dem Semifiktionalen, aus dem Realistischen, das zu diesem Zeitpunkt unserer Welt aber noch nicht eingetreten ist. Eine im Endeffekt zu verrückte Geschichte, um sie liebzugewinnen oder zumindest lieber als jede andere.
Die Qualitäten kann man ihr trotzdem nicht absprechen und so ist anzuerkennen, dass es sich wirklich um ein durch und durch perfekt inszeniertes Katastrophenszenario handelt, das alles bedient: die Parodie auf Filme seiner Art, Gesellschaftskritik (die überheblichen Springfielder lachen den Kometen aus, als sie sich sicher fühlen), Einzelschicksale, Comedy, einfach alles. Der "Big Butt Skinner"-Ballon ist Beifall wert und die Situation im Bunker ist toll geschrieben. Doch um richtig gut zu sein, fehlte mir am Ende einfach der Zugang, zumal das Finish mit den im Sonnenuntergang schwelgenden Springfieldern, ausgelassen "Que sera" singend, mir einfach viel zu kitschig war. Aber wenigstens wird mit diesem Gesang nicht abgeschlossen, sondern es folgt noch ein vergnüglicher Plottwist, wodurch der Kitsch um einiges erträglicher wird.
15. Homie der Clown
Ein wichtiges Charaktermerkmal im Design der Figuren

besteht darin, dass sie sich alle anhand ihrer Silhouette definieren lassen. Selbstverständlich gilt das auch für Krusty und Homer - der eine mit buschigem Seitenhaar, der andere mit Glatze und zwei einzelnen Haaren oben und einem langen gezackten an der Seite.
Dennoch verbindet diese beiden Figuren eine optische Ähnlichkeit, die eigentlich nur ihnen vorbehalten ist (vielleicht noch Lenny, allerdings mit einer anderen Form): das Stoppelkinn, das farblich vom Rest des Gesichts abgetrennt ist. Eine der Verwandten der Macher hielt das sogar für Lippen, als sie meinte:
"Das ist ja eine tolle Serie, wäre da nur nicht dieser komische Trottel mit den riesigen Lippen".
Die Ähnlichkeit geht aber noch darüber hinaus: Kopfform

und Körperbau sind ebenfalls identisch. Diese Übereinstimmungen haben vermutlich das ihre dazu beigetragen, dass
John Swartzwelder auf die Idee kam, Homer für Krusty einspringen zu lassen. Verständlicherweise hat das kommerzielle Gründe und so ward das "Clown College" geboren. Krusty lässt sich multiplizieren, indem er Nachwuchsclowns ausbildet, um mehr Gewinn einzufahren. Und wie begeistert man Homer für ein Clown College? Man muss einfach Werbung machen.
Und an dieser Stelle beginnt eine furiose, sich selbst mit Dutzenden Purzelbäumen überschlagende Drittelstunde voller wahnwitziger Einfälle. Den Start macht die Thematisierung der Manipulationskraft von Werbung. Ich muss mich leider schon wieder selbst mit Begeisterung überschlagen, aber was ab dem Moment beginnt, als Homer auf der Schnellstraße zum

ersten Mal für ein Werbeplakat bremst, ist gelinde gesagt nicht von dieser Welt. Anhand von Denkblasen, merkwürdigen Visionen und Selbstgesprächen wird der Manipulationsvorgang absolut trefflich innerhalb von höchstens zwei oder drei Minuten illustriert.
Der anschließende Ausbildungsvorgang ist in erster Linie eben saukomisch, ohne in tiefere Gefilde abzutauchen, bis die Geschichte im letzten Drittel dann eine größere Dimension annimmt: Die Mafia kommt ins Spiel. Und da wird vorzüglich mit der verblüffenden Ähnlichkeit zwischen Krusty und Clown-Homer gespielt, obwohl für den Zuschauer anhand der Nase (bei Krusty ist sie ein runder Kreis, bei Homer geht sie in die Gesichtshaut über) immer klar ist, wer der echte Clown ist und wer nicht.
Ein dickes Finale aus animationstechnischer Sicht ist das ultimative Rad-durch-Looping-Kunststück, das mit einer tollen Kamerafahrt glänzt und in der Choreografie, inklusive Kopf-stößt-gegen-Gläser-und-erzeugt-dabei-
Der-Pate-Melodie, unnachahmlich ist.
16. Bart gegen Australien
"This time, we took on a whole Nation."
Ja, man ist geradezu stolz darauf, diesmal eine ganze Nation verarschen zu können. Immerhin ist Verarschung aller Wahrscheinlichkeit das erste Gebot auf
Groenings Steintafel und so müsste es der Logik der

Produzenten nach für die Australier (wir Deutschen waren ja schon an der Reihe - ich verweise auf Season 4) doch eine große Ehre sein, dermaßen der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden.
Der Effekt ist ähnlich dem, den
"South Park" im Kinofilm gegen Kanada richtete, wenn halt auch nicht ganz so extrem. Im Grunde erscheinen die Australier absolut liebenswert und aufrichtig, aber sie sind eben hoffnungslos dumm und naiv gleichermaßen, schließlich auch verbohrt und auf ihre uralten Traditionen eingeschossen, deren penible Einhaltung im Schlussakt attackiert wird - ganz unabhängig von den Australiern universell geltend.
Bis dahin zeichnet
Wes Archer nach der Vorlage von
Ben Oakley und
Josh Weinstein jedoch ein verqueres Bild von fremdartig wirkenden Hinterwäldlern in einer merkwürdigen Parallelwelt voller Koalas und ländlichen Einöden. Die ausschlaggebende Toilettenspülung, deren Strudel umgekehrt abfließt, ist Zeichen für zwei miteinander unvereinbare Kulturen, die sich hier gegenseitig beschnüffeln.
Die Simpsons wären natürlich nicht die Simpsons,

