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IT 1991
Originaltitel:Diavolo nella Carne, Il
Alternativtitel:Warbaby - Rebellen des Todes
aka. Devil in the Flesh
Länge:84:24 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Joe D'Amato
Buch:Steve Morelli
Kamera:Joe D'Amato
Musik:Luigi Ceccarelli
Darsteller:Tracy Ray, Carmen Di Pietro, Nicole Grey, Jennifer Loeb, Robert LaBrosse, Wayne Camp, Harold Evans
Vertrieb:CCI
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,40:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:-
Verpackung:Großes DigiBook
DVD-Start:30.05.2005 (Kauf)
Specials:
  • limitiert auf 1000 Stück
  • 7seitiges Booklet
  • Original Script (23 Seiten)
  • Pressefotos (19 Bilder)
  • Interview Joe D'Amato (7:07 Min.)
  • Trailer (2:37 Min.)
Es herrscht Krieg! Eine Spezialeinheit von Söldnern soll für einen Haufen Geld den schwer verletzten Premierminister über die Grenze bringen. Mitten im Dschungel pausiert man in einem Lazarett, in dem nur noch vier bildhübsche Krankenschwestern stationiert sind. Als der Feind eintrifft, müssen sich die Söldner verstecken. Die Frauen jedoch sind Erniedrigungen und Vergewaltigungen ausgesetzt. Die Söldner müssen sich entscheiden: Helfen sie den Frauen und gefährden damit ihren Auftrag? (Angabe der DVD entnommen)
Zwei raubeinige Söldner schlagen sich fluchend durch den Dschungel eines -wohl südamerikanischen- Staates, dessen diktatorische Regierung gerade durch Revolutionäre unbekannter Couleur gestürzt wurde. Ihr Auftrag ist es, einen vor den Rebellen flüchtenden Regierungsbeamten sicher -und das bedeutet lebendig- über die Grenze zu bringen. Da der sich im Schlepptau befindliche Minister körperlich angeschlagen ist und nur mühsam mit den Elitekämpfern Schritt halten kann, trifft es sich gut, dass man inmitten der Wildnis auf eine verlassene Krankenstation stößt, in der nur noch eine Ärztin und drei Krankenschwestern die Stellung halten. Mangels pflegerischer Pflichten scheinen die jungen Frauen trotz (oder gerade wegen?) der schwülen Dschungelhitze sehr auf ein gepflegtes Äußeres zu achten: Neben den sinnlich geschminkten Gesichtern fallen nämlich die doch recht knappen Kittel ins Auge. Und da verwundert es dann auch kaum noch, dass man kurze Zeit später bemerken darf, dass in diesem Lazarett anscheinend auch reizende Unterwäsche zur Berufsbekleidung zählt. Spätesten hier wird deutlich, dass Regisseur D'Amato ein ganz anderes Schlachtfeld im Blick hat und ihn vielmehr als der Bürgerkrieg der Kampf der Geschlechter interessiert.


Kaum nachdem die Söldner das Hospital eingenommen haben, um dem kränkelnden Minister ein wenig Ruhe und ärztliche Hilfe zu gönnen, entdeckt der weniger feinsinnige der Beiden, dass eine der Krankenschwestern der Revolution treu ergeben ist: Über Funk versucht sie, die Rebellen über den Verbleib des gesuchten Ministers zu informieren. Doch der nicht zimperliche Guerillero kann dies noch einmal verhindern und verwickelt die renitente Schwester in einen Nahkampf der besonderen Art. Das lasterhafte Treiben wird von einer wohl etwas Not leidenden Kollegin beobachtet, die zunächst selbst Hand an sich legt, um anschließend ihrer verstörten Arbeitsgenossin auf recht "eindringliche" Weise Trost zu spenden. Insgesamt mag dem genrekundigen Zuschauer der angespannte Zustand des Hospital-Personals bekannt erscheinen: Wie D'Amato und andere es in vielen Nonnen-Filmen aufzeigten, erging es ja der Belegschaft mittelalterlicher Klöster nicht anders: Die aufgrund der Entsagung unterdrückten Bedürfnisse, brechen sich schließlich in unkontrollierbarer Weise bahn. Schwestern im Geiste, nennt man das wohl ...


