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USA 2003
Originaltitel:Arachnia
Länge:83:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Brett Piper
Buch:Brett Piper
Kamera:Cheryl Friberg, Chuck Harding
Musik:David Giancola
SFX:Brett Piper
Darsteller:Rob Monkiewicz, Irene Joseph, David Bunce, Bevin McGraw, Alexxus Young, James Aspden, Dan Merriman, Fred La Torella, Christopher Thompson, Dan Mazur, Ben Kahn, Will Toto
Vertrieb:Anolis / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt.), Dolby Digital 2.0 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:02.09.2008 (Verleih) / 23.10.2008 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Cast & Crew
  • Behind the Scenes Featurette (8:14 Min.)
  • Trailer Deutsch (1:35 Min.)
  • Trailer Englisch (1:35 Min.)
  • Kurzfilm "A Lour" (12:48 Min.)
  • Bildergalerie (20 Bilder)
  • 8-seitiges Booklet
Der Paläantologe Dr. Jonathan Mugford fliegt zusammen mit einer Gruppe seiner Studenten zu Ausgrabungen in Arizona. Während der Reise wird ihr Flugzeug von einem Meteoritenstück getroffen und stürzt ab. Als wäre solch ein Crash nicht schon schlimm genug, stehen die Überlebenden einer viel größeren Gefahr gegenüber: Die heruntergegangenen Meteoriten haben ein verschüttetes Höhlensystem aufgebrochen und dadurch die in den Höhlen schlafenden, mutierten Riesenspinnen geweckt. Nach Jahren dieses unnatürlichen Schlafes sind die Monster mehr als hungrig. Und wollen sich vermehren, weshalb Opfer benötigt werden, in welche die Spinnen ihre Eier ablegen können. Da normale Waffen gegen die Mutationen nicht viel ausrichten können, hofft Dr. Mugford im Inneren der Höhle ein Mittel gegen die Spinnen zu finden. Eine tödliche Expedition beginnt ...
Na, erinnert sich einer noch an Interner Link"Arac Attack", den Big Budget-Film im Low Budget-Look? Der war ja recht amüsant, eine nette Parodie auf die 50er Jahre-Tierhorrorfilme - mit nur einem Problem: die Spinnen kamen aus dem Computer. "Arachnia" ähnelt Interner Link"Arac Attack" in mancher Hinsicht, ist ebenfalls im Stil der 50er Jahre-Tierhorrorfilme gemacht, aber es gibt zwei Unterschiede: der eine ist, dass der Film spürbar recht günstig realisiert wurde (was ihm den gewissen naiven Charme gibt) und der andere, dass die Spinnen endlich mal wieder handgemacht sind.



Die Story ist dabei denkbar simpel, noch einfacher strukturiert als bei Interner Link"Arac Attack": Bei einem Charterflug gerät eine Expedition junger Studenten der Insektenkunde unter der Leitung ihres Professors in einen Meteoritenhagel; das Flugzeug macht eine Bruchlandung und die gesamte Belegschaft kann rechtzeitig vor der Explosion aus dem Wrack flüchten. Bei ihrer Odyssee durchs Niemandsland kommen sie in eine scheinbar verlassene Hütte, die aber doch nicht verlassen ist und deren Besitzer kurze Zeit später die Invasoren mit geladener Schrotflinte aufschreckt. Der sympathische Kauz zeigt ihnen im Zuge sentimentaler Erinnerungen ein Relikt vergangener Tage: ein Skelett einer riesigen Spinne, angeblich echter Herkunft. Am wenigsten Glauben schenkt ihm der Professor, doch er ahnt wie alle anderen nicht, dass ein herab gefallener Meteorit ein verschüttetes Höhlensystem freigelegt hat, aus dem die besagten riesigen Spinnen ihren Weg in die Freiheit finden ...