würde man die Amerikaner als gut und makellos darstellen. Nein, eine längst in Vergangenheit geratene Diashow von ehemaligen Erfolgen der Australier in den Vereinigten Staaten weist darauf hin, wie die US-Fast Food-Kultur wenige Höhepunkte aus anderen Ländern kurz ausverkauft und sich dann wieder neuen Dingen zuwendet. Da fliegen kurz
Paul Hogan als Crocodile Dundee, Duracell und Subway durchs Bild und von einem gewissen "Yahoo Serious" (ja genau, der mit dem Strubbelhaar) ist die Rede, kleine Fragmente, derer sich Amerika bedient, ohne sich auch nur einen Furz um die eigentliche Kultur Australiens zu scheren.
Ähnlich gestaltet sich die Reise durch Australien: Während Marge und Lisa versuchen, die Kultur besser kennen zu lernen, ist der Hauptstrang durchsetzt von Hektik in dem Bemühen, ein offizielles Anliegen möglichst schnell hinter sich zu bringen, um endlich wieder in die USA einreisen zu können. Eine ironisch geprägte Ignoranz gegenüber anderen Ländern, die es aber ja letztlich auch nicht besser verdient haben, so die Pointe von "Bart vs. Australia".
17. Homer gegen Patty und Selma
Mit seinen beiden fast schon gleichwertigen Storylines ist "Homer vs. Patty & Selma" ein gutes Beispiel dafür, wie viele Erzählformen das Konzept der Serie zu tragen imstande ist. Denn was Homer mit Patty und Selma geschieht, ist sehr realistisch und

stützt sich auf den persönlichen Erfahrungsschatz des Zuschauers, der sich mit einer solchen Situation vielleicht schon selbst hat befassen müssen. Wie im Kommentar richtig angemerkt, ist das Material in diesem zentralen Plot sehr "sitcomish", denn es wird eine Situation aus dem normalen Leben aufgefahren und die Geschichte strebt dahin, entsprechend natürlich - d.h. ohne satirische Überzeichung - zu Ende gebracht zu werden.
Die Substory um Bart und seine angehende Begeisterung fürs Ballett, die aufgrund ihrer Unabhängigkeit zur Homer-Story ungewöhnlich umfangreich ausfällt, wirkt hingegen ein klein wenig unrealistischer, obwohl sie theoretisch auch durchaus denkbar wäre. Aber schon alleine von der Inszenierung her

unterliegt sie nicht mehr den Produktionskapazitäten einer Sitcom. Dank großer Szenen wie dem Tanz vor der versammelten Schule und der anschließenden, viel filmischer als in einer Sitcom eingefangenen Flucht vor Jimbo & Co. erschließen sich hier ganz andere Möglichkeiten.
Das ist eines der Geheimnisse dafür, dass die
"Simpsons" momentan den Rekord für die am längsten laufende Serie überhaupt halten, denn im Gegensatz zu allen Realserien, aber auch vielen Trickserien, verfügt man über eine enorme Variation an Erzählformen. Der Plot kann bodenständig sein, aber auch abgefahren; er kann die Slapstick in den Vordergrund setzen oder die emotionale Entwicklung der Charaktere; er kann symbolische Bedeutung annehmen oder beim Wort genommen werden; er kann cineastisch inszeniert sein oder als Kammerspiel.
Das ist die eigentliche Stärke dieser Folge, die vor allem das Spektrum andeutet, dessen sich die Autoren und Regisseure bedienen können. Die Geschichten sind gut (klar, Homer gegen Patty und Selma, da ist immer Pfeffer drin, und Bart beim Ballett entbehrt auch nicht seiner Komik), nur eben nicht überragend. Das ist zugunsten der Demonstration der grundsätzlichen Möglichkeiten der Serie zu verschmerzen.
18. Springfield Film Festival
Vom Konzept her ist dies nichts weiter als ein Versuch, ein harmonisches
Fox-Abendprogramm

zu gestalten.
Al Jean und
Mike Reiss, bekanntlich zwei wichtige Köpfe der Simpsons, brachten 1994 die Trickserie
"The Critic" um den Kritiker Jay Sherman (gesprochen von
Jon Lovitz) ins Fernsehen. Also: Was für ein schöner Gedanke, wenn jener Jay Sherman zuerst in einer Episode bei den Simpsons auftreten würde, um eine halbe Stunde später schließlich seinen eigenen Auftritt in
"The Critic" zu haben?
Wahrlich merkt man dem Plot an, dass er auf ein solch abstraktes Ziel wie den Sendeplan eines TV-Senders hin geschrieben wurde, denn wie das Filmfestival nach Springfield gelangt, ist doch etwas wirr - vor Selbstironie allerdings nicht gefeit: In Hinblick auf den Simpsons/Critic-Mix, den
Susie Dietter hier inszeniert, schaut Bart im Fernsehen eine Ansage zu
"The Jetsons meet the Flintstones" und bemerkt:
"Schon wieder so ein ödes Crossover".
Selbstredend konnte Originalsprecher
Jon Lovitz auch verpflichtet

werden, zumal er ja schon diverse Male Nebendarstellern aus dem
Groening-Kosmos seine Stimme geliehen hat. Entsprechend wird ihm bzw. seiner Figur Jay Sherman sehr viel Screentime zuteil, die er fast komplett im bürgerlichen Simpsons-Haus ablegt.
Das mag man kritisieren können, denn die Anteile sind sehr unharmonisch und irgendwie schwanken die drei Akte wie unförmige Klumpfüße nebeneinander her. Aber was es in den entscheidenden letzten beiden Akten (den Beginn wollen wir mal vergessen) zu sehen gibt, ist nichts geringeres als eine bunte Parade aus unzähligen Anspielungen auf die amerikanische Film- und Fernsehkultur.
Shermans Übernachtung im Simpsons-Haus lebt noch überwiegend davon, dass ein

