Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
IT, D 1967
Originaltitel:Al di là della legge
Alternativtitel:Beyond the Law
aka. Bloodsilver
aka. Good Die First, The
Länge:109:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Giorgio Stegani
Buch:Giorgio Stegani, Mino Roli, Fernando Di Leo
Kamera:Enzo Serafin
Musik:Riz Ortolani
Darsteller:Lee Van Cleef, Lionel Stander, Antonio Sabato, Valentina Arrigoni, Hans Elwenspoek, Adriana Facchetti, Enzo Fiermonte, Herbert Fux, Carlo Gaddi, Graziella Granata, Gordon Mitchell, Nino Nini, Ferdinando Poggi, Bud Spencer
Vertrieb:Savoy Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Italienisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.05.2008 (Kauf)
Specials:
  • US-Trailer (2:59 Min.)
Der deutsche Minen-Techniker Ben Novack findet einen neuen Job im Bergwerk von James Cooper. Zu seinem Arbeitsantritt soll er auch gleich die Lohngelder für die Bergarbeiter mitbringen. Doch auf dem Weg zur Mine rauben ein Prediger und der Schwarze Al das Geld. Sie arbeiten zusammen mit Cudlip, der sich an den jungen Novack hängt, um an noch mehr Geld zu kommen. Doch mit der Zeit wächst eine Freundschaft zwischen den beiden. Diese und eine Zuneigung zu der Köchin Sally veranlassen Cudlip immer mehr auf den rechten Weg umzusteigen und sich in der Minenstadt niederzulassen, bis er sogar zum Sheriff ernannt wird. Doch das Unheil lässt nicht auf sich warten, es kommt in der Gestalt von Burton immer näher.
Technisch und darstellerisch zwar eher misslungener Italowestern, der seine doch offensichtlichen Schwächen allerdings die meiste Zeit mit einem abwechslungsreichen und recht voranschreitenden Skript ausbessern kann. Dies mag nicht wohlkonstruiert sein, stellt seine Situationen auch oftmals rein nach Gutdünken bar wirklicher Logik auf, aber bleibt dafür dicht an seiner simplen Geschichte dran und baut auch einige Twists mit ein.
Während das erste Drittel mit seiner Caper-Struktur fungiert und das letzte in einem langen Showdown samt Geiselnahme und Erpressung ebenso rasanter ausfällt, machen sich die Mängel vor allem mittig breit, da dort auch eindeutig weniger passiert und dass auch noch zu langsam und zu offensichtlich. Dann macht sich auch die blassen Charakterisierung der Hauptpersonen deutlich bemerkbar; selbst ansonsten prägnante Akteure wie Lee Van Cleef und Bud Spencer erscheinen seltsam regungslos und unbeeindruckend in ihren Rollen. Letzterer tritt hier sogar ohne Bart vor die Kamera und ist dann wirklich nur an seiner gewohnten Synchronisation erkennbar.


Van Cleef selber hat noch die am meisten ambivalente Figur und scheitert auch prompt daran; obwohl man bescheinigen muss, dass er wenig von der Regie unterstützt wird. Der eigentliche Gauner schwankt von Beginn an ohne sichtliche Hinweise zwischen Gut und Böse und macht bei beidem keine überzeugende Figur.
So klaut er dem ausländischen Greenhorn nach der Geldtasche auch noch das Pferd, aber nimmt ihn dann trotzdem mit in die nächste Stadt. Die Freundschaft zwischen den beiden grundverschiedenen Männern steht schon ab dem Punkt an, ohne zu richtig zu entwickeln; ein gemeinsamer Ausritt, Thekenbesuch und Barschlägerei reicht quasi schon aus. Der nächste Coup soll auf keinen Fall zum Schaden von Novack führen und wird deswegen fast schon abgesagt, sehr zum Unmut und Unverständnis seiner zwei alten Freunde, die ebenso wenig wie der Zuschauer wissen, woran sie sind. Als später der Sheriff ausfällt und Cudlip den Stern verpasst bekommt, benimmt sich der zum Gärtner gemachte Bock auch prompt wie ein "by the book"-Gesetzeshüter.
Die Figuren erklären sich so nicht, das Geschehen ist nach den Anordnungen des Drehbuches rein eindimensional, nie plastisch. Mehrere Szenen sind viel zu simpel und schnell abgehandelt; öfters werden blanke Alibisequenzen ohne explizierenden Dialog eingeschoben, die nur als Sprungbrett für die nächste Episode dienen.


