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D, IT 1965
Originaltitel:Geheimnis der drei Dschunken, Das
Alternativtitel:A 009 : Missione Hongkong
aka. Code Name Alpha
aka. Mann im Dunkel, Der
aka. Mission Hongkong
aka. Red Dragon
Länge:85:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Ernst Hofbauer
Buch:Werner P. Zibaso, Hannes-Karl Kubiak
Kamera:Werner M. Lenz
Musik:Riz Ortolani
SFX:Richard Richtsfeld
Darsteller:Stewart Granger, Rosanna Schiafino, Sieghardt Rupp, Margit Saad, Harald Juhnke, Helga Sommerfeld, Horst Frank, Chitra Ratana, Paul Dahlke, Suzanne Roquette, Paul Klinger, Franco Fantasia
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:04.09.2008 (Kauf)
Specials:
  • Horst Frank - Sein letztes Interview (37:10 Min.)
  • Originaltrailer (3:14 Min.)
  • Bildergalerie (34 Bilder)
  • Über die Restauration (7 Seiten)
  • 12seitige Reproduktion des Filmkuriers
  • Trailershow:
    • Die Schlangengrube und das Pendel (3:06 Min.)
    • Der große Coup (3:24 Min.)
    • Petroleum Miezen (1:15 Min.)
    • Pharao (1:09 Min.)
US-Geheimagent Scott und FBI-Kollegin Carol Eden haben einen brisanten Auftrag: Sie sollen in Hongkong einen skrupellosen Schmugglerring ausheben, der elektronische Geräte für Atomraketen nach Rot-China liefert. Nach lebensgefährlichen Ermittlungen findet Scott eine Spur, doch nun ist Carol in Gefahr, denn sie wurde enttarnt und auf eine Dschunke verschleppt ...
"Das Geheimnis der drei Dschunken" ist nicht zu verwechseln mit dem französischen Agentenfilm gleichen Namens, der zufälligerweise auch dasselbe Genre abgrast. Hofbauers Werk nutzt die exotische Kulisse für eine Mischung aus James Bond und Jerry Cotton, wobei eher der letztere, biedere Weltenretter dominiert, und stellt anders als der Sexploitation/Drama/Wallace-Verschnitt "Die jungen Tiger von Hongkong" (1969) sogar filmisch ganz passable Unterhaltung dar. Dafür ist im Gegensatz der Trashfaktor nicht so hoch, einige gute Ansätze dafür sind aber durchaus gegeben. Gedreht wurde auf Eastman Color und in Ultrascope.


Basierend auf dem Roman "La rivière des trois jonques" von Georges Godefroy und dem Drehbuch des Dokumentarfilmers Hanns Karl Kubiak erzählt der ganz kurzweilige Film ausgehend von einem doppelten Agentenmord in Hongkong die Geschichte des CIA-Agenten Mike Scott (Stewart Granger), der aus seinem dreimonatigen Urlaub geholt wird, um die Verschwörung aufzudecken. Zusammen mit seiner Partnerin reist er an den Schauplatz des Verbrechens, um sich dort sofort zu trennen: Carol Eden (Rosanna Schiaffino) schleust sich als Funkerin bei dem Sägewerkbesitzer Pierre Milot (Sieghardt Rupp) ein; Scott nimmt Verbindung zu seinem Kontaktmann Norman auf (Paul Klinger). Beide bleiben jedoch über ihre Miniatur-Transistoren (lies: Funkgeräte) in Kontakt, die jeweils im Armband und in der Uhr versteckt sind. Schnell findet Scott heraus, dass Milot mit Hilfe seiner drei Dschunken elektronische Fernsteuerungsgeräte für Atomraketen schmuggelt; ebenso schnell steht er auf der Abschussliste dessen Killers Pereira (Horst Frank). Und dann wird auch noch Carol enttarnt ...



