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JP 2003
Originaltitel:Azumi
Alternativtitel:Azumi: The Movie
Länge:133:22 Minuten (gekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Ryuhei Kitamura
Buch:Yu Koyama, Mataichiro Yamamoto, Isao Kiriyama
Kamera:Takumi Furuya
Musik:Tarô Iwashiro
SFX:NTT Media Lab
Darsteller:Aya Ueto, Shun Oguri, Hiroki Narimiya, Hiroki Narimiya, Takatoshi Kaneko, Yuma Ishigaki, Yasuomi Sano, Shinji Suzuki, Eita, Shogo Yamaguchi, Kazuki Kitamura, Kenichi Endo, Kazuya Shimizu, Ryô, Tak Sakaguchi, Hideo Kojima
Vertrieb:Marketing Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Jp), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Steelbook
DVD-Start:15.02.2008 (Kauf)
Specials:
DVD 2:
  • Making Of "Fighting On The Edge" (41:08 Min.)
  • Battle On The Wild Side (84:55 Min)
  • Originaltrailer (1:16 Min.)
  • Promotrailer:
    • TV-Spot 1 (0:20 Min.)
    • TV-Spot 2 (0:31 Min.)
    • TV-Spot 3 (1:18 Min.)
    • TV-Spot 4 (3:00 Min.)
    • Teaser 1 (0:31 Min.)
    • Teaser 2 (0:15 Min.)
    • Teaser 3 (1:56 Min.)
    • Teaser 4 (0:57 Min.)
    • Teaser 5 (7:49 Min.)
  • Weitere Trailer:
    • Legion Of The Dead (2:14 Min.)
    • Donnerfaust und Tigerkralle (3:08 Min.)
    • Hills Have Eyes (2:34 Min.)
Nach einer grausamen Schlacht verspricht ein folgsamer Samurai mit hoher Stellung seinem Meister, dafür zu sorgen, dass es in Zukunft nicht mehr zu solch blutigen Auseinandersetzungen kommen wird. Um Kriege im größeren Ausmaß zu verhindern, soll er dafür sorgen, dass kriegstreibende Adelige bereits vor einer Eskalierung umgebracht werden. Über Jahre bildet der Mann 10 Kinder zu knallharten Kämpfern aus. Als es endlich soweit ist, die Mission anzutreten, bittet er jeden seiner Schüler, sich einen Partner auszusuchen. Nachdem sich jeder seinen besten Freund zur Seite gestellt hat, lautet der Befehl: Bringt euren Nebenmann um. Eine der Siegerinnen ist Azumi, gleichzeitig die begabteste Schülerin. Mit ihr und den anderen vier Verbliebenen macht sich der Altmeister nun auf den Weg, um die Kriegsherren Japans zu eliminieren. Was sich anfangs noch als einfach darstellt, wird zunehmend zu einer immer schwierigeren Aufgabe ...
Ich gehöre ja zu denen, die mit Interner Link"Versus" nicht wirklich viel anfangen konnten. Ich habe zwar Ryuhei Kitamuras inszenatorische Spielereien anerkannt, aber irgendwie konnte mich der Film weder fesseln, noch sonst irgendwie für sich gefangen nehmen. Alles wirkte zu sehr nach einem Versuch, einem Ausloten der Möglichkeiten, einer Austestung der eigenen Grenzen.
Dass Ryuhei Kitamura diese Grenzen überwinden kann, einen Film schaffen kann, der in seiner puren Schönheit und optischen Brillanz einfach zu viel ist, um es auf einmal aufzunehmen, um alles zu verarbeiten, das zeigt er mit "Azumi". Es ist schier unmöglich dem Film mit Worten gerecht zu werden, denn genauso wie Ryuhei Kitamura es beabsichtigt hat, ist er etwas, das man sehen, fast schon erleben muss, um die absolute und beinahe vollkommene, optische und akustische Größe dieses Meisterwerks zu erfassen. Und selbst da braucht es wohl mehrere Male, ehe man alles verarbeitet hat und in der Lage ist, die volle Wucht des Gesehenen zu begreifen.