Ebenso flink ändert sich dann auch der eigenwillige Ton des Filmes: erst noch lustiger Schwank und plötzlich gar nicht mehr so harmlos. Humor und Ernst sind abwechselnd die Katalysatoren der Bewegung; da wird in einer Szene eine weibliche Geisel erschossen und in der nächsten Einstellung chargiert Lionel Stander herum. Sicher kann man sich derartigen Umschwung auf die Dauer auch angewöhnen, aber ein strammer Bezug zum Geschehen wird dabei nicht aufgebaut, wenn der Film sich selber nicht festlegt. Dafür ist die Gesamtkonstruktion auch zu sehr Knüppel aus dem Sack: Sichtlich gestellt und nur innerhalb seiner eigenen kruden Geschichte funktionierend.
Pluspunkt ist dann noch, dass man sich dafür ein räumliches und zeitliches Zentrum geschaffen hat, das besser als Fixpunkt dient als eine ausschweifende Narration. Das Städtchen Silvertown mit seiner begehrten Silbermine stellt den geographischen Mittelpunkt der Rahmenhandlung dar, alles andere dreht sich in wenigen Tagen und kleinen Kreisen darum und findet deswegen immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die Haftung wird nicht ganz verloren.


Die Handelnden wachsen einem dabei zwar nicht direkt ans Herz, aber sind weitgehend sympathisch, worauf auch das eigentliche Finale rekurriert, auch wenn Metaphorik und Drama innerhalb der ansonsten unwirklichen Konstellation fehl am Platze sind. Der akademisch-stilisierte und enthusiasmierte Ben Novack erweist sich über die Zeit als gar nicht so grün wie angenommen und hat zumindest genügend Courage und Köpfchen; das Gaunertrio ist natürlich von der lieben Gestalt, auch wenn die Geldgier lockt. Der Böse ist komplett bis auf die Aufmachung durchgängiges Klischee und kriegt dementsprechend sein verdientes Ende.


Die Aufarbeitung des Bildes der DVD aus dem Hause Savoy Film ist trotz des Alters als sehr gelungen zu bezeichnen. Zwar lassen sich immer wieder kleinere Verschmutzungen ausmachen, doch von störenden Ausmaßen kann keine Rede sein. Überraschend gut präsentiert sich auch die Schärfe, die besonders in Nahaufnahmen für ein ordentliches Bild mit einer guten Detailwiedergabe sorgt. Innerhalb von Totalen sind leichte Schwankungen auszumachen, doch wirklich unscharf wird das Bild auch hier nicht. Ebenfalls zeigt sich die Farbgebung meist sehr kräftig und erstrahlt in natürlichen Tönen. Auch die Kompression enttäuscht nicht und wirkt sehr ausgewogen und ist zudem mit einem satten Schwarzwert ausgestattet. Ein leichtes Rauschen ist vorhanden, jedoch kaum von Bedeutung. Innerhalb der Kompression sind im Laufe des Films kleinere Unruhen festzustellen, doch hält sich alles in Grenzen.


Die deutsche Tonspur wartet mit einer soliden Monofassung des Films auf, die nicht ganz ihr Alter verstecken kann, aber immer noch die deutsche Synchronfassung relativ ordentlich erklingen lässt. Dialoge werden immer gut verständlich wiedergegeben, klingen allerdings ein wenig blechern. Dem gelungene Score muss man zudem leichte Verzerrungen attestieren, dafür sind Überlagerungen sind nicht vorhanden. Ein dezentes Rauschen ist zu vernehmen, jedoch ohne das Klangspektrum zu beeinflussen. Während die deutschen Dialoge klar wiedergegeben werden, ertönt die italienische Spur deutlich dumpfer. Aber auch hier sind die Dialoge als gut verständlich zu betrachten, wenn man der Sprache mächtig ist. Optional werden deutsche Untertitel für die ehemals gekürzten Szenen angeboten, wobei durch die Vielzahl der Schnitte deutlichen Schwankungen innerhalb der deutschen Fassung vorhanden sind, da in diesen Szenen auf das italienische Original zurückgegriffen wird. Möglicherweise fühlt sich der ein oder andere durch diesen Sprach- und Qualitätswechsel etwas gestört, doch aus persönlicher Sicht kann ich mit dieser Maßnahme sehr gut leben, in Anbetracht den Film ungekürzt sehen zu können.

Lediglich der englische Kinotrailer unter dem Titel "Beyond the Law" befindet sich als Bonus auf der DVD. Nicht sehr viel, aber zumindest konnte diese Rarität den Weg auf die DVD finden.


Es bleibt zu sagen, dass abseits des unklaren Rhythmus und seiner allgemein formalen Durchschnittlichkeit der Film davon zehrt, dass er sich eben nicht genau von den Vorgaben des Italowesterns ernährt. Alles ist hier zwar beileibe nicht gänzlich ungewohnt, aber doch etwas anders. Und wenn Bud Spencer nur keinen Bart hat.


Film+++/--
Bild++++--
Ton+/----
Bonus/-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.