renommierter Kritiker wie er sich in einem normalen Haus einer Mittelständlerfamilie so pudelwohl fühlt, dass er sogar Homers ordinäres Wesen in jeder sich bietenden Gelegenheit übertrumpft. Gesungen, ja geradezu zelebriert werden dabei sinnfreie Werbejingles - Kritik an der Verdrängung wirklich wichtiger Werte, die im Angesicht der Werbementalität der oberflächlichen Amerikaner immer weiter zurückgedrängt werden.
Dann das eigentliche Film-Festival und hier werden Filmkenner unzählige Zitate eingebettet in eine abdeckende Gegenüberstellung von Arthaus- und Massenkino wiederfinden. Besonders Mr. Burns' sich selbst glorifizierender, monumentaler Prunk lädt zum Staunen darüber ein, wie gut man ursprüngliche Intentionen eines Filmemachers auf die hinterhältigen Charakteristika einer Zeichentrickfigur abwälzen kann.
Das alles dann noch eingebettet in sehr abwechslungsreiche Animationen (Barneys Beitrag bedeutet hier eine Herausforderung für die Zeichner und die Übertragung der Figur Jay Sherman ins Simpsons-Universum ist ebenfalls gelungen) und eine nette Rahmengeschichte um Juroren-Betrug macht die strukturellen Schwächen der Folge vergessen.
19. Lisas Hochzeit
Der Historienstrang wurde ja eigentlich in dieser Staffel mit "And Maggie Makes Three" soweit geschlossen, dass sich von dort aus kaum

noch etwas erzählen ließe, was Sinn machen würde. Aber überraschend ist es schon, dass schon 6 Episoden später der nächste Ausflug in eine andere Zeit gestartet wird, und zwar diesmal in die Zukunft. Ist dies der erste Pflasterstein für den Weg zu
"Futurama"?
Wahrscheinlich schon, zumindest was das Produktionsdesign betrifft. "Lisa's Wedding" startet zwar mit einer relativ bequemen Einführung (die Zukunftsaussichten entspringen mal wieder dem Munde einer Wahrsagerin), aber dann beginnt der Aufwand. Sämtliche Charaktere mussten neu entworfen werden, und im Gegensatz zu den Vergangenheitsfolgen konnte man sich diesmal nicht auf die Gegenwart als Ausgangslage verlassen, man musste eigenständig weiterdenken und eine mögliche Zukunft vorzeichnen. Fast noch schwieriger als das Charakterdesign ist jedoch die Gestaltung der Umgebung, die rund 15 Jahre nach der damaligen Gegenwart (wie man den

Einladungsschreiben zur Hochzeit entnehmen kann, soll selbige am 1. August 2010 stattfinden - für uns anno 2007 fast schon wieder Gegenwart) dezent anders aussehen musste. Nun erscheinen die Veränderungen aus heutiger Sicht immer noch ziemlich krass, tatsächlich vermitteln sie aber das Gefühl, dass die technologische Weiterentwicklung doch recht subtil das normale Leben der Neunziger unterwandert, welches man immer noch sehr gut erkennen kann. Schließlich läuft niemand mit Raumanzügen herum, man schläft noch in Betten, zapft das Bier aus handelsüblichen Zapfanlagen und baut immer noch mit Holz, Stein und Lehm. Aber Bäume sind beispielsweise oftmals nur noch Hologramme zur Erinnerung an echte Bäume, Service-Arbeiten werden von Robotern in Menschengestalt verrichtet und
Fox hat sich langsam, aber sicher in einen Pornokanal verwandelt - Kritik an der Behandlung der Umwelt und mal wieder am eigenen Sender.
Die eigentliche Faszination geht selbstverständlich von den Figuren aus. Die Folge bezieht ihre Stärke daraus, dass man beobachten kann, wie sich Bekanntes aus den bisherigen Folgen später weiterentwickelt hat.

Bart ist inzwischen Bauarbeiter geworden und entwickelt einen ähnlichen Kinnflaum wie Homer, Maggie ist zum rebellischen Teen mit einer ironischerweise wunderschönen Stimme geworden (die man jedoch nie zu hören bekommt), auf Mr. Burns wurde ein Mordanschlag verübt (nicht der erste, wie man am Ende dieser Staffel weiß) und wird seitdem zur Lebenserhaltung tiefgefroren. Tendenzen der uns bekannten Gelblinge, die sich auf ihre Art bewahrheitet haben.
Lisa blieb abgesehen von ihrem veränderten Äußeren die Gleiche, was die Identifikation mit ihr sehr erleichtert. Ohnehin sind es traditionelle Werte, die in dieser Zukunft geehrt werden - die Charaktere schauen also von dort in die Gegenwart zurück und halten an ihr fest. Symbolisch versagen den Robotern die Schaltkreise, wenn Emotionen ins Spiel kommen und der Heiratsantrag von Lisas Verlobtem geht mit der modernsten Technik voll daneben, während eine Kuh mit einem einfachen umgehängten "Marry Me"-Schild ihren Zweck erfüllt. Dass Lisa ihre erste große Liebe findet, ist darunter nicht mehr als ein Vorwand, der ja schließlich am Ende der Geschichte auch in die Brüche geht.
Insofern ein mit hohem Aufwand versehener Blick in die Zukunft, der sich als Rarität sehr interessant gibt. Es ist einfach spannend zu sehen, was einmal mit Springfield geschehen würde, wenn es nicht nur dem Raum- sondern auch dem Zeitkontinuum unterlegen wäre. Nur darf man derartige Ausbrüche in die Zukunft nicht zur Regel machen, denn Zukunftsfolgen brauchen bei den Simpsons ihre Einmaligkeit, um zu funktionieren.
20. 25 Windhundhelpen
Wenn Hunde rollig werden, geht es richtig animalisch ab im Trickfilm, und wenn es

