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USA 2008
Originaltitel:Lost Boys: The Tribe
Länge:90:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:P.J. Pesce
Buch:Hans Rodionoff
Kamera:Brandon Trost
Musik:G Tom Mac
SFX:Diane Woodhouse, Brian Hillard
Darsteller:Tad Hilgenbrink, Angus Sutherland, Autumn Reeser, Gabrielle Rose, Corey Feldman, Shaun Sipos, Merwin Mondesir, Kyle Cassie, Moneca Delain, Greyston Holt, Tom Savini, Daryl Shuttleworth, Corey Haim
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:21.11.2008 (Kauf)
Specials:
  • Comic-Leseprobe "Lost Boys: Reign of Frogs" (20 Seiten, Deutsch)
  • Lost Boys: The Tribe: Action Junkies (4:22 Min.)
  • Edgar Frog's Guide to Coming Back Alive (5:05 Min.)
  • Alternatives Ende # 1 (1:37 Min.)
  • Alternatives Ende # 2 (1:47 Min.)
  • Musikvideos:
    • G Tom Mac - Cry Little Sister (All-new remix) (4:48 Min.)
    • Yeah Whatever - Downfall (4:30 Min.)
    • Yeah Whatever - Hell is Full (5:58 Min.)
    • Yeah Whatever - It's Over Now (3:10 Min.)
Nach dem Tod ihrer Eltern kommen Ex-Surfer-Star Chris und seine Schwester Nicole bei ihrer Tante in einem kalifornischen Küstenstädtchen unter. Chris lernt durch Zufall sein früheres Idol Shane kennen, der ihn zu einer Party einlädt, die er gemeinsam mit Nicole besucht. Am Tag nach der Party fühlt sich Nicole reichlich seltsam. Von Surfbrettmacher und Vampirjäger Edgar Frog erfährt Chris, dass der angebliche Wein, den Nicole auf der Party kostete, Blut war und sie nun auf dem besten Weg ist, zum Vampir zu werden ...
Ansprechend besetzt, auf einem inspirierten Drehbuch basierend sowie mit einem klangvollen Soundtrack unterlegt, präsentierte Regisseur Joel Schumacher im Jahre 1987 den Vampirfilm-Fans dieser Welt seinen Beitrag zum betreffenden Blutsauger-Subgenre - nämlich die Horror-Komödie Interner Link"The Lost Boys", welche den damaligen Zeitgeist hervorragend einzufangen wusste und (nicht nur deshalb) infolge ihrer Veröffentlichung relativ zügig einen bis heute respektierten Kult-Status erlangte. Auf humorvolle wie clevere Weise vereinte das Werk diverse Leitgedanken einer klassischen "Coming of Age"-Geschichte (wie Liebe, Familie sowie dem Streben nach Eigenständigkeit) mit den verlockend-geheimnisvollen Attributen des Vampirismus - und das lange bevor jene Kreaturen umfassend Einzug in nahezu alle Bereiche der modernen (Mainstream-)Popkultur hielten.
Das Ergebnis stellte sich als originell und unterhaltsamen heraus: Ein mustergültiges, zeitgemäßes Produkt der 80er, dessen Wirkung inzwischen allerdings ein ganzes Stück weit nachgelassen hat - in erster Linie aufgrund etlicher (teils gravierender) Veränderungen im umgebenden Kontext (allgemeine Problemfelder persönlicher und gesellschaftlicher Natur, Sehgewohnheiten des Publikums, heutzutage deutlich anders geartete modische und musikalische Trends etc).



