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USA 2005
Originaltitel:Shadow: Dead Riot
Alternativtitel:Shadow - Dead Riot
Länge:86:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Derek Wan
Buch:Michael Gingold, Richard Siegel
Kamera:Derek Wan
Musik:Vernon Reid
SFX:Pete Gerner, Brian Spears
Darsteller:Tony Todd, Jeff Atwood, Margaret Baker, David Brown, Lee Burkett, Tatianna Butler, Chris Fraley, Jamie Greco, Carla Greene, Sergio Jones, Andrea Langi, Ruby Larocca, Nina Hodoruk, Michael Quinlan, Cat Miller, Misty Mundae, Debbie Pingitore, Anna Curtis, Moet Meira
Vertrieb:Savoy Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:23.05.2008 (Verleih) / 27.06.2008 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:23 Min.)
  • Hidden Feature (3:02 Min.)
  • Trailershow:
    • I am Omega (0:51 Min.)
    • Trigger Man (1:23 Min.)
    • The Rage (1:41 Min.)
    • Numb (2:00 Min.)
    • Broken: Engel des Todes (1:36 Min.)
    • Jack Brooks: Monster Slayer (2:05 Min.)
    • The Last Man on Earth (3:45 Min.)
    • Tampopo (1:47 Min.)
    • Minbo - Die Kunst der Erpressung (2:05 Min.)
    • Recon 2020 (0:53 Min.)
    • Die letzte Rechnung zahlst du selbst (2:59 Min.)
    • Mortal Fighters (1:41 Min.)
    • Martial Arts Finest-Reihe:
      • The Prodigal Son (3:57 Min.)
      • The Magnificent Butcher (4:06 Min.)
      • The Iron-Fisted Monk (3:48 Min.)
Als das Blut des satanischen Serienkillers Shadow kurz nach seiner Hinrichtung durch die Korridore des Hochsicherheitstrakt fließt, kann ein Häftlingsaufstand gerade noch brutal niedergeschlagen werden. Die zahlreichen Leichen des Massakers werden gemeinsam mit Shadows Überresten heimlich auf dem Gelände verscharrt. 20 Jahre später ist aus dem Gefängnis ein Frauenknast geworden. Und Shadow terrorisiert aus dem Jenseits die hilflosen Insassinnen des Gefängnisses. Aber eigentlich hat er es nur auf die taffe Solitaire abgesehen. Als plötzlich Zombies aus ihrem Gefängnisgrab auferstehen, um ihrem Meister Shadow zur Hilfe zu kommen und die weiblichen Gefangenen durch die Korridore jagen, ist Solitaire die einzige, die es wagt, sich Shadow und den Untoten entgegenzustellen. Der finale Showdown hat begonnen.
Aus leidlicher Erfahrung weiß ich, dass die Kurzkritiken im Programmheft zum FFF gern in überschwänglicher Art und Weise die Filme anpreisen, nicht jedoch immer den Nagel auf den Kopf treffen. Somit für Euch eine vielleicht etwas objektivere Kritik zu diesem Film, die als Warnung oder gar als Tipp ausgelegt werden kann. Sagen wir es so: Inwieweit mögt ihr Genrevermischungen? Da ich persönlich diese lieber sehe als recycelte, besser gesagt verschandelte Neuverfilmungen altbekannter Klassiker, jedoch auch im Wissen war, dass solche Verquickungen in die Hose gehen können, ging ich sowohl mit Skepsis, als auch mit Neugier an diesen Frauenzuchthauszombiefilm heran. Aber wie man allein schon an meiner Note sehen kann, wurde ich alles andere als enttäuscht! Ich muss aber eingestehen - sicherlich für manchen Leser nix neues - dass ich schon ein Faible für verquaste Horrorfilme habe. Dem einen oder anderen dürfte daher dieser sich nicht selber ernst nehmende Genrebeitrag "zu" abgefahren sein. Allein die Idee, einen Frauenzuchthausfilm mit Motiven des Zombiefilms zu paaren, ist schon sehr wagemutig. Da muss schon das Budget einigermaßen stimmen, die Machart so gediegen sein, dass auch bei leeren Bierkästen im Haus ein gewisser Spaßpegel konstant bleibt und der Name Tony Todd nicht nur als minutiöses Zugpferd herhält. Müsste, sollte, könnte ...


