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HK 2008
Originaltitel:Cheung Gong 7 hou
Alternativtitel:Long River 7
aka. Chang Jiang 7 hao
Länge:84:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Stephen Chow
Buch:Stephen Chow, Vincent Kok, Kan-Cheung Tsang, Sandy Shaw, Chi Keung Fung, Fung Lam
Kamera:Hang-Sang Poon (als Poon Hang Sang)
Musik:Raymond Wong
SFX:Eddy Wong
Darsteller:Stephen Chow, Xu Jiao, Kitty Zhang Yuqi, Lam Chi-Chung, Huang Lei, Lee Sheung-Ching, Steven Fung Min-Hang, Yao Wen-Xue, Han Yong-Hua, Lei Yu, Jin Zhong-You, Hu Qian-Lin
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsc, Englisch, Chinesisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.10.2008 (Verleih) / 06.11.2008 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar von Cast & Crew
  • Die Geschichte von CJ7 (13:42 Min.)
  • CJ7 TV-Special (22:06 Min.)
  • Anatomie einer Filmszene (6:41 Min.)
  • Wie setzte ich einen Dangsalierer außer Gefecht? (4:11 Min.)
  • Wie mache ich einen Lollipop (1:30 Min.)
  • CJ7 Steckbriefe (6:59 Min.)
  • CJ7 Kinotrailer (2:06 Min.)
  • Trailershow:
    • Mein Freund der Wasserdrache (2:11 Min.)
    • Der Jane Austin Club (1:51 Min.)
Ti, ein alleinerziehender Vater, der sich Tag für Tag auf einer Baustelle für seinen kleinen Sohn Dicky abrackert, um dessen Eliteschule zu finanzieren, hat es nicht leicht. Schließlich will der Kleine auch die neuesten Klamotten und Spielzeuge haben und abends gut unterhalten werden. Doch Ti hat kein Geld für solchen Luxus übrig. Eines Nachts findet er ein außerirdisches Spielzeug auf der Mülldeponie, das für großen Wirbel sorgt ...
Nicht, dass es sich nicht bereits in den letzten Arbeiten, spätestens seit "King of Comedy" (1999) angedeutet hat, aber es verwunderte doch etwas, dass Stephen Chow die Symbiose vom Traurigen Clown und seinen Rückzug in den Hintergrund derart konsequent durchziehen würde. "CJ7", sein aktuellstes Werk, startete zwar erneut wie so Vieles von ihm pünktlich zum Chinesischen Neujahr, ist aber alles Andere als die gewohnt eskapistische Jubel-Trubel-Heiterkeit, bewegt sich auch an ein neues, jüngeres Zielpublikum heran und wird für Einige aus den alten Tagen, die sich dennoch an den Film wagen, ein derart waidwundes Erlebnis sein, dass allein die proklamierte Rückkehr zum gängig Bekannten vorübergehend trösten mag. Entweder der Zugriff auf bereits Fertiggestelltes und noch Ungesichtetes, auf einen der Jahrgänge, die zeitweise mit jeweils bis zu zehn Werken von Chow aufwarten ließen, oder die versprochene Fortsetzung zu "Kung Fu Hustle" (2004); obwohl beim Letzteren fraglich sein wird, wie man das dortige Ereignis noch im Ausmaß übertreffen kann und ob man eine Steigerung des offensiven Spektakels überhaupt sehen möchte.



Bis dahin kann es sowieso noch eine Weile dauern, Chow genießt seine jetzige Stellung und die damit einhergehende Ruhe als weiterhin unangefochtener Kassenmagnet Nummer Eins, die durch den internationalen Durchbruch um die Jahrtausendwende nur noch verstärkt wurde und ihm inklusive der jeweiligen Regie auch nahezu uneingeschränkte Verantwortung für die Projekte ermöglichte. Für HK-Verhältnisse übersorgfältig minutiös wird die Planung, Durchführung und Nachproduktion in Augenschein genommen; bereits August 2006 begannen die Vorbereitungen für den damalig noch "Yangtze River 7", dann "A Hope" Betitelten, der seine Inspiration von der Mission "Shenzhou 6", dem zweiten bemannten Weltraumflug der Volksrepublik China erhalten haben sollte.

Und auch hier sind die Spezialeffekte zahlreich, drängen sich bis auf einige Einzelszenen, deren genaue Aufarbeitung in allen Bestandteilen man zuweilen gar nicht benötigt hätte, aber überhaupt nicht in die Schlagzeile - der in der Hinsicht größenwahnsinnigste und auch albernste Akt entpuppt sich im Nachhinein als Traum -, sondern lassen den Sinnesarten der vorkommenden Personen allen Platz. Auch ist der Film nicht per se der Science Fiction zugeordnet, wie vor allem zu Beginn der Entwicklung als Gerücht durch die Medien geisternd und auch heute noch weiland propagiert, sondern eine fantasievolle Familienkomödie mit manipulativen Niedlichkeitsbonus, mit behutsamen, aber auch engherzigem Dramaeinschlag und düster bestimmten Unterton.