Angesichts der gesamten Umstände und Hintergründe schien eine Fortsetzung des Kinohits im Prinzip unausweichlich - entsprechende Meldungen, Ankündigungen und Spekulationen bezüglich eines solchen Projekts kursierten bereits seit Ewigkeiten in verschiedenen Variationen durch die Medien, schienen aber lange keine wirklich konkrete Formen anzunehmen. Obwohl es sogar schon ein fertiges Skript gegeben haben soll, wurde aus dem hoffnungsvoll (oder zumindest nach einem "Guilty Pleasure") klingenden "The Lost Girls" leider nichts - und noch unglücklicher mutet die Tatsache an, dass ein von Eric Red (Interner Link"The Hitcher") im Auftrag Schumachers verfasstes Prequel nie realisiert wurde. Da sich seit Anbruch des neuen Millenniums nun aber bekanntermaßen kostengünstig produzierte, unterm Strich betrachtet jedoch lukrative DTV-Sequels einer unverkennbaren (allerdings beileibe nicht unumstrittenen) Beliebtheit erfreuen, kam es irgendwann dann schließlich so, wie es geradezu kommen musste: 21 Jahre nach dem Original beschert uns Warner Premiere nun also "Lost Boys: The Tribe" - einer mit einem bescheidenen Budget in kanadischen Landen umgesetzten Kreuzung aus Fortsetzung und (beinahe-) Remake. Was lässt sich dabei auf den ersten Blick erfassen und schonmal vorab anführen? Die Hauptrolle spielt der als Stiflers Bruder in "American Pie: Band Camp" bekannt gewordene Tad Hilgenbrink, die "ganz okay" aussehende Autumn Reeser (aus "The O.C.") tritt die Nachfolge von "Eighties-Hottie" Jami Gertz an, Angus Sutherland, Kiefers (aus gutem Grund unbekannter) Halbbruder, mimt den Antagonisten unserer zwei Leads - und inszeniert hat diesen auf einer Vorlage des Skript-Autors Hans Rodionoff ("The Skulls 2") basierenden Streifen P.J. Pesce ("Sniper 3"). Ernüchtert? Kann ich verstehen. Und ehe ich es in diesem Zusammenhang vergesse: Man mag es kaum glauben, doch "die beiden Coreys" (Feldman & Haim) sind tatsächlich (allen Ernstes) erneut mit von der Partie - mehr oder minder jedenfalls ...



Chris (Hilgenbrink) und Nicole Emerson (Reeser) haben erst kürzlich ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren, was besonders ersteren ziemlich aus der Spur warf, der daraufhin seine Karriere als Profi-Surfer nicht mehr richtig fortführen konnte (oder wollte) und seither überfürsorglich auf seine nur unwesentlich jüngere Schwester aufpasst. Da ihnen anscheinend kaum irgendwelche finanziellen Mittel verblieben sind, ziehen sie nun zu ihrer Tante Jillian (Gabrielle Rose) ins kleine kalifornische Küstenstädtchen Luna Bay, das zufällig für genau jenen Sport bekannt ist, in dem sich Chris bis zuletzt einen solch guten Ruf erworben hatte. Demgemäß erkennt man ihn mehrfach auf der Straße wieder - was ihm allerdings auch nicht hilft, einen Job zu finden, denn (entgegen ihrer Erwartungen) müssen sie auf einmal doch eine nicht unerhebliche Summe an Miete für das leicht heruntergekommene Gästehaus zahlen, in dem Jillian sie wohnen lässt. Im Zuge einer "Alleinzeit zum Nachdenken" an den abendlichen Docks trifft Chris dann aber "zufällig" auf Shane (Sutherland), seines Zeichens einer der besten Wellenreiter überhaupt, der sich nach seinem plötzlichen Ausstieg aus der Szene hier ebenso niedergelassen hatte und seither mit seiner Clique für einen Großteil des Vergnügens und der Aufregung im Örtchen sorgt - primär in Gestalt wilder Feten mit coolen Leuten und viel Alkohol, von denen eine jetzt auch unmittelbar ansteht ...