richtig animalisch abgeht im Trickfilm, ist
Matt Groening glücklich, denn das Mastermind hat schon mehrfach erwähnt, dass er die Tiere bei den
"Simpsons" nur dann mag, wenn sie sich auch wie Tiere benehmen, und das ist hier die meiste Zeit über der Fall. Für
Groening ist es weiterhin eine wichtige Folge, denn erstens spielt sie deutlich auf "Es weihnachtet schwer" (Season 1, Ep. 1) an, zweitens auf
"101 Dalmatiner", und der hat
Groening der eigenen Aussage nach überhaupt erst mit dazu inspiriert, mit dem Zeichentrick anzufangen.
Knecht Ruprecht hat sich also endlich fortgepflanzt und bald wimmelt es im engen Simpsons-Haus vor lauter Welpen. Was zunächst mal eine dummdreiste Abfolge von Zeitfresser-Gags zur Folge hat, die die Story wirklich kein Stück vorantreiben und nur dazu da sind, zu zeigen, dass die Welpen das Alltagsleben der Familie zerstört. Exemplarisch einer der Über-Wiederholungs-Gags,

an dessen Konzept sich
"Family Guy" festgebissen hat wie ein Terrier: Homer sitzt mit einer Tüte "Pork Chops"-Chips vor dem Fernseher und jedes Mal, wenn er einen Chip aus der Tüte holt, lugt von irgendwo ein Welpen hervor und hapst ihn weg und Homer grunzt sein
"D'Oh!" und die Prozedur wiederholt sich.
So langsam macht sich dann aber die Problematik breit und die Geschichte mündet in die einzige Thematik, die man hieraus basteln kann: Verantwortung. Es geht darum, die Liebe zu den Tieren mit der Verantwortung abzuwägen und zu sehen, ob man ihnen ein artgerechtes Leben verschaffen kann mit den finanziellen Möglichkeiten. Selbstverständlich ist die Sachlage bei 25 Tieren klar und so fallen sie in die Arme eines Reichen: Mr. Burns.
Der aber denkt gar nicht daran, sie liebevoll aufzuziehen, und hier entfesselt Monty eine neue Dimension seiner Bösartigkeit. Mit Blick auf das nicht mehr allzu weit entfernte Season-Finale ist das auch ein wenig die Staffel der "Supervillainisierung" des Mr. Burns, der wirklich zu neuen Ufern ausbricht, spätestens, als er seine Waffe gegen Lisa und Bart richtet mit der Absicht, auf sie zu schießen. Aber das wird natürlich alles elegant verpackt und der erstklassig dargebotene "See My Vest"-Song, der Burns' teuflische Ader um so mehr hervortreten lässt, bekommt die Folge schließlich sogar ein wenig den Charme einer großen Matinée.
21. Der Lehrerstreik
Aufgepasst, Amerika: Dein Schulsystem bekommt hier ordentlich auf die Glocke.

Ineinander fallende Busse, "Malk" statt "Milk" in der Kantine, Schmierentheater als Bildung und schließlich der geniale Satz
"Hey! They're trying to learn for free!" - Zeugnis der falsch gesetzten Prioritäten.
Man kennt die Situation sicher noch aus der Schule, als von allen Seiten bemängelt wird, dass immer so viele Unterrichtsstunden ausfallen und man sich als Schüler doch eigentlich immer darüber gefreut hatte. Ähnlich gestaltet sich die Situation hier: Bart nutzt die erstbeste Gelegenheit, um seiner Zukunft und der seiner Mitschüler einen Schlag in die Magengrube zu geben, indem er Skinner und Krabappel gegeneinander ausspielt und einen Lehrerstreik provoziert. Die ohnehin schon mangelhaft ausgestattete Schule verliert damit ihr (theoretisch) wichtigstes Gut und der nun folgende Substitutionsversuch des Rektors ist ein Geständnis der Hilflosigkeit, das marode Bildungssystem aufrecht zu erhalten.
Stattdessen verlagert sich alles auf den infantilen

Interessenkampf der Beleidigten, während niemand merkt, dass sich in den Klassenzimmern zunehmend der Horror breitmacht: Alte Menschen, die nur jemanden als Gesellschaft brauchen, nerdige Professoren, deren Art zu reden niemals die Schüler erreichen könnte, dürfen den Unterricht leiten. Schließlich gar Barts Mutter in der Klasse ihres eigenen Sohnes und der Alptraum eines jeden Kindes wird anatomisch korrekt inspiziert.
Rein optisch ist die Episode ausgesprochen unaufregend - man sieht nur redende Gesichter im abgewrackten Schulgebäude. Es handelt sich um eine Charakterepisode, die sich auf keinerlei optische Gimmicks verlassen kann und sich daher sehr auf die Leistungen der Sprecher verlassen muss. Inhaltlich wird aber ein Missstand feingezeichnet, der ja nicht nur Amerika betrifft, sondern auch viele andere westliche Länder. Die Pointe - die absurde Art und Weise, wie schließlich die Aufrechterhaltung des Schulsystems finanziert wird, ist von ganzem Herzen karikaturistisch überzogen und bringt tatsächliche Gefahren in einer simplen Darstellung treffend auf den Punkt.
22. Zu Ehren von Murphy
Man kann sich darüber streiten, ob es richtig ist oder nicht - das
"Simpsons"-Team hat es

aber nun mal gemacht. Und zwar nicht nur einmal, sondern gleich ein paar mal. Es sollte später einen Punkt geben, wo man wirklich daran zweifeln konnte, ob das noch richtig war, geschweige denn witzig; für mich war einer dieser Vorfälle, obgleich ich sie nicht grundsätzlich verurteile und in dieser Episode als sehr stimmig empfinde, später einer der Tiefpunkte der Serie. Fakt ist, die Zuschauer müssen es schlucken, wenn sie die Serie weiter verfolgen wollen - wider aller Scheinsicherheit der "eingefrorenen Realität", der Vermutung, dass sich die Geschichten in einem Zeitparadoxon übereinanderlagern und alle ungefähr im gleichen Zeitpunkt geschehen, Geschichten aus nun schon fast zwei Jahrzehnten.
Erstmals stirbt eine bekannte Figur in einer Simpsons-Folge.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob zu diesem Zeitpunkt