Der Anfang ist jedenfalls schon einmal stimmig. In düsteren Bildern fährt die Kamera durch die verlassenen Flure eines maroden Knastes, Gefangene versuchen räkelnd Blicke zwischen ihren Zellenstäben heraus auf die Geschehnisse ein paar Zellen weiter zu erhaschen, in der der Gefangene "Shadow" (Tony Todd) auf seine Hinrichtung per Giftspritze wartet. Der psychopathische Serienmörder denkt jedoch nicht daran Trübsal blasend sein Leben Revue passieren zu lassen, sondern zelebriert ein letztes schwarzmagischen Ritual. So verwundert es einen kaum, dass die Hinrichtung per Giftspritze alles andere als glatt verläuft und das unvermeidliche passiert. Als "Shadow" mit einem lauten Knall explodiert, werden auch ruckartig die Gefängniszellen seiner Mitgefangenen aufgesprengt, deren Massaker an den Wärtern jedoch in letzter Instanz blutig niedergeschlagen werden kann. Zusammen mit "Shadow" werden die erschossenen aufständischen Gefangenen im Erdreich des Gefängnisses verbuddelt.
20 Jahre später. Inzwischen ist es aus dem Männerknast eine Erziehungsanstalt für gewalttätige Mädchen geworden, was aber nichts am rudimentären System ändert. Gewalt herrscht vor, Blut fließt und gerade der Neuzugang - eine stille Einzelkämpferin - weiß nicht, was sie mit ihrer Präsenz unfreiwillig heraufbeschwört ...


Freunde von Frauenzuchthausstreifen werden trotz markanter Elemente dieses Subgenres nicht viel Spaß mit diesem Film haben, dafür ist der Streifen zu überzeichnet und nicht wirklich anstößig genug. Jedoch gefällt einem vielleicht diese erste Dreiviertelstunde geballte Frauenpower mit den obligatorischen Duschszenen, lesbischen Annäherungen und typischen Charakteren wie dem bösen Anstaltsarzt oder der herrischen Wärterin. Die atmosphärische Entwicklung ist nach dem düsteren Anfang aber eher konträr, die bunten Sets und farbenfrohen Kleider der Insassinnen deuten mehr auf eine schrille Hommage an bekannte Vorbilder hin, die klischeehaften Zeichnungen untermauern diesen Eindruck nur. Da kennt jemand seine Vorbilder, lässt eine Nummernrevue aufgezählter Merkmale parieren, um nur eine halbe Stunde später den Fluss des Films völlig umzukrempeln.


Bis dato muss sich die Hauptfigur "Solitaire" (Carla Green) in der Hierarchie der Gefangenen behaupten, welche von einem wirklichen Mannsweib angeführt wird und ein Dutzend von Anhängerinnen um sich scharrt. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Gefängnis das zarte Pflänzchen, das von dieser Gang terrorisiert wird und für sie kuscht. Was mich sehr gefreut hat ist, dass dieser Part von meiner Lieblingsdarstellerin Misty Mundae übernommen wurde, die auch hier wieder nicht nur mit ihren großen Augen kullert, sondern auch für Lesbenszenen herhalten muss. Im Gegensatz zu ihren früheren Werken und auch im Vergleich zu anderen Frauenzuchthausstreifen ist diese sexuelle Komponente aber eher zurückhaltend eingebaut wurden, auf den Akt hin drangsaliert wird niemand. Wenn auch der Name der blonden Wärterin, Elsa (= Ilsa) Thorne (Nachname der "echten" Ilsa-Darstellerin Dyanne Thorne), Erinnerungen an einen anderen Frauenschlag weckt. Dafür aber entschädigt dann doch manch wohlgeformte Brust der überwiegend attraktiven Darstellerinnen und somit kann eine gewisse ästhetische Darstellung gezwungene Liebe zumindest nicht ganz abgesprochen werden.