Anfangs will Chris gar nicht dorthin, u.a. weil Shane ihm irgendwie merkwürdig vorkommt - aber Nicole fällt inzwischen die Decke sprichwörtlich auf den Kopf und Jillian hat einen DVD-Abend geplant, bei dem Interner Link"The Goonies" auf dem Programm steht, also nehmen sie die Einladung schließlich doch noch an und mischen sich unters "attraktive" Party-Volk. Während sich Chris zu späterer Stunde mit einem heißen Bikini-Babe (Moneca Delain) ablenkt bzw. amüsiert, lässt sich Nicole von Shane, zu dem sie sich augenblicklich hingezogen fühlt, die Räumlichkeiten zeigen - bis jene Tour im Schlafzimmer endet und er ihr einen Drink anbietet, welchen sie gern annimmt, der sich aber als sein eigenes Blut herausstellt. Ja, er selbst ist ein Vampir - und weil sie von dem gekostet hat, was da durch seine Adern fließt, wird sie sich nun auch (über die nächsten Tage hinweg) in ein solches "Geschöpf der Nacht" verwandeln. Schnell realisiert Chris, dass etwas mit ihr nicht (mehr) in Ordnung ist - worum genau es sich dabei allerdings handelt, das erklärt ihm ein just im richtigen Moment auftauchender, sich ihm sogleich (ungemein aussagekräftig) vorstellender junger Mann: "I'm Edgar Frog - Surfboard Shaper and Vampire Hunter!" Ferner berichtet er ihm davon, dass Nicoles Verwandlung erst dann abgeschlossen ist, wenn sie einen Menschen eigenständig tötet und sich infolge dessen an jenem nährt. Bis dato ist sie durchaus noch zu retten - man muss dafür "nur" den Ober-Vampir (also Shane) töten. Entschlossen, Luna Bay ein für alle Mal von dieser Plage zu befreien, treten Chris und Edgar daraufhin zum (hoffentlich) ausschlaggebenden Gefecht an ...



"Lost Boys: The Tribe" markiert den oberflächlich-lieblosen Versuch, für die heutige Zuschauer-Generation einem geschätzten Genre-Vertreter aus den 80ern ohne größeren Aufwand neuen Atem einzuhauchen - nicht die Fans, sondern eindeutig der aus dieser Veröffentlichung zu erwartende Profit stand dabei unübersehbar im Vordergrund der Entscheidung, die Zugkraft des bekannten Namens dafür auszunutzen, leicht und schnell Gewinne zu erzielen sowie simultan auch das Potential einer neuen DTV-Franchise auszuloten. Schreiberling Rodionoff ("Saint Sinner", Interner Link"Man-Thing") orientierte sich bei der Konzeption seiner Story relativ eng am Original, weshalb das Ergebnis weitestgehend bloß wie ein "Neuaufguss" anmutet, der die Geschichte (im Hinblick auf die "Reihe") weder im nötige Maße voranbringen noch aufs nächste Level heben kann. Trotz einiger ins Auge fallender Unterschiede sowie Verknüpfungen wird die nötige Balance zwischen Eigenständigkeit und Vorgänger-Verbundenheit ständig verfehlt - mal hat man sich zu viele unerklärliche Freiheiten herausgenommen (z.B. die Mythologie der Kreaturen hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Todesarten abgewandelt), mal wurden diverse Dinge nahezu unverändert übernommen, einschließlich etlicher Abläufe und Dialogzeilen (gelegentlich gar beinahe eins zu eins), was deutlich über eine Einstufung als "Hommage" hinausschießt.