Dr. Marvin Monroe bereits gestorben war, aber zumindest wurde ihm nie die Ehre zuteil, im Rahmen einer Folge zu sterben - wenn, dann ist er irgendwo am Rande elendig verendet. Er war ja auch ziemlich unsympathisch, die Animatoren trieb er aufgrund seines krackeligen Haars zur Verzweiflung und seinen Synchronsprecher aufgrund der kratzigen Stimme zum Wahnsinn - also wurde er schön unauffällig entsorgt.
Von Zahnfleischbluter-Murphy, der in der ersten Staffel in "Lisa bläst Trübsal" seine Premiere feierte, kann man all das nicht behaupten. Er ist in der Serie kaum vertreten gewesen, hat aber in der kurzen Zeit jede Menge Eindruck hinterlassen. Stets war er Lisas Seelenverwandter, er war ein Schwarzer, ein Obdachloser und ein Jazzmusiker, ein Feingeist

gefangen im Körper eines Mannes, der dazu bestimmt war, glücklos, melancholisch und dramatisch zu sterben. Kurz, er war viele Minderheiten vereint in einer traurigen Person. Ziemlich schwerfälliger Stoff, aber grenzenlos sympathisch, so dass es fast schon kalkuliert, aber nichtsdestotrotz sehr passend erscheint, ihn sterben zu lassen.
Freilich dreht es sich wiederum weniger um ihn selbst als vielmehr um das, wofür er steht und die Art und Weise, wie Lisa das aufnimmt. Der Weg dahin wird über einen Bruder-Schwester-Plot beschritten, bei dem wir zuletzt ("Lisa on Ice") einen bösartigen Kampf der Rivalen hatten. Nun läuft es ganz anders - die Beiden entwickeln eine fast schon symbiotische Zuneigung, gestärkt von gegenseitigem Vertrauen, das sich nicht erst aus der Rivalität schälen muss, sondern von der ersten Szene an existiert.
Die gewählte duale Erzählstruktur mit zwei Strängen ist dazu mehr als geeignet und am Ende knüpft sie sich möglicherweise ein wenig vorhersehbar, vielleicht sogar zu kitschig, aber sehr harmonisch zusammen.
23. Die Springfield Connection
Frau geht mit hilflosem Ehemann durch eine dunkle Gasse, hilfloser Mann

fällt auf einen Trickbetrüger rein, Trickbetrüger verschwindet mit der ganzen Kohle, hilfloser Mann fehlt das körperliche Training zur Jagd auf Trickbetrüger, Frau nimmt Männerangelegenheiten in die eigenen Hände, Trickbetrüger wird in die Ecke gedrängt, zieht ein Messer, Frau zieht einen Mülleimerdeckel und pfeffert ihn in des Trickbetrügers Gesicht - Ende des Openers, Anfang der Motivation, bei der Polizei mitzuwirken, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Das ist eine etwas dürftige Begründungsspirale,

wieso es Marge zur Polizei zieht - viel wahrscheinlicher ist die (anfangs noch nicht zur Sprache gebrachte) Unterdrückung als Hausfrau, ein feministischer Trieb, ein emanzipatorischer Aktionismus. Homer kann und will dem nicht im Wege stehen, aber was er kann, ist das Vorhaben seiner Frau nicht ernst zu nehmen, und das kann er verdammt gut.
Entsprechend wird "The Springfield Connection" zu einer einzigen Beweisprobe für Marges Fähigkeiten, sich in der harten Welt als Cop zu beweisen. Man hat das im Film schon oft gesehen, bei den Simpsons in der Form aber noch nicht, und so wirkt die Geschichte in diesem Ambiente zumindest wieder einigermaßen frisch, wie ein aufgebackenes Brötchen.
Gewürzt mit schönen Handkameraaufnahmen à la
"Cops" und einem plötzlich

veränderten Ton im Hause der Simpsons bahnt sich alles auf einen Hosenfälscher-Ring zu, der freilich von Homers Garage aus operiert, während Homer im Nebenzimmer mit dem Drahtzieher unwissend Karten spielt. Für Marge soll dies die Feuertaufe sein, die sie endgültig zur Polizistin machen würde. Und sie besteht, nur um anschließend freiwillig wieder in ihr Hausfrauenmuster zurückzukehren. Der Grund: Der Simpsons-Familienrahmen wäre mit Marge als Cop total verzogen und so ist doch klar, dass am Ende wieder alles so ist wie früher.
Nein, es ist keine herausragende Episode, zumindest nicht im damaligen Rahmen der Hochphase der Serie - aber man kann sie doch recht einfach mögen. So wie (Frauen) eine romantische Komödie, bei der von Anfang an klar ist, in welchen Bahnen sie verläuft und wie sie am Ende ausgeht. Außerdem ist es schön, dass man endlich mal wieder einen guten Vorwand gefunden hat, Herman aus dem Antiquitätenladen zurückzuholen. Ich hatte schon gedacht, Jimbo und Ned hätten ihn vor die Flinte bekommen ...
24. Auf zum Zitronenbaum
Kurz vor Schluss wird es mal wieder ein wenig irrealer, was aber nur zum Teil daran

