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USA 2000
Originaltitel:Dracula 2000
Alternativtitel:Wes Craven Presents Dracula 2000
aka. Dracula 2001
aka. Drakula 2000
aka. Wes Craven - Dracula 2000
Länge:95:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Patrick Lussier
Buch:Patrick Lussier, Joel Soisson
Kamera:Peter Pau
Musik:Marco Beltrami
SFX:Gray Matter FX, Rhythm and Hues, Two Hours in the Dark
Darsteller:Gerard Butler, Christopher Plummer, Jonny Lee Miller, Justine Waddell, Colleen Fitzpatrick, Jennifer Esposito, Omar Epps, Sean Patrick Thomas, Danny Masterson, Lochlyn Munro, Tig Fong, Tony Munch, Jeri Ryan, Shane West
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:18.10.2001 (Verleih) / 10.01.2002 (Kauf)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Darsteller und Crew:
    • Gerard Butler:
      • Interview (2:33 Min.)
      • Ausschnitt vom Casting (4:28 Min.)
      • Biografie (4 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
    • Christopher Plummer:
      • Interview (3:37 Min.)
      • Biografie (5 Seiten)
      • Filmografie (3 Seiten)
    • Johnny Lee Miller:
      • Interview (2:48 Min.)
      • Biografie (4 Seiten)
      • Filmografie (2 Seiten)
    • Justine Waddell:
      • Interview (3:21 Min.)
      • Ausschnitt vom Casting (2:25 Min.)
      • Biografie (3 Seiten)
    • Colleen Ann Fitzpatrick:
      • Interview (6:20 Min.)
      • Ausschnitt vom Casting (1:48 Min.)
    • Patrick Lussier:
      • Interview (3:46 Min.)
    • Wes Craven:
      • Interview (6:22 Min.)
  • Dracula Special:
    • Trailer "Bram Stokers Dracula" (2:27 Min.)
    • Trailer "John Carpenter's Vampire" (1:32 Min.)
    • Trailer "Wes Craven präsentiert Dracula" (1:38 Min.)
    • Draculas Lebenslauf (12 Seiten)
  • Deleted Scenes (mit opt. Audiokommentar):
    • Draculas Gefangennahme (4:04 Min.)
    • Mardi Gras (0:46 Min.)
    • Judas' Fantasie (0:58 Min.)
    • Lucy und Mary küssen sich (1:40 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (10:28 Min.)
  • Featurette (8:45 Min.)
  • Storyboards:
    • Der ursprüngliche Beginn (29 Bilder)
    • Das Flugzeug-Wrack (30 Bilder)
    • Van Helsing greift an (14 Bilder)
    • Sex (13 Bilder)
  • Der besondere Filmtipp "Highlander Endgame" (2:00 Min.)
  • Trailershow:
    • Highlander 3 (1:41 Min.)
    • Scary Movie (2:17 Min.)
    • Scary Movie 2 (1:24 Min.)
    • Blair Witch II (1:17 Min.)
    • Way Of The Gun (2:04 Min.)
Eine Bande von kriminellen Hightech-Spezialisten dringt in das Londoner Hochsicherheitsgewölbe des Antiquitätenhändlers Abraham Van Helsing ein, in dem sie Kunstwerke von unschätzbarem Wert vermutet. Doch zum Erstaunen der Eindringlinge findet sich nur eine gut geschützte Krypta, die mehr als 100 Jahre nicht mehr geöffnet wurde und die nun Draculas Terror auf die moderne Welt loslassen wird ...
Nach 100 Jahren Gefangenschaft ist Dracula im 21.Jahrhundert angelangt, einem Jahrhundert wie für ihn geschaffen - voll von Chaos und Versuchung. Sein Ziel sind die Vereinigten Staaten. Der ideale Ort, um schöne junge Frauen zu verführen und seinen Durst nach Macht und Blut zu stillen. An seine Fersen heften sich Van Helsing und sein Assistent Simon, um zu verhindern, dass der Blutsauger die junge Mary findet, mit der er ein dunkles Erbe teilt. Können sie dem Treiben des unheimlichen Grafen rechtzeitig ein Ende setzen?
Im Jahr des Millenniumwechsels kehrt Dracula zurück, um endlich wieder frei zu sein.
Abraham Van Helsing hütet seit Jahren ein Geheimnis. Er hat Graf Dracula nie getötet, sondern lebt von dessen Blut. Mittels Blutsaugern entzieht er dem Vampirfürsten Blut und injiziert es sich. So bleibt er unsterblich und kann den gefangenen Dracula bewachen. Ein paar Einbrecher stehlen ihm aber den Sarg und öffnen ihn. Dracula erwacht und nimmt seine blutige Mahlzeit ein. Darauf macht er sich auf eine Frau zu finden, die ihm ebenbürtig ist. Geboren mit Draculas Blut im Körper. Van Helsing nimmt den Kampf wieder auf.
Der Versuch die Legende um Dracula zu entstauben gelingt teilweise, die Story bleibt aber simpel. Dracula wird von den Einbrechern befreit und jagt seiner Auserwählten hinterher, wobei allerlei ausgesaugte Leichen zurückbleiben. Fights mit Vampiren und Van Helsings Helfer folgen. Da Dracula am Ende noch etwas Gutes tut, darf er in den Himmel und alle sind glücklich. Dracula eine neue Identität zu geben gefällt, ansonsten geriet mir der Film aber doch arg einfallslos.