Die Figur des "Edgar Frog" veranschaulicht genau diese Gegebenheit sehr treffend: Natürlich ist die Freude über ein Wiedersehen mit Corey Feldman (Interner Link"Friday the 13th 4"), welcher sich im Übrigen über die Jahre hinweg kaum verändert hat, groß - schließlich gehört der Part sowohl zu den Highlights des ersten Films als auch zu den wenigen Höhepunkten seiner insgesamt eher minder berauschenden Karriere. Leider haben es die Verantwortlichen jedoch versäumt, das Potential seiner Rückkehr genügend auszuschöpfen - statt aufzuzeigen, wie er sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat (als Vampir-Jäger sowie Mensch an sich), wird er hier rein als erwachsene Variante seiner Rolle von damals präsentiert: Er lebt zurückgezogen in einem Trailer, holt sich seine Weisheiten noch immer aus Comics, gibt dieselben One-Liner zum besten und hat scheinbar nie eine Evolution in Sachen Klamottenwahl vollzogen. Tarnjacke und Stirnband tragend, erfahren wir, dass er sich online den Titel eines Pfarrers erworben hat und daher Wasser eigenhändig zu weihen vermag - viel mehr an Infos erhält man nicht geboten, von einigen winzigen Details in Nebensätzen mal abgesehen.
Diverse Fragen erkeimen, wie warum er zuvor eigentlich nie gegen Shane und seine Weggefährten zu Felde gezogen ist - bleiben letztlich aber unbeantwortet. Unvorteilhaft außerdem, dass er in einer forciert tiefen Tonlage spricht (vgl. Christian Bale in den Interner Link"Batman"-Streifen) - als Kiddie wollte er auf diese Weise erwachsener rüberkommen, jetzt hingegen wirkt das unnötig und unpassend (obgleich man sich im Verlauf durchaus daran gewöhnt). Feldmans schauspielerisches Talent ist zwar bis heute nicht erblüht - aber von allen vor der Kamera agierenden Beteiligten hinterlässt er unzweifelhaft den positivsten Eindruck (was eher gegen die anderen als für ihn spricht), schlichtweg weil er mit dem meisten Spaß und Engagement zu Werke gegangen ist, sich selbst (und die komplette Produktion) augenscheinlich nie (zu) ernst genommen hat sowie die amüsantesten Sequenzen und Sprüche für sich verbuchen kann, wie etwa "Your Sister's a Suck Monkey!" Köstlich. Nur schade, dass der Film ansonsten viel zu humorlos daherkommt und so nicht einmal eines dieser förderlichen "B-Movie-Trash-Feelings" heraufbeschwören mag - zumindest nicht in einem zuträglichen Maße.



Während die Vampire in der Interner Link"87er Version" einen auf Außenstehende unverkennbar anziehenden Reiz ausübten, welcher u.a. aus ihrer gelebten Unabhängigkeit hervorging, lässt die vorliegende Blutsauger-Generation indessen eine solche Aura vollständig vermissen - und das trotz aller Bemühungen, sie möglichst cool und trendy erscheinen zu lassen.
Statt vornehmlich Leder zu tragen und auf Motorrädern die Gegend unsicher zu machen, besteht diese Truppe hier aus pseudo-lässigen Typen, die einen Lifestyle pflegen, welchen (wenn überhaupt) bloß von der Realität noch nicht eingeholte Kids und Jugendliche als "erstrebenswert" ansehen dürften: Körperlich auf ewig fit und jung, vertreiben sich die Mitglieder der "Tribe" die Zeit hauptsächlich mit Partys, scharfen Chicks, Bikes, Skateboarden und Surfen - quasi wie Bodhi und seine Adrenalinjunkies in "Point Break", nur minus Coolness und Charisma. Toll, nicht wahr? Es wird allerdings noch schlimmer: Darüber hinaus zocken sie gern "Gears of War" per Konsole und spielen sich mit Vorliebe extreme Abwandlungen Interner Link"Jackass"-artiger "Streiche", in deren Rahmen sie sich regelmäßig gegenseitig aufspießen oder andere Verletzungen zufügen (schließlich heilen ihre Wunden ja äußerst schnell). Ferner filmen sie ihre Aktionen und laden diese dann ins Internet hoch.
Die Idee dahinter ist nicht uninteressant - nur funktioniert sie in dieser Form nicht unbedingt gut und ruft beim Ansehen eher ein Verdrehen der Augen hervor. Warum sollte sich jemand freiwillig diesem unsympathischen Haufen anschließen wollen? Ich weiß es nicht. Stattdessen hofft man, dass ihnen jemand doch bitte recht bald einen Pflock durchs Herz treibt. Angeführt werden sie von Shane, welchen Donald Sutherlands Sohn Angus ("Harold & Kumar escape from Guantanamo Bay") verkörpert: Pures "Stunt Casting", zweifellos, das angesichts der schwachen Leistung des Sprosses jener berühmten Familie getrost als "kläglich gescheitert" eingestuft werden kann. Ausdruckslos und hölzern bringt er seine (zudem unglücklich prominent arrangierten) Momente über die Bühne, murmelt seine Sätze in einer derart monotonen Tonlage vor sich hin, dass man stets die Befürchtung hegen muss, er würde seinen Text nicht mehr auf die Reihe bekommen oder stände kurz vorm Einschlafen, und strahlt dabei absolut nichts Bedrohliches aus - nada, zip, keinen Funken! Die übrigen Mitglieder seiner Clique sind übrigens gar noch blasser ausgefallen, weshalb ich sie an dieser Stelle auch einfach nicht weiter erwähnen will ...



