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UK 2008
Originaltitel:Cottage, The
Länge:87:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Paul Andrew Williams
Buch:Paul Andrew Williams
Kamera:Christopher Ross
Musik:Laura Rossi
SFX:Vesna Giordano
Darsteller:Andy Serkis, Jennifer Ellison, Georgia Groome, Doug Bradley, Katy Murphy, Reece Shearsmith, Dave Legeno, Steve O'Donnell, Johnny Harris, Simon Schatzberger, Logan Wong, Jonathan Chan-Pensley
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:24.07.2008 (Verleih) / 21.08.2008 (Kauf)
Specials:
  • 9 entfallene Szenen:
    • Smoking Joe (2:50 Min.)
    • Auf der Jagd (1:00 Min.)
    • Ankunft im Dorf (2:46 Min.)
    • Verängstigter Andrew (1:06 Min.)
    • Fasane (1:39 Min.)
    • Chun sucht Muk Li (1:20 Min.)
    • Andrews Bein - Teil 1 (0:28 Min.)
    • Andrews Bein - Teil 2 (0:37 Min.)
    • Leichen-Montage (1:24 Min.)
  • Outtakes (4:49 Min.)
  • Storyboards:
    • Peter & Tracey lernen den Farmer kennen
    • Kampf gegen den Farmer
  • Trailershow:
    • 8 Blickwinkel (1:11 Min.)
    • Hancock (1:36 Min.)
    • 21 (2:01 Min.)
    • April, April (1:44 Min.)
    • Prom Night (1:57 Min.)
    • Starship Troopers 3 (1:58 Min.)
Nachdem ihr Entführungskomplott gescheitert ist, verstecken sich die ungleichen Brüder David und Peter in einem einsamen Haus auf dem Land - wo ihre Nerven auf eine harte Probe gestellt werden. Mit einer Geisel im Schlepptau, die sich standhaft weigert, den Mund zu halten oder sich fesseln zu lassen, werden die beiden schnell zu Gefangenen ihres eigenen Opfers. Richtig ernst wird die Lage allerdings, als die drei die Bekanntschaft ihres psychotischen, Axt schwingenden Nachbarn machen.
Man, was hatte ich Spaß! Die witzigsten Horrorkomödien kommen echt fast immer aus England - "The Cottage" macht da keine Ausnahme, wenn auch das Ganze nicht sehr originell ausgefallen ist. In gewisser Weise in seinem Aufbau an Interner Link"From Dusk Till Dawn" erinnernd, beginnt "The Cottage" als skurrile Entführungsgeschichte, in der zwei leicht unorganisierte Brüder ein durchaus wehrhaftes weibliches Geschöpf mit reichlich Holz vor der Hütte in solch eine bringen. Natürlich geht dabei alles schief, was nur schief gehen kann; das in der Flucht des vermeintlichen Opfers gipfelnde Ende dieser im Gesamtkontext doch eher missglückten Entführung ist gleichzeitig Auftakt für eine Blut durchtränkte zweite Hälfte, die stark von Hinterwäldlerhorrorelementen dominiert wird; nicht aber ohne den - besonders in den Dialogen - starken Humor der ersten Hälfte zu vernachlässigen.



Natürlich haben wir alles irgendwo schon einmal gesehen: die dumpfbackigen Gangster, die auch mal vergessen ihre Masken aufzusetzen bevor sie in Dialog mit ihrer Geisel treten, den entstellten Hinterwäldler, der alle killt, die auch nur in die Nähe seines Grundstücks kommen und sich aus deren Überresten neue Masken schneidert; ja selbst die aus anderen Genrefilmen bekannte Bärenfalle darf hier wieder zum Einsatz kommen. Wer hier essentiell Neues erwartet - sei es Story oder Gore: Haltet lieber Abstand von dem Film. Vor allem Letzterer ist hier unterpräsent. Es gibt zwar schon ein paar nette, auch recht blutige Szenen, jedoch wirklich rumgesaut wird zu keiner Sekunde. Aber das ist auch egal, denn die inneren Werte sind hier nicht gleichbedeutend mit Innereienauskehr. Nein, was hier richtig gut gefällt, sind die Charaktere an sich, allen voran die beiden Gangster.



Vor allem die zwischenmenschliche Ebene der beiden Brüder ist sehr gelungen. Andy Serkis (Gollum aus der Interner Link"Herr der Ringe") & Reece Shearsmith liefern sich hier staubtrockene Verbalitäten "en masse", die Zeichnung des "Harten" und des "Zarten" ist realistisch, erdig und sympathisch. Man merkt, dass die Chemie zwischen den beiden einfach stimmt. UK-Bekanntheit Jennifer Ellison nur auf ihre Brüste zu reduzieren, wäre aber unfair. Sie mimt das kämpferische Kidnappingopfer auch recht cool, haut Sprüche raus, dass einem die die Ohren rot werden und sorgt gerade ob ihrer kratzbürstigen Art in der ersten Halbzeit für richtig Spaß. Auch wenn das Skript dann in der zweiten Hälfte doch nicht so viel hergibt und seine handvoll agierenden Darsteller irgendwann mehr oder minder dahingemetzelt werden: Selbst da ist man noch am Lachen.