Stellenweise wird eine klasse Atmosphäre aufgefahren und stellenweise packte mich das kalte Grausen. Mit dem Feingefühl eines Holzhammers wechseln sich hier moderne und mystisch, dunkle Szenen ab. Letzteres überwiegt aber letztendlich und das ist gut so. Der nette Anfang im Mittelalter auf dem arg blutigen Schiff macht "Durst" auf mehr. Der Aufhänger, Dracula als Blutbank zu nutzen, ist jedenfalls mal was Neues. Dafür stören aber die "ach so hippen" Jungstars und Mädels, die bevorzugt im Top rumlaufen - die Teenieslasher lassen grüßen. Der Bruch der Bande geht modern mit entsprechender Musikuntermalung vonstatten. In der verschlossenen Gruft wird dann endlich mal Atmosphäre gezeigt. Kaltes Gemäuer, schlechtes Licht und böse Fallen sind die Eckpfeiler. Als man den ersten Kumpel verliert, verschwindet man mit dem Sarg.
Es kommt, wie es kommen muss: Van Helsing bemerkt den Diebstahl und jagt mit seinem Assistenten los. Die neugierigen Diebe fliegen mit einem Flugzeug los und machen unvorsichtigerweise den Deckel auf. Dracula nimmt seine Mahlzeit ein und sorgt für neue Gefolgschaft. Auf der Suche nach seiner Geliebten reist er nach New Orleans. Dort wohnt auch Van Helsings Tochter, welche schont ahnt, was da auf ihn zukommt. Der hungrige Dracula genehmigt sich an der Absturzstelle erst mal eine Reportermahlzeit, bevor er weiterzieht.

Die Spielereien mit Spiegel und Kamera sind ja ganz nett, aber wo treibt sich seine Gefolgschaft rum? Dracula sieht, als er aus dem Wasser kommt, eher wie eine schwarze Variante der Backstreet Boys, als wie ein unsterblicher Fürst aus. Indes werden uns immer wieder Einblendungen von der verwirrten Mary Heller (Helsings Tochter) gezeigt, wobei drauf geachtet wird, dass sie ja nicht zu viel an hat. In Visionen erscheint ihr Dracula, der nun weiß, wo er sie findet.
Während sich van Helsing nun erst mal Draculas Gefolgschaft vornimmt, zieht Dracula durch New Orleans. Wie van Helsing den Ort findet, bleibt unerklärt. Der folgende Kampf ist ganz nett und klaut ein wenig bei "Matrix". Der schnell eingeweihte Assistent Simon schlägt sich annehmbar und lockert das Geschehen mit Dialogen wie "Sorry Alter, ich bin Atheist" (Vampir) - "Gott liebt dich trotzdem." (Simon) auf, worauf Simon eine Klinge aus einem Kreuz springen lässt und dem Vampir ins Auge haut.



Nachdem der Kampf nun beendet wurde, erzählt van Helsing seine Geschichte und wie er Dracula mit einem Spiegeltrick fing. Das probiert er später noch einmal, aber Dracula ist ja nicht von gestern (na ja, eigentlich schon). Der zieht nun durch New Orleans und vögelt allerlei Weiberlein im Schwebezustand, eine Stellung, die es so im Kamasutra bestimmt nicht gibt. Dabei braucht er nicht mal seinen hypnotischen Verführungstrick einzusetzen. Es kommt, wie es kommen muss: Dracula bekommt "seine" Königin in die Hände und "infiziert" sie. Simon wird gefangen und soll angeknabbert werden. Mary befreit Simon aber, worauf ein finaler Kampf folgt, in dem dann auch allzu deutlich zu den "Matrix"-Sternen gegriffen wird. Wie es endet, kann man sich vorstellen ...