Chow weiß hier ganz genau, wie er den Zuschauer in autonomer Motivation erreichen kann, wie und wann er die richtigen Dinge sagen und vor allem zeigen muss, um seine beabsichtigte Wirkung, die Stärken und die Schwächen des Menschen, die guten und die schlechten Seiten in ihm zu porträtieren. Leider weiß er trotz anmutiger Gelassenheit ab und zu nicht die Notbremse seines Reiz-Reaktions-Apparats zu ziehen und verhaspelt sich auch ein wenig in der Tonart, die wie in fehlgeleiteter Gesinnungsnötigung ohne Rücksicht auf Verluste oder Altersgruppe über lebhaft, lehrreich, schulmeisterlich, spießbürgerlich, leichtfüßig, verträumt, süß, bittersüß, schmerzlich herb und wieder zurück wandelt. Teilweise zugleich, teilweise in ebenso spröder Reihenfolge, die mit der einen Hand anlockt und mit der anderen abstößt. Die vielartigen Äußerungen der menschlichen Kräfte als Marionette des Schicksals, als Bauernopfer des Lebens, das so einfach gestrickt und so kompliziert schwer doch ist. Bezeichnend für den Gegensatz, für das Eine und Dasselbe, das Unendliche und das Unbedingte ist bereits die einleitende Montage:

Ti Chow (Stephen Chow; nahe einer Altersrolle, auch wenn in dem wettergegerbten Mann mit den langsam ergrauten Haaren sichtlich mehr unbändige Energie als früher steckt) lebt nach dem krankheitsbedingten Tod seiner Frau allein mit seinem Sohn Dicky (die neunjährige Jiao Xu) in einem abbruchreifen Haus inmitten einer Schutthalde. Während Ti an allem, auch am Essen spart und nur mit Mühe die gefährliche Arbeit als Bauarbeiter in luftiger Höhe absolviert, schafft er es dennoch, mit ebensolchen Anstrengungen und individuellem Trotz seinem Kind eine Privatschule zu finanzieren. Dort ist der Kleine zwar vollkommen fehl am Platze und fällt durch die notdürftig geflickte Kleidung und das verschlissene Schuhwerk schon von Weitem auf, dennoch hält Ti Bildung für das höchste Gut und möchte seinem Nachwuchs sein geführtes Leben am Rande der Existenz ersparen. Eines Abends, bei der alltäglichen Suche auf dem Müllplatz, findet Ti einen merkwürdig aussehenden grünen Ball, der sich über Nacht zu einem "space alien dog" verwandelt und zum ersten richtigen Spielzeug und eigentlich auch dem ersten Freund von Dicky wird. Doch dann passiert etwas Schlimmes.



Eine Fabel allegorischen Wesens in einer Parallelwelt, eine naiv gestaltete, aber nicht unschuldige Projektionsfläche, die sehr der unseren ähnelt und dennoch einschneidende Veränderungen, Übertreibungen und eine ambivalente Objektrealität aufweist. Ein märchenhaftes, ein vorsichtiges, aber zugleich entschlossenes Vorgehen, das mit ganz großen Kulleraugen, sanften Humor, schadenfreudigem Schalk, aber auch Sarkasmus und Zynismus gerne verdrängen möchte, was das Leben an Leid bereit halten kann. Um es dann mit brüchigem Optimismus und elegischer Abgewandtheit umso direkter vor Augen zu führen, auch wenn es im Nachhinein dann doch mit einer zum Glück bloßen Erdichtung ins erfüllte Reine gebracht wird. Und die Dramaturgie psychologisch überlegter Poesie sitzt. Schon durch die anfängliche Schwarzweißzeichnung, die seine simple Verabsolutierung im Aufbau durchgängig beibehält, aber etwaiges Vorurteil und Selbstbetrug mit eigener Karikatur und satirischen Spitzen, mit kritischer Artikulation und sozialer Identität anreichert und aus der Essentialität heraus erzählt. Eine intuitiv verständliche Sogwirkung von gemeinsamen Werten, um die Entwicklung der Charaktere auszudrücken.
Man muss nicht selber Vater sein, um sich in die Situation versetzen zu können wie es wäre, seinem Kind gerade das Spielzeug nicht bieten zu können, gar verweigern zu müssen, was alle Anderen längst haben. Man muss auch nicht selber dem Drangsal durch Andere in der Schule ausgesetzt gewesen sein, um dieses "Mehrere gegen einen Einzelnen" ungerechnet zu finden und entsprechend auch zu frohlocken, wenn dann doch noch jemand Stärkeres zur Hilfe kommt.

Doch Chow löst die Klischees, die Passion, die anhängende Moralpredigt, die Verarbeitung von Enttäuschungen und den drohenden Zeigefinger, der sporadisch vermeintlich schön heftig in der Luft wackelt, auch immer mit einem Lacher, sei es dem aus Gnade oder dem aus vollen Herzen heraus auf. Aber die Gefahr der Kanzelrede und dem Rutsch in Sentimentalität und Melancholie gerade aufgrund der nachvollziehbaren Erfahrungen schwebt doch immer drohend über dem Geschehen und verschafft den eher raren, wenn dann auch zündenden Witzen mehr den Eindruck eines katalysierend klärenden und lind motivierenden Ventils.



