Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
HK 2007
Originaltitel:Gong Tau
Alternativtitel:Gong Tau: An Oriental Black Magic
Länge:92:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Herman Yau
Buch:Herman Yau, Lam Chun Yue
Kamera:Jose Chan
Musik:Brother Hung
SFX:Chi Shui Tim
Darsteller:Mark Cheng, Maggie Shiu, Lam Suet, Kenny Wong, Kris Gu, Hui Shiu Hung, Pauline Yam, Lau Kam Ling, Fung Hak On, Teng Tzu Hsuan, Kam Loi Kwan, Cheung Wing Hong, Sham Ho Yan, Lee Kwun Hong, Choriatee Algazaratanazin, Surasak Likitaumpron
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Metalpak
DVD-Start:05.09.2008 (Verleih) / 31.10.2008 (Kauf)
Specials:
  • Making of (2:44 Min.)
  • 3 Trailer zum Film (1:50 Min., 1:50 Min., 1:51 Min.)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolf (2:08 Min.)
    • Body (1:36 Min.)
    • Cherry Crush (1:50 Min.)
    • Dead Next Door (1:11 Min.)
    • Dark Shadows (0:52 Min.)
    • Killing Ariel (2:50 Min.)
    • Necromancer (2:38 Min.)
    • The Wig (2:29 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
Der mysteriöse Tod seines kleinen Sohnes lässt dem Polizeioffizier Cheung nur eine Schlussfolgerung: Sein Familie wurde mit einem Fluch belegt, einer schwarzmagischen Teufelei, die nur von dem Menschen beendet werden kann, der sie aussprach. Cheung ahnt, dass es sich bei dem Fluch um eine Racheaktion des geheimnisvollen Verbrechers Lam Shiu handelt und beginnt mit seinen Kollegen des Schurken zu jagen. Doch Shiu reduziert seine Rachegelüste nicht nur auf Cheung und beginnt einen mehr als blutig-bizarren Feldzug gegen die ermittelnden Polizisten. Während sich die Straßen Hongkongs mit Blut füllen, läuft Cheung die Zeit davon, sich und seine Familie zu retten...
Neben den Heroic Bloodsheds und den Martials Arts-Werken war es vor allem der Category III-Film, der Anfang der 90er das größte Aufsehen im Westen erregte und die kantonesische Kino- und besonders Videolandschaft über einige Jahre hinaus erblühen ließ. Einmal in Kontakt mit der Filmproduktion generell gekommen stieß man schnell auf unglaublich klingende Geschichten, die mit vermeintlichen Tabubrüchen als Marketinganreiz gespickt waren und die wüste Phantasie und Neugier auf Neues unweigerlich anzulocken vermochten.


Ehedem kam es durchaus vor, dass der Anfänger neben dem obligaten Interner Link"A Better Tomorrow" auch gleich allein wegen des Titels "Ebola Syndrome" mitbestellte; ein mittlerweile eher durch seinen zügellosen Trashgehalt und dem ungewöhnlichen afrikanischen Setting unterhaltsames Werk, das so manche kranke Idee mit viel Absurdität und einer "over-the-top performance" verbindet, aber nie wie heutzutage beliebt in purem Sadismus umkippt. Der damalige Regisseur Herman Yau hatte lange Zeit sowieso einen Ruf wie Donnerhall. Zwar sorgte er seit jeher für sehr unterschiedliche Genreware, die auch Action und gewöhnlichen Episoden-Horror miteinschloss, war allerdings auch mitverantwortlich für Interner Link"Untold Story": Den Ur- und gleichzeitig Übervater des Cat III-Filmes.
Heutzutage überschatten diese Arbeiten nicht mehr seine folgende Karriere, die sich mittlerweile eh noch vielseitiger gestaltet hat; aber allein sein Name in Verbindung mit einem neuen Vertreter dieser inzwischen Dank häufigen Gebrauchs abgenutzt-brachliegenden Gattung sorgte rasch für entsprechende Rückschlüsse und folgerichtige Erwartungen.