Im Kampf um den Preis für die "farbloseste Performance" dieses Flicks darf man Hauptdarsteller Tad Hilgenbrink ("Amusement") jedoch ebenso nicht außer Acht lassen, denn mit seiner gebotenen Ausdruckskraft, vergleichbar mit der eines grauen Waschlappens, liefert er sich ein heißes "Kopf an Kopf"-Rennen mit Angus, dessen Ausgang wohl rein im Auge des Betrachters liegt. Wenigstens ist Autumn Reesers ("The Girl Next Door") Darbietung solide und somit zumindest besser als die ihrer männlichen Kollegen (Corey mal ausgenommen). Was ich seltsam fand, war dass Chris und Nicole offensichtlich die Kinder von Star und Michael Emerson (Jami Gertz und Jason Patric im Vorgänger) sind - nur wird das nie irgendwie konkret angesprochen oder bestätigt. Apropos merkwürdig: Im Film stehen sich die beiden Geschwister ziemlich nahe - und zwar einen Tick zu sehr, wenn man mich fragt. Chris behütet sie eng und gelegentlich fast eifersüchtig wirkend - in einer Szene verzichtet er selbst auf Sex mit einem aufreizenden und mehr als willigen Mädel unter der Dusche, um stattdessen nach ihr bzw. dem Rechten zu schauen. Creepy, diese inzestuösen Untertöne - aber natürlich weder in einem guten noch atmosphärischen Sinne. Tante Jillian ist dagegen eine dieser stereotypen Charaktere, die man zuvor schon hunderte Male woanders zu sehen erhalten hat, was Gabrielle Roses (Interner Link"Beneath") an sich passable Vorstellung unweigerlich überschattet, und eingangs erhält sogar F/X- Schrägstrich Make-up-Guru Tom Savini (Interner Link"Planet Terror") einige unterhaltsame Sekunden Screen-Time zugestanden, welche einem die in das Werk gesetzten Hoffnungen in jener Phase des Verlaufs noch nicht vollständig rauben - was im Folgenden dann ja allerdings mit zunehmender Geschwindigkeit geschieht.


Regisseur Pesce (Interner Link"From Dusk Till Dawn 3") gelang es nicht, der Produktion eine eigene Handschrift zu verleihen, denn von ihrer Optik und Inszenierung her wirkt sie nicht anders als der Großteil der marktüblichen DTV-Streifen heutzutage - inklusive einiger Sequenzen, denen man die Budget-Limitierungen deutlich anmerkt, sowie der unbeeindruckenden Verwendung verschiedener "flashy" Stilmittel (à la schnelle Schnittfolgen oder variierende Abspielgeschwindigkeiten).
Spannungslos, mit Tempoproblemen behaftet und unaufregend entfalten sich die Geschehnisse - und das trotz zahlreicher Sex- und Gore-Zusätze, welche auffällig vordergründig platziert wurden und nicht nur deshalb dem Geist des Originals völlig widersprechen. Ein Mangel an zur Schau gestellter Haut herrscht jedenfalls nicht vor, etwaige CGI- und Green-Screen-Effekte sind durchschnittlich (at best), die Vampire an sich sehen aus wie ihre "TV-Kollegen" in Serien wie Interner Link"Buffy" oder "Angel" und sterben nun auf unterschiedliche Weisen (werden zu Stein, explodieren, schmelzen etc). Obgleich es nicht sonderlich viele von ihnen gibt, entpuppen sich die Kills indessen als verhältnismäßig nett und blutig angerichtet - eine Einstellung, in der ein halbnacktes Mädel an einem Geweih aufgespießt ihren Tod findet, ragt da besonders heraus.