Ein paar Querverweise auf bekannte Klassiker gibt es auch: die Schippenszene aus Interner Link"Day of the Dead", die Jason-Machete & eine Interner Link"Predator" mäßige Kopferbeutung - um nur ein paar zu nennen. Von einer Parodie oder Persiflage kann man aber trotz dieser Vielzahl von Zitaten nicht sprechen. Auch wenn vieles bekannt vor kommt, genug Eigenständigkeit mag ich dem Streifen dennoch attestieren. Der in einer Nacht spielende Film ist recht stimmig photographiert, Schockszenen sind jedoch kaum auszumachen, kommen dann aber gelungen rüber. Ja, bisweilen wird sogar eine leichte, "echte" Horrorfilmatmosphäre aufgebaut, doch der Grundtenor ist immer "very british". Anzumerken sei noch, dass der kurze Auftritt von Doug "Pinhead" Bradley wirklich sehr sehenswert ist, wenn auch wirklich nur sehr kurz.


"The Cottage" ist ein kleiner Independentfilm, der sich nicht wirklich ernst nimmt, es aber größtenteils schafft, den Spagat zwischen Humor und Horror zu meistern, garniert mir seinem ganz eigenem englischen Charme. Zwar nicht so gut wie Interner Link"Shaun of the Dead", aber mindestens genauso gut wie ein Interner Link"Severance" - trotz seiner geringen Originalität. Doch, er hatte wohl was ...


Sony Pictures veröffentlicht "The Cottage" in seiner Unrated-Version, welche von der FSK ein "Keine Jugendfreigabe"-Siegel erhalten hat. Bildtechnisch kann sich das Breitbild durchaus sehen lassen, wobei der Transfer insgesamt sehr weich und weniger detailliert erscheint. Nahaufnahmen, sowie Halbtotale erweisen sich vor allem in gut ausgeleuchteten Räumen als angenehm scharf und zeigen einige Details, sobald das Bild aber abgedunkelte Szenarien zeigt, fällt die Schärfe deutlich ab und auch der Kontrastumfang verändert sich schlagartig. Fehlt es dem Kontrast sowieso schon an einem satten Schwarzwert, wurde dieser in dunklen Szenen künstlich aufgehellt, was den Vorteil hat, dass keine Details verloren gehen, das Bild dafür meist einen sehr starken bläulichen Touch aufweist und flau erscheint. Ansonsten sind die Farben sehr natürlich, erscheinen aber niemals übermäßig kräftig und unterliegen wie der restliche Transfer den Stilmitteln des Regisseurs. Bildrauschen oder gar Defekte sind nicht auszumachen und selbst die Kompression hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Mit einem höheren Schärfeverhalten hätte wir dem Bild sicherlich einen Punkt mehr gegeben, denn technisch gibt es nicht auszusetzen.


Die deutsche Dolby Digital 5.1-Spur wirkt leider sehr frontlastig und auf direktionale oder kräftig Surroundeffekte müssen wir weitgehend verzichten. Die Rears werden meist für den Score oder dezent für leise Umgebungsgeräusche genutzt. Dabei fehlt es der Tonspur nicht nur an Druck und Dynamik, sondern auch an einer klaren Abmischung der Dialoge. Zwar sind die Stimmen stets gut zu verstehen und drängen sich nicht auf, klingen insgesamt aber etwas verhalten für eine neue Produktion. Insgesamt also nur wenig räumlich und lediglich der Score darf für ein dezentes Raumgefühl sorgen. Der englische 5.1-Mix klingt nicht sonderlich anders, hat dafür den Vorteil der natürlicheren Sprachwiedergabe und klingt im Ganzen etwas detaillierter und stimmiger als der deutsche Track, wobei der Surroundbereich auch hier eher dezent ausgefallen ist. "The Cottage" hätte diesbezüglich eine Menge Potenzial gehabt.


Das Bonusmaterial ist nett, aber nicht sehr umfangreich. So spendiert man uns neben diversen Trailer zu anderen Filmen aus dem Hause Sony Pictures (den Originaltrailer gibt es mal wieder nicht), neun gekürzte Szenen, sowie 4 Minuten an Outtakes. Zum Schluss gibt es noch zwei Storyboard-Zeichnungen. Ein Making of oder ähnliches gibt es leider nicht.
Lasst den Abspann des Filmes ruhig druchlaufen, danach gibt es noch eine kleine, aber nicht sonderlich originelle Szene zu bestaunen. Fans von gut gemachten Horrorkomödien sollten zuschlagen.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++----


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NewsSony bringt "The Cottage"
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