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UK 1988
Originaltitel:Lair of the White Worm, The
Alternativtitel:Biß der Schlangenfrau, Der
Länge:89:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ken Russell
Buch:Ken Russell, Bram Stoker
Kamera:Dick Bush
Musik:Stanislas Syrewicz
SFX:Image Animation
Darsteller:Amanda Donohoe, Hugh Grant, Catherine Oxenberg, Peter Capaldi, Sammi Davis, Stratford Johns, Paul Brooke, Imogen Claire, Chris Pitt, Gina McKee, Christopher Gable, Lloyd Peters
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:03.09.2003 (Kauf)
Specials:
  • Trailer:
    • Der 13te Krieger (1:27 Min.)
    • Virus (2:23 Min.)
    • Das Relikt (0:57 Min.)
In der Nähe des Schlosses von D'Ampton im ländlichen Derbyshire befindet sich das Gästehaus Mercy-Farm, das die beiden Schwestern Eve (Catherine Oxenberg) und Mary Trent (Sammi Davis) seit dem mysteriösen Verschwinden ihrer Eltern betreiben. Über den Sommer hat sich der schottische Archäologiestudent Angus Fint (Peter Capaldi) dort ein Zimmer gemietet. Er hofft, auf dem Gelände der Farm auf Überreste aus der Römerzeit zu stoßen. Und tatsächlich entdeckt er einige höchst spannende Überreste aus längst vergangenen Tagen: Neben einigen römischen Münzen findet er Reste eines Klosters, das wahrscheinlich aus der Zeit Wilhelm des Eroberers stammt und auf einen überdimensional großen Schlangenkopf.


Seit vielen Jahrhunderten erzählt man sich in Derbyshire die Legende von einem Lindwurm, der einst die Bewohner dieses Landstrichs in Angst und Schrecken versetzte. Erst der mutige Lord John D'Ampton, Vorfahr des heutigen Lord James (Hugh Grant), bereitete dem Lindwurm ein Ende und befreite die Menschen von dieser Bedrohung. Bis zum heutigen Tage findet einmal jährlich im Schloss D'Ampton ein großes Fest zum Gedenken an den Sieg des mutigen Lord John über den Lindwurm statt. Sollte es tatsächlich mehr als nur eine Legende sein? Noch am selben Abend bietet sich Angus die Gelegenheit, mehr über den Lindwurm zu erfahren, er begleitet Eve und Mary auf die alljährliche Feier auf dem Schloss.
Aber Angus ist nicht der einzige, der Interesse an dem Schlangenkopf zeigt. Die exzentrische Lady Sylvia Marsh (Amanda Donohoe), die im so genannten Temple House lebt, erfährt durch den Dorfpolizisten Ernie von der Ausgrabung und entwendet heimlich den Schädel. Nun beginnt das schleichende Grauen, die Halluzinationen und wilde, heidnische Rituale. Hat der vorchristliche Schlangenkult im Verborgenen bis heute fortgelebt? Und welche Rolle spielt Lady Sylvia dabei? Und wie können die beiden Schwestern, Angus und James der drohenden Gefahr entgehen?
"Biss der Schlangenfrau" ist einer von den wenigen Horrorfilmen des Regie-Exzentrikers Ken Russell, der auch hier schwarzen (eben typisch englischen) Humor, eine faszinierende Geschichte und bizarre Alptraumwelten zu einem giftigen Cocktail mixt.