liegt, dass Grampa Simpson hier zum Teil als Geschichtenerzähler fungiert. Auch über seine Erzählungen hinaus ist die Konfrontation der Nachbarsstädte Springfield und Shelbyville pure Mythenbildung, übertragen in die Gegenwart. Vergangenes durch die leuchtende verbale Ausschmückung des Erzählers vermischt sich mit Präsentem, dem eine merkwürdige phantastische Komponente zuteil wird, als die von bruchstückhaften Erinnerungen verschleierte "gute alte Zeit" sich tatsächlich genau so im Hier und Jetzt manifestiert.
Denn Shelbyville ist der Kontrapunkt zu Springfield, der böse Zwilling oder so etwas wie ein Paralleluniversum, von dem man nach
"Futurama" weiß, dass es auch irgendwo im Weltall existiert.
Nun hat also jeder Springfielder ein groteskes Gegenstück im Nachbarort,

der durch gelbe Hydranten und sonstige ins Negativ verzerrte Parallelismen wie ein Gruselkabinett wirkt, als hätten Aliens Springfield beobachtet und nach seinem Ebenbild eine billige Kopie errichtet. Dass letztendlich alle Charaktere gleich gut oder schlecht sind und Springfield für die Shelbyviller ebenso gruselig aussehen muss, ist die nur schwach spürbare Hommage der Geschichte - zwei Cliquen streiten sich um die Regentschaft, wo es eigentlich keine Unterschiede zwischen ihnen gibt.
Der entbrennende Streit wird nurmehr kindischer, als sich dann auch noch die Erwachsenen einmischen und das Thema Legendenbildung kehrt spätestens dann zurück, als Homer, der sich gerade per abgeschlepptem Wagen in die Höhle des Löwen hat bugsieren lassen, sagt:
"Hihi. Noch nie in der Geschichte hat jemals jemand einen so klugen Einfall gehabt." Die Trojaner werden freilich nicht sehr entzückt sein über diese Aussage ...
Insgesamt ein schräges, quietschbuntes und sehr schnelles Abenteuer, das ausgesprochen typisch für
"Die Simpsons" ist, die nicht so sehr an Realismus orientiert sind.
25. Wer erschoss Mr. Burns - Teil 1
Season 1: "Der Babysitter ist los". Season 2: "Der Lebensretter". Season 3: "Der vermisste Halbbruder". Season 4: "Krusty, der TV-Star". Season 5: "Ehegeheimnisse".
Gute, teilweise besondere Folgen zum Abschluss einer jeden Staffel, die

sich aber strukturell nie vom Rest abnabelten, ja teilweise nicht einmal wirklich die letzten Folgen der Produktionsphase waren, da manchmal die erste Folge einer neuen Staffel eigentlich noch zum alten Produktionszyklus gehörte.
Das ist jetzt alles anders: "Wer erschoss Mr. Burns - Teil 1" ist ein Zweiteiler und Cliffhanger in einem, eine geradezu revolutionäre Anwandlung für die Serie. Zwei- und Dreiteiler kennt man beispielsweise von Sitcoms wie
"Eine schrecklich nette Familie" schon seit den Anfängen ihrer Ausstrahlung, aber für
"Die Simpsons" ist das ein ganz neues Konzept. Dass die sechste Staffel nun auch noch mit einem sadistischen Cliffhänger aufhört und man die US-Fans derart vertröstete (NICHT die deutschen Fans, denn
Pro7 war so freizügig, diese letzte Folge ein Jahr später als die übrige Staffel auszustrahlen, genau einen Tag vor "Wer erschoss Mr. Burns - Teil 2"), setzt alldem die Krone auf.
Und es ist ein herrliches, ja von der Idee her schon cineastisches

erstes Stück von einem Double Feature, das man sich in wenigen Wochen sehr gut in unseren Kinos hätte vorstellen können. Wenn die Kinofilm-Story um den Super-GAU im Atomkraftwerk und die Wasserverseuchung ähnliche Raffinessen aufweisen kann wie
Jeffrey Lynchs Season 6-Abschluss, kann man zufrieden sein.
Denn nie hatte eine Simpsons-Episode mehr Atmosphäre. Mit Sorgfalt wird sichergestellt, dass so ziemlich jeder Bürger ein Motiv bekommt, den Tod von Mr. Burns herbeizusehnen, ja schließlich stellt sich selbst Smithers gegen seinen Herrn und Meister, eine Sache, die bislang noch nie geschehen ist - und man weiß, hier wird Geschichte geschrieben.
Sehr wichtig ist der Einsatz von Schattierung, ein animationstechnisch aufwändiger Prozess, mit dem aber zugunsten der düsteren Stimmung nicht gegeizt wird. Die Bilder schreien vor lauter Hinweise auf ein bevorstehendes Unheil und etwas ganz Großes steht im Raum wie dicke Luft, während Mr. Burns vom Everyday-Fiesling zum Monster aufsteigt, sich von jeglicher sozialer