Dem enttäuschenden Showdown bzw. Finale anschließend, nicht nur da man gegen Ende auf einmal alles sehr zügig und überhastet anmutend abgehandelt hat, wird die Tür zu einem zweiten Sequel gar noch weit aufgestoßen - in erster Linie in Gestalt der im Vorfeld des Projekts bereits so manch eine Schlagzeile einnehmenden Rückkehr eines vertrauten Gesichts: Gerade wenn man glaubt, es überstanden zu haben und die Schluss-Credits schon einige Sekunden lang laufen, wird er nämlich doch noch nachgeschoben, der "heiß erwartete" Auftritt von Corey Haim (Interner Link"Watchers"), welcher sich als Sam Emerson in mehr als nur einer Hinsicht verändert hat. Haims selbstzerstörerischer Lebensstil hat ihn in den vergangenen Jahren schwer gezeichnet und seine Karriere fast vollständig vernichtet - selbst dieser Mini-Dreh lief für ihn katastrophal ab (mal bei Youtube "Lost Boys Set Meltdown" eingeben). Im Rahmen zweier "Alternative Endings", welche auf der DVD oder Blu-Ray zu finden sind, taucht übrigens ebenso Jamison Newlander (Interner Link"The Blob") als Alan Frog erneut auf - allein deshalb sind jene durchaus interessant und sehenswert. Sollten die Inhalte dieser (quasi "externen") Augenblicke direkt aufgegriffen werden, könnte ein dritter Teil tatsächlich cool ausfallen - aber das hätte man auch sofort in Angriff nehmen können, ganz ohne dieser misslungenen Fortsetzung hier.

"Lost Boys: The Tribe" ist kaum mehr als ein billiges Semi-Remake des Joel Schumacher-Kult-Hits aus dem Jahre 1987, das zwar einige Handlungsfäden aktiv fortführt und diverse Verknüpfungen aufweist, im Grunde genommen aber nur dieselbe Geschichte für die heutige Zielgruppe ein weiteres Mal (halbherzig) aufwärmt - bloß ohne jeglicher Form von Nachhaltigkeit, mit weniger Cleverness und Energie, blasseren Persönlichkeiten, schlechteren Darstellern, größeren Plot-Löchern, einer knapp unterdurchschnittlichen Regie-Leistung sowie überwiegend schwächeren Dialogzeilen, denen weitestgehend der zündende Witz fehlt. Kurzum: Ein müder, überflüssiger Aufguss - vergleichbar mit der an einer zentralen Stelle erklingenden (ziemlich lahmen) Coverversion des Songs "Cry Little Sister".