Am 10. Mai 2007 startete "Gong Tau" auf den Leinwänden, allein auf weiter Flur, hielt sich eine Weile wacker hinter den amerikanischen Blockbustern Interner Link"Pirates of the Caribbean: At World's End" und Interner Link"Spider-Man 3" sowie der koreanischen Komödie "200 Pounds Beauty" und spielte am Ende gute 2,3 Millionen HK-Dollar ein. Mit dem kommerziellen Todessiegel - Cat III ist in etwa vergleichbar mit dem früheren X-Rated und jetzigem NC-17 - und einem eher wenig massenkompatiblen Cast ausgestattet durchaus eine reife Leistung für Exploitationware. Das Interesse war bereits bei der Ankündigung da und hat sich auch zielstrebig in vermehrte Aufmerksamkeit niedergeschlagen; "Gong Tau" ist dabei gleichzeitig ein Querverweis zu dem früheren Geschehen als auch eine Neuanfertigung mit individueller Anpassung und Vervollständigung dieser Muster. Ein Halbwesen mit der Fähigkeit zum Gestaltwandel. Yau, der sich gerade die letzten Jahre weiterentwickelt, seine eigene Kreativität zunehmend ins Spiel gebracht und dadurch stark gemausert hat, erzählt mit bekannten Mitteln, lässt aber manche grundsätzliche Begebenheiten schlichtweg außen vor:
Man tut nicht einmal so, als ob man sich auf realen Tatsachen ausruht oder gar davon inspiriert wurde, die elendigen "psychologisch begründeten" Rückblenden fallen nahezu vollkommen unter dem Tisch und der teils unfreiwillige, öfters aber auch absichtlich eingespeiste Klamaukansatz bleibt ebenfalls daheim. Stattdessen bewegt man sich auf den Pfaden eines übernatürlichen Polizeithrillers.


Organized Crime & Triad Bureau Officer Rockman Cheung (Mark Cheng) verfolgt zusammen mit seinem Partner Sum (Lam Suet) den Flüchtigen Lam Chiu (Kenny Wong), der vor Jahren mit Fat Wah (Hui Siu-hung) einen bewaffneten Raubüberfall durchgezogen hat. Wobei Cheung ihn mit einem Schuss in den Kopf stellen konnte; dies statt einer lebensgefährlichen Verletzung nur eine Schmerzunempfindlichkeit nach sich zog und Lam Chiu für 12 Jahre ins Gefängnis wanderte. Mittlerweile wieder entlassen geschehen mysteriöse Ereignisse, die nicht nur Cheungs Kollegen, sondern auch seine Frau Karpi (Maggie Siu) und ihr Neugeborenes in Gefahr bringen.


Neben einigen Polizisten, die nachts auf regennasser Straße ihr Leben aushauchen ist auch das Baby bereits nach wenigen Minuten tot; Yau scheint sich besonders in der ersten Viertelstunde ganz gezielt darauf zu versteifen, den wissbegierigen - oder vielleicht doch gaffenden - Liebhaber der einstigen Schocker mit so allerlei destruktiven Impulsen zu bedienen, um dann das Setting konkret justiert doch etwas weniger klassisch, aber trotzdem schon im gewissen Sinne konventionell zu formulieren. So darf sich das geneigte Publikum einleitend an lasziven Tänzen, "full frontal nudity", von Pestbeulen zerfressener Haut, Selbstbefriedigung mit Ejakulation in Großaufnahme, aus allen Körperöffnungen zerfließenden Leibern und einer ausführlichen Obduktion erfreuen; wobei gerade die Autopsie nicht nur den pedantischen Interner Link"CSI"-Jüngern als schon ein bisschen übertrieben ins Auge fallen dürfte. Auch die Tierfreunde kommen auf ihre Kosten; Cop Cheung überfährt beim Heimweg aus Versehen eine Katze und hat dann alle Not, deren Einzelteile aus dem Radkasten zu entfernen.