Es ist die Geschichte von Azumi (Aya Ueto). Als Kind wird sie von einem alten Krieger, zusammen mit 9 anderen Kindern aufgenommen. Ihre Mutter ist tot, ebenso wie der Sohn des Kriegers. Sein Ziel ist es die 10 Kinder zu tödlichen Attentätern auszubilden, die in Zukunft Warlords, die einen Krieg heraufzubeschwören, töten sollen. Als die 10 zu Teenagern herangewachsen sind, stellt er sie vor eine letzte Prüfung, die nur 5 überleben. Gemeinsam mit ihrem Meister machen sich die Fünf auf, um 4 Warlords zu töten.

Soweit die Grundzüge der Story. Ryuhei Kitamura lässt dem Zuschauer keine Zeit, sich auf den Film einzustellen. Eine kurze Szene zu Beginn wie der Meister Azumi zu sich nimmt und ein kurzer Rückblick auf den Meister in einem gigantischen Schlachtfeld, wie er inmitten von Tausenden Soldaten, die Hand seines toten Sohnes hält und den Schwur leistet, Kriege zu verhindern. Dann geht es auch schon los. Die Kamera schweift über die weiten Wälder Japans, in eine Gegend irgendwo in den Bergen, auf einer Wiese sitzen zehn Teenager, sie lachen, reden und beginnen schließlich auf fast spielerische Art mit ihrem Schwertkampf-Training. Doch die Idylle wird schon bald zerstört. Und damit auch alles was der Zuschauer sich vorstellen kann. Tod und Verderben halten Einzug und werden die nächsten 2 1/2 Stunden nicht mehr weichen.



Dabei inszeniert Ryuhei Kitamura mit harten, blutigen Bildern, die aber nicht seine übertriebene Art von "Versus" aufgreifen, sondern sich auf einem realistischeren Level bewegen. Es ist diese Härte, gepaart mit einer Kameraarbeit, die wohl ihres Gleichen sucht und so noch nicht zu sehen war, die den Film in einem Schwebezustand zwischen realistischem Look und Fantasy versetzt. Es wird gesprungen und geflogen, aber nie in einem solchen Rahmen, wie es etwa in Interner Link"Hero" zu sehen war. Die Kämpfe sind unglaublich ästhetisch inszeniert. Jede Szene, jede einzelne Kameraeinstellung stellt alte Sehgewohnheiten auf den Kopf. Langsame Fahrten, schnelle Schnitte, Nahaufnahmen, rasende Kamerafahrten, Zeitlupensequenzen, all das wird kombiniert, aneinander gereiht, man mag es einfach nicht wahr haben, dass diese unterschiedlichsten Stile so perfekt harmonieren, solch atemberaubende optische Erlebnisse bieten. Auf die Spitze getrieben wird dies im finalen Kampf zwischen Azumi und dem ganz in weiß gekleideten Kämpfer des zu tötenden Warlords. Wenn hier die Kamera um die auf einem Steg stehenden Kontrahenten kreist, dann spätestens offenbart sich die ganze Klasse und optische Bandbreite, die Ryuhei Kitamura in "Versus" schon aufblitzen ließ.
"Azumi" ist optisch ein Film, der auf lange Sicht unerreicht bleiben wird, der noch in Jahren als Maßstab für innovativen Einsatz und Bildern gelten wird.

Auch akustisch ist "Azumi" eine Mischung verschiedenster Stile. Klassische japanische Musik, Drum'n'Bass Parts und rockige Gitarrensounds verschmelzen zu einem Soundtrack, der nicht nur in jeder Szene passend ist, sondern auch noch unmerklich die Wirkung der Bilder verstärkt. Auch hier ist Großes gelungen.



Doch all diese Dinge sind nichts wert, wenn die Darsteller von optischer, inszenatorischer Perfektion überschattet werden, im schlimmsten Fall gar versuchen dagegen anzuspielen und dabei erst recht scheitern. Auch hier beweist Ryuhei Kitamura Weitsicht und dass er über ein glückliches Händchen verfügt.
Insbesondere Aya Ueto als Azumi ist perfekt besetzt. Es gelingt ihr, die zum Teil unendlich tragische Figur Azumi mit einer Kraft und Würde darzustellen, die einfach gefangen nimmt. Optisch ist sie ein typischer, schöner, fast schon niedlicher Teenager, doch in ihren Gesten und Blicken blitzt immer wieder das Tödliche und Gefährliche durch. Herrlich gespielt wird mit dieser tödlichen Unschuld, in den Szenen vor der Ermordung des ersten Warlords, wenn sie als leicht naiv wirkendes Mädchen bis zum angelnden Herrscher kommt und mit diesem ins Gespräch kommt, ehe sie ihn mit ihrem Schwert tötet.