Mir hat er recht gut gefallen, wenn man auch ein Faible für Trash- oder alte Monsterfilme haben muss, um das auch für sich sagen zu können. Am besten beides, denn was hier aufgeboten wird, kann dem normalen Filmfreund schon wieder zu billig sein. Aber es dürfte ein netter Videotheken-Film sein, sicherlich besser als manch anderer liebloser Dutzendkram. Denn eins muss man Regisseur Brett Piper attestieren: einen Film von einem Fan für Fans gemacht zu haben ohne jegliche sichtliche marktwirtschaftliche Ambitionen. So sorgt er neben der Regie auch für Drehbuch und Spinnen-Effekte. Dabei überwirft er sich nicht, sondern legt eine gediegene Eigenproduktion vor.
Auch wenn ich vorhin Vergleich mit Interner Link"Arac Attack" gezogen habe, ganz klar kommt er auf Grund seines eher bescheideneren Budgets und der nicht so spektakulären, facettenreicheren Geschichte nicht an den nur ein Jahr vorher produzierten Streifen heran, bietet aber dennoch genug, um sich knappe 85 Minuten gut unterhalten zu lassen.

Dabei geht es erst in der zweiten Hälfte richtig los mit dem Spinnen-Horror (wenn man von Horror sprechen mag, denn erschrecken tun die Viecher keineswegs). Vielmehr werden erst die "blöden", aber sympathischen Charaktere beleuchtet. Was haben wir da? Den mürrischen, auf seine Studentinnen geilen Professor, den heldenhaften Flugzeugpiloten (nett, aber nicht machohaft überzeichnet), zwei dauernd kichernde, bisweilen hysterische Studentinnen (wobei die Blonde echt lecker aussieht) - samt ihrer farbigen Begleiterin, die ein Auge auf sie wirft, denn der dumm labernde Mitstudent ist immer dran, sich ihnen anzunähern. Gut, dass er als erster der Truppe von den Spinnen vertilgt wird, bisweilen ist er echt schon etwas nervig. Die gesamte Truppe gibt sich aber redlich Mühe trotz ihrer klischeehaften Zeichnung einigermaßen zu agieren; das muss man ihnen zugestehen, jedenfalls wirkt keiner wirklich unsympathisch oder langweilig in seiner Darstellung.



So ist die erste halbe Stunde voll mit sexuellen Anspielungen, nackten Frauen, Lesbensex, sonstigen ironischen Kommentaren und ab und an treten auch die Spinnen auf, naschen Kühe oder nutzen Autos als Konservenfutter. Leider gibt es hier nichts zu sehen, eigentlich passiert das meiste an Fressszenen im Off, so dass die Freigabe eher durch die sexuellen Komponenten zu Stande gekommen ist. An Gewalt während der Spinnenattacken verhält es sich wie bei Interner Link"Arac Attack" - meist unblutig, sieht man mal von der Zweiteilung eines Knetmännchens durch die Knetspinnen ab. Die Spinneneffekte sind in meinen Augen gelungen, wenn natürlich ob ihrer alten Machart - mit Stop-Motion-Technik in Bewegung versetzt - recht naiv und irgendwie charmant wirkend. Hartplastikattrappen, herum gewedelte Köpfe oder Fühler reihen sich in die skurrile, nostalgische Machart der Effekte ein, die, wie gesagt, dafür keine CGIs zeigen.

So muss jeder selber entscheiden, ob er an so etwas Spaß hat. Die Story verläuft dabei in geordneten Bahnen ohne große Überraschungen. Tauchen die ersten Spinnen auf, wird sich verbarrikadiert und nachher der Kampf im tunnelartigem Labyrinth mit Dynamit und Co. aufgenommen. Selbst das obligatorische Militär darf nicht fehlen. An Action mangelt es dem Film leider ein wenig in der ersten Hälfte, da die Viecher relativ spät auftauchen und es auch relativ wenige Attacken gibt. Dafür entschädigt der Showdown umso mehr: Explosionen en masse, dutzende Spinnen, die sich durch die liebevoll dekorierten Miniaturkulissen bewegen, Menschen in riesige Spinnweben eingesponnen.