Da die gesundheitliche Kondition des Ministers eine Weiterreise zu Fuß nicht erlaubt und ein potentielles Fahrzeug erst in Stand gesetzt werden muss, ergeben sich während des Verbleibs noch weitere Gelegenheiten für amouröse Begegnungen: So gibt sich eine andere Schwester dem vormals so ruppigen Söldner nur zu gern hin. Auch dieser Akt der Ausschweifung bleibt nicht unbeobachtet. Diesmal ist es die Ärztin, die das kopulierenden Paar mit sehnsuchtsvollen Blicken würdigt. Und hier offenbart sich erneut D'Amatos perfides inszenatorisches Geschick: Mittels voyeuristischen Kameraschüssen und der findigen Montage der ausführenden Protagonisten und des von dieser Handlung in Bann gezogenen Beobachters erzeugt er beim Zuschauer eine doppelte Identifikation - sofern dieser aufgrund der simplen Konstruktion der Szenerie nicht unberührt bleibt. D'Amato zeigt uns die Lust der agierenden Personen und lässt uns gleichzeitig an der Lust des heimlichen Spanners teilhaben. Dies wiederholt sich ein drittes Mal als Rebellentruppen das Lazarett übernehmen wollen: Die zwei Söldner flüchten zusammen mit der Ärztin und dem Minister in ein Versteck und müssen von dort mit ansehen, wie der Anführer einer Schwester verdeutlicht, dass sich die Revolution auch auf die Inbesitznahme brachliegender Feuchtgebiete erstreckt. Als die Rebellen das Ränkespiel der beiden Söldner schließlich doch enttarnen, fließen nochmals Körperflüssigkeiten: Doch diese sind nun mahnend rot, und auch das Zucken der Leiber zeugt weniger von sinnlicher Erregung als von Agonie.


Anschließend ist die Lazarett-Belegschaft von der Richtigkeit des söldnerischen Auftrags überzeugt und es entwickeln sich nicht nur eine Art Korpsgeist, sondern auch wahre, romantische Gefühle. Dass dies nur der Höhepunkt der an einen Groschenroman erinnernden Handlung ist, muss ich wohl nicht sonderlich betonen. Denn inzwischen müsste ja jedem klar sein, wo diese "Blut und Hoden"-Mär angesiedelt ist: In "D'Amatonien"! Einem Land jenseits von Gut & Böse und fern aller zwischenmenschlicher Errungenschaften der letzten 25 Jahre. Joe D'Amato, der unangefochtene Meister des italienischen Ex- und Sexploitation-Kinos, präsentiert uns mit "War Baby" zwar keins seiner Meisterwerke aber eine äußerst gelungene Fingerübung seines Könnens: Denn obwohl die Charaktere flach, der Plot hanebüchen und die Dialoge Chauvinismus par excellence sind, so inszeniert D'Amato all dies zwischen Palmen und Moskitonetzen so vortrefflich unterhaltsam, dass es eine wahre Wonne ist. Vorausgesetzt man kann einen Großteil gesellschaftlicher Konventionen für knapp 90 Minuten geistig verdrängen ...
Die politischen Hintergründe bleiben übrigens bis zum Schluss unklar. Aber wer mir nun erzählt, Titel und Cover der vorliegenden DVD habe ihm suggeriert, dass es sich bei dem Film um eine kritische Abhandlung des Konflikts in Lateinamerika handele, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Fazit:
Im dampfenden Dschungelambiente schlagen sich Kerle mit großen Knarren
in die regenwaldfeuchten Büsche lasziver Schönheiten.
Das klingt geschmacklos und primitiv? ... Ist es auch.
In diesem Sinne: Viel Spaß bei "War Baby"!


Die Erstauflage dieses Films aus dem Jahre 2005 erschien in einer eher selten anzutreffenden Verpackungsform: dem großen DigiBook bzw. Hartklappe. Die etwa die Größe einer großen Hartbox erreichende Pappe, in die das verhältnismäßig große Booklet eingeklebt ist, kenne ich sonst nur von besonders exquisiten CD-Veröffentlichungen. Fakt ist, dass durch die große Frontfläche natürlich das tolle Covermotiv prächtig zur Geltung kommt. Das 7seitige Booklet (die letzte Seite ist aufgeklebt) enthält neben Cover-Material und den Presseshots, die man leider noch einmal unter "Pressefotos" auf der DVD angeboten bekommt, einen heiteren Text von Jörg Kopetz unter dem Titel "ZWEI SCHIESSWÜTIGE PISTOLEROS UND IHRE KRANKEN SCHWESTERN - Das bedenklich denkwürdige Geschlechterbild in Joe D'Amatos 'War Baby'", der auch in dieser DVD-Vorstellung abgedruckt ist. Auf der DVD darf man sich natürlich ebenfalls ein wenig Bonusmaterial zu Gemüte führen. Eher Sammlerwert als Nutzen hat das Originalskript mit sämtlichen Dialogen des Filmes, weil die 22 Seiten (mehr benötigt ein Söldnerfilm nicht!) leider keine deutsche Übersetzung bekommen haben. Außerdem ist es etwas schade, dass nur die Dialoge und nicht auch Regieanweisungen oder Szenenbeschreibungen enthalten sind, die dann für denjenigen, der der italienischen Sprache in Schriftform mächtig ist, sicherlich etwas interessanter wäre. Der Trailer ist einer der Marke "Eigenbau" und nicht gerade sehr dynamisch. Verdruss entsteht beim D'Amato-Interview, das abzüglich der Filmszenen, die etwa die Hälfte der kurzen Laufzeit in Beschlag nehmen, nicht mehr viel übrig lässt. Dann ist auch noch der untere Bildausschnitt mit schwarzen Balken versehen und die Übersetzung von D'Amatos Ausführungen zu Sex und Erotik im Film lesen sich etwas, als ob nicht alles Gesagte ins Deutsche übertragen worden wäre. Aber das ist nur eine Vermutung.