Die Kämpfe sind atemberaubend choreografiert, bieten trotz der Beschränkung auf nur eine Waffe genug Abwechslung, um nicht zu langweilen und zeigen deutlich die Handschrift, die auch schon in "Versus" zu sehen war. Herausragend sind hierbei sicherlich der Kampf in einem dunklen, von wenigen Lichtstrahlen durchdrungenen Wald, in dem Azumi in Zeitlupe 5 Gegner tötet, so wie der finale Kampf, in dem sie an die 100 Gegner niedermetzelt. Hier zeigt sich nicht nur, dass perfekt an den Choreografien gearbeitet wurde, sondern dass auch die Kulissen und Kostüme grandios umgesetzt wurden. Auch die Auswahl der Locations wurde perfekt getroffen und so wird die Landschaft immer wieder in wunderschönen Bildern eingefangen.



"Azumi" ist Unterhaltungskino, aber in diesem Genre dürfte es schwer werden dieses Meisterwerk zu übertreffen. Zumal es gelingt neben der puren Unterhaltung, auf die ja "Versus" ausgelegt war, die Tragik und Tiefe der Mangavorlage zu übertragen und somit einen Film zu schaffen, der auf hohem Level unterhält und auch abseits von grandioser technischer Inszenierung einiges zu bieten hat. "Azumi" ist die Übertragung des klassischen Swordplay Movies hin in ein neues Zeitalter. Er kann dabei sicher nicht die Klassiker verdrängen, hat aber allemal das Potenzial in etlichen Jahren selbst als Klassiker in die Filmgeschichte einzugehen. Für mich persönlich eines der faszinierendsten Filmerlebnisse und ein Film, der alles bietet, was ich erwartet habe, das Erwartete letztlich sogar um Längen übertrifft. Hier sind 6 Punkte eindeutig zu wenig und werden diesem Film nicht gerecht.
Und mal schauen, vielleicht kann ich "Versus" bei nochmaligem Schauen ja doch etwas mehr abgewinnen.

Wenn schon eine ausländische DVDs eine ordentliche Vorlage liefern, dann ist es klar, dass die deutschen Labels diese auch nutzen. Erfreulich ist, dass man auf kein Ghosting trifft und der Verschmutzungsgrad sehr gering ist. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn man alle kleinen Kratzer hätte ausmerzen können, denn es ist schon ein wenig befremdlich, wenn eine aktuelle Produktion wie diese plötzlich - wenn auch selten - einen schwarzen Fleck im Bild enthält. Sieht man davon ab, ist die Bildqualität etwas zwiespältig - nicht aber, weil sie schlecht ist, sondern weil sie deutlich besser sein könnte. Ein großer Pluspunkt ist die überwiegend detailreiche Schärfe, bei der die Leistung an den Konturen aber die Oberflächendarstellung ein wenig übertrifft, vermutlich durch ein wenig Nachzeichnung. Beispielsweise in der 123. Minute, wenn Azumi mit ihren Freunden vereint vor einem hellen Hintergrund steht, sieht man deutlich die Doppelkontur ihres Umhangs. Das kratzt an der Natürlichkeit des Bildes, die sonst versucht, mit übersättigten Farben eine Fantasy-Welt zu kreieren, die aber auch etwas ins Grünliche neigt. Auch hier ist Kritik angebracht, denn viele Szenen sehen etwas matt aus, könnten eine Helligkeitsanpassung vertragen, um die Farben noch etwas herauszuarbeiten. Auch das Hintergrundrauschen ist stellenweise noch etwas überpräsent, aber eine Filterung hätte der DVD vermutlich nicht gut getan. Somit muss man sagen, dass das anamorphe Bild der DVD, die eigentlich nur in der Endszene auf dem Schiff Verblockungen zeigt, etwas dem opulenten Film mit seinen fantastischen Bildern nachsteht, die noch etwas mehr Spritzigkeit vertragen könnten. Zu 4 Punkten reicht es aber noch gerade so.



