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USA 2007
Originaltitel:1408
Länge:107:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mikael Håfström
Buch:Matt Greenberg, Scott Alexander, Larry Karaszewski, Stephen King
Kamera:Benoît Delhomme
Musik:Gabriel Yared
SFX:Moving Picture Company, Rainmaker, Lip Sync Post, Senate Visual Effects, Baseblack
Darsteller:John Cusack, Samuel L. Jackson, Mary McCormack, Andrew Lee Potts, Jasmine Jessica Anthony, Kim Thomson, Drew Powell, Len Cariou, Kate Walsh, Peter Conboy, Thomas A. McMahon, Walter Lewis
Vertrieb:Senator / Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Spezialverpackung
DVD-Start:25.02.2008 (Kauf)
Specials:
  • 3 Posterkarten
  • 1 Postkarte
DVD 1: Director's Cut
  • Audiokommentar
DVD 2: Kinofassung
  • Dt. Kinotrailer (2:32 Min.)
  • DVD-Tipps:
    • Death Proof - Todsicher (2:11 Min.)
    • Planet Terror (1:47 Min.)
    • Das Waisenhaus (2:34 Min.)
    • Der Nebel (1:08 Min.)
    • Halloween (1:26 Min.)
DVD 3: Bonus
  • Die Premiere (5:43 Min.)
  • John Cusack in 1408 (2:32 Min.)
  • Im Zimmer 1408 (2:07 Min.)
  • Die Geheimnisse von 1408 (22:54 Min.):
    • Die Charaktere (7:59 Min.)
    • Der Regisseur (5:13 Min.)
    • Die Spezialeffekte (4:18 Min.)
    • Das Produktionsdesign (5:23 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Kontaktaufnahme mit Lily (4:35 Min.)
    • Schuldbeladen (1:07 Min.)
    • Ich hab dich vor 1408 gewarnt! (1:57 Min.)
    • Der Raum kippt und Lily fleht vor der Tür (2:39 Min.)
    • Ankunft im Dolphin (1:00 Min.)
Der erfolgreiche Autor Mike Enslin (John Cusack) hat zwei Bestseller über Hotels geschrieben, in denen es angeblich übernatürlich zugeht. Aber seit dem Tod seiner Tochter kann ihn kein Spuk mehr beeindrucken, das Leben hat ihn schon das Fürchten gelehrt!
Er stürzt sich noch kompromissloser in seine Arbeit als ihn eine anonyme Botschaft erreicht, dass im Zimmer 1408 des New Yorker Hotels Dolphin unter seltsamen Umständen bereits 56 Gäste ums Leben gekommen sind, nimmer er diese Herausforderung an. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, checkt er sich im Hotel ein. Mike schlägt alle Warnungen des Hotelmanagers Olin (Samuel L. Jackson) in den Wind und übernachtet im Zimmer 1408 - eine Nacht, in dem der scheinbar abgebrühte Schriftsteller das wahre Grauen kennenlernen wird ...
Es ist schon ein Weilchen her, dass eine Stephen King-Geschichte die große Leinwand erobern konnte. Für Fernsehverfilmungen oder Direct-to-Video reicht es fast immer, aber im Kino durfte man sich schon lange nicht mehr bei einem King-Stoff gruseln. Interner Link"Riding the Bullet", aus dem Jahre 2004, wurde in den USA zwar auf der großen Leinwand gezeigt, ging dort allerdings so rigoros baden, dass man sich außerhalb des Landes nur zu einer Veröffentlichung auf DVD traute. 2007 allerdings konnte ein Kino-King endlich mal wieder Erfolg verbuchen. "Zimmer 1408" spielte allein in den USA fast das Dreifache seines Budgets ein und die Kritiker waren beim Zuschauen allesamt jeweils guter Laune und bewerteten den Streifen mit ordentlichen Noten. Und nach Anblick des Streifens ist dies auch kein Wunder, denn wann man sich das letzte Mal so wunderbar im Kino gruseln konnte wie hier, ist kaum auszumachen.