Verpflichtung befreit und sein absurdes Vorhaben, die Sonne zu verdunkeln, zum einzigen Ziel macht. Nicht immer ist das logisch so ganz zu rechtfertigen, aber Logik ist das geringste Problem in diesen Momenten. Im Vordergrund steht ein apokalyptisches Bild von einer Zukunft mit einem düsteren Ausgang. Große Versammlungen der ganzen Stadt stehen im Kontrast mit einsamen Bildern voller Schatten und Leere. Komponist
Alf Clausen (der am Ende eine Reminiszenz an
Oliver Stones "JFK" wagt) glänzt diesmal vor allem durch Minimalismus, indem er in der intensivsten Szene komplett auf den Einsatz von Musik verzichtet. All das hat wirklich cineastische Qualitäten und skizziert diverse Genres, vom Film Noir zum
Hitchcock-Krimi bis zum Politthriller und Mystery-Film. Das Genre dieser Serie, Satire und Komödie, wird selbstverständlich nicht ausgelassen und so unterwandert den düsteren Absatz natürlich die den Charakteren ureigene Komik, die den Rahmen an Intensität aber kaum einbüßen lässt.
Und so endet die sechste Staffel mit einem leblos zusammenbrechenden Mr. Burns auf der städtischen Sonnenuhr, und eine quälend lange Staffelpause lang wusste niemand, dass der Täter niemand geringeres war als ...
Mann, was für eine Reise in die Hochzeiten der Serie. Zugegeben, im Vergleich mit der nahezu perfekten Vorgängerstaffel haben sich hier und da ein paar kleinere Schwächen eingeschlichen. Mal ist das Konzept zu sanft und das Charakterdesign nicht hundertprozentig stimmig ("Lisas Rivalin"), mal wird nur bedingt erfolgreich Psychoanalyse betrieben ("Angst vorm Fliegen") oder die ohnehin schon eher nervige Clip-Show wird auch noch mit einem nervtötenden Subplot zusammengehalten ("Romantik ist überall").
Aber die Klassiker überwiegen eindeutig die wenigen Schwachpunkte und setzen der Serie unzählige weitere Denkmale. Wie könnte man heute ohne das Wissen leben, dass Homers Qualitäten als Clown nicht schlechter sind als die von Krusty? Dass Grampa seinen Sohn doch mehr liebt als man dachte und er darüber hinaus ein tolles Rezept weiß, um wieder Leben in die Hose zu bringen? Dass die Medien so sensationsgeil sind, dass der harmlose, treudoofe Homey als Sexmonster dargestellt werden kann? Dass Bart und Lisa sich auf dem Eis die volle Kante geben können oder Maggie der Grund ist, weshalb ihr Vater die Kraft findet, weiterhin im Atomkraftwerk zu malochen?
Genau deswegen wird die Season 6 mit vollem Recht auch heute noch zu den Highlights aus fast 20 Jahren Simpsons gezählt. Der Variationsreichtum will kein Ende nehmen und immer noch sprüht die Kreativität den Zeichnern, Autoren, Regisseuren und allen anderen Beteiligten aus dem Arsch. Ja, selbst
Matt Groening himself kam noch mit einer tollen Idee um die Ecke: Der Season-Abschluss entstammt seinen grauen Zellen, obwohl die Drehbuch-Credits dann doch an
Bill Oakley und
Josh Weinstein gehen.
Ganz richtig, obwohl die Autoren dem bärtigen Partylöwen (wer Hawaiihemden trägt, ist per-Homer-definitionem entweder schwul oder ein dicker, fetter Partylöwe, und da
Groening verheiratet ist und eine Familie hat ... mit einer Frau ...) mit Vorliebe Gags vor die Nase setzen, die er selbst nicht ausstehen kann (
Hitler-Witze mag er beispielsweise nicht, menschelnde Tiere und den Charakter "Database" kann er auch nicht ausstehen), hat er selbst nun wieder das letzte Wort. Ein besonderes, filmreifes, offenes Ende einer Staffel, das so noch nie da gewesen war.
Eine dicke Empfehlung für die Pflichtlektüre, die sich da nennt
"The Simpsons - Season 6" und die unter Garantie jeden Zuschauer gelb anlaufen lassen wird - welcher Ursache die Gelbfärbung entstammen wird, überlasse ich der Fantasie jedes Einzelnen. Bei mir wird es jedenfalls immer und immer wieder die Begeisterung eines erwachsenen Kindes sein, das in den Neunziger Jahren die Welt zu begreifen gelernt hat.
Für die viele Arbeit, die in eine TV-Serie zur DVD-Auswertung gesteckt wird, sind die
"Simpsons"-Boxen immer wieder ein Paradebeispiel. Man merkt den Machern an, dass sie sich auf diesem Medium noch mal richtig austoben wollen und all das hineinstecken können, was an anderer Stelle vielleicht keine Verwendung fand. So sind allein die Menus schon 2 Punkte wert, u.a. weil das Hauptmenu jeder DVD mit neuen Figuren und Animationen aufwartet und selbst Untermenus witzig gestaltet sind. Das Thema der sechsten Staffeln bestimmt die Folge "Wer erschoss Mr. Burns?", denn in den Menus werden die Hauptfiguren und wichtige Nebencharaktere jeweils so aufgestellt wie bei einer polizeilichen Gegenüberstellung - nur eben mit einer Menge zusätzlicher Spektakel, die sich echte Verbrecher nicht leisten könnten. In den Untermenus wird ein leblos im Sessel hängender Mr. Burns erst mit einem Wasserstrahl wachgemacht, um dann (vermutlich) wieder erschossen zu werden. Die Episodenmenus zeigen jeweils zwei Polizeifotos eines Charakters bzw. wie diese Aufnahmen entstanden sind. Allein deswegen lohnt es sich, mal jedes Menu zu beäugen und abzuwarten, welche Aktion nach ein paar Sekunden beginnt.
Als ebenfalls absolut großartiges Extra stellen sich wieder die Audiokommentare zu jeder einzelnen Episode heraus, die sich wie alles auf den DVDs deutsch untertiteln lassen. Wer echter Filmfan ist, muss sich also jede Episode mindestens drei mal anschauen (Film in deutsch und englisch, dann mit Kommentar). Zugegen bei durchweg lustigen Aufnahmen sind meist die Produzenten, Drehbuchautoren, Chef
Matt Groening und mitunter auch ein paar der Originalsprecher. Es kommt zwar schon mal vor, dass sich Dinge innerhalb der Besprechungen zu den 25 Folgen wiederholen, aber das stört kaum. Der Zuhörer bekommt Details und Fakten rund um die Folgen (z.B. bezüglich der Rezeption durch Fans und Medien) geboten, die man sich sonst erst schwerlich zusammensuchen müsste. Zu den meisten Episoden existieren weiterhin vormals nicht verwendete Szenen, die man ohne Qualitätsverlust in den Film reintegrieren lassen kann. Wer keine Lust hat, deswegen noch mal alle Episoden anzuschauen, kann sich die gesammelten Reste auch auf DVD 4 anschauen. Ganz zu Beginn sollte man sich aber das geschriebene Vorwort von
Matt Groening im Booklet durchlesen und jenes auf DVD 1 (ein kurzes Best Of) anschauen. Auf DVD 3 kann man die Folge "Lisas Hochzeit" mit den statischen Storyboards und den (noch nicht verfeinerten und unkolorierten) Animatics vergleichen, gern auch als Bild-im-Bild-Funktion. Ähnlich kann man sich auf der letzten Disc noch Burns Mord(s)episode anschauen. Um die dreht sich noch mehr, denn Produzent
Jim Brooks erzählt kurz etwas mehr über die Idee zu dieser Folge während im Hintergrund diverse Medienartikelabbildungen ablaufen, die sich damals mit dem großartigen Abschluss der sechsten Staffel beschäftigten. Für den Anschluss an die siebte Staffel hatte sich
Fox außerdem damals (1995) etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Vor Ausstrahlung des zweiten Teils von "Wer erschoss Mr. Burns?" erstellte man eine auf
"Die Simpsons" zugeschnittene Folge der erfolgreichen Show
"America's Most Wanted", in der es um die Aufklärung von Verbrechen geht.
Adam Walsh, der ursprüngliche Gastgeber des Formats, leitet anhand von Ausschnitten durch die als "Springfield's Most Wanted" betitelte Sendung und präsentiert mögliche Täter mit ihren Profilen und Motiven. Außerdem gibt ein Moderator aus dem Wettbüro Tipps, eine TV-Psychologin analysiert weitere Charaktere und diverse Darsteller geben ihre eigenen Vermutungen ab, wer Montgomery Burns auf dem Gewissen haben könnte.
Als Marketing-Gag lackierten Western Pacific Airlines eines ihrer Flugzeuge gelb, malten die Gesichter der Simpsons-Figuren drauf und ließen die gesamte Simpsons-Belegschaft damit herumfliegen.
Dave Mirkin und
Matt Groening kommentieren diesen zweiminütigen Clip und verraten schnippisch, dass sie bei Jungfernflug nicht dabei sein wollten, weil sie befürchteten, das Flugzeug würde abstürzen. Ist es aber nicht, sonst gäbe es heute keine Simpsons mehr. Unter dem Teil "Kunst und Animation" befinden sich nicht nur Konzeptzeichnungen und ein Animatic mit Audiokommentar, sondern auch Profile zu 26 mehr oder weniger bekannten gelben Figuren, denen ein mögliches Motiv angedichtet wird. Zum Schluss gibt es kleinere bzw. weniger interessante Extras. Zu den sehr sehenswerten Sachen zählen noch die Werbespots und die Zusammenstellung der nicht verwendeten Szenen (in einer zweiten Version mit Audiokommentar und Einleitung). Die Burns-Folge gibt es dann noch in vier zusätzlichen Sprachen, in die ich mal interesseweise reingehört habe. Während der Erzähler im Tschechischen schon nervt, kann man sich den russischen Overdub-Track gar nicht mehr anhören. Gruselig!
Während die Ausstattung und Präsentation der Box jeden Simpson-Fan gelb anlaufen lassen wird (das hätten wir geklärt!), ist es mit der Technik, insbesonders beim Bild, noch eine etwas halbherzige Sache, denn ganz sauber ist das originale Vollbild nicht. Während im Durchschnitt eine gute Qualität geboten wird, die dem Alter der Zeichentrickserie würdig ist, tauchen immer wieder markante Unschärfen auf. Aber auch so verhält sich der Detailbereich etwas unruhig, neigt zu dezenten Kompressionsmustern, die etwas besser ersichtlich auf gleichfarbigen Flächen />