Das neuzeitliche England. In der Provinz Ampton feiert man das alljährliche Fest der Tötung des D'Ampton-Wurmes. Der Legende nach wurde dieser jahrhundertelang von einer heidnischen Sekte verehrt und ihm unzählige Menschenopfer gebracht. Bis ein Vorfahre Lord James D'Amptons (Hugh Grant) diesen mit seinem Schwert in einer Höhle entzweite. Dieser hat erst vor kurzem seine Erbschaft angetreten und bewohnt ein luxuriöses Anwesen etwas außerhalb des Dorfes. Ihm zur Seite steht seine Freundin Mary, die mit ihrer Schwester Eve eine kleine Pension betreibt. Diese haben sie von ihren Eltern übernommen, nachdem diese auf mysteriöse Weise in der besagten Höhle verschollen sind. Besuch bekommen die beiden von dem angehenden Archäologen Angus, der sich mit dem alten römischen Reich beschäftigt und in Ampton Großes vermutet. Womit er recht hat, denn bei seinen Ausgrabungen findet er einen ziemlich großen Tierschädel, der aber weder zu einem Dinosaurier, noch zu einem sonst bekanntem Tier gehört. Wie es sich herausstellt ist dies ein Schlangenkopf, eher gesagt eines Lindwurmes. Doch mit dessen Entdeckung häufen sich die Ereignisse. Quasi aus dem Winterschlaf erwacht taucht die ebenso bizarre, wie auch attraktive Lady Sylvia Marsh (Amanda Donohoe) auf, die mit der Geschichte weitaus mehr zu tun hat, als man zuerst vermutet ...


Nach der literarischen Vorlage vom geistigen Vater von "Dracula", Bram Stoker, drehte Ken Russell diesen vampiristisch angehauchten Gothic-Horror. Russell ließ es sich nicht nehmen die vorhersehbare, aber nicht minder uninteressante Geschichte mit allerlei Würze zu versehen.
Allem voran steht der typisch englische Humor, der wie immer ziemlich schwarzhumorig und bissig ist. Dieser zieht sich wie ein schwarzer Faden durch den gesamten Film bis hin zum offenen(?!) Ende und unterstreicht die gelungene Atmosphäre. In vielen Szenen gibt es so z.B. Anspielungen auf die Grundthematik des Filmes: Schlangen. Sei es durch die grünlich schimmernden Scheinwerfer eines Autos, sich bewegende Staubsaugerschläche und und und.

Die Schlangen treten dann meist in menschlicher Form auf, denn durch die Vorlage Stokers wird geschickt das Thema Vampir aufgegriffen. So enden alle von Lady Marsh Gebissenen - es sei denn das Gift wird vorher ausgesaugt - als "Diener", ansonsten als Dinner. Dinner des Schlangengottes. Dieser ist ganz passabel gestaltet, kann natürlich einen gewissen Trash-Appeal nicht abstreiten. Dennoch: Effekte und Masken sind im guten Durchschnitt. Eine handvoll Splatterszenen sind gut über den Film verteilt, mehren sich dann am Ende. Technisch versiert und kurz geschnitten wirken sie nicht billig oder aufdringlich; können den Genre-Freund also in der Beziehung befriedigen.
Besonders interessant sind aber die "Traumszenen", die Russell in Szene gesetzt hat. Diese sind in ihrer Wirkung um einiges eindringlicher und verstörender. Zum Teil sehr sehr surreal und wie ein schlechter LSD-Trip wirkend. Zwar sind es nicht so viele und auch nicht in der Intensität wie im "Höllentrip", sie fügen sich aber perfekt in die Geschichte ein.


Darstellertechnisch kann besonders Amanda Donohoe als Schlangenfrau überzeugen. Wirklich eine atemberaubende Darstellung - sexy, verführerisch, aber gefährlich. So darf diese sich öfters "häuten" und trägt ihren Appeal sehr zur Schau. Kein Wunder, dass da fast das restliche Ensemble schwach wird - und ihr (auch darstellertechnisch) unterliegt. Vor allem Hugh Grant konnte mich nicht so überzeugen, zu steril ist sein Agieren. Wesentlich besser ist Peter Capaldi, der den schottischen Archäologen mimt. In einer überaus witzigen Sequenz darf er den Schlangen den Marsch blasen - eine Szene, in der man sich ob des Trashgehaltes das Lachen kaum verkneifen kann. Aber ansonsten sind die Darsteller okay und es gibt nur wenige Momente, wo die Kamera lieber hätte abblenden sollen.