"Zimmer 1408" enthält nämlich wirklich alles, was man für eine gute Portion filmisches Gruseln so braucht. Angefangen bei der Geschichte, die bestens in den fantastischen Bereich passt und ein King par excellence ist. Es geht um den Schriftsteller Mike Enslin, der hinter paranormalen Phänomenen her ist. Doch seine Bücher laufen alles andere als gut und ein familiäres Drama hat ihn aus seinem spannenden Leben gerissen. Eines Tages erhält er eine merkwürdige Karte auf der er (indirekt) aufgefordert wird, sich doch einmal im Zimmer 1408 des Dolphin Hotels einzubuchen. Obwohl er vom Manager des Hotels davor gewarnt wird dies nicht zu tun, verbringt er schon bald eine Nacht darin. Aber ob er diese überleben wird, ist unklar, denn er wäre der Erste, dem dies gelingen würde. Der Horror bricht aus und der Kampf beginnt ...
Ganz klar, was King und die Drehbuchautoren hier geschaffen haben ist alles andere als neu oder gar innovativ. Nein, es wird sogar ganz bewusst mit altbekannten Fakten und Sachen gespielt und der Zuschauer mit alt bewehrten Mitteln erschreckt. Doch die Kunst besteht darin, dies in frischer Form zu präsentieren und es so miteinander zu verknüpfen, dass der Zuschauer gar nicht merkt, dass er eigentlich all das schon einmal gesehen hat. Und genau das hat King hier geschafft. Eine Story, die bis zum Schluss spannend bleibt, die bis zum Ende packt und einen genau da rüttelt, wo bei einem die Ängste verborgen sind. Und das ist es, was man haben möchte, wenn man einen King im Kino sieht. Da kann man über einige kleinere Logiklücken locker hinwegsehen, genauso wie über die Tatsache, dass hier natürlich alles rundum fantastisch ist und in keinster Weise irgendwelchen Realitäten entspringt. Es ist halt einfach eine gruselige Fantasie, die King hier zum Leben erweckt hat.



Und damit das Ganze nicht nur in geschriebener Form, sondern auch aus filmischer Sicht prächtig funktioniert, hat sich Regisseur Mikael Håfström bei seiner zweiten Hollywood-Arbeit auch mächtig ins Zeug gelegt, alle Hebel und Schalter in Bewegung zu setzen, damit der Zuschauer diesen Trip so schnell nicht vergisst. Erstaunlich wirksame Schreckmomente gehen hier mit einer beißenden und fröstelnden Atmosphäre so wunderbar einher, dass selbst die abgebrühtesten Horrorfreunde noch vor Angst im Kinosessel eingehen. Was im Zimmer 1408 so alles vor sich geht, ist schlichtweg zum Fürchten. Angefangen bei herunterbrausenden Fenstern, die der Hauptfigur fast die Finger absäbeln, über blutige Wände, eiskalte Umgebungen, Duschen, die sich selbstständig machen, Radiowecker, die sich immer dann einschalten, wenn man gerade gar nicht damit rechnet, meeresähnlichen Überflutungen, bis hin zu einer Schreckensvision nach der anderen. Wirklich jedes Detail, was in einem guten Grusler zum Tragen kommt, wurde hier eingebaut und so überwältigend stark in Szene gesetzt, dass man zutiefst in die ganze Sache hineingezogen wird.



Tja, und dass man dort so leicht auch nicht mehr herauskommt, dafür sorgen auch auf inszenatorischer Ebene alle möglichen Dinge, die in einem guten Erschreckerli nicht fehlen dürfen. Zum Beispiel die wunderbar düstere Kulisse, der man das Grauen auf den ersten Blick vielleicht nicht ansieht, aber dies so tief in seinen Mauern und seinem Aussehen verbirgt, dass man regelrecht überrascht ist, wenn das Getöse losbricht. Dann, wie schon angerissen, so einige Schockeffekte, bei denen man sich als Anfänger definitiv in die Hose macht, aber selbst als Profi immer wieder erschrickt, obwohl man sich doch eigentlich so sicher war, jeden Schockeffekt vorhersehen zu können. Und dann natürlich noch der Score, welcher einfach nur großartige Horrormusik ist und der Spannungsschraube noch zusätzlich hilft, immer stärker angezogen zu werden. Und zum Schluss noch ein paar Wendungen, die wirklich niemand vorherhsehen konnte. Wer hier keine Angst hat, ist somit definitiv schon scheintot.