Übertragbar ist dieser Eindruck, auch wenn es sich nun um eine andere Kategorie handelt, auch auf die Werte der drei Abmischungen. Als Standard halten die beiden 5.1-Spuren in zwei Sprachen her, die durch einen insgesamt lauteren DTS-Mix komplettiert werden. Viel wichtiger als der sind aber die deutschen Untertitel, denn der Originalton lohnt sich. Es wäre den Fans nämlich lieb gewesen, wenn etwas mehr Aufwand in das Engagement besserer Sprecher gesteckt worden wäre. So ist z.B. der psychopathische Schwertkämpfer, der aus dem Gefängnis geholt wird, um die Attentäter aufzuhalten, keine gute Wahl. Auch kann die Abmischung insgesamt nicht ganz mit dem Originalton mithalten, denn der ist etwas ausgewogener bei der Nutzung der hinteren Lautsprecher. Den gesamten Film über können sich zwar immer wieder die Action-Szenen etablieren, aber danach bleibt es etwas fad im Surround-Bereich. Im Deutschen drückt vielleicht auch ein wenig die Synchro. Ansonsten wird man mit einigen feinen Effekten bedient, die zwar nicht die gesamte Dynamikbreite nutzen, aber im Hoch- wie auch Tieftonbereiche schon mal ordentlich losrasseln. Die Musik ist ohnehin ein wichtiger Faktor des gesamten Tones, denn sie lockert das Geschehen gekonnt auf. Auch hier wegen der Zurückhaltung, passagenweise sogar Frontlastigkeit noch 4 Punkte.

Da die Extras auf die DVD 1 ausgelagert sind, gibt es an der ersten DVD eigentlich nichts zu bemängeln - außer, dass 8 Kapitel ein bisschen wenig sind für einen 2stündigen Film.
DVD 2 wartet mit zwei sehr ausführlichen Making Ofs auf, die mit einer Gesamtspielzeit von 2 Stunden überraschen. Auch inhaltlich wird einiges geboten, ohne dass das Material aufdringlich oder langweilig wird. Meist wird ein bunter Querschnitt aus Interviews und Behind The Scenes-Material gezeigt, der vor allem wegen charismatischen, wenn auch zurückhaltenden Art der Hauptdarsteller auffällt, die versuchen, möglichst natürlich herüber zu kommen. Ein paar Szenen wurden auch verwendet, diese aber nur der Anschaulichkeit. Kleinere thematische Überschneidungen gibt es zwar (z.B. die Verletzung von Azumi-Darstellerin Aya Ueto zu Beginn der Dreharbeiten), aber man hat trotzdem das Gefühl, stets etwas Neues zu sehen. Sehr viel Wert wird natürlich auf die Entstehung der Kämpfe und Action-Szenen gelegt, die einige amüsante Details zutage fördern. Sollte man als "Azumi"-Fan gesehen haben! Der Rest sind dann eher unbedeutende Extras wie Trailer, TV-Spots und Teaser.


Auch Jahre nach meinem ersten Blick auf "Azumi" bin ich noch begeistert von der Verbindung von Action, Emotionalität und der Erzählstruktur. Nun bekommt man mit dieser Doppel-DVD von Marketing Film zwar die japanische Originalfassung serviert, die etwas länger als die auch auf DVD erhältliche, westliche Fassung ist, nur liegt die Betonung des "Director's Cut" auf dem Wörtchen "Cut": Sehr offensichtlich wurden sämtliche Gewaltszenen im entscheidenden Moment um Details wie Blutfontänen oder anderweitige Effekte erleichtert, um die FSK von einer Freigabe ab 18 Jahren zu überzeugen. Das entstellt den Film dermaßen, dass die Action-Sequenzen (und damit auch der gesamte Film) nur noch halb so viel Spaß machen, auch weil es zu Sprüngen kommt.
Wer den Film also wirklich in seiner Langfassung genießen möchte, sollte unbedingt von dieser Doppel-DVD die Finger lassen. NSM bzw. Laser Paradise bieten die unversehrte Fassung mit einem SPIO/JK-Siegel an. Zwar fehlt dort die Bonus-DVD mit dem umfangreichen Material, aber auf das sollte man einfach verzichten können, weil es dem gekürzten Film letztlich nicht hilft. Schade, aber so ist diese Edition nichts wert.


Film++++++
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++/-


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Azumi 2: Death Or Love (2 DVD Metal Edition)
Azumi
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