Der Film hat gute und schlechte Ansätze. Obwohl man versucht hat, die Dracula-Saga in die Gegenwart zu transferieren hat, bleibt viel Atmosphäre. Das liegt weniger an den zum größten Teil schlechten Darstellern, sondern an den gut inszenierten Orten. Ob nun Friedhof, Schlafplatz der Vampire oder das Flugzeug, meist gelingt es dem Regisseur mit Nebeleffekten und Dunkelheit eine wirklich unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Davon wird aber viel durch die Straßenfeste in New Orleans mit Hardrockmusik zerstört. Mit dieser Musik, in meinen Augen dem Allerschlimmsten am Film, versucht der Regisseur dem Film mit Gewalt Aktualität einzuhämmern. Harte Rockmusik hat in so einem Film aber gar nichts zu suchen und ist mehr als fehl am Platze, denn diese überflüssigen Einspielungen sind tödlich für die Atmosphäre. An den "unheimlichen Stellen" wie zum Beispiel dem Friedhof wird dann mal gewaltig in der Interner Link"Scream"-Kiste gewühlt, ob nicht noch ein brauchbarer ähnlicher Score zu finden ist. Der Versuch eines Neohorrorfilms scheitert.
Hinzu kommen die doch arg übertriebenen Kämpfe, bei denen zu sehr auf "Matrix"-Effekte gesetzt wurde. Passt in meinen Augen nicht in einen Vampirfilm. Einen dicken Fehler gibt es im Film noch dazu. Mary trägt im Film ein Kreuz um den Hals, das auf dem Friedhof irgendwie verschwindet. Kann mir einer erklären, wo das hin ist? Am Anfang sah es für mich wie eine letzte Barriere vor dem Fürsten der Finsternis aus.



Ein gealterter Christopher Plummer gefiel mir als Van Helsing sehr gut. Er verkörpert den Vampirjäger als robusten Mann, der auch nach all den Jahren nichts verlernt hat. Trotz seines Alters erschießt und tötet er die Vampire wie eh und je. Herausragender Darsteller, der seiner Figur auch ein Schuss Charisma mitgeben konnte. Unentschlossen fragt man sich, ob man nun für oder gegen ihn sein soll.
Speziell Gerard Butler war als Dracula ein Totalausfall. Die Magie, die Dracula sonst ummantelte, kommt hier gar nicht rüber. Der Mann sieht einfach zu sehr nach Teeniestar aus, anstatt wie ein alter Fürst aus Transsilvanien. Als er frisch aus dem Fluss auftauchte, musste ich sogar loslachen. Ähnlich sieht es auch mit dem Rest aus. Speziell von Jennifer Esposito hatte ich mehr erwartet. Der Versuch, die Legende zu modernisieren schlägt fehl, da man es einfach übertrieben hat. Eine Riege gut aussehender, meist untalentierter Jungdarsteller ersetzt einfach keinen Peter Cushing oder Christopher Lee.
Jonny Lee Miller alias Simon Sheppard kommt zum Beispiel viel zu pseudocool rüber. Als er sich vom Vampir (Marcus) abwendet und der wieder aufsteht, kann man schon erahnen, was gleich geschehen wird. Die Figur des Simon ist so übertrieben, dass sie schon fast lächerlich wird. Die Geschichte um Dracula verkraftet er viel zu schnell. Seine Zweifel verfliegen schnell. Praktisch scheint zu sein, dass er auch noch gut aussieht und als Vampirjäger herhalten kann. Erinnert mich irgendwie an Interner Link"Buffy" ...

Die Sorte von Nachbearbeitung, die bei dieser DVD zur Anwendung kam, lässt sich wegen kleinerer Schwächen relativ schnell als Rauschfilterung mit anschließender Nachschärfung erkennen. Trotzdem wird ein sehr sauberes, klares Bild geboten, das einfach im Detail (beispielsweise auf Gesichtern) nicht so plastisch ist, wie man das vermutet. Die meist dunklen Bilder könnten zwar ein wenig farbiger sein, beim Kontrast stimmt aber alles. Somit ist das Bild auf dem aktuellen Stand, mit einigen Abstrichen im Detail, die sich aber verschmerzen lassen. Ganz ist die Rauscheindämmung auch nicht ganz gelungen, denn ein wenig Unruhe zeigt sich in vereinzelten Szenen. Die Kompression nimmt das Bild ohne Probleme an, nur scheinen sich auch ein paar Aussetzer eingeschmuggelt zu haben. Beim Blick über die Dächer von New Orleans in der 17. Minute beispielsweise bilden sich sehr deutlich, wenn auch nur für kurze Zeit, Artefakte rund um die Konturen ab. Auch einfarbige Flächen lassen trotz durchschnittlich sehr hoher und dynamischer Bitrate immer wieder Blockrauschen erkennen.