Als Triebfeder der tragikomischen Seelenmassage dient auch der "space alien dog", eine Eigenkreation aus eben Hündchen und etwas, das sowohl an ein Meerschweinchen, ein Wellensittich mit überdimensionalen Filzkopf als auch an jedes andere ridiculously cute Haustier erinnert und sich auch so aufgedreht tapsig verhält. Ein "E.T.", hinsichtlich der prompten Festlegung der Sympathien und des Marketingclous, aber weder den gleichen Zeitgeist treffend noch derlei Interpretationen über Gesellschaft und Nation oder gar die christliche Erlösersymbolik zulassend oder sonst wie heraufbeschwörend. Wenn es überhaupt Richtung Spielberg gehen sollte - ein Vergleich, der hierfür oft gebraucht, sicherlich auch begrifflich, aber dennoch nicht haltbar ist -, ist "Das Wunder in der 8. Straße" schon näher am Gleichnis.

"It's out of this world."

Die DVD aus dem Hause Sony Pictures liegt im anamorphen Widescreen-Format von 2,35:1 vor und bietet eine grundsolide Qualität. Die Farben erscheinen sehr natürlich, hätten aber vielleicht etwas mehr Sättigung vertragen können. Die Schärfe befindet sich auf einem angenehmen Niveau und der Transfer bietet reichlich detaillierte Momente, vor allem in Nahaufnahmen. In Totalen fällt die Detailschärfe etwas ab, dank der sauberen Konturen erscheint das Bild aber niemals übermäßig weich oder unscharf. Ein weiterer Pluspunkt ist der Kontrast, welcher durchweg ausgewogen arbeitet und einen ordentlichen Schwarzwert mit einer guten Durchzeichnung bietet, die ohne Detailverlust in dunklen Szenen auskommt. Desweiteren arbeitet die Kompression sehr sauber und zeigt lediglich auf homogenen Flächen leichte Blockbildung. Dezentes Filmkorn ist hier noch auszumachen, Schmutz und Defekte gibt es aber keine.
Die deutsche 5.1-Spur zeigt sich ausgesprochen räumlich und bietet immer wieder kleinere Effekte und Nebengeräusche, welche sich deutlich von anderen Komödien abheben. Auch wenn der Großteil eher frontbetont wirkt, erzeugt vor allem der Score die meiste Räumlichkeit und wird mit reichlich Druck und einer angenehmen Dynamik ausgestrahlt. Der chinesische 5.1-Mix unterscheidet sich vom Klangbild her genauso wenig vom deutschen Pendant wie die englischsprachige Synchronisation, welche ebenfalls ganz gut geworden ist. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten. Auch der Audiokommentar mit Regisseur Stephen Chow, Autor Ka-Cheung Tsang, Darsteller Fatso Chung und Shing-Cheung Lee wurde deutsch untertitelt, was auch zwingend notwendig war. Der Kommentar ist ziemlich locker und alle Beteiligten gehen auf das Gezeigte auf dem Bildschirm ein und erzählen ein wenig von den Dreharbeiten und der Produktion im Allgemeinen. So erfahren wir mehr über die aufwendigen und teilweise schwierig umzusetzenden CGI-Effekte, über die Arbeit mit den Kindern etc. Vielleicht nicht einer der besten Kommentare, aber auf jeden Fall lohnenswert.
Nach dem Audiokommentar sollte man sich dem restlichen Bonusmaterial widmen. Angefangen mit "Die Geschichte von CJ7", über "CJ7 TV-Special", bis hin zu "Anatomie einer Filmszene" werden drei insgesamt knapp 40 Minuten lange Features über die Produktion und die Dreharbeiten gezeigt. Wir bekommen einen nützlichen Einblick hinter die Kulissen und erfahren mehr über die Entstehung und Entwicklung der Geschichte. Cast & Crew wird zu Wort gebeten und so erfahren wir auch, dass viele der Jungenrollen im Film von Mädchen verkörpert werden, so auch die Hauptrolle von Dick. Etwas langweiliger sind die beiden "Features" wie man mit einen Tyran umgeht und wie man ein Lollipop macht. Desweiteren gibt es noch ein Minispiel, bei dem man CJ7 per Rakete ins Weltall schicken muss. Abschließend finden wir unter "CJ7 Steckbrief" ein paar Charakterprofile und unter Kinotrailer gibt es den englischen Trailer zum Film, sowie Trailer zu weiteren Filmen aus dem Hause Sony. Sämtliche Extras wurden deutsch untertitelt und können sich durchaus sehen lassen.


Etwas andere Art einer SF-Komödie vom "Kung Fu Hustle"-Regisseur Stephen Chow. Witzig, traurig und einfach nur süß. Die DVD liefert gute Werte ab und sollte beim nächsten Einkauf Beachtung finden.


Film++++/-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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