Leider ist - schnief - der Auftritt von Misty viel zu kurz, sprichwörtlich von Sekunde auf Sekunde ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Das sind die Momente im Film, in denen man daran erinnert wird, sich immer noch in einem Horrorfilm zu befinden und in denen er auf bedrohliche Atmosphäre setzt. Die erste Stunde sind die Attribute Spannung und Atmosphäre jedoch Spaß und Fleischbeschau untergeordnet. Lediglich die eingestreuten Visionen von "Solitaire" sind düsterer Machart und dienen dazu etwas über die Hintergrundgeschichte des "Shadow" zu erzählen.

In diesen hat dann auch Tony Todd, der sich mit seiner charismatischen Darstellung als Interner Link"Candyman" einen Namen gemacht hat, seine vereinzelten Auftritte. Der von ihm gespielte Charakter des "Shadowman" bleibt leider etwas blass, viel erfährt man nicht über ihn, außer dass er gern mordet und satanische Rituale zelebriert. Das war es, viel Hintergrund hat sein alter Ego nicht. Auf Grund dieser "Lückenbüßerrolle" hat der Name Tony Todd mehr eine Zugpferdfunktion und wäre auch austauschbar gewesen. Es hätte sicherlich noch andere Darsteller von solcher Statur gegeben, vielleicht auch welche, die nicht diese unnötigen Rastazöpfe gebraucht hätten. Vielleicht sollte es nur den "Voodoo"-Wesenszug unterstreichen, sieht aber letztendlich doch etwas dämlich aus. Da hat Carla Green als resolute "Solitaire" doch mehr charakterliche Tiefe, wenn auch unnütz zu erwähnen ist, dass es sich hier nicht um ein emotionales Stück Feminismusplädoyer handelt. Aber sie macht ihre Sache gut und das reicht.


Auch nicht so wirklich gelungen, aber immerhin noch recht ansehbar sind die zahlreichen Bluteffekte. Und da wird einem eine Menge geboten, wenn auch nur altbekanntes und dazu nur mäßig getrickst. Hälse werden aufgeschlitzt, Herzen heraus gerissen, Gliedmaßen amputiert und ein wenig Gedärme gemampft. Hört sich "schlimmer" an als es ist, denn hier ist das fehlende Budget deutlich sichtbar. Besonders die zahlreichen Kopfzerschießungen hinterlassen einen faden Beigeschmack. Da aber alles recht schnell geschnitten wurde und am Ende ein pures Schlachtfest stattfindet, ist dies ein verzeihbarer Makel. Da fallen und stoßen einem die Masken der Zombies schon eher auf; hier wäre es wirklich netter gewesen, hätte man sich etwas mehr Mühe mit ihnen gemacht. Trotzdem sind dank schicker Fotografie ihre Auftritte recht atmosphärisch, wenn auch nicht so intensiv wie in dem Ultrametzelfilm "Dead Men Walking", der ja in ähnlicher Kulisse spielt. Mangels Budget sind die unnötigen CGI-Spielereien, die sich aber Gott sein Dank in Grenzen halten, bis auf durch das Erdreich sickernde Blut optisch einigermaßen gemacht. Wenn ich noch weiter meckern darf - was uns hier als Baby verkauft wird, ist glatter Hohn und selbst ein vom Budget ähnlich gelagerter Interner Link"Sars Wars" hatte bessere Embryonalszenen! So genug gemeckert, ein wenig Lob muss ich auch noch aussprechen:


Es gibt nämlich eine Menge klasse choreographierter Kampfszenen, vorwiegend Kung-Fu, die optisch ziemlich was hermachen und keinesfalls mit dem Kinderkarate bei "Return of the Living Dead 4: Necropolis" vergleichbar sind. Regisseur Derek Wan zeichnete sich nämlich als Kinematograf bei dem Jet Li-Film Interner Link"Fist of Legend" verantwortlich und lässt auch hier keine Gelegenheit aus, die erzürnte Protagonistin ihre Gegner, seien es andere Frauen oder gar Zombies, platt zu machen. Dass die Kämpfe ziemlich "wild" und überzeichnet sind, tut dem Vergnügen, sie zu beobachten, keinen Abbruch; ja sie passen sogar in ihrer Zeichnung sehr gut zum übrigen Geschehen, das - wie ich schon erwähnte - in seiner zweiten Hälfte ein wenig an "Dead Men Walking" erinnert, jedoch ohne dessen Intensität zu erreichen.