Die Besetzung ist eher facetten- und abwechslungsreich als gut, besonders Granger soll wohl einen Hauch von Hollywood versprühen, wirkt aber in seinem gesetzten Alter eher wie ein reifer Dandy frisch in der Pension. Zudem stattet man ihn hier mit einem Faible für Spielzeugeisenbahnen, Whiskey und blutjungen Damen aus, die er dann auch der Reihenfolge nach frönen darf; für einen hippen Agenten ist er sichtlich zu ergraut. Deswegen kann man auch besonders die wenigen Actionszenen vergessen, die sämtlich sehr knapp und dazu noch gestelzt gehalten sind; vor allem die Kämpfe sind allesamt eher nicht vorzeigbar. So sonderlich viel passiert aber auch nichts, wodurch sich der Film zwischendurch eher in einen Kriminalfilm statt einem Actionreisser umwandelt, auch immer mit der besonderen Note des Schundfilmes versehen. In Unkenntnis der literarischen Vorlage riecht diese auch eher nach Bastei Lübbe-Groschenheft, allerhöchstens Paperback statt Hardcover; die Handlung wartet mit sehr vielen bekannten Begebenheiten statt Überraschungen auf. Selbst die Enttarnung des lange Zeit unsichtbaren Bosses der gesamten Organisation dürfte nur diejenigen überraschen, die zwischendurch ein Nickerchen gemacht haben; dass Carol irgendwann auffliegt, steht im Regelbuch des Genres und wird durch ihr provokatives Auftreten - lautes Quatschen im leeren Raum, Schäferstündchen mit Scott im Hause von Milot - noch verschärft provoziert.
Die Spannungsschraube wird auch erst am Ende leicht angezogen, wobei der Showdown auf hoher See die abwechselnde Dummheit aller Beteiligten leicht überreizt und man deswegen schon wieder froh ist, dass es nun vorbei sei. Selbst der bedrohliche Riz Ortalani-Score kann da nichts mehr zaubern.



So lenkt meistens nur der exquisite Lokalkolorit von der Behäbigkeit des Filmes ab, das Tempo macht jedenfalls keine Angst. Anders als der anfangs eingeworfene Schauplatz San Francisco befindet man sich nämlich bei Hongkong direkt vor Ort, wobei die zum Klischee erstarrten Vorstellungen herangezogen werden, um den Schauplatz zu veranschaulichen: Zuerst besucht man die "Pagode der sieben Glückseligkeiten" und trifft sich danach in der "Suzy Wong Bar", um dort weitere Abenteuer beim verzweifelten Stäbchenessen auszutragen. Um sich besser in der euro-asiatischen Millionenstadt zurecht zu finden, wird Scott auch mit Smoky (ausgerechnet Harald Juhnke) ein Dolmetscher, Reiseführer und späterer Kumpan zur Seite gestellt, der alles mögliche im Film spricht, außer Chinesisch. Mit dessen gutturalen Lauten haben wohl auch die Einheimischen ein Problem, so dass diese meistens auf Deutsch radebrechen, was sich natürlich wie folgt niederschlägt: "Ja, Mistel, viel geledet. Bitte nicht flagen, habe Flau und viele Kindel".


Letztlich ist der Film also genau das, was man angesichts der Beteiligten erwartet, muss sich dementsprechend hinterher keiner beschweren. Für den geneigten Zuschauer ist es auch ganz amüsant und unterhaltsam, der Rest dürfte angesichts der biederen Machart und den vollkommen verhunzten Actionszenen relativ früh sein Heil in der Flucht suchen. Vorm Ansehen vielleicht die Devise von Juhnke nachahmen; dieser agiert die meiste Zeit recht beschwipst.