"Arachina" wurde bereits 2003 produziert und findet erst jetzt seinen Weg nach Deutschland, direkt in die Gefilde von Anolis Entertainment, welche diese Trashgranate im Vertrieb der Ascot Elite völlig ungekürzt mit einer Freigabe ab 12 Jahren veröffentlichen. Bildtechnisch wird uns zwar nur ein schnöder Vollbildtransfer spendiert, dieser hat es aber in sich und darf qualitativ als wirklich gut bezeichnet werden. Die Schärfe befindet sich auf einem sehr hohen Niveau, erscheint fast durchgehend sehr detailliert und weitgehend sehr plastisch, was man von einem Film dieses Kalibers nicht erwarten würde. Nur selten erscheint das Bild etwas weich, wird aber niemals unscharf. Die Farbgebung wirkt durchweg natürlich und wartet mit einer soliden Sättigung auf. Der Kontrast hinterlässt einen sehr homogenen Eindruck, bietet einen guten Schwarzwert, tendiert aber dazu, feinere Details in dunklen Szenen zu verschlucken. Hinzu kommt sichtbares Bildrauschen in einigen Szenen und hin und wieder auftauchende Blockbildung lässt auf eine etwas schwache Kompression schließen. Dennoch ein sehr überraschender Transfer.
Die deutsche Synchronisation, welche überraschend gut ausgefallen ist, liegt in Dolby Digital 5.1 vor, klingt insgesamt etwas frontlastig und die Effektkanäle werden nur sehr selten wirklich genutzt. Dann meist aber auch nur für die Musik, wirkliche Surroundeffekte sind nicht wahrzunehmen, weshalb es dem gesamten Mix deutlich an Räumlichkeit und Dynamik fehlt. Zwar werden die Stimmen stets sehr klar und sauber wiedergegeben, doch etwas mehr Druck und Räumlichkeit wäre wünschenswert gewesen. Die englische Sprachfassung klingt weitgehend etwas zu dumpf und bietet insgesamt zwar eine solide Stereospur, bleibt aber nicht immer wirklich gut verständlich.
Anolis liefert uns überraschend viel Bonusmaterial und hebt sich einmal mehr aus der Masse der kleineren Labels ab. So bietet man uns ein 8seitiges Booklet mit Hintergrundinfos, eine Bildergalerie, Trailer, sowie ein sehr kurzes, aber durchweg sehenswertes "Behind the Scenes Feature". Desweiteren gibt es einen Audiokommentar mit dem Produzent und den Darstellern. Diese erzählen sehr ausführlich über die Produktionsgeschichte, warten mit einer Menge Anekdoten und Hintergrundinformationen auf und scheinen beim erneuten Betrachten des Films eine Menge Spaß gehabt zu haben. Leider fehlen deutsche Untertitel beim Kommentar. Wer jetzt noch Lust auf einen Kurzfilm hat, sollte sich "A Lour" anschauen, ein kultiger Kurzfilm aus Frankreich, dessen Thematik perfekt zum Film passt und mit den Phobien von Menschen spielt. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.



Trotz mancher freiwilliger und unfreiwilliger humorvoller Einlage ist der Film keine wirklich Parodie, dafür fehlen ihm einfach die vielen Anspielungen und der überdrehte Humor eines Interner Link"Arac Attack". Aber wie gesagt sicherlich besser als manch neumodischer CGI-Mist, denn die gesamte Machart ist recht ordentlich für das augenscheinlich gering vorhandene Geldmittel. Sicher, alles ist etwas einfacher, es ist kein Hollywood-Film. Wenn man ohne große Erwartungen heran geht, dann kann man ihn sich durchaus an einem Abend mit ein paar Bierchen anschauen - aber auch ohne wird man passabel unterhalten.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus+++---


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NewsBrett Pipers "Arachnia" von Anolis / Ascot Elite
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