Aber natürlich hat auch der Hauptdarsteller viel damit zu tun, dass das Treiben so Furcht erregend gut geworden ist. Denn was John Cusack, der uns schon in Filmen wie "Identität" gezeigt hat, dass er gut ins (Horror-)Thriller-Genre passt, hier auffährt, ist nichts anderes, als seine beste Leistung, die er bis dato auf der Leinwand gezeigt hat. Wie er seinen innerlich zerstörten, verängstigten und um sein Leben bangenden Charakter darstellt, ist schlichtweg atemberaubend und kaum noch zu toppen. Aber auch Samuel L. Jackson legt eine flotte Sohle aufs Parkett, wenngleich er leider kaum Screentime hat und Cusack bei seiner One-Man-Show nur kurzzeitig zur Seite steht. Doch Cusack ist im Alleingang kaum zu schlagen!



"Zimmer 1408" wird in verschiedenen Fassungen angeboten, wovon natürlich diese "Limited Collector's Edition" in Form einer Buchbox am interessantesten für den Sammler sein wird. Die Verpackung mit goldenem Druck erinnert in der Größe an die Verpackung von Computerspielen (bevor die hässlich flachen DVD-Cases zum Einsatz kamen) und besitzt auf der Vorderseite ein Sichtfenster in Form eines Schlüssellochs. Auf der Rückseite ist die Nummerierung vermerkt, wobei ich nicht in Erfahrung bringen konnte, wie hoch die Gesamtauflage ist (vermutlich entweder 20000 oder 30000 Stück). Im Inneren der sehr groß geräumigen Verpackung befinden sich drei stabile Pappkarten (auch etwas DIN A5) mit insgesamt 5 Postermotiven des Films. Auf der Rückseite der dritten Karte befindet sich eine Inhaltsangabe und eine Übersicht über den Inhalt der DVDs, wie man es von einer Rückseite einer DVD-Verpackung gewohnt ist. Eingebettet in eine schlichte Plastikfassung, die man mittels goldenem Band anheben kann, befindet sich das DigiPack mit den drei DVDs, das zusätzlich eine Postkarte mit einem weiteren Plakatmotiv enthält. Leider sind die Plastikhalterungen des DigiPacks ziemlich schlecht gearbeitet, so dass die DVDs häufig den Halt verlieren.



Leider ist das Bonusmaterial auf den drei DVDs nicht wirklich die 30 Euro wert, mit der diese Edition z.B. bei Amazon.de (Stand: September 2008) gelistet ist. Die Premiere ist ein typisches "meet and greet" auf dem roten Teppich, bei dem schnell noch ein paar Floskeln in die Runde der Anwesenden geworfen wird. "John Cusack in 1408" und "Im Zimmer 1408" sind ebenso nicht mehr als ein Rühren der Werbetrommel ohne wirklich Kontakt zum Fan aufzunehmen, dem vielleicht die Entstehung des Films interessiert. Das in 4 Teile gegliederte Making Of mit einer Spielzeit von 23 Minuten ist da schon wesentlich interessanter und zeigt auch, woher einige Schnippsel für die beiden anderen Mini-Features genommen wurden. Hier sind die Hauptdarsteller, der Regisseur, der Produzent und natürlich die Spezialeffekt-Teams gefragt. Besonders bei den Mutationen des Zimmers (z.B. die Neigung oder das Fluten) musste man einiges an Aufwand betreiben, was man sich vergnüglich in diesem Making Of anschauen kann. Die Deleted Scenes sind besonders wegen des Audiokommentars interessant, wo die unzähligen Schnittfassungen (3 pro Woche) angerissen werden.

Auf der DVD mit der Kinofassung befindet sich der Trailer und auf der Director's Cut-DVD ein Audiokommentar mit Regisseur Mikael Håfström und den beiden Autoren Larry Karaszewski und Scott Alexander, der sehr spannend erzählt ist. Interessant ist hierbei vor allem, wenn sich die drei Gedanken darum machen, ob einige Details dem Zuschauer auffallen und wie diese auf ihn wirken könnten. Wie das gesamte Material ist auch dieser Kommentar deutsch untertitelbar.