Das wars dann erstmal an Effekten und es reicht eigentlich auch; weder könnte man diesen Akkord wirklich explizit steigern, noch ließe sich daraus eine dramaturgische Nutzbarkeit ableiten. Daran hapert es sowieso ein bisschen; die Handlung stützt sich sehr auf dem spirituellen Faktor des Gong Tau, der Schwarzen Magie, des Voodoos ab, und verlässt sich darüberhinaus narrativ einzig auf die Cops vs. Robbers-Formel. Befragungen, Verhöre, Dienstwege und Gespräche unter Freund und Helfer allein bringen nicht gerade Druck in die Angelegenheit, auch wenn man hier und da mit der früher ebenfalls unentbehrlichen Polizeifolter daherkommt (statt Telefonbuch und Hammer gibt es im modernen HK die auf "kalt und zugig" gestellte Klimaanlage).


Da man die Entwicklung ohne Spaß und Schabernack voranbringen möchte, auf zumeist ruhige Szenen beileibe nicht verzichtet und seinen Figuren im Nachtreich ein - zumindest im Kontext von fliegenden Köpfen, Okkultismus, Exorzismus und Sanguma - glaubwürdiges Eigenleben verleihen will, kann man wie beim vom Ausgangspunkt nicht unähnlichen Interner Link"Devil 666 - Satan's Return" auch schlecht auf knacklustige Goofs, Holterdipolter-Kung Fu und andere groteske Eingaben ausweichen. Yau macht diesen Fehler auch nicht, zieht sich aber zu ängstlich auf die sichere Bodenhaftung seiner Grundidee zurück statt auf brüchiges Potenzial von Verunsicherung und Quälerei zu begeben und erzählt Bekanntes mit Satzwiederholungen und einer knappen, aber dennoch unnützen Retrospektive einfach noch einmal. Was in seiner Zerstückelung und Parzellierung leider die doppelte Bebilderung eines eh schon rudimentären Ablaufes zur Folge hat und nicht gerade materielle Hochspannung und Thrill in die buddhistische Kulthöhle ersprießen lässt. Während Yau sein Drehbuch als Zusatz von Hintergrund und Rahmen betrachtet, kommt seine eigentliche künstlerische Konzeption in Schauplatz, Ausleuchtung und stilistisch verfeinerter Bildgestaltung zum Ausdruck.


Optisch ist der Film tatsächlich im Neuen Jahrtausend angekommen; was man von den letzten aufsehenerregenden Repräsentanten "There Is a Secret in My Soup", "Human Pork Chop" und "Bloody Buns" noch nicht behaupten konnte. Statt einer altbackenen oder im gegensätzlichen Fall auch zu expressionistischen Fotografie verwendet man eine stimmungsvolle Parabelgalerie, die mit Normalperspektive, mittiger Aufteilung, quadratischem Format arbeitet, dem scheinbar übermäßig lichtempfindlichen Material eine möglichst maximale Verfinsterung verleiht und die Motive trotzdem in allen Konturen, Kontrasten und Schatten wiedergibt. Es wäre ein makaberes Märchen in poetischer Atmosphäre, wenn dies nicht dem harten Geist des Stoffes widersprechen würde. Aufgrund der gegenwärtigen, durch Ärzte, Wissenschaft und andere staatliche Institutionen nicht erklär- oder gar greifbaren Bedrohung ergibt sich eine graphische Zeichnung von Einsamkeit, Depression und emotionaler Abgestorbenheit; sämtliche Lokalitäten sind weder von den großen Verkehrsstraßen noch Menschengewühl berührt, so dass das grabesstumme Dekor einen hermetisch geschlossenen Eindruck des verlebendigten Todes macht. Ein Meer aus irrealem Edelschwarz, in dem man aber obgleich einiger Abgründe nicht wirklich die Psychologie der Angstlust oder die Faszination des Verbotenen erforschen kann.