auftauchen. Und die gibt es bei
"Die Simpsons" bekanntlich mehr als genug. Konturenschärfe und Detailgrad könnten also durchaus noch etwas angezogen werden. Wer das verstehen möchte, sollte sich einfach mal die sehr sauber gezeichneten und unveränderten Menu-Animationen anschauen und dann auf einzelne Folgen umschalten (z.B. "Grandpa gegen sexuelles Versagen"). Farben und Kontrast entsprechen dafür genau dem, was die Macher damals erarbeiteten bzw. lassen sich keinerlei Abschwächungen erkennen. Auch Bildschmutz kommt nicht vor.
Dagegen scheint sich der Ton auf gewohnt ordentlichem Niveau zu befinden. Kritisieren kann man hier höchstens, dass Dolby Digital 5.1 mehr eine Spielerei als ein wirklich brauchbares Merkmal der DVDs ist. In den meisten Episoden ist die etwas im Raum verteilte Intromusik nämlich das Maß aller Dinge. Zumindest ist dieser Einsatz erfreulich dynamisch, denn die Serie bleibt trotz einer Vielzahl von Nebengeräuschen etwas eindimensional bzw. dialoglastig. Egal, ob man deutsche oder englische Sprache benötigt, beides ist vorhanden und wurde deutsch untertitelt. Die Sprachqualität ist in beiden Fällen perfekt, anderes würde ich bei einer Animation aber auch nicht erwarten, die ja komplett im Studio entsteht.
Auch wenn man vermuten darf, dass die 2005 erschienene Box der 6. Staffel auf Blu-ray noch ein wenig besser aussehen könnte (beim Klang ist kaum noch etwas herauszuholen), ist die DVD eine Pflichtanschaffung für jeden, der in
"Die Simpsons" etwas mehr sieht als "nur" eine witzige Zeichentrickserie. Mit der 6. Staffel startete auch eine neue Verpackung: der Homer-Kopf aus Kunststoff. Diese ist aber inhaltsgleich mit dem hier vorgestellten DigiPack.