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USA 2004
Originaltitel:Rockville Slayer, The
Alternativtitel:Unaware
Länge:87:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Marc Selz
Buch:Marc Selz
Kamera:Joseph Farris
Musik:Randy Benzie, Karl Sundstrom
Darsteller:Circus-Szalewski, Nicole Buehrer, Joe Estevez, Michael Kessler, Bob Farster, Ellie Weingardt, Richard Strobel, Robert Z'Dar, Mike Markoff, Amy Brown, Nikki Taylor Melton, Cameron Benzie, Joe Morowitz, Holly Ilyne Sari, Megan Lynn Stoudt, Linnea Quigley, Karl Sundstrom, Bret Logemann, Marc Selz
Vertrieb:Atomik-Films / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:06.08.2007 (Verleih) / 20.09.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Trailer dt./engl. (1:00 Min.)
  • Teaser-Trailer (0:32 Min.)
  • Geschnittene Szenen (6:37 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Explosive City (2:12 Min.)
    • Firecracker (2:01 Min.)
    • Kamikaze Girls (1:58 Min.)
    • Lizard Women (0:59 Min.)
    • Nude Fear (1:55 Min.)
    • One Nite In Mongkok (2:26 Min.)
    • PTU (2:05 Min.)
    • Sars War (2:46 Min.)
    • The Circle (1:10 Min.)
Rockville könnte so eine friedliche Stadt sein ... wenn da nicht ein psychopathischer Killer wäre, der mittels einem langen Messer die Bevölkerung dezimiert. Seine ersten Opfer sind vier Teenager, die ein siegreiches Football-Spiel befeiern, und schon bald folgen weitere Tote. Wer ist der Killer mit den schwarzen Handschuhen? Ein sicherer Kandidat ist die entflohene Patientin einer nahe gelegenen Irrenanstalt, doch genauso kann auch Dein bester Freund hinter seiner harmlosen Fassade mörderische Abgründe verbergen ...
DVD-Cover, die mit falschen Angaben versuchen ihre Käufer zu locken, gibt es viele. Entweder ist mal die Laufzeit falsch, oder es wird mit Schriftzügen wie "Extended Version" oder "Extralange Fassung" auf neue Filmfassungen hingewiesen, die dann nur ein paar Sekunden länger sind als die Üblichen. Oder es wird auch schon mal ganz dreist mit Extras geworben, die nicht vorhanden sind, oder mit "Uncut" angepreist, obwohl am Inhalt herum geschnippelt wurde. Doch die wohl dreisteste Masche ist mit Infos über den Film zu werben, die gar nicht stimmen. So wirbt das deutsche DVD-Cover zu "The Rockville Slayer" damit, einen blutigen Slasherfilm zu beinhalten, der sich sogar beim italienischen Giallo bedient haben soll. Schön mit dunklem Killer auf der Rückseite, war die Chance somit groß, dass der Slasherfan mal wieder etwas bekommt, dass ihm das Herz öffnet. Doch nach dem Anblick des Films folgt dann die Ernüchterung, denn "The Rockville Slayer" hat mit dem Slasher-Genre eigentlich gar nichts zu tun, sondern ist nicht mehr als ein einigermaßen solider Killerthriller.


Zugegeben, die Inhaltsangabe lässt wirklich auf einen Slasher hoffen. Es geht um das verschlaffene Nest Rockville, in dem eines Tages vier Football-Fans blutig ermordet werden. Die Suche nach dem Täter führt die Dorfpolizei zu einer vor kurzem aus der Psychatrie ausgebrochenen Patientin. Doch als diese geschnappt wird, geht das Morden weiter und die Suche nach dem Täter wird zum Wettlauf mit der Zeit...
Ja, nach dem Lesen des Inhaltes könnte man jetzt wirklich auf einen kleinen, aber feinen Slasher hoffen, der zwar von der Story her nichts Neues zu bieten hat, aber vielleicht doch einigermaßen akzeptabel unterhält. Die üblichen Logiklücken sind zudem vorhanden, was nicht positiv ist, aber beim Genre üblich, und auch die ersten zehn Minuten sind in bester Slashermanier gefilmt worden. Doch danach ist bereits Schluss mit der Schlachterei.


Denn dann wird aus "The Rockville Slayer" ein durch und durch solider Killerthriller, der sich alles in allem wesentlich mehr Zeit mit der Suche nach dem Täter und der Vertiefung der Charaktere nimmt als es ein handelsüblicher Slasher überhaupt tun würde. Hier rennt der Killer nicht rum und mordet im Minutentakt, sondern die Morde unterbrechen nur zu einem sehr geringen Teil die Handlung und sind dann bei weitem auch nicht so aufgepuscht inszeniert, wie es das Genre sonst hergibt.