Wie man so lesen konnte gibt es eine Menge Licht- und Schattenseiten. Im Ganzen habe ich mich aber doch recht gut unterhalten gefühlt; ein Auge beim Budget zugedrückt, das andere bei Misty um so weiter aufgerissen! Meine anfänglichen Worte - ich habe ein Faible für solche Werke und mag "Billigproduktionen" - sollte sich ein jeder noch einmal durch den Kopf gehen lassen und für sich selber entscheiden, ob ihm der Besuch des Films bzw. der DVD-Kauf Wert ist.


Das anamorphe Bild von "Shadow: Dead Riot" liefert gute Werte und kann trotz des geringen Budgets überzeugen. Gedreht auf HD-Video darf man Derek Wan attestieren, dass er weiß, wie er mit wenig deutlich mehr erreicht. Zuerst fällt die Schärfe positiv auf, nur in schnellen Bewegungen geht etwas vom vorhandenen Niveau verloren. Kritik lässt allerdings ein leichtes Hintergrundrauschen aufkommen, da einigen Szenen mit einer gewollten Körnung versehen wurden, was Details ein wenig beeinträchtigt. Wesentlich besser gestaltet sich aber noch die Kantenschärfe, die ohne ersichtliche Mängel die Konturen perfekt wiedergibt. Auch die Farben wissen zu gefallen und unterstreichen den Charakter des Films mit ihren kräftigen Tönen. Der Kontrast wurde stilbedingt etwas übersteuert und überstrahlt in hellen Bereichen, ansonsten wirkt alles ausgewogen und lässt ein plastisches Bild entstehen. Auch die Kompression gibt kaum Anlass zur Kritik und bedingt durch das verwendete Filmmaterial weist der Transfer auch keine Defekte und Verschmutzungen auf.


Während der englische Ton in einer echten 5.1-Abmischung vorliegt, wird für die deutsche Synchronfassung lediglich ein Upmix angeboten, der die Frontkulisse auch auf die Rears überträgt, womit auch nicht ansatzweise ein räumliches Klangbild geschaffen wird. Abhilfe schafft die deutsche 2.0-Spur, die mit kleinen Surroundeffekten ausgestattet sehr gut abgemischt wurde. Das Verhältnis zwischen Dialogen, Musik und Effekten ertönt sehr ausgewogen, womit es zu keinen Überlagerungen kommt. Die englische Tonspur sorgt für einen angenehmen Raumklang, da neben der Musik auch einige Effekte auf die Rears gelegt wurde, dennoch hätte die Lautstärke im Vergleich mit der Front etwas homogener sein können, da der Hintergrund deutlich leiser klingt als die Front. Positiv ist wiederum die gute Dialogverständlichkeit aller drei Tonspuren und die Option, noch zusätzlich deutsche Untertitel hinzuzuschalten.


Die angegebenen Extras auf der Rückseite des Covers sind leider nicht vorhanden. Zum Film liegt lediglich der Originaltrailer sowie ein kleines aber feines Hidden Feature vor. Zudem befindet sich noch eine umfangreiche Trailershow mit einigen wirklich interessanten Titeln auf der DVD.

Bei wem nun das Interesse geweckt wurde für "Shadow: Dead Riot" darf aufgrund des Films und der guten Qualität bedenkenlos zugreifen. Einzig die fehlenden Extras schmälern den positiven Gesamteindruck etwas.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus/-----


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Shadow: Dead Riot
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