So toll die DVD-Verpackung auch aussieht, wenn es erst an die technische Umsetzung des Filmes geht, wird man einen etwas anderen Eindruck bekommen: Die DVD sieht aus, als ob man zurück im Zeitalter der Videokassette ist, aber in jenem, in dem der fantastische Film teilweise auf Kopien von Kopien verteilt wurde. Somit macht "War Baby" für sein relativ geringes Alter (entstanden 1991) einen eher schlechten als rechten Eindruck, worauf der Vermerk auf der Verpackung ("vom letzten italienischen 16mm-Master") bereits hinweist. Ansatzweise konnte man ein ähnliches Ergebnis bereits in Interner Link"Killing Birds Raptors" entdecken, der unter ähnlichen Produktionsumständen bzw. -zeit entstand. Der am ehesten offensichtliche Makel des Bildes von "War Baby" ist sein miserabler Kontrast. Es gibt eigentlich keine Szene, in der man das Gefühl hat, das Bild wäre mit der richtigen Helligkeit gesegnet. Meistens fressen die Schatten das Bild regelrecht auf, es kann aber auch vorkommen, dass der Schwarzwert in Nachtszenen abflacht und in ein Grau umschwenkt. Darüber hinaus ist das Vollbild, das an allen Seiten mit einem dem Overscan-Bereich zuvorkommenden schwarzen Rahmen versehen wurde, auch nie wirklich angemessen detailreich. Meist darf man sogar von einem Matsch sprechen, der durch die grünlich schwachen Farben bestärkt wird. Man könnte fast von einem schimmligen Aussehen sprechen. Während ruhige Sequenzen noch brauchbar sind, nervt in Bewegungen das unstetig nachziehende Rauschen und der damit verbundene Verlust an Bildschärfe. Überstrahlungen und seltsames Rauschen sowie eine stetig blockende Kompression sind zudem allgegenwärtig. Die Vorlage ist zwar sauber, zeigt aber immer wieder Farb-Dithering, also sichtbare Farbabstufungen auf Flächen (z.B. in der 67. Minute an der Tür). Selbst wenn das Werk den 70ern entsprungen wäre, hätte es besser aussehen müssen. Charakteristische Merkmale wie Filmkorn, verschobene Farbprofile oder ein halbwegs natürliches, wenn auch unscharfes Bild weichen hier einem Video-Brei, der besser nicht so auf DVD gelandet wäre.


Etwas erquicklicher gestaltet sich da schon der Ton. Die sehr souveräne Synchronisation bietet mehr als man von einem niedrig budgetierten Söldner-Sleaze wie dieser hier erwarten würde. Auch hat die deutsche Tonspur das Alter wesentlich besser überstanden als das Bild. Zwar möchte ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das hier wirklich Stereo ist (dafür gibt es kaum Anhaltspunkte), aber starke Verzerrungen bleiben aus und die gesamte Akustik ist weder zu dumpf, noch zu spitz. Bei der Musik hört man da schon etwas eher die Abnutzungserscheinungen, die sich aber nicht so weit ausgebreitet haben, dass ein hörbares Leiern entsteht. Lediglich ein wenig brüchig klingen manche Stücke, was aber ein wenig zum dreckigen Setting und den Synthieklängen passt. Mit anderen Worten: Der Zuhörer der deutschen Tonspur wird trotz hörbarem Rauschen mit einem ausgewogenen Ton bedient. Der englische Ton klingt zwar stellenweise etwas mehr auf die Mitten gespielt, ist aber die sauberste Variante, sich den Film anzuschauen, auch weil durch die Dialoge deutlich wird, das der Film in dieser Sprache und nicht in Italienisch aufgenommen wurde. Das kann natürlich keine Synchro erreichen. Eher schlecht fällt dagegen der dumpfe, verschlierende italiensiche Ton aus.

Leider existiert in Deutschland (noch) keine andere Version auf DVD als diese auf 1000 Stück limitierte. Die kann zwar mit einem tollen Cover, etwas Bonusmaterial und einem brauchbaren Ton aufwarten, das Bild ist aber dem einer DVD nicht unbedingt würdig. Dafür bekommt man die ungekürzte Fassung zu Gesicht. Später wurde von X-Gabu die DVD noch einmal in eine auf 333 Stück limitierte Hartbox verpackt, am Inhalt änderte sich aber nichts.
Film: Jörg Kopetz, Technik: Matthias Paul


Bild+/----
Ton++/---
Bonus+/----


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