Die Kulissen und Bauten sehen auch gut aus, Nebel wabert so gut wie keiner, dafür sieht man umso mehr von Südengland. Man könnte Russell als den Warhol des Films bezeichnen, denn auch außerhalb der psychedelischen Traumsequenzen sind die Farbgebungen teilweise sehr bunt.

Der 1988 entstandene Film wurde 2003 von Concorde als deutsche DVD veröffentlicht. Dabei zeigt sich eine ordentliche Aufarbeitung des Bildes, das noch frisch aussieht. Die Farben sind entsprechend des Filmes ordentlich, die britische Kühle und Sachlichkeit wird weitestgehend von kräftigen Tönen verdrängt, jedoch nicht komplett absorbiert. Auch die Schärfe macht einen weitestgehend ordentlichen Eindruck, wobei Detailabschwächungen immer wieder vorkommen, was des Alters wegen aber nicht schlimm ist. Die DVD erreicht aber deswegen keine gute Detailzeichnung, weil das feine, leicht flimmernde Rauschen oft auf Vordergründe übergreift und dort die Plastizität merklich beeinflusst. Wäre es lediglich das gewesen, aber auch die Kompression schlägt der Qualität des Öfteren ein Schnippchen, wenn sehr starke Struktur- und Blockbildung in einigen Sequenzen durchdringt. Das sieht man beispielsweise mehr als deutlich zu Beginn, wenn die zwei Protagonisten zurück von der Schlangenfeier durch den Wald gehen. Aber auch vor einer einfarbigen Wand sieht man das immer wieder. Es wäre also dringend nötig gewesen, die fast bis aufs Letzte gefüllte Scheibe auf eine größere DVD-9 zu übertragen. Schade, denn die Vorlage bietet etwas mehr als nur 3,5 Punkte.

Die beiden Stereotonspuren sind gleichermaßen hell wie gut verständlich. Ein paar Schockeffekte äußern sich ebenfalls im Ton, von einem sehr dicken Klang kann man aber noch nicht sprechen. Dafür passiert nicht genug, was auch an der fehlenden Unterstützung der Effektkanäle liegt. Deswegen ist "Der Biss der Schlangenfrau" aber längst noch nicht zahnlos, was den Ton angeht, sondern eher typisch für einen End-Achtziger-Horrorfilm. Ein paar Unterschiede zwischen der deutschen Synchro und dem Originalton lassen sich heraushören, weil das Original etwas feiner und dichter klingt, aber das sind Nuancen, die keine großen Auswirkungen haben. Leider fehlen Untertitel.


Bei der Gestaltung des Menus hat sich das Label leider keine große Mühe gegeben. Zwar bekommt man Musik (in einer etwas kurzen Schleife) geboten, aber die Slideshow im Hauptmenu hat zweifelhafte Qualität und die Buttons mit derart groben Balken zu versehen, ist ziemlich hässlich. Leider gibt es auch keinerlei Bonusmaterial, vermutlich aus dem Grund, dass praktisch kaum mehr drauf gepasst hätte auf die DVD. Somit muss man sich mit einer kurzen Trailershow begnügen.

"Biss der Schlangenfrau" ist einer der Filme von Ken Russell, die man neben "Der Höllentrip" und "Gothic" als Freund des etwas anspruchsvolleren Horrors kennen sollte! Den Film auf eine DVD-5 zu pressen ist nicht unbedingt die beste Entscheidung von Concorde gewesen, denn so muss man auf Bonusmaterial und eine fehlerfreie Kompression verzichten. Dafür ist der Cover-Hinweis "gekürzte Fassung" Unsinn, denn der Käufer bekommt, wie Schnittberichte.com aussagt, die ungekürzte Fassung zu sehen.


Film++++--
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus------


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