Wer sich darauf allerdings schnell einschießen kann, der wird dann doch einigermaßen unterhalten, wenn auch nur leidlich. Denn obwohl der Streifen bis zum Schluss einigermaßen spannend bleibt und auch gar nicht einmal so strunzdämliche Figuren dem Zuschauer präsentiert, zieht sich das ganze Treiben bald doch merklich in die Länge. Wirkliche Atmosphäre kann die Inszenierung nicht aufbauen, alles bleibt viel zu sehr in braven Gefilden und beweist nur selten bis gar nicht den Mut zum Ungewöhnlichen. Wie bei so vielen anderen Killerthrillern ist der Mörder am Schluss natürlich so gar nicht der, den man vermutet hat, doch die Lösung stellt auch nicht sonderlich zufrieden. Die Musik ist zudem relativ lasch und der Einsatz der Farbfilter wirkt meist übertrieben. Aber irgendwie bleibt man doch bis zum Schluss davor sitzen, warum auch immer.


Desweiteren sind auch die Darstellerleistungen alles andere als toll. Zwar geben die Darsteller, darunter u.a. Genre-Stars wie Robert Z'Dar aus Interner Link"Maniac Cop" und Linnea Quigley aus Interner Link"Return of the Living Dead", kein Amateur-Niveau ab, aber als "gut" kann man das Gezeigte auch nicht bezeichnen. Viel zu grob und überanstrengt wirkt das Spiel der Meisten, was im Deutschen durch eine grauenhafte Synchro noch untermauert wird. Da hat man, selbst im Genre, schon Besseres gesehen.

"The Rockville Slayer" wurde grundsätzlich zufriedenstellend auf DVD übertragen. Die Kleinproduktion besitzt eine prächtige Farbkraft, zeigt beim Schwarzwert keine Ausfälle und ist lediglich etwas zu düster in einigen dunklen Szenen. Aber auch dort wird man nicht wirklich vergrämt, weil es immer noch problemlos möglich ist, dem Geschehen zu folgen. Rauschen sieht man nur sehr wenig und die Kompression bleibt transparent. Die einzigen, aber gravierenden Mängel entstehen bei der Schärfe: Das gesamte Bild sieht stets zu weich aus, um sich trotz der guten Leistung in anderen Bereichen über 3,5 Punkte zu retten. Somit wird auch keine richtige Tiefenwirkung erreicht. Andererseits wurde nicht in falschem Maße nachgeschärft, was dann doch einen guten Eindruck hinterlässt. Es ist ja auch nicht Hollywood!


Das bemerkt man leider auch bei der deutschen Synchronisation, die offensichtlich nicht in einem renommierten Studio erarbeitet wurde. Das bezieht sich vor allem auf die Art der Abmischung, denn die Umgebungsgeräusche im Deutschen sind wesentlich lauter als das Original, das insgesamt aber eine erfreulichere Balance zwischen Dialogen und Musik aufweist. Die deutschen Sprecher gefallen mir wenig, man kann sich den Film aber damit anschauen. Ansonsten ist der Upmix auf den 5.1-Modus nicht unbedingt mit einer Raumtonverbesserung zu verbinden. "The Rockville Slayer" spielt sich überwiegend auf der Front ab und die wenigen Hintergrundgeräusche, die geboten werden, sind zu statisch und zu wenig auffällig, dass man wirklich von einem gefälligen Surround-Modus sprechen könnte. Andererseits kann einiges mit dem überzeugenden Bassaufgebot aufgebessert werden. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass die deutsche Version den Ton nicht aufwertet. Für alle O-Ton-Liebhaber liegt dieser in etwas harmonischerer und klarerer Form bei und besitzt noch deutsche Untertitel, man kann also frei wählen.


Regisseur und Autor Marc Selz spricht mit seinem Komponisten und Nebendarsteller Karl Sundstrom einen Audiokommentar ein, bei dem es typischerweise um die Probleme einer Low Budget-Produktion geht. Leider wird das Verständnis dadurch erschwert, dass keine deutsche Untertitel beiliegen und der Originalton viel zu laut drunter liegt, so dass man immer wieder mal das Gefühl hat, es würden mehr als zwei Personen dieses Extra einsprechen. Die "Geschnittenen Szenen" zeigen drei längere Szenenabfolgen, in denen das überlebende Opfer des Massakers vom Beginn eine Hauptrolle spielt. Rückblickend ist es eigentlich ganz richtig, dass dieser Handlungsstrang entfällt, denn es macht den Film etwas spannender. Trailer-Material zu diesem und weiteren Filmen aus dem Hause Atomik-Films sind noch auf der DVD.

Absoluter 08/15-Killerthriller, der aufgrund seiner Ideenlosigkeit sowie dem laschem Schauspiel und der relativ drögen Inszenierung nur ganz knapp ins Mittelfeld rutscht. Verdanken kann er dies vor allem dem relativ ordentlichem Spannungsbogen, sowie einigen netten Wendungen. Ansonsten aber durch und durch konventionelle Videothekenware, die man sich höchstens dann mal ausleihen kann, wenn gerade nichts besseres zu finden ist. Aber bitte keinen Slasher erwarten, denn das ist dieser Film, trotz des Covers und seinem Titel, nur in seinen Anfangsminuten (und vielleicht zum Schluss).


Film+++---
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus+-----


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News"The Rockville Slayer" von Atomik-Films
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