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CAN 2008
Originaltitel:Gutterballs
Länge:96:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Ryan Nicholson
Buch:Ryan Nicholson
Kamera:Mark Atkins
Musik:Gianni Rossi, Patrick Coble
SFX:Jon Funk
Darsteller:Alastair Gamble, Jeremy Beland, Nathan Dashwood, Saraphina Bardeaux, Wade Gibb, Mihola Terzic, Stephanie Schacter, Trevor Gemma, Candice Lewald, Nathan Witte, Danielle Munro, Dan Ellis
Vertrieb:Shock Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,00:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:13.09.2008 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Behind the Balls - Making Of (32:47 Min.)
  • Trailer (0:35 Min.)
  • Ball-Out Gallery 1 (8:15 Min.)
  • Ball-Out Gallery 2 (8:15 Min.)
  • Ball-Out Gallery 3 (8:15 Min.)
  • Ball-Out Gallery 4 (8:15 Min.)
  • Trailer: Citizen Toxie (3:32 Min.)
  • Trailer: Terror Firmer (2:11 Min.)
  • 4 Sammelkarten
Derbe Späße beim Bowling enden mit einer abstoßenden Vergewaltigung der jungen Lisa. Trotzdem geht das Spiel weiter, jedoch haben sich die Regeln geändert. Ein jugendliches Großmaul nach dem anderen fällt einem sadistischen Killer zum Opfer. Doch wer ist der unheimliche Mörder, der seinen Rachefeldzug unerbittlich vollzieht? Wer wird den nächsten Morgen nicht erleben? Wessen Kopf wird rollen?
Ryan Nicholson als talentfreien Stümper zu bezeichnen, ist nach gerade einmal drei Filmen vielleicht ein wenig überzogen, doch manches mal reicht wirklich ein einziger Streifen aus, um auf ewig aus kritischem Betrachtungswinkel wahr genommen zu werden. Denn was Nicholson vor gut einem Jahr mit seinem Folterwerk "Live Feed" verbrochen hat, verschlug selbst eisenharten Fans des Genres die Sprache. Nur um möglichst widerwärtige Folterarien zu inszenieren, ließ Nicholson die Handlung des Werks völlig gegen die Wand laufen und steckte dabei nicht einmal Geld in die Gore-Szenen, so dass diese, trotz aller Härte, eher wie Kinderkram aussahen, und Genregrößen wie Tom Savini in den Selbstmord treiben würden. Nein, also nach "Live Feed" war der Regisseur jedenfalls zurecht schon bei den meisten Genre-Fans abgeschrieben. Doch Kohle hat er mit seinem Dreckswerk trotzdem gemacht, so dass er nun mit "Gutterballs" erneut eine Gore-Granate zündet, welche dieses mal als Hommage an die guten alten Slasherfilme gedacht ist. Und objektiv gesehen ist auch dieser Streifen Dreck. Doch oha, Spaß kann man an dem Ding durchaus haben.



Die Story von "Gutterballs" ist dabei schon einmal voll und ganz in die Slasherschublade zu stecken, denn in jeder Hinsicht bedient sich diese an den (zumeist eher schlechten) üblichen Gegebenheiten des Genres. Wieder einmal geht es um eine Gruppe von Teenies, die von einem wahnsinnigen Serienkiller heimgesucht wird. Dieses mal geschieht dies aufgrund einer hässlichen Vergewaltigung, welches eines der Opfer am Anfang über sich ergehen lassen muss. Und die Frage, wer der ominöse Killer ist, welcher sich einfach nur BBK nennt, und wer das Massaker überleben wird, beschäftigt die Figuren, bis sie selbst dem Killer zum Opfer fallen ... und damit wirklich jedes auch noch so übliche Geschehen in einem Slasherfilm abbilden. Ja, "Gutterballs" hat storytechnisch wirklich nichts zu bieten, was nicht schon einmal da war, alles spielt sich in den bekannten Bahnen des Genres ab. Unlogisch und sinnfrei bis zum Exzess, sollte man am besten gar keine Erwartungen in dieser Hinsicht haben, denn sonst dürfte man "Gutterballs" gleich mit zu "Live Feed" in den Ofen werfen!

Und man sollte sich auch für die ersten gut 30 Minuten etwas zum Ablenken besorgen, denn bevor "Gutterballs" zu seinen (durchaus fragwürdigen) Unterhaltungswerten gelangt, dauert es ein ganzes Weilchen. Nicht nur, dass die Teenies hier wieder einmal blöd sind bis zum Geht-nicht-mehr und außer Ficken und Spaß nichts, aber auch wirklich nichts in der Rübe haben, Nicholson stößt mit einer scheußlichen Vergewaltigungsszene auch erst einmal ziemlich ab. Denn wie hier eines der Mädels gepeinigt wird, hat nun wirklich nichts mit Unterhaltung zu tun, was der Film aber definitiv sein will und somit völlig fehl am Platz wirkt. Ein solches Motiv kann man auch auf andere Weise herbeiführen, weshalb man fast schon gewählt ist abzuschalten, zumal das Geplänkel drumherum auch noch spürbar langweilig geraten ist. Kurzum, die erste halbe Stunde kann man sich wirklich sparen.



Danach nimmt das Ganze allerdings doch noch Fahrt auf. Zwar bleibt das Treiben immer noch auf seinem dreckigen Niveau, doch aus dem langweilligen Unterfangen entwickelt sich "Gutterballs" dann doch noch zu einer schön schmodderischen Splattersache, die vor allem mit seinen recht kreativen Morden bei Slasher- und Splatterfans überzeugen kann. Angefangen bei einem Mord an einem Pärchen, welches gerade in einer lustvollen 69er-Stellung an einander rummacht (Erstickungstod durch Schwanz im Mund inklusive) über die vollständige Aushöhlung eines Schädels in einer kaputten Wachsmaschine für Bowlingkugeln, bis hin zu einem Schädelfick-Tod (im wahrsten Sinne des Wortes) haut Nicholson mal wieder alle Arten der Perversität raus und verstrickt sie dieses mal zu einem wirklich amüsanten, wenn auch megatrashigen Fest für Fans abartiger Filmmorde. Zudem hat er dieses mal auch deutlich mehr Geld und "Talent" in die Kreation der Blutszenen gesetzt, so dass die schludrige Entgleisung aus dem Vorgänger in Vergessenheit gerät. Dass wir hier in Deutschland offiziell nur 15 Minuten weniger davon sehen dürfen, ist jedenfalls kein Wunder, weswegen man auch die dem Review zugrunde liegende Fassung von Shock Entertainment aus Österreich bevorzugen sollte.

Auch in Sachen Atmosphäre kann man bei "Gutterballs" ab und an etwas finden. Es ist zwar nicht viel, aber hier und da blitzt dann doch mal so etwas wie Spannung auf und der Klang, wenn BBK wieder einmal einen Teenie zur Strecke gebracht hat und dieses auf dem Anzeigenbildschirm erscheint, erinnert sogar ein wenig an die genauso minimalistischen wie genialen Züge eines John Carpenter-Scores. Sowieso soll der Film ja auch als Hommage an die guten alten 80er-Jahre-Slasher gelten, was aber dann unterm Strich doch nur sehr bedingt als solches angesehen werden kann. Aber immerhin, für massig Blut und ein klein wenig knisternde Spannung ist dann in der letzten Stunde doch gesorgt.



Grausig sind allerdings die Darstellerleistungen, welche Schauspieler in früheren Slashern fast Oscar-reif wirken lassen. Wo nimmt der Regisseur nur all diese Flachpfeifen her, die er immer wieder für seine Filme verpflichtet. Auch hier kann wirklich keiner des Ensembles auch nur im Ansatz schauspielern, alle wirken wie die schlimmsten Amateure, die nicht einmal ihre Dialoge fehlerfrei aufsagen können. Sollten die grausigen Leistungen auch als Hommage gedacht sein, dann ist zumindest dieser Punkt höllisch misslungen.

Nach "Live Feed" liefert Regisseur Ryan Nicholson erneut ein 90minütiges Drecksprodukt ab, welches aber dieses mal doch erstaunlich unterhaltsam geraten ist, sofern man die öden und eher abstoßenden ersten 30 Minuten außer acht lässt. Die Story ist zwar, logischerweise, ziemlicher Mist, doch die blutigen und durchaus auch kreativen Morde, sowie das immer wieder mal kurze Aufblitzen von Spannung und Atmosphäre hätte man von dem Regisseur nicht erwartet. Auch wenn das Ganze dennoch meilenweit weg von einem guten Film ist und die Leistungen der Darsteller mal wieder allesamt in die Tonne schauspielerischen Abfalls gehören, so kann man sich als Genrefan hiermit doch einen einigermaßen soliden Splatter-Abend machen. Nicht ganz ohne Ärger, aber immerhin mit etwas (zugegeben ziemlich fragwürdiger) Laune!



Shock Entertainment veröffentlicht die ungekürzte Fassung in einem KeepCase, das in einem optisch sehr ansprechenden Schuber verpackt wurde. In der Hülle befinden sich zudem noch vier Sammelkarten mit blutigen Motiven. Auf der DVD selber befinden sich als Bonus knapp 400 Fotos, welche in vier Bereiche mit dem Überbegriff "Ball-Out Gallery" unterteilt sind und neben Presse- und Werbefotos auch noch Szenenbilder enthalten. Das 33minütige Making of lässt die Darsteller und auch die Macher von "Gutterballs" zu Wort kommen und zeigt zudem ein paar Einblicke hinter die Kulissen. Zwar nicht uninteressant, aber dennoch sehr oberflächlich gehalten. Da macht der Audiokommentar von Regisseur Ryan Nicholson wesentlich mehr Freude, da einiges zur Produktion beigetragen wird und auch kritische Töne neben den Lobeshymnen angeschlagen werden. Traurig stimmen hingegen die fehlenden deutschen Untertitel, so dass der Informationsgehalt nur Zuschauern mit englischen Sprachkenntnissen vorbehalten ist. Neben dem Trailer zum Film gibt es noch eine kleine Vorschau auf Interner Link"Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV" und Interner Link"Terror Firmer", die auch das Bonusmaterial beenden.

Bildtechnisch enttäuscht der anamorphe Transfer, denn obwohl "Gutterballs" eine Low-Budget-Produktion ist, sieht die Qualität nicht nach einem Entstehungsjahr von 2008 aus. Dies liegt an dem nicht optimalen Schärfegrad, der das Bild sehr weich erscheinen lässt, die Detailzeichnung somit deutlich beeinträchtigt und in Bewegungen nochmals abfällt. Auch ist ein leichtes Rauschen wahrnehmbar, das scheinbar durch eingesetzte Filter ein Rauschmuster erzeugt. Der Kontrast wurde etwas hart gewählt, so dass feine Details in den vielen dunklen Passagen des Films verschluckt werden und auch helle Bildbereiche überstrahlen. Durch diverse Stilmittel wurden die Farbtöne deutlich verfremdet und wirken meist sehr kühl und blaustichig. Durch diese Faktoren und dem dazu recht dunklen Bild geht Natürlichkeit verloren, wirkt aber gemessen der Grundstimmung des Films sehr passend. Zwar ist der Transfer ansonsten frei von Schmutz und Defekten, dennoch sorgt die Kompression für gelegentliche Unruhen, die vornehmlich in homogenen Flächen auftreten.


Vier Tonspuren werden angeboten, wobei der englische O-Ton und die deutsche Synchronfassung jeweils in Dolby Digital 5.1 und in Stereo vorliegen. Gerade die DD5.1-Spur überrascht in beiden Sprachversionen mit einer stimmigen Abmischung. Man darf zwar kein Effektspektakel erwarten, aber während die Dialoge sauber von der Front wiedergegeben werden, wird der Score und vereinzelte Umgebungsgeräusche auf die Rears verteilt. Direktionale Effekte sind allerdings nicht vorhanden, womit weder die deutsche noch die englische Fassung für einen echten Raumklang sorgt. Für eine kleine Entschädigung sorgt die dynamische Abmischung, die an entsprechenden Stellen für einen angenehmen Basseinsatz sorgt. Abstriche müssen im direkten Vergleich der beiden DD5.1-Tonspuren beim O-Ton hingenommen werden, da hier wohl der Originalton vom Set genommen wurde, der deutlich dumpfer erklingt. Die Stereovarianten sind verständlicherweise deutlich schwächer einzustufen, aber auch hier gilt die gute Dialogverständlichkeit, die ohne Überlagerungen auskommt. Wie schon beim Bonusmaterial gibt es auch beim Film selbst keine zuschaltbaren deutschen Untertitel.

Fans von Trashfilmen werden an dieser Hommage an die Slasherfilme der 80er Jahre sicherlich ihre helle Freude haben. Allein Ryan Nicholsons ausgeprägter Sinn für kreative Tötungsarten lässt wieder frischen Wind in das doch angestaubte Genre aufkommen. Bedingt durch die trashige Umsetzung und deutlichen Schwächen in der Story kann "Gutterballs" nur ein bestimmtes Publikum ansprechen. Wer sich aber damit anfreunden kann, wird sicherlich auch nicht enttäuscht werden. Nur sollte man darauf achten, dass man auch wirklich die DVD von Shock Entertainment in den Händen hält, denn um die deutsche Kaufhausfassung von Cult Entertainment sollte man aufgrund der fehlenden 15 Minuten einen großen Bogen machen.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++/---


Druckbare Version
News"Gutterballs" von Ryan Nicholson
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