Dass die Asiaten ihre Filmmaster nicht immer mit Samthandschuhen anfassen, ist ja hinreichend bekannt. Selbst bei neueren Produktionen lassen sich des Öfteren Mankos feststellen, die auf eine unsachgemäße Behandlung hinweisen. So stellt der Transfer von "Gong Tau" eine lobende Ausnahme dar, denn das Bild der deutschen DVD aus dem Hause I-On kann sich wirklich sehen lassen. Besonders die enorme Schärfe, die selbst feinste Details in Gesichtern aufzeigt, sticht sofort ins Auge. Zudem kommt es nur sehr selten vor, dass in Bewegungen leichte Unschärfen entstehen, das Bild so weder an Plastizität noch an Details verliert. Ein leichtes Rauschen ist im Hintergrund bemerkbar, doch ist dies zu gering, als dass es störend wirkt. Die Farbgebung darf als durchgehend natürlich, wenn auch nicht unbedingt kräftig bezeichnet werden, wobei in einigen Szenen mit Filtern gearbeitet wurde, um entsprechende Szene etwas mysteriöser zu gestalten, dies wirkt sehr passend und dient der Handlung. Auch die in schwarz/weiß gehaltenen Rückblenden werden tadellos wiedergegeben und überzeugen dank eines sehr ausgewogenen Kontrasts, der auch in den farbigen Szenen des Films überzeugt und zu keinem Zeitpunkt Teilbereiche überstrahlt oder verschluckt. Ansonsten ist das Bild frei von Defekten und lediglich die Kompression sorgt für minimalste Unruhen in einigen wenigen Szenen. Insgesamt bekommt man somit einen sehr guten Transfer geliefert.


Akustisch dürfen sowohl die deutsche Synchronisation als auch das kantonesische Original mit ihren Dolby Digital 5.1-Abmischungen überzeugen. Zwar bietet "Gong Tau" handlungsbedingt kein brachiales Actionfeuerwerk, doch wird darauf geachtet, ein dichtes Klangbild zu erzeugen. So bekommt auch der Subwoofer dank gelegentlicher Basseinschübe etwas zu tun, die Tonspuren so eine ansprechende Dynamik entwickeln und die Front für eine saubere und klare Dialogwiedergabe nutzt. Die hinteren Boxen werden kontinuierlich zur Unterstützung der Musik und Umgebungsgeräusche angewandt, aber lassen auch durch einige direktionale Effekte ein räumliches Klangbild entstehen. Wirkliche Unterschiede in den beiden Tonspuren, außer der jeweiligen Sprache, sind nicht auszumachen. Wirklich gelungen ist im übrigen die deutsche Synchronisation, so dass man sich nicht genötigt fühlt auf das kantonesische Original auszuweichen. Wer dennoch lieber dem Originalton nuzen möchte, darf noch deutsche Untertitel auf Bedarf hinzuschalten.


Das Bonusmaterial ist leider sehr spärlich ausgefallen, da außer drei Trailer zum Film lediglich noch ein Werbe-Featurette mit der nicht passenden Bezeichnung Making of vorhanden ist. Denn es wird kein Blick hinter die Kulissen ermöglicht, sondern die Hauptdarsteller dürfen in knapp 3 Minuten etwas zu ihren Rollen sagen. Hat man den Film im Vorfeld gesehen, stellt sich dies als sehr belanglos heraus. Da gefällt zumindest die Auswahl an weiteren Trailern zum Programm des Anbieters, die einige kleine Perlen beherbergt.

Verpackt in einem optisch sehr ansprechenden Metalpak bekommt der Kunde wieder frischen Wind aus den asiatischen Gefilden. Gerade im Zeitalter der unzähligen Geistergeschichten mit blassen schwarzhaarigen Mädchen, die sich an ihren Peinigern rächen, hebt sich "Gong Tau" doch deutlich von der Masse ab.


Film++++/-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.