Die e-m-s veröffentlicht "Das Geheimnis der drei Dschunken" in einer aufwendig restaurierten Fassung, was in Anbetracht des Alters bitter nötig, aber nicht unbedingt zu erwarten war, schließlich bringt eine Restauration immer einen hohen Kostenfaktor mit sich und ob sich dies finanziell lohnt, bleibt einmal dahin gestellt. Den jeweiligen Fan wird es aber freuen.
Die e-m-s beweist einmal mehr, dass es ihnen nicht nur darum geht, schnell einen Titel heraus zu hauen, sondern zugleich auch Qualität zu bieten. So wurden gleich drei Filmkopien neu abgetastet, für die optimale Fassung zusammengefügt und in Kleinstarbeit gesäubert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und dass hier drei Kopien zum Einsatz kamen, fällt zu keinem Zeitpunkt auf. Zudem ist es erfreulich, dass der Film im korrekten Bildformat von 2,40:1 vorliegt. Dabei war sich das Label lange Zeit unsicher, ob man sich nicht mit einem hochgezoomten Transfer von 1,33:1 begnügen müsste.
Wie bereits erwähnt wurde das Bild von Schmutz und Defekten weitgehend gesäubert. In der Tat, bis auf kleinere und ab und zu auch etwas größere (73. Minute), nicht weiter störende Ausreißer, ist der Transfer sehr sauber und nahezu frei von Defekten und Störungen. Dafür gibt es gut sichtbares Filmkorn, welches aber je nach Szene variiert und dem Bild etwas an Detailschärfe raubt. Hier scheint der Unterschied Master abhängig zu sein. Während einige Szenen sehr grobkörnig ausgefallen sind und ein hohes Maß an Filmkorn zeigen, sind andere Szenen frei von sichtbaren Rauschen, von Filmkorn oder sonstige Bildbeeinträchtigungen.
Der Kontrast vermag auch zu überzeugen und dass, obwohl das Bild in hellen Flächen sehr steil erscheint und desöfteren etwas überstrahlt. Hinzu kommen satte und kräftige Farben, welche aber für ihr Alter sehr natürlich erscheinen. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut ausgefallen, zumindest in den Tagesaufnahmen, wobei oftmals feine Details absaufen. In den Aufnahmen bei Nacht oder bei Dämmerung flacht der Kontrast und der Schwarzwert deutlich ab, wodurch wir in den dunklen Szenen noch etwas sehen, das Bild aber mehr ins Gräulich-bläuchliche tendiert. Die Schärfe hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck und bietet selbst noch auf einem Großbildschirm, hochskaliert auf 1080p angenehme Werte, zeichnet saubere Konturen und wirkt niemals wirklich weich oder unscharf, sondern überraschend scharf und in Nahaufnahmen angenehm detailliert. Einzig die Kompression könnte etwas besser arbeiten und so sieht man auf homogenen Flächen deutliche Blockbildung, was auf einer Leinwand oder einem Großbildschirm natürlich sehr stark zur Geltung kommt. Doch in Anbetracht des Alters und der Produktion, sowie der Tatsache, dass es zu "Das Geheimnis der drei Dschunken" kein wirklich gutes Master gab, ist das Ergebnis wirklich toll geworden. Sicher hätte man in puncto Drop-Outs und Defekte noch etwas mehr nachbessern können, doch Budget bedingt ist das Ergebnis mehr als gut ausgefallen und hat uns wirklich positiv überrascht.
Der deutsche Ton klingt dafür etwas betagt, dennoch nicht schlecht. Es gibt kein Hintergrundrauschen und keine besonderen Störungen oder ähnliches. Dafür verzerren die Dialoge etwas und klingen eine Spur zu dumpf, was altersbedingt aber nicht unbedingt störend ist. Musik und Geräusche werden sehr sauber und klar wiedergegeben. Da die Darsteller während der Dreharbeiten überwiegend in ihrer jeweiligen Muttersprache gesprochen haben, gibt es keine wirkliche Original-Synchronisation, was auch das Fehlen einer weiteren Tonspur erklärt.
Die e-m-s liefert "Das Geheimnis der drei Dschunken" als KeepCase im hübschen Schuber aus, weshalb sich die Auslieferung des Titels um kurze Zeit verschoben hatte, was jedoch besser ist, als auf diesen äußerst schön designten Schuber zu verzichten. Desweiteren liegt der DVD eine 12seitige Reproduktion des "Filmkuriers" Nr. 53 in Bookletform bei. Die DVD selbst enthält eine informative Texttafel über die Restauration des Films, sowie eine Bildergalerie und einen Trailer zum Film. Als besonderes Highlight liegt der DVD ein 36minütiger Zusammenschnitt des letzten Interviews mit Horst Frank bei. Die Qualität ist bescheiden (dafür entschuldigt sich das Label), da das Interview nie für eine Veröffentlichung gedacht war. Das macht die Sache umso spannender und es ist sehr schön, dass sich dieses tolle Zeitdokument mit auf der DVD befindet. Danke dafür!


"Das Geheimnis der drei Dschunken" mag Geschmackssache sein, die Veröffentlichung der e-m-s als DVD ist aber ein interessantes Prestige-Produkt, in das sichtlich Arbeit investiert wurde.


Film+++---
Bild++++--
Ton++----
Bonus+++---


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