"Never grow old. Never die. Never know fear again." - Tagline

Passend zum deutschen Blu-ray-Start von Interner Link"The Lost Boys", veröffentlicht Warner Home Video das lang angekündigte Sequel auf DVD. Eine High-Definition-Version ist derzeit nicht in Planung und das, obwohl in den USA die Blu-ray zeitgleich mit der DVD erschien. Doch trotz Standard Definition hinterlässt der Transfer einen guten Eindruck. Auch wenn starkes Bildrauschen und gut sichtbares Filmkorn etwas negativ auffallen, gefällt der Transfer insgesamt recht gut. Das dürfte vor allem am hohen Schärfegrad liegen. So gibt sich das Bild trotz des starken Rauschfaktors in Nahaufnahmen sehr detailliert und wartet mit knackigen Konturen und ein guten Tiefenwirkung auf. Hinzu kommen satte, aber dennoch natürliche Farben und ein ausgewogener Kontrast, der selbst in dunklen Szenen nur selten Details verschluckt. Ganz ohne Stilmittel kommt "Lost Boys: The Tribe" aber nicht aus und so erscheint der Kontrast in vielen Tageslichtsequenzen sehr steil, bietet dafür aber einen satten Schwarzwert, der leider nicht immer auf einem konstanten Level bleiben kann. Die Detailschärfe lässt je nach Szenen und in Bewegungen auch etwas nach. Hinzu kommt eine etwas unruhig arbeitende Kompression, welche auf homogenen Flächen gut sichtbare Blockbildung zeigt. Dennoch, für einen B-Movie ein wirklich gutes Bild, lediglich die US-Blu-ray kann das Gezeigte um ein Vielfaches toppen.
Beim deutschen 5.1-Mix steckt deutlich mehr Potenzial drin als schlussendlich überhaupt genutzt wird. So wird meist die Front bedient und auf subtile Effekte in ruhigeren Szenen müssen wir leider gänzlich verzichten. Dafür geht es dann in den Actionszenen deutlich mehr zur Sache: Es werden kleinere, aber gut platzierte Effekte geboten, sowie eine saubere Wiedergabe des Scores, welche ausschlaggebend für die angenehme Räumlichkeit ist. Insgesamt hätte der Mix aber mehr Dynamik und vor allem einen satteren Basseinsatz gebrauchen können. Direktional gibt es nur selten wirklich überzeugende Sequenzen und die Schockeffekte könnten als solche auch deutlich besser funktionieren. Dennoch können wir mit der deutschen Synchronfassung zufrieden sein, welche mit einer sauberen Stimmwiedergabe auftrumpft und zudem durchweg gut synchronisiert wurde. Schaltet man auf den englischen Originalton fällt sofort die klarere Front auf, die etwas offener klingt und zudem mehr Druck versprüht. Große Unterschiede gibt es zwar nicht, denn auch die englische könnte durchaus räumlicher sein, doch der feine Unterschied ist einfach herauszuhören. Vor allem der etwas aktivere Subwoofer lässt das Klangbild deutlich lebhafter erscheinen.
Beim Bonusmaterial wurde leider reichlich gespart. So gibt es unter "Action Junkies" lediglich ein 4minütiges Feature über die Motorrad-Stunt-Sequenzen. In "Edgar Frogs Anleitung zum Wiederlebendingwerden" zeigt man uns eine Mischung aus Filmausschnitten und ein Tutorial von Corey Feldmann, wie man Vampire am Besten ins Jenseits befördert. Leider total langweilig. Netter sind da schon die zwei alternativen Enden, in denen wir alte Bekannte wiedersehen. Zum Schluss gibt es noch vier Musikvideos, eins davon ist eine ziemlich lahmer Remix des Klassikers "Cry Little Sister". Schade, hier vermisst man die Fülle an Bonusmaterial, die der erste Teil spendiert bekommen hat. So hätten wir uns z.B. über Interviews, Behind-the-Scenes-Aufnahmen und einen Audiokommentar gefreut. Dafür veröffentlicht Warner die Erstauflage als rotes KeepCase im Schuber. Desweiteren liegt dieser Auflage eine 20seitige Leseprobe des Comics "Lost Boys: Reign of Frogs" in Deutsch bei.
Bleibt im Grunde nur noch zu sagen, dass die Extras deutsch untertitelt wurden, die Menügestaltung sehr schlicht ausgefallen ist und dass die Coverangabe des Bildformates von 1,78:1 falsch ist. Die vorliegende Version wurde von der FSK mit "Keine Jugendfreigabe" versehen und entspricht der ungekürzten Unrated-Version aus den USA, welche knapp 2 Minuten länger läuft als die reguläre R-rated-Fassung.


Film++----
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++----


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News"Lost Boys: The Tribe" als DVD und Blu-ray im Juli von Warner
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