"Dracula" deckt sich mit einer wuchtigen und gleichwegs feinfühligen Dynamik ein, die den gesamten Film bestimmt und nicht nur in den Action-Szenen zieht. Möglich ist das dank des rockigen Soundtracks, der zwar manchmal etwas aufgesetzt, aber immer sehr brachial. Dabei kommt meist auch ein sehr kräftiger Bass hervor, der das sehr klare Klangbild kontrastiert. Auch die Effekte heben sich positiv hervor durch eine weiträumige und sehr geschickte Abmischung, die auch kleinere Geräusche interessant hervorhebt. Etwas mehr Lautstärke hätte in den ersten 20 Minuten der Center abbekommen dürfen, aber man gewöhnt sich schnell daran. Die DVD hat man etwas vollgepackt mit Tonspuren. Neben der deutschen Synchro und dem O-Ton existiert ein völlig unnötiger 2.0 Surround-Ton und eine DTS-Abmischung, die mich aber nicht sonderlich überzeugt, weil sie eigentlich genauso leistungsstark wie Dolby Digital klingt. Stattdessen wären deutsche Untertitel angebracht gewesen. Nichtsdestotrotz ein furioser, mächtig klingender Ton (gegen Ende wackelt die Bude!) mit vielen Spielereien, die auch von der deutschen Synchro aufgenommen wurden.

Dass der Audiokommentar gar nicht erst auf der Hülle verzeichnet ist (obwohl dort alle anderen Extras stehen), dürfte daran liegen, dass es keine deutschen Untertitel gibt. Hier sind Regisseur Patrick Lussier und Autor Joel Soisson eingeladen worden, um ein wenig über den Film zu plaudern. Beim Plaudern bleibt es dann auch, denn sonderlich viel interessante Stellen hab ich nicht entdecken können. Die folgenden Extras sind dann aber deutsch untertitelbar. Im Bereich "Darsteller und Crew" werden Darsteller und der Regisseur anhand kurzer Interviews vorgestellt. Die sind dann wirklich sehr knapp und reichen meist nur dafür aus, etwas Material für das Featurette bereit zu stellen. Dazu gibt es aber noch ein paar Probeaufnahmen (u.a. ein Gerard Butler als Langlode), Bio- und Filmografien. Leider ist das Booklet mit Kapitelindex und Personeninfos nicht viel Wert, da dort die selben Bios abgedruckt sind, die es schon auf der DVD gibt. Im Dracula-Special werden Trailer weiterer großer Genre-Filme (in mäßiger Qualität) vorgestellt und eine Biografie zur historischen Vorlage angeboten, die man natürlich lesen sollte, wenn man den Dracula-Mythos nicht sowieso schon in- und auswendig kennt. Der Blick hinter die Kulissen ist tatsächlich unkommentiertes Material vom Set, leider etwas kurz geschnitten, und das Featurette ist trotz der Werbebotschaft eine nette Zusammenfassung mit einigen interessanten Kommentaren. Zum Schluss darf man sich noch Storyboard-Zeichnungen und herausgenommene Szenen anschauen, zu denen sich ein Audiokommentar zuschalten lässt.


Kein sonderlich gelungener Versuch Dracula in die heutige Zeit zu verfrachten. Atmosphäre ist zwar stellenweise vorhanden, aber überflüssige Zwischenszenen (Straßenfest) und untalentierte Schauspieler zerstören viel. Zum lächerlichsten Dracula der Filmgeschichte möchte ich gar nicht mehr sagen. Die Grundidee ist indes ganz nett, das nicht fehlerfreie Drehbuch zerstört aber viel. Trotzdem verliert der Mythos seinen Zauber und damit auch seinen Unterhaltungswert. Einmal ansehen ist okay, aber nichts Bahnbrechendes erwarten. Nur ein weiterer Mainstreamhorrorfilm.


Film+++/--
Bild++++/-
Ton+++++-
Bonus+++---


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