Man glaubt es gar nicht, welch lebendiges, fast gewaltiges Klangbild "Zimmer 1408" entfesselt. Dabei ist es eigentlich ein ruhiger Film, der aber ebenso in seinen dezenten Tönen wie auch im Brachialen überzeugen kann. Das Erfolgsrezept des Filmes liegt nicht nur in der Dynamik des Scores, die vom leisen bis zum erschreckend lauten Moment alle Töne sauber wiedergibt, sondern auch im ausgeprägten Einsatz von Surround-Effekten. Während diese in den Schocksequenzen oder den aufbauenden Spannungsmomenten davor sehr präsent sind, vergisst man auch nicht, zwischendrin für etwas Auflockerung zu sorgen. Die Rears werden dadurch beinahe über den gesamten Film weg beansprucht und der Zuschauer fühlt sich automatisch mitgerissen vom Klang. Die deutsche Fassung besitzt außerdem einen vollen, bassstarken DTS-Ton, dem leider nur eins fehlt: die Feinfühligkeit der englischen Originalstimmen. In Sachen Klang und Surroundvermögen sind sich die beiden Sprachen aber ähnlich. Toll gemacht! Auch deutsche Untertitel hat man nicht vergessen.

Das Bild ist dagegen etwas schwächer, macht aber dennoch einen guten Eindruck. Die Optik ist bestimmt durch gelbliche und grünliche Töne, die dem Zimmer ein krankhaftes Äußeres liefern soll. Aber auch ein kalter Blaufilter kommt zum Einsatz, wobei eigentlich immer Wert darauf gelegt wird, dass ein schummriges Licht die Sets nur an bestimmten Punkten ausleuchtet. Der Kontrast zieht dahingehend bestens mit. Leider hat man immer das Gefühl, die Schärfe könnte noch etwas mehr im Detail leisten, als ob der Film absichtlich etwas weich gezeichnet wurde. Zum einen kann das an den Farbfiltern liegen (wenn auch nur schwach), vielleicht aber auch an der Rauschfilterung, die offensichtlich ist, weil sie in einigen Szenen eine geringe Restkörnung übrig lässt. Trotzdem sind einige Szenen wunderbar plastisch, so dass beispielsweise die Poren von Cusacks Gesicht bestens auf DVD gebracht werden. Andererseits macht sich an anderer Stelle nur ein guter Eindruck breit, was die Gesamtleistung trotzdem auf prächtige 4,5 Punkte bringt.


"Zimmer 1408" ist nach langer Zeit das wohl gruseligste Kinoerlebnis, was man als abgebrühter Horrorfreak so haben kann. Denn hier stimmt einfach alles, damit der Film den Zuschauer noch bis in seine finstersten Alpträume verfolgen kann. Eine wunderbar fantastische Story, die zwar nichts sonderlich Neues bietet, dafür aber mit altbewährten Mitteln so wunderbar jongliert, dass man schon bald hin und weg davon ist. Verpackt in einer derart eiskalten und kaltschnäuzigen Inszenierung, die vor Schocks nur so wimmelt, Spannung bis zum Schluss bietet und sich durch seine Atmosphäre so tief in sein Publikum hinein gräbt, dass es den Türschlüssel nur mit zittriger Hand umdrehen wird, wenn es danach wieder in die eigenen vier Wände zurückkehrt. King hat alles richtig gemacht, die Filmemacher haben alles richtig gemacht und Cusack erst recht. Also DVD-Player auf und schön erschrecken lassen. Angst ist garantiert!
Das 3er Disc Set, das neben dem Director's Cut (u.a. mit alternativem Ende) und der Kinofassung eine etwas dürftig gefüllte Bonus-Disc enthält, ist von der Aufmachung her natürlich etwas Besonderes. Nur muss man entscheiden, ob man dafür etwa 30 Euro hinlegen möchte oder lieber zur abgespeckten DVD-Fassung greift, in der der Director's Cut ebenfalls enthalten ist.


Film+++++-
Bild++++/-
Ton+++++/
Bonus+++/--